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Angesichts der sozialen und politischen Unsicherheit in Venezuela, die insbesondere durch die aktuellen Ereignisse in dem südamerikanischen Land geprägt ist, bekräftigt KIRCHE IN NOT sein Engagement für die Kirche und die Menschen vor Ort. Neben Gebet und Solidarität gebe es auch konkrete Hilfe, teilte KIRCHE IN NOT mit.

Nach Jahren wirtschaftlicher, sozialer und humanitärer Krisen stehe das Land vor komplexen Herausforderungen. Viele Menschen kämpften ums Überleben. Die politischen Entwicklungen in den vergangenen Tagen hätten diese Angst und Unsicherheit der Bevölkerung weiter geschürt.

Die Venezolanische Bischofskonferenz hat die Gläubigen unterdessen zu Besonnenheit und zum Gebet für Frieden und Einheit im Land aufgerufen. Sie betonte, dass sie jede Form von Gewalt ablehne, und ermutigte zu Entscheidungen, die dem Gemeinwohl dienen.

Die Kirche in dem südamerikanischen Land ist für viele Menschen „eine zentrale Quelle der Hoffnung“, so KIRCHE IN NOT. Sie biete den Gläubigen „spirituelle Nahrung, seelsorgerische Begleitung und soziale Unterstützung“. KIRCHE IN NOT steht der Kirche in Venezuela seit ihren Anfängen zur Seite und unterstützt beispielsweise mit Messstipendien und materiellen Hilfen, die das sakramentale Leben und die pastorale Präsenz der Kirche im Land aufrechterhalten.

Gottesdienst in der Kirche der Siedlung Ciudad Chavez bei Caracas (Venezuela)

Kirche ist für viele Venezolaner eine Quelle der Hoffnung

Eines der bedeutendsten Projekte von KIRCHE IN NOT in den vergangenen Jahren war das Wallfahrtszentrum in der Siedlung „Ciudad Chavez“ nahe der Hauptstadt Caracas. Dieses ist José Gregorio Hernández, dem ersten venezolanischen Heiligen, gewidmet, der im Land besonders verehrt wird. Er wurde erst im Oktober 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen.

KIRCHE IN NOT ruft die weltweite katholische Gemeinschaft auf, weiterhin für Venezuela zu beten.

34 Schwestern aus dreizehn verschiedenen Gemeinschaften kümmern sich in der Diözese Holguin um alte und kranke Menschen, begleiten Familien, trösten Einsame und Trauernde und bringen allen die Frohe Botschaft.

Bischof Emilio Aranguren Echeverria ist dankbar für den wertvollen und unverzichtbaren Dienst dieser Ordensfrauen. Er nennt sie „ein Zeichen der Hoffnung“ und berichtet, dass die Schwestern von allen Bürgern geschätzt werden.

In der Tat ist Hoffnung das, was die Menschen in Kuba am dringendsten benötigen. Denn viele sind resigniert und sehen keine Zukunft. Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise wissen viele nicht mehr weiter. Es fehlt an allem, und der Alltag ist ein einziger Kampf ums Überleben. Viele Menschen wissen zudem kaum noch etwas vom Evangelium.

Aid for subsistence and travel for 40 religious beloging to 13 Communities, 2023. PHOTO ONLY IN LOW QUALITY AVAILABLE.
CUBA / HOLGUIN 23/00191
Aid for subsistence and travel for 40 religious beloging to 13 Communities, 2023
“Es gibt keine Worte, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Möge der Herr Sie immer segnen und Ihnen reiche Gnaden gewähren.“

Die liebevolle Fürsorge der Schwestern wird dringend gebraucht

Die liebevolle Fürsorge der Schwestern wird also dringend gebraucht. Aber auch sie sind von der Krise schwer betroffen, so dass sie Schwierigkeiten haben, die Kosten für Energie, Treibstoff, Lebensmittel, medizinische Versorgung und andere lebensnotwendige Dinge zu decken. Dank Ihrer Hilfe kamen 16.000 Euro zusammen, die es den Ordensfrauen ermöglicht haben, auch in diesem Jahr wieder „Zeichen der Hoffnung“ zu sein. Es ist ein wertvoller Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.

Im Namen aller Ordensschwestern schreiben uns die Schwestern der Kongregation „Maria und Martha“: „Wir sind überaus dankbar für Ihre Unterstützung, insbesondere deshalb, weil Sie uns nicht nur materiell, sondern auch spirituell helfen. Entfernung und Zeit spielen keine Rolle, denn es ist die Liebe, die unsere Seelen verbindet. Wir versprechen Ihnen, Ihnen das Gute, das Sie uns tun, durch unsere Gebete zurückzugeben. Wir empfehlen Sie dem Schutzmantel Mariens an. Bitte fühlen Sie sich jetzt und für immer als Teil unserer geistlichen Familie. Es gibt keine Worte, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Möge der Herr Sie immer segnen und Ihnen reiche Gnaden gewähren.

KIRCHE IN NOT hat am Dienstag seinen Zweijahresbericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ vorgestellt, der einen globalen Überblick über den Stand dieses Grundrechts bietet. Die Studie warnt vor einer besorgniserregenden Verschlechterung: Zwei Drittel der Menschheit – mehr als 5,4 Milliarden Menschen – leben in Ländern ohne vollständige Religionsfreiheit.

Der Bericht analysiert die Lage in 196 Ländern und prangert in 62 davon schwere Verletzungen dieses Rechts an. Davon werden 24 als Länder mit „Verfolgung” und 38 als Länder mit „Diskriminierung” eingestuft.

„Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ist in vielen Ländern am Verschwinden“, warnte Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT.

Autoritarismus, die größte globale Bedrohung

Der Bericht identifiziert den Autoritarismus als Hauptantriebskraft für religiöse Unterdrückung. In 19 der 24 Länder, die in der Kategorie „Verfolgung“, und in 33 der 38 Länder, die in der Kategorie „Diskriminierung“ aufgeführt sind, wenden die Regierungen systematische Strategien an, um das religiöse Leben zu kontrollieren oder zum Schweigen zu bringen.

In China, Iran, Eritrea und Nicaragua setzen die Behörden Massenüberwachungstechnologien, digitale Zensur, restriktive Gesetze und willkürliche Verhaftungen ein, um unabhängige Religionsgemeinschaften zu unterdrücken.

Ausgebrannte Kirche in Mosambik.

Der Vormarsch des Dschihadismus und des religiösen Nationalismus

Die Studie warnt davor, dass sich der islamistische Extremismus weiter ausbreitet, insbesondere in Afrika und Asien. In 15 Ländern ist er der Hauptgrund für Verfolgung, in weiteren 10 Ländern trägt er zur Diskriminierung bei. Die Sahelzone ist zum Drehpunkt dschihadistischer Gewalt geworden, wo islamistische Gruppen den Tod von hunderttausenden Menschen, die Vertreibung von Millionen und die Zerstörung hunderter christlicher Kirchen und Schulen verursacht haben.

Ethnisch-religiöser Nationalismus treibt währenddessen die Unterdrückung von Minderheiten in Asien voran. In Indien und Myanmar leiden christliche und muslimische Gemeinschaften unter Angriffen und rechtlicher Ausgrenzung. In Indien definiert der Bericht die Situation als „hybride Verfolgung”: eine Kombination aus diskriminierenden Gesetzen und Gewalt durch Zivilisten, die jedoch durch politische Reden angeheizt wird.

Vertreter unterschiedlicher Religionen aus Pakistan bei einem gemeinsamen Gebet (Archivbild).

Auch der Westen ist nicht immun

Die Verschlechterung der Religionsfreiheit betrifft auch Europa und Nordamerika. Im Jahr 2023 wurden in Frankreich fast 1000 Angriffe auf Kirchen, in Griechenland mehr als 600 Fälle von Vandalismus registriert. Ähnliche Spitzenwerte wurden in Spanien, Italien und den Vereinigten Staaten beobachtet, darunter Schändungen von Kultstätten, körperliche Übergriffe auf Geistliche und Störungen von Gottesdiensten.

Der Bericht dokumentiert auch einen dramatischen Anstieg antisemitischer und antimuslimischer Handlungen nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 und dem Krieg im Gazastreifen. In Frankreich nahmen antisemitische Handlungen um 1000 % zu, während Hassverbrechen gegen Muslime um 29 % zunahmen.

Darüber hinaus ist das organisierte Verbrechen zu einem neuen Akteur der Verfolgung geworden. In Mexiko und Haiti ermorden oder entführen bewaffnete Gruppen religiöse Führer oder erpressen Pfarren, um ihre Kontrolle über bestimmte Gebiete durchzusetzen.

Symbole der Weltreligionen.

Unterzeichnen Sie unsere weltweite Petition für Religionsfreiheit

Jetzt mehr denn je muss die Religionsfreiheit weltweit verteidigt und geschützt werden. Daher haben wir eine weltweite Petition gestartet, um Regierungen und internationale Organisationen zum wirksamen Schutz des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit aufzufordern. Setzen Sie ein Zeichen und unterzeichnen Sie unsere Petition: Gleich jetzt hier unterzeichnen!

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse können Sie kostenlos auf unserer Webseite herunterladen: Jetzt kostenlos herunterladen

Die Kubaner schätzen die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha besonders, da sie stets zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. Sie nennen sie liebevoll „Sanchinas“. Die Kongregation wurde 1869 auf der Insel gegründet, um armen Behinderten und Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre haben die Schwestern ihre Aktivitäten auf die Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Unterstützung von Familien und älteren Menschen, den Aufbau von Berufsschulen sowie die Seelsorge in Pfarren ausgeweitet.

Zwei „Sanchinas“, Schwester Isabel und Schwester Leonida, gehen dieser Arbeit in Camagüey nach, der drittgrößten Stadt Kubas. Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT (ACN) sind sie ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise, die die Insel belastet. In der Gemeinde María Inmaculada (Unbefleckte Empfängnis) gelingt es den beiden Ordensschwestern, ihre Zeit und Ressourcen zu vervielfachen, um sich um Kinder, deren Familien, Jugendliche, ältere Menschen und Kranke zu kümmern. Hinter ihrem Lächeln verbirgt sich eine Lebenswirklichkeit, die von täglichem Kampf und Hoffnung geprägt ist und nur durch die Gnade Gottes getragen wird.

Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT sind die Schwestern ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise.

Wirtschaftskrise trifft Camagüey mit voller Wucht

Die Stadt mit 300 000 Einwohnern und einem eleganten historischen Zentrum, das zum Weltkulturerbe gehört und aus labyrinthartigen Gassen und Kopfsteinpflaster besteht, wurde jedoch von einer Wirtschaftskrise überrollt, die viele Familien in tiefe Not gestürzt hat. Die galoppierende Inflation und der Kaufkraftverlust haben dazu geführt, dass für die meisten Menschen das Nötigste unerschwinglich geworden ist. Die Einwohner von Camagüey stehen in langen Schlangen an, um Lebensmittel und Medikamente zu bekommen, oft gehen sie jedoch mit leeren Händen nach Hause.

Die Schwestern teilen den Schmerz der Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können, der älteren Menschen, die keine Medikamente finden, und der jungen Menschen, die in der Auswanderung ihren einzigen Ausweg sehen. Dieser ständige Exodus droht, das Land seiner unverzichtbaren Arbeitskräfte und Köpfe zu berauben. In solch komplexen Umständen ist die Präsenz der Schwestern für viele ein Zeichen der Hoffnung, ein Beweis dafür, dass die Liebe Gottes inmitten aller Widrigkeiten niemals versagt.

Auch sie müssen mit dem Nötigsten auskommen, da wirtschaftliche Einschränkungen ihre Möglichkeiten zur Selbstversorgung begrenzen. Ohne die Hilfe der Vorsehung und die Großzügigkeit vieler Menschen könnten sie ihr apostolisches Werk nicht aufrechterhalten. Mit Einfallsreichtum strecken sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bis zum Äußersten, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken.

Oft denken sie an die Worte des heiligen Johannes Paul II. während seines historischen Besuchs auf der Insel im Januar 1998: „Verliert nicht die Hoffnung angesichts des Mangels an materiellen Mitteln für die Mission und angesichts der Knappheit der Ressourcen, unter der ein großer Teil dieses Volkes leidet. Nehmt weiterhin die Einladung des Herrn an, für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu arbeiten, alles andere wird euch hinzugeschenkt werden.“ In diesem Sinne haben Schwester Isabel und Schwester Leonida Projekte wie den Kindergarten „Amiguitos de Sancha“ ins Leben gerufen, in dem sie vierzehn Kinder im Alter von ein bis vier Jahren aus benachteiligten Familien betreuen, deren Mütter arbeiten müssen und niemanden haben, der auf sie aufpasst. Zu ihrer Arbeit gehört auch die Begleitung der jungen Eltern und Großeltern der Kleinen, einer Gemeinde von 78 Personen.

Camagüey leidet, aber die Schwestern bleiben.

Wo das Nötigste fehlt, kann Ihre Spende Wunder wirken

Zeugnisse der Hoffnung: Wie die Schwestern Herzen bewegen

Gladys, die im Kindergarten der Schwestern arbeitet, sagt, dass sie durch die Zusammenarbeit mit ihnen „gelernt habe, zu vergeben, meine Mitmenschen mehr zu lieben, das Wenige, das ich habe, zu teilen und mich sicher zu fühlen, weil Gott, unser Vater, bei mir ist und mich niemals verlässt“. „Heute bin ich ein gläubiger Mensch, heute kann ich sagen, dass ich ein Leben habe, weil ich auf den Herrn vertraue … und ich verdanke es der Gnade, dass ich in das Leben der Schwestern gekommen bin und sie in meines“, erzählt sie.

Die Eltern von Diego und Beatriz betonen, dass die Schwestern „den Kindern Unabhängigkeit beibringen und die Familien integrieren“. Auch Roberto und Pilar, die Eltern von Alaia, sagen, dass sie ihnen „helfen, eine große Familie zu sein“. Ihre kleine Tochter, die erst seit sieben Monaten in der Kindertagesstätte ist, habe „eine große Veränderung durchgemacht, denn dort werden ihr Werte vermittelt, es wird ihr beigebracht, Gott zu lieben und zu respektieren, mit ihren Freunden zu teilen und selbstständig zu essen; seit sie in der Kindertagesstätte ist, spricht sie auch ein wenig mehr“.

Die Schwestern betreuen auch die Pfarre und geben Handarbeitskurse, um Programme zur menschlichen Entwicklung und Wertebildung zu fördern. Sie haben etwa 20 Koordinatoren für die Gesundheitsseelsorge ausgebildet, die sie bei Besuchen bei den Kranken begleiten, um jenen geistigen Beistand, Lebensmittel und Medikamente zu bringen. Wenn sie sich das Benzin oder die Fahrkarten leisten können, besuchen sie bedürftige Menschen, die weit entfernt wohnen, und erreichen so Orte, wo man Gott nicht kennt.

„Sie haben mir handwerkliche Tätigkeiten beigebracht und mir gezeigt, wie man den Herausforderungen des Lebens mit Freude und Stärke begegnet. Sie haben uns durch ihr Beispiel vorgelebt, was es heißt, den Glauben zu leben, die Ärmsten zu lieben, zu helfen, ohne etwas dafür zu erwarten, und alle Aktivitäten, die wir unternommen haben, haben mich mit Hoffnung und Liebe erfüllt“, versichert Lourdes, die nun als Krankenbesucherin mit den Schwestern zusammenarbeitet.

Ein Netz der Liebe – von Kindern bis zu Kranken

„Sie machen mir Mut, mit Glauben und Begeisterung zu leben“

„Ich habe meinen Mann nach 27 Jahren Ehe verloren, und es war sehr schmerzhaft, allein zu bleiben. Die Schwestern sind mir eine Stütze, sie begleiten mich, beraten mich und machen mir Mut“, erklärt Marlene. „Sie haben mich glücklich gemacht, indem sie mich zur Mission eingeladen haben, Kranke zu besuchen, denn das ermutigt mich, mit Glauben und Begeisterung zu leben“, fügt sie hinzu.

„Ich besuche die Kranken mit großer Freude und entdecke durch sie Gott, der in den Einfachen und Demütigen wirkt“, versichert Alicia, die seit zehn Jahren mit den Schwestern zusammenarbeitet. „Alles, was ich von den Armen und Entrechteten gelernt habe, verdanke ich ihnen“, gesteht sie.

Darüber hinaus begleiten die Ordensschwestern zehn Jugendliche und fünfzehn Heranwachsende spirituell und organisieren für sie regelmäßige Treffen, Workshops und Katechese. „Mit ihnen habe ich gelernt, wer sich in diesem Stückchen Brot verbirgt, was Exerzitien und eine Mission sind. Sie haben mich auf meinem Glaubensweg begleitet und mir stets Orientierung gegeben“, erklärt Anyelis aus der Jugendgruppe. „Die Schwestern von Sanchinas stehen für Einfachheit und sind Teil der kubanischen Geschichte. Sie zeigen mir, dass in der Armut und im Dienst an den Bedürftigsten die Freude am Dienen liegt, etwas, das ich als junge Kubanerin in meinem Land für unverzichtbar halte“, erklärt sie. Die 13-jährige Yénifer erzählt: „Ich habe sehr schwierige Zeiten durchgemacht und weder meine Eltern noch meine Geschwister haben mich verstanden. Ich war sehr rebellisch, aber durch die Teilnahme an den Gruppen, die von den Schwestern geleitet werden, habe ich gespürt, dass sie mich lieben, mich schätzen, mich unterstützen und mir helfen. Ich bin glücklich, weil sie mich motivieren, Jesus zu begegnen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha in den Diözesen Camagüey, Havanna und Santiago de Cuba, um die Präsenz der Kirche in den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu stärken und die Fortsetzung der Arbeit dieser Ordensschwestern auf der Insel zu ermöglichen.

Im Februar 2024 hatten wir unsere Wohltäter um Hilfe für die Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador gebeten. Hier gibt es besonders viel Gewalt. In der Hafenstadt Guayaquil, die knapp drei Millionen Einwohner hat, ist die Gewaltrate besonders hoch. Vor allem junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren werden von kriminellen Gruppierungen rekrutiert.

Die Erzdiözese hat daher ein Seelsorgeprogramm ins Leben gerufen, um Straftätern eine Perspektive zu geben und ihnen zu helfen, auf den rechten Weg zurückzukehren. Priester und Laienmissionare engagieren sich für die Gefangenen und ihre Familien. Unsere Wohltäter haben 9.900 Euro gespendet, um dieses wertvolle Apostolat zu verstärken und die Ausbildung weiterer Seelsorger zu ermöglichen.

Maria Cristina Santa Cruz, die für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil zuständig ist, hat uns geschrieben: „Wir haben wunderbare Fälle von Bekehrungen unter den Häftlingen und auch unter den Beamten der Haftanstalten gesehen.“

Kommunionspendung bei einem Gefängnisgottesdienst.

„Wir sind Gott und Ihnen dankbar“

Und sie dankt allen, die geholfen haben: „Wir haben für Sie und für die Gefängnispastoral gefastet und gebetet. Wir sind Gott und Ihnen dankbar, dass wir Werkzeuge im Dienst an unseren Brüdern und Schwestern sein können, die von der Gesellschaft vernachlässigt und vergessen werden. Die Ausbildung von mehr Missionaren, sowohl Priestern als auch Laien, bedeutet, dass es mehr Personen gibt, die an dieser Pastoral, die Menschen verwandelt, mitwirken können.“

Ihre Hilfe hat den Ausbau der Gefängnisseelsorge in zehn Haftanstalten ermöglicht. Insgesamt profitieren mehr als 10 000 Menschen davon. Die Strahlkraft reicht weit über die Mauern der Gefängnisse hinaus. So wurde beispielsweise ein Chor gegründet, der aus weiblichen Häftlingen und den Kindern von Strafgefangenen besteht. Dieser wurde sogar zu einer städtischen Kulturveranstaltung eingeladen.

Maria Cristina Santa Cruz ist für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador zuständig.

Seelsorge in zehn Haftanstalten für 10 000 Menschen

Zudem nahmen Vertreter des Gefängnisseelsorgeprogrammes im September 2024 auch bei dem Eucharistischen Kongress in der Hauptstadt Quito teil und konnten dort Zeugnis ablegen. Auch bei viele weiteren Treffen und Veranstaltungen waren sie dabei, sodass die Gefängnisseelsorge von Guayaquil zu einem Beispiel für andere werden kann.

KIRCHE IN NOT ruft Kinder, Jugendliche und Familien zur Teilnahme an der Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ auf. Ziel der Kampagne ist das Gebet um Einheit und Frieden. Die Aktion findet dieses Jahr erstmals am 7. Oktober statt, dem liturgischen Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.
Kinder in Ghana nehmen auch heuer wieder an der Gebetsinitiative teil.

Kostenfreies Material zur Unterstützung

Für die Gestaltung stellt KIRCHE IN NOT ein kostenloses Faltblatt, Bewerbungsplakate und Fingerrosenkränze zur Verfügung, die auch in größerer Stückzahl bestellt werden können. Das Faltblatt enthält eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zu den freudenreichen Rosenkranzgeheimnissen sowie eine Kinderweihe an die Gottesmutter. Die Materialien sind bei KIRCHE IN NOT kostenlos erhältlich unter: https://www.kircheinnot.at/shop.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, manche nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Wieder andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

Teilnehmende Gruppen und Einzelpersonen können sich auf der internationalen Kampagnenseite registrieren; dort gibt es auch Materialien zum Herunterladen.

Katholische Schulen organisieren Gebet

Österreichweit können sich Menschen am 7. Oktober dem Rosenkranzgebet entweder um 8.00 Uhr oder 14.00 Uhr anschließen, die von Radio Maria live übertragen werden. Um 8 Uhr beten die rund 150 Schüler des Stella Bildungscampus in Seebenstein den Rosenkranz und um 14 Uhr wird ein internationaler Kinderrosenkranz live ausgestrahlt. Die 3. und 4. Klassen der PVS St. Franziskus nehmen ebenfalls an der weltweiten Gebetsinitiative teil.

Die Kinder-Rosenkranzaktion ist 2005 in Venezuela entstanden; „Kirche in Not“ hat die weltweite Begleitung und Organisation der Aktion übernommen. Leitgedanke der Aktion ist ein Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern.“ Vergangenes Jahr wurden auf der Webseite über 1,2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.

Der Vatikan sammelt die Geschichten von 1.624 Christen, die seit dem Jahr 2000 wegen ihres Glaubens ermordet wurden. In Rom wird eine ökumenische Gedenkfeier stattfinden – die Namen werden jedoch vorerst nicht veröffentlicht.

Eine vatikanische Kommission aus Historikern, Theologen und weiteren Fachleuten hat die Lebensgeschichten von mehr als 1.600 Männern und Frauen dokumentiert, die in den vergangenen 25 Jahren aufgrund ihres christlichen Glaubens getötet wurden. Unterstützt wurde sie dabei vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), dessen Charisma eng mit dieser Aufgabe verbunden ist. Die nun vorgestellte umfassende Recherche knüpft an jene Arbeit an, die anlässlich des Heiligen Jahres 2000 auf Wunsch von Johannes Paul II. durchgeführt wurde.

Sri Lanka – Trauernde an der Gedenktafel der Opfer des Anschlags in Negombo 2019

Ihre Nächstenliebe stärkt verfolgte Christen –
jetzt Hoffnung schenken!

Ökumenische Feier in Rom am 14. September

Papst Leo XIV. hat Vertreter aller christlichen Konfessionen eingeladen, am Sonntag, dem 14. September, in der Basilika St. Paul vor den Mauern an einer ökumenischen Wortgottesdienstfeier teilzunehmen, um dieser „Zeugen des Glaubens” zu gedenken.

Die Kommission arbeitet seit Juli 2023, nachdem Papst Franziskus sie beauftragt hatte, die „Lebenszeugnisse bis hin zum Blutvergießen dieser unserer Schwestern und Brüder zu sammeln, damit das Gedenken an sie als von der christlichen Gemeinschaft gehüteter Schatz hervortreten kann”. Franziskus betonte ausdrücklich, dass die Forschung nicht auf Katholiken beschränkt sein dürfe, sondern „auf alle christlichen Konfessionen ausgedehnt werden“ müsse: „Wir sind ihnen allen zu großem Dank verpflichtet und dürfen sie nicht vergessen”.

Mehr Märtyrer als je zuvor

Der Vorsitzende der Kommission, Erzbischof Fabio Fabene, erinnerte bei der Vorstellung der Ergebnisse daran, dass „das Martyrium zu allen Zeiten der Kirche existierte, doch heute vielleicht mehr Menschen als je zuvor ihr Leben hingeben, um die Botschaft Christi nicht zu verleugnen“. Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und stellvertretender Vorsitzender, erklärte, Ziel der Arbeit sei es, „ihre Erinnerung wachzuhalten, damit die Namen derer, die für den Glauben gestorben sind, nicht verloren gehen.“

Um die Daten zu vervollständigen, wandte sich die Kommission an Bischofskonferenzen, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen weltweit. Zudem wurden geprüfte Medienberichte herangezogen. Nach anderthalb Jahren intensiver Arbeit konnten 1.624 Fälle von Christen aller Konfessionen bestätigt werden, die zwischen 2000 und 2025 wegen ihres Glaubens getötet wurden: 643 in Subsahara-Afrika, 357 in Asien und Ozeanien, 304 in Amerika, 277 im Nahen Osten und in Nordafrika sowie 43 in Europa.

Riccardi betonte jedoch, dies sei „keine endgültige Zahl, da das Martyrium nie vollständig zu erfassen ist, vor allem nicht in entlegenen Regionen.”

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Begräbnis nach einem Anschlag in Burkina Faso.

Regionale Unterschiede der Verfolgung

Die Umstände dieser Todesfälle unterscheiden sich je nach Region: „Viele der Glaubenszeugen in Amerika starben durch kriminelle Organisationen oder Drogenkartelle, andere, weil sie sich gegen Umweltzerstörung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen wehrten. Die Präsenz von Christen als ehrliche Menschen, die das Gesetz und das Gemeinwohl respektieren, stört diejenigen, die kriminelle Aktivitäten ausüben wollen“, erklärt Riccardi. Die Zahl von 357 Getöteten in Asien und Ozeanien umfasse die 200 Menschen, die am Ostersonntag 2019 bei Bombenanschlägen auf katholische und protestantische Kirchen in Sri Lanka ums Leben kamen. Die Märtyrer in Afrika „wurden meistens von Dschihadisten oder wegen ihrer Rolle in ethnisch-politischen Konflikten getötet”.

Die Kommission entschied, vorerst keine vollständige Namensliste zu veröffentlichen, „bis die Zeit dafür reif ist“. Einige Beispiele wurden jedoch genannt: Die sieben anglikanischen Brüder der Melanesischen Bruderschaft, die 2003 vom Anführer einer Miliz gefoltert und getötet wurden, als sie versuchten, in einem lokalen Konflikt auf den Salomonen zu vermitteln; der irakische Priester Ragheed Ganni, der sich weigerte, seine Pfarre in Mossul zu schließen, und am 3. Juni 2007 von ISIS-Terroristen getötet wurde; der 10-jährige Abish Masih, der 2015 bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Youhanabad, Pakistan, getötet wurde; die 21 koptischen Märtyrer, die im Februar 2015 an der libyschen Küste enthauptet wurden und von Papst Franziskus in das Römische Martyrologium aufgenommen wurden; die vier Missionarinnen der Nächstenliebe, die in ihrem Kloster in Aden, Jemen, bei einem Anschlag auf das von ihnen betreute Altenheim von maskierten Männern getötet wurden; und Paul McAuley, ein Missionar der La Salle-Brüder im peruanischen Amazonasgebiet, der sich aktiv für den Schutz der indigenen Bevölkerung und der Umwelt einsetzte und 2019 in der Schule, in der er unterrichtete, tot und verbrannt aufgefunden wurde.

Gedenktafel von Märtyrern in Pakistan.

“Die Kirche ist bis heute eine Kirche der Märtyrer”

Riccardi resümierte: „Die Arbeit dieser Kommission und die ökumenische Feier am 14. September zeigen, dass die Kirche bis heute eine Kirche der Märtyrer ist und dass diese uns viel zu lehren haben. Wir sind Zeitgenossen dieser Menschen, denen wir in unserem Leben begegnen und die wir persönlich hätten kennenlernen können.“ Im Rahmen des Jubiläums der Hoffnung seien sie „Zeugen eines Gottes, der auch unter widrigen Umständen treu bleibt. Für die Kirche ist das Gedenken nicht bloß Trauer, sondern auch Hoffnung für die Zukunft.”

Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, unterstrich: „Diese Ergebnisse spiegeln die Erfahrungen unserer Arbeit vor Ort wider, wo wir Gemeinschaften helfen, die ständig existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind. KIRCHE IN NOT ist sehr stolz darauf, diesen Christen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen, aber vor allem sind wir dankbar, von ihrem Zeugnis lernen zu dürfen, das unseren Glauben und den unserer Wohltäter jeden Tag stärkt.”

Als Papst Franziskus die Kommission im Jahr 2023 ins Leben rief, erklärte er: „Auch in unserer gegenwärtigen Zeit, in der wir einen Epochenwandel erleben, zeigen die Christen die Vitalität der uns einenden Taufe, und sie tun das auch in Lebensumfeldern, wo dies mit einem hohen Risiko verbunden ist. Denn nicht wenige sind es, die ihren Glauben bezeugen oder an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind, in die sie sich begeben. Andere werden getötet, während sie sich bemühen, in der Nächstenliebe das Leben der Armen zu unterstützen, und sich derer annehmen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, oder die Gabe des Friedens und die Kraft der Versöhnung bewahren und fördern. Andere wiederum sind als Einzelne oder als Gruppe stille Opfer historischer Umbrüche.”

Die ökumenische Gedenkfeier, zu der die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, eingeladen wurde, fällt mit dem liturgischen Fest der Kreuzerhöhung der katholischen Kirche zusammen.

Um bedrängten und verfolgten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Christenverfolgung

Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.

Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Eine Schulklasse im Libanon dankt für die Unterstützung von KIRCHE IN NOT.

KIRCHE IN NOT fördert 191 Schulen in Libanon

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.

In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.

Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Schule für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso.

In vielen Ländern müssen Familien Schulgeld zahlen

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von KIRCHE IN NOT mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600

José Filiberto Velázquez Florencio leitet in der Diözese Chilpancingo-Chilapa im Süden von Mexiko ein Zentrum für Betroffene der Bandengewalt. „Ich fühle mich hier wie ein Kriegsseelsorger“, sagt der Priester, den alle nur „Pfarrer Fili” nennen. Er vermittelt zwischen Behörden, Bevölkerung und kriminellen Banden, die hauptsächlich vom Menschen- und Drogenhandel leben. So möchte er mäßigend auf sie einwirken, auch wenn es ständige Lebensgefahr bedeutet – für Pfarrer Fili, aber auch für die anderen Seelsorger Mexikos.

Über seine Arbeit und was ihm trotzdem Kraft gibt, hat Pfarrer Fili gesprochen, als er  KIRCHE IN NOT (ACN) besucht hat.

Pfarrer José Filiberto Velázquez Florencio.

KIRCHE IN NOT: Pfarrer Fili, erzählen Sie uns etwas über die aktuelle Situation in Mexiko.

José Filiberto Velázquez Florencio: Mexiko ist mit einer sehr schwierigen Realität konfrontiert, die viele Menschen durchleben. Es geht um die „Krise des Verschwindenlassens“. Menschen, die entführt wurden, verschwinden in diesem fast endlosen Krieg, der 2006 begonnen und fast 400 000 Todesopfer gefordert hat. Über 100 000 Menschen gelten als vermisst.

Sie sprechen von einem Krieg. Was für ein Krieg ist das?

Als ich in den USA studierte, habe ich erfahren, dass im Bundesstaat Guerrero im Süden von Mexiko über Nacht 43 Studenten spurlos verschwunden waren. Für mich war das eine schockierende Nachricht, wie das in Mexiko passieren konnte. Das hat mir gezeigt, dass wir einen „inneren Krieg“ haben. Unsere Politiker nennen ihn nicht so. Offiziell spricht niemand von einem Krieg. Aber die Menschen erleben ihn.

Sind diese organisierten Verbrechergruppen also ein Staat im Staat?

Die jahrelange Korruption hat es diesen Gruppen ermöglicht, zu wachsen und sich in den Gemeinden und der Gesellschaft zu verwurzeln. Das hat Auswirkungen, denn die Wirtschaft dreht sich um diese Art von Geschäft. Wir stehen vor der Herausforderung, so nah an den Vereinigten Staaten zu leben, mit dieser riesigen Bevölkerung, die Drogenproduktion verlangt – Kokain, Heroin und auch Fentanyl, das eigentlich als Schmerzmittel dient. Das ist unser Dilemma.

Pfarrer Fili verteilt Lebensmittel an bedürftige Personen in Guerrero.

„Wir haben einen, inneren Krieg. Auf mich wurden schon zweimal Anschläge verübt“

Sie stehen in Kontakt mit den Banditen, aber auf der anderen Seite auch mit der Polizei. Wie bewegen Sie sich zwischen den beiden Seiten?

Wir als Kirche sind die einzige Institution, der die Menschen vertrauen. Deshalb kommen beide Seiten zu uns, um mit uns zu sprechen. Wenn zum Beispiel jemand getötet wurde oder etwas ähnlich Schlimmes passiert ist und die Polizei etwas herausfinden will, rufen sie mich an. Ich habe dann die Aufgabe, Kontakt mit der anderen Seite aufzunehmen und zu fragen, was sich ereignet hat.

Wie kann man sich diese kirchliche Vermittlerrolle konkret vorstellen?

Wir begannen, Dialoge zu fördern, wenn zwei Menschen oder verschiedene Gruppen nicht über ihre Probleme sprechen können. Wir versuchen, sie zu solchen Dialogen einzuladen. Wir lassen sie „Verträge“ schließen. Diese Verträge dauern zunächst drei bis sechs Monate, bewirken aber dann große Veränderungen im Leben der Menschen, weil sie den Krieg und die Morde beenden.

In dieser Vermittlerrolle liegt auch eine große Gefahr. Mexiko gilt nach wie vor als eines der Länder, in dem weltweit die meisten Priester ermordet werden.

Ich möchte an einen Mitbruder erinnern, Pater Marcello. Er war Priester aus der Diözese San Cristóbal de Las Casas im Bundesstaat Chiapas im äußersten Süden Mexikos. Er wurde im vergangenen Oktober ermordet. Er war Vermittler zwischen den Konfliktgruppen, zwischen der Regierung und mehreren Banden. Einer dieser Gruppen gefiel das Ergebnis nicht. Sie beschlossen, ihn zu töten, nachdem er am Sonntag die heilige Messe beendet hatte. Sie warteten vor der Kirche auf ihn und töteten ihn. So etwas kann auch mir jederzeit passieren. Auch auf mich wurden schon zweimal Anschläge verübt.

Pfarrer José Filiberto Velázquez Florencio, Seelsorger im mexikanischen Bundesstaat Guerrero.

Woher nehmen Sie die Kraft, mit Ihrer Arbeit weiterzumachen?

Die Menschen geben mir Kraft. Ich denke an die Opfer, die Überlebenden, die Mütter, die ihre Kinder verloren haben, ihre Familien, die sie weiterhin suchen, und an ihren Glauben. Das motiviert mich, weiterhin bei ihnen zu bleiben.

Manchmal habe ich nicht genügend Mittel, um sie zu unterstützen. Ich habe nicht alle materiellen oder gar rechtlichen Möglichkeiten. Es sind die kleinen Dinge, die ich für sie tun kann: einfach an ihrer Seite zu sein.

Bitte unterstützen Sie Arbeit der Kirche in Mexiko und ihren Einsatz für Betroffene der Bandengewalt mit Ihrer Spende  – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Mexiko

Das Apostolische Vikariat Guapi liegt im Südwesten Kolumbiens an der Pazifikküste. Die Bevölkerung setzt sich überwiegend aus Afrokolumbianern und Indigenen zusammen. Die Armut ist groß, Gewalt ist weit verreitet. Seit den 1980er Jahren floriert hier der Drogenhandel, der von der strategischen Lage der Region als Ein- und Ausgangshafen profitiert. Das Gebiet ist zudem Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen FARC-Guerilla und der Nationalen Befreiungsarmee. Anfang November 2024 wurden das Haus des Bischofs und das Kuriengebäude durch die Druckwelle einer Bombenexplosion zerstört, als ein Anschlag auf eine nahegelegene Polizeistation verübt wurde.
„Dank Ihrer Hilfe konnten wir dieses Boot einweihen, und es wird uns sehr nützlich sein, um allen Menschen in diesem Gebiet das Evangelium zu bringen.“

Das Vikariat erstreckt sich über eine Fläche von 10.000 Quadratkilometern und ist größtenteils von tropischem Regenwald bedeckt. Es gibt nur wenige Straßen. Die meisten Orte sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. 19 Priester betreuen hier ca. 150.000 Gläubige.

Der Bischof hatte uns dringend um Hilfe gebeten, um zwei Außenbootmotoren für das alte Boot anschaffen zu können, das ihm als einziges Fortbewegungsmittel für seine Pastoralbesuche dient. Unsere Wohltäter haben 27.085 Euro dafür gespendet. Dadurch wurde die pastorale Arbeit in dem Vikariat wesentlich vereinfacht. „Dank Ihrer Hilfe konnten wir dieses Boot einweihen, und es wird uns sehr nützlich sein, um allen Menschen in diesem Gebiet das Evangelium zu bringen.“

Herzlichen Dank allen, die geholfen haben!

KIRCHE IN NOT (ACN) hat seinen Jahresbericht 2024 vorgelegt, der einmal mehr die Großzügigkeit der Wohltäter auf der ganzen Welt widerspiegelt, wenn es darum geht, den leidenden Christen und der Kirche in Not zu helfen. Die Ukraine, der Libanon und Indien waren die Länder, die im Jahr 2024 die meiste Hilfe erhielten, Afrika war der meistunterstützte Kontinent.

Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) erhielt im Jahr 2024 insgesamt 139,3 Millionen Euro an Spenden und Erbschaften – ein Zeichen des fortwährenden Vertrauens und der Großzügigkeit ihrer Wohltäter weltweit. Mit diesem Betrag und weiteren 2,2 Millionen Euro an Rücklagen aus den Vorjahren finanzierte es Aktivitäten im Wert von 141,5 Millionen Euro.

Die materielle Not vieler Christen weltweit wird durch Krieg oder Konflikte verschlimmert und dadurch existentiell, zudem leiden viele Millionen Christen unter Verfolgung. Umso ermutigender ist es, dass unsere Wohltäter in Österreich mit Gebet und Spenden so großherzig und selbstlos an der Seite unserer Glaubensgeschwister stehen”, so Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Trotz dieser oft lebensbedrohenden Not hören wir viele ermutigende Zeugnisse, dass der Glaube dort, wo er bedroht wird, wächst und lebendigt ist.“

Kinder im Libanon danken Ihnen für die Nothilfe, wodurch Sie den Schulbetrieb christlicher Schulen aufrecht erhielten.

Das Mitgefühl und die Güte von 360 000 Wohltäter bewirken Wunder

Die Großzügigkeit der fast 360 000 Wohltäter des Hilfswerks, unter anderem in den 23 Ländern, in denen KIRCHE IN NOT nationale Büros unterhält, ermöglichte es, 5335 Projekte in 137 Ländern umzusetzen. Dank ihnen kann KIRCHE IN NOT auch weiterhin ohne staatliche Unterstützung seiner Mission nachkommen und somit seine Unabhängigkeit bewahren.

In einer Botschaft an die Wohltäter sagt die internationale geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch: „Dank Ihrer Großzügigkeit konnte KIRCHE IN NOT Hunderttausenden unserer Glaubensgeschwister, die täglich mit Herausforderungen wie Verfolgung, Krieg oder bitterer Armut konfrontiert sind, Hoffnung schenken. Obwohl viele von Ihnen selbst durch Schwierigkeiten gehen, sind Sie dem Ruf Gottes gefolgt, anderen Hoffnung zu bringen.“

79,8 Prozent der oben genannten Mittel flossen in missionsbezogene Aufwendungen. Davon gingen 84,7 Prozent an Hilfsprojekte, sodass KIRCHE IN NOT auf 5335 der 7296 Hilfsgesuche aus aller Welt positiv antworten konnte. Die restlichen 15,3 Prozent der missionsbezogenen Aufwendungen, das heißt 17,3 Millionen Euro, flossen in Aktivitäten im Zusammenhang mit Informationsarbeit, Glaubensverkündigung und der Verteidigung von verfolgten Christen. Dazu gehören die Veröffentlichung religiöser Literatur sowie Gebetskampagnen und die Vertretung der Rechte und Interessen verfolgter und leidender Christen. Die notwendigen Aufwendungen für Verwaltung lagen bei 7,5 Prozent der Gesamtausgaben, die für Werbung bei 12,7 Prozent.

Durch Ihre Existenzhilfe bringen Ordensfrauen Christus zu den Menschen.

Hilfe mit globaler Reichweite

Das Land, das 2024 die meisten Hilfsgelder von KIRCHE IN NOT erhielt, war zum dritten Mal in Folge die Ukraine (8,4 Millionen Euro). An zweiter Stelle folgte der Libanon (7,4 Millionen), dann Indien (6,7 Millionen).

„Die Ukraine war wieder das einzelne Land, das am stärksten von uns unterstützt wurde. Dort liegt der Fokus inzwischen auf der Begleitung traumatisierter Menschen. Wir sichern zudem weiterhin den Lebensunterhalt der Priester und Ordensleute, unterstützen die Ausbildung der Seminaristen und helfen durch Bereitstellung von Fahrzeugen und Heizungen“, so Lynch.

Auf regionaler Ebene war Afrika die Region, die die meiste Hilfe empfing. Mit 30,2 Prozent ging fast ein Drittel der Projektausgaben dorthin.  Zu den Hauptempfängerländern der in Afrika durchgeführten Projekte gehörten Nigeria und Burkina Faso.

„Die Hilfe für Afrika war wieder der größte Posten unserer Projektausgaben, denn einerseits wächst die Kirche in Afrika stark und erfreut sich einer hohen Zahl an Priester und Ordensberufungen, andererseits leidet sie nicht nur unter Armut, sondern auch unter dem sich auf immer mehr Länder ausbreitenden dschihadistischen Terror. So hat sich allein unsere Hilfe für Burkina Faso innerhalb der letzten vier Jahre verdreifacht“, erklärt Lynch.

Weitere 18,7 % der Projektausgaben von KIRCHE IN NOT – die zweithöchste Unterstützung nach Regionen – flossen 2024 nach Asien und Ozeanien, insbesondere nach Indien, das nicht nur das einzelne Land ist, das 2024 die drittmeiste Hilfe erhielt, sondern auch das Land, in dem das Hilfswerk die meisten Studienstipendien und Messstipendien vergibt.

Der Nahe Osten erhielt mit 17,5 % der Hilfsgelder die dritthöchste Unterstützung, wobei der Libanon, Syrien und das Heilige Land nach der Eskalation der bewaffneten Konflikte die Hauptnutznießer waren.

Lateinamerika und Europa erhielten 16,8 % bzw. 15,9 % der gesamten Hilfe. Die restlichen 0,9 % gingen an andere Regionen.

Mit den Messstipendien, die Sie uns anvertrauen, helfen Sie weltweit 42 252 notleidenden Priestern.

Tausende Projekte konkreter Hilfe

KIRCHE IN NOT stellte im Jahr 2024 fast 1,85 Millionen Messstipendien für 42 252 Priester bereit, die höchste Zahl in der Geschichte von KIRCHE IN NOT. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT erhielt und dass alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäter gefeiert wurde.

Im Jahr 2024 unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von fast 10 000 Seminaristen. Jeder elfte angehende Priester der Welt erhielt 2024 eine Ausbildungshilfe des Hilfswerks, die Mehrheit davon in Afrika (5305), wo es die meisten Priesterberufungen gibt, sowie 1824 in Lateinamerika, 1752 in Asien und 1080 in Europa (davon mehr als 700 Seminaristen in der Ukraine).

Die Ausbildungshilfen für Priester, Ordensleute und Laien machten 28,2 Prozent der gesamten Hilfe aus, Mess-Stipendien für Priester und Existenzhilfen für Schwestern insgesamt 23,9 Prozent.

Aufgrund der hohen Kosten der Einzelprojekte lagen Bauhilfen mit etwas weniger als einem Viertel der Hilfe (23,6 Prozent) wieder einmal an erster Stelle. Im Jahr 2024 wurden etwas mehr als 750 Bauprojekte

durchgeführt.

10,5 Prozent der Hilfe von KIRCHE IN NOT floss in die Beschaffung von 1141 Transportmitteln, darunter 474 Autos, 388 Fahrräder, 264 Motorräder, drei Busse, elf Boote und ein Lkw.

Die Nothilfe machte rund 10,7 % der Ausgaben aus, ein ähnlicher Prozentsatz wie im Vorjahr.

Sie sind Teil der Liebe Jesu, die uns überall verbindet. Vergelt’s Gott!

Internationaler Jahresbericht 2024 zum Herunterladen

Die Pfarre San Francisco Javier liegt in einem ländlich geprägten Gebiet der Diözese San Ignacio de Velasco im tropischen Osten Boliviens. Die Menschen leben von dem, was sie mit traditionellen Methoden selbst anbauen. Das Gebiet ist wenig entwickelt, die Bevölkerung ist arm.

Eine der Gemeinden, die zu der Pfarre gehören, ist Juancito. Der Ort hat knapp 500 Einwohner und ist nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen. An den Feiertagen kommen zudem auch Gläubige aus anderen Ortschaften der Umgebung nach Juancito.

BOLIVIA / SAN IGNACIO DE VELASCO 21/00041 / 
Cofinancing of the construction of a chapel for the San Juancinto community, San Francisco de Javier parish
Bislang gab es nur eine sehr alte Kapelle, die viel zu klein für die zahlreichen Gläubigen war. Sie war in einem desolaten Zustand und außerdem schlecht belüftet, so dass in ihrem Inneren eine erstickende Hitze herrschte.

Bislang gab es dort eine sehr alte Kapelle, die viel zu klein für die zahlreichen Gläubigen war. Sie war in einem desolaten Zustand und war außerdem schlecht belüftet, so dass in ihrem Inneren eine erstickende Hitze herrschte. Im Laufe der Zeit wurde sie zu einem Unterschlupf für Fledermäuse, die sich nur schwer vertreiben ließen. Zudem war sie aber auch ungünstig gelegen. Es wurde ein größeres Gotteshaus benötigt, das an einer Stelle steht, wo es leichter zu erreichen ist.

Die Gläubigen nehmen sehr intensiv am Leben der Kirche teil und praktizieren ihren Glauben. Um ein „richtiges“ Gotteshaus errichten zu können, haben sie Zeit und Geld geopfert, lokales Baumaterial wie Holz und Lehm herbeigeschafft und ihre Fähigkeiten und ihre Arbeitskraft eingesetzt. Aber ihre Mittel haben nicht gereicht, und so haben unsere Wohltäter 13.800 Euro gespendet, damit dieser Traum verwirklicht werden konnte. Die Freude in Juancito ist groß. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!

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