
Der Vatikan sammelt die Geschichten von 1.624 Christen, die seit dem Jahr 2000 wegen ihres Glaubens ermordet wurden. In Rom wird eine ökumenische Gedenkfeier stattfinden – die Namen werden jedoch vorerst nicht veröffentlicht.
Eine vatikanische Kommission aus Historikern, Theologen und weiteren Fachleuten hat die Lebensgeschichten von mehr als 1.600 Männern und Frauen dokumentiert, die in den vergangenen 25 Jahren aufgrund ihres christlichen Glaubens getötet wurden. Unterstützt wurde sie dabei vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), dessen Charisma eng mit dieser Aufgabe verbunden ist. Die nun vorgestellte umfassende Recherche knüpft an jene Arbeit an, die anlässlich des Heiligen Jahres 2000 auf Wunsch von Johannes Paul II. durchgeführt wurde.

Papst Leo XIV. hat Vertreter aller christlichen Konfessionen eingeladen, am Sonntag, dem 14. September, in der Basilika St. Paul vor den Mauern an einer ökumenischen Wortgottesdienstfeier teilzunehmen, um dieser „Zeugen des Glaubens” zu gedenken.
Die Kommission arbeitet seit Juli 2023, nachdem Papst Franziskus sie beauftragt hatte, die „Lebenszeugnisse bis hin zum Blutvergießen dieser unserer Schwestern und Brüder zu sammeln, damit das Gedenken an sie als von der christlichen Gemeinschaft gehüteter Schatz hervortreten kann”. Franziskus betonte ausdrücklich, dass die Forschung nicht auf Katholiken beschränkt sein dürfe, sondern „auf alle christlichen Konfessionen ausgedehnt werden“ müsse: „Wir sind ihnen allen zu großem Dank verpflichtet und dürfen sie nicht vergessen”.
Der Vorsitzende der Kommission, Erzbischof Fabio Fabene, erinnerte bei der Vorstellung der Ergebnisse daran, dass „das Martyrium zu allen Zeiten der Kirche existierte, doch heute vielleicht mehr Menschen als je zuvor ihr Leben hingeben, um die Botschaft Christi nicht zu verleugnen“. Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und stellvertretender Vorsitzender, erklärte, Ziel der Arbeit sei es, „ihre Erinnerung wachzuhalten, damit die Namen derer, die für den Glauben gestorben sind, nicht verloren gehen.“
Um die Daten zu vervollständigen, wandte sich die Kommission an Bischofskonferenzen, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen weltweit. Zudem wurden geprüfte Medienberichte herangezogen. Nach anderthalb Jahren intensiver Arbeit konnten 1.624 Fälle von Christen aller Konfessionen bestätigt werden, die zwischen 2000 und 2025 wegen ihres Glaubens getötet wurden: 643 in Subsahara-Afrika, 357 in Asien und Ozeanien, 304 in Amerika, 277 im Nahen Osten und in Nordafrika sowie 43 in Europa.
Riccardi betonte jedoch, dies sei „keine endgültige Zahl, da das Martyrium nie vollständig zu erfassen ist, vor allem nicht in entlegenen Regionen.”

Die Umstände dieser Todesfälle unterscheiden sich je nach Region: „Viele der Glaubenszeugen in Amerika starben durch kriminelle Organisationen oder Drogenkartelle, andere, weil sie sich gegen Umweltzerstörung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen wehrten. Die Präsenz von Christen als ehrliche Menschen, die das Gesetz und das Gemeinwohl respektieren, stört diejenigen, die kriminelle Aktivitäten ausüben wollen“, erklärt Riccardi. Die Zahl von 357 Getöteten in Asien und Ozeanien umfasse die 200 Menschen, die am Ostersonntag 2019 bei Bombenanschlägen auf katholische und protestantische Kirchen in Sri Lanka ums Leben kamen. Die Märtyrer in Afrika „wurden meistens von Dschihadisten oder wegen ihrer Rolle in ethnisch-politischen Konflikten getötet”.
Die Kommission entschied, vorerst keine vollständige Namensliste zu veröffentlichen, „bis die Zeit dafür reif ist“. Einige Beispiele wurden jedoch genannt: Die sieben anglikanischen Brüder der Melanesischen Bruderschaft, die 2003 vom Anführer einer Miliz gefoltert und getötet wurden, als sie versuchten, in einem lokalen Konflikt auf den Salomonen zu vermitteln; der irakische Priester Ragheed Ganni, der sich weigerte, seine Pfarre in Mossul zu schließen, und am 3. Juni 2007 von ISIS-Terroristen getötet wurde; der 10-jährige Abish Masih, der 2015 bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Youhanabad, Pakistan, getötet wurde; die 21 koptischen Märtyrer, die im Februar 2015 an der libyschen Küste enthauptet wurden und von Papst Franziskus in das Römische Martyrologium aufgenommen wurden; die vier Missionarinnen der Nächstenliebe, die in ihrem Kloster in Aden, Jemen, bei einem Anschlag auf das von ihnen betreute Altenheim von maskierten Männern getötet wurden; und Paul McAuley, ein Missionar der La Salle-Brüder im peruanischen Amazonasgebiet, der sich aktiv für den Schutz der indigenen Bevölkerung und der Umwelt einsetzte und 2019 in der Schule, in der er unterrichtete, tot und verbrannt aufgefunden wurde.

Riccardi resümierte: „Die Arbeit dieser Kommission und die ökumenische Feier am 14. September zeigen, dass die Kirche bis heute eine Kirche der Märtyrer ist und dass diese uns viel zu lehren haben. Wir sind Zeitgenossen dieser Menschen, denen wir in unserem Leben begegnen und die wir persönlich hätten kennenlernen können.“ Im Rahmen des Jubiläums der Hoffnung seien sie „Zeugen eines Gottes, der auch unter widrigen Umständen treu bleibt. Für die Kirche ist das Gedenken nicht bloß Trauer, sondern auch Hoffnung für die Zukunft.”
Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, unterstrich: „Diese Ergebnisse spiegeln die Erfahrungen unserer Arbeit vor Ort wider, wo wir Gemeinschaften helfen, die ständig existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind. KIRCHE IN NOT ist sehr stolz darauf, diesen Christen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen, aber vor allem sind wir dankbar, von ihrem Zeugnis lernen zu dürfen, das unseren Glauben und den unserer Wohltäter jeden Tag stärkt.”
Als Papst Franziskus die Kommission im Jahr 2023 ins Leben rief, erklärte er: „Auch in unserer gegenwärtigen Zeit, in der wir einen Epochenwandel erleben, zeigen die Christen die Vitalität der uns einenden Taufe, und sie tun das auch in Lebensumfeldern, wo dies mit einem hohen Risiko verbunden ist. Denn nicht wenige sind es, die ihren Glauben bezeugen oder an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind, in die sie sich begeben. Andere werden getötet, während sie sich bemühen, in der Nächstenliebe das Leben der Armen zu unterstützen, und sich derer annehmen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, oder die Gabe des Friedens und die Kraft der Versöhnung bewahren und fördern. Andere wiederum sind als Einzelne oder als Gruppe stille Opfer historischer Umbrüche.”
Die ökumenische Gedenkfeier, zu der die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, eingeladen wurde, fällt mit dem liturgischen Fest der Kreuzerhöhung der katholischen Kirche zusammen.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Christenverfolgung
Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.
Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.
In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.
Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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„Die Raketen flogen einen Tag nach Beginn unseres Camps über uns hinweg“, berichtet der Priester Louis Salman aus dem Westjordanland. Er arbeitet für die christliche Jugendseelsorge „Youth of the Homeland of Jesus (YJH), die für eine Jugend, die in der Heimat Jesu inmitten von Konflikten und Krieg aufwächst, immens wichtig ist.
Ausgerechnet während der Zeit der israelisch-iranischen Raketenangriffe im Juni leitete Louis Salman ein Sommerlager im Westjordanland, das von KIRCHE IN NOT unterstützt worden war. „Natürlich hatten die Kinder Angst, und die Eltern riefen uns an und wollten die Kinder nach Hause holen“, schildert er im Gespräch mit dem Hilfswerk. „Aber wir konnten sie überzeugen, dass die Kinder bleiben sollten.“
Letztlich sei es die richtige Entscheidung gewesen. „Wir erhielten 10 bis 15 Minuten vor jedem Angriff Nachrichten über das Mobilfunknetz. Wir versammelten dann alle in einem Raum und schufen eine festliche Atmosphäre oder sprachen mit den Kindern und Jugendlichen über Jesus, damit sie die Raketen nicht sahen.“ Diese erfahrene Gemeinschaft habe dazu beigetragen, dass sie keine Angst hatten. „Aber trotzdem war es eine sehr seltsame Erfahrung“, gesteht der junge Priester.

Jedes Jahr organisiert das Lateinische Patriarchat von Jerusalem Sommerlager für junge Christen in Israel und den Palästinensischen Gebieten. In diesem Jahr haben mehr als 600 Kinder und junge Erwachsene unterschiedlichen Alters teilgenommen.
Neben Spaß, Gemeinschaft und Freizeit ist auch Glaubensbildung ein wichtiger Teil in den Camps. Wegen der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten haben sie an Bedeutung gewonnen; sie sind willkommene „Atempausen“ für die jungen Christen. „Sie können dort Freiheit atmen“, sagt Louis Salman. „Zu Hause können sie wegen der Kontrollen und Kontrollpunkte ihre Freunde nicht besuchen. Deshalb ist die Erfahrung im Camp so wertvoll.“
Eine andere Wirklichkeit erleben junge hebräischsprachige Katholiken in Israel. Auch für sie organisiert das Lateinische Patriarchat Sommercamps. Monika Faes, Pastoralreferentin im Vikariat St. Jakob von Jerusalem, berichtet, dass die meisten Kinder, die dort an den Sommerlagern teilnehmen, Migranten ohne Papiere seien. Durch die ständige Angst vor der Abschiebung und tagelangen Aufenthalten in Luftschutzbunkern seien viele von ihnen traumatisiert. Daher seien die Sommercamps eine Chance für sie, „einfach wieder Kind zu sein“.

Die Katechese, die sonst in den Gemeinden stattfindet, wird auch in den Camps fortgesetzt. „Einige haben uns erzählt, wie wichtig es für sie gewesen sei, diese Momente der Verbindung mit Gott zu erleben und dass das Seelsorgeteam und Priester da waren“ erläutert Faes. „Die Teilnahme am Camp gibt ihnen Kraft, mit Jesus zu gehen.“
Dieses Gefühl sei wichtig, denn die jungen Christen gehörten Minderheiten an: zum einen weil sie keine Papiere besitzen und das Gefühl hätten, nicht dazuzugehören, zum anderen weil sie Christen sind. Nur rund 1,5 Prozent der Einwohner im Heiligen Land sind Christen.
Ohne die finanzielle Unterstützung von KIRCHE IN NOT könnten solche Sommercamps für junge Christen in Israel und den Palästinensischen Gebieten nicht stattfinden. Monika Faes sagt: „Die Eltern arbeiten hart, aber sie können die gesamten Kosten für die Teilnahme an den Camps nicht aufbringen, sodass die zusätzlichen Kosten immer vom Patriarchat übernommen werden müssen. Da wir ein sehr kleines Vikariat sind, sind wir KIRCHE IN NOT sehr dankbar. Diese Hilfe ist lebenswichtig.“
KIRCHE IN NOT befürchtet die Zunahme von Seuchen in der umkämpften Region um die Stadt Suweida im Süden Syriens. Es fehle an Wasser, Lebensmitteln, Babyartikeln und Medikamenten wie Insulin oder Antibiotika, stellt das Hilfswerk nach Rücksprache mit lokalen Quellen fest. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation müssen die Ansprechpartner anonym bleiben. Die kirchlichen Ansprechpartner fordern einen humanitären Korridor, um Menschen zu evakuieren und Hilfe in die Region zu lassen.
Wie sie berichten, halten sich in der Kapuzinerkirche von Suweida etwa 250 Menschen auf. Sie haben sich vor den Kämpfen in Sicherheit gebracht, die Mitte Juli zwischen Beduinen-Stämmen und der religiösen Minderheit der Drusen ausbrachen. Syrisches Militär und Israels Armee griffen in den Konflikt ein. Eine vereinbarte Waffenruhe hält nicht.
Informationen von KIRCHE IN NOT zufolge geriet auch die Kapuzinerkirche zwischen die Fronten. „Eine Granate schlug in das Kloster ein und verursachte erhebliche Schäden an Fenstern und den Wassertanks“, berichtet ein Kontakt. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Allerdings habe sich die humanitäre Situation durch den Angriff weiter verschärft: Das Wasser ginge zur Neige, der Strom sei immer wieder unterbrochen. „Das Leben in Suweida ist unerträglich geworden“, klagte die Quelle.

Das örtliche Krankenhaus habe die Arbeit eingestellt. Über 1200 Tote hätten bislang noch nicht bestattet werden können. Die Menschen seien in der Stadt eingeschlossen, da immer noch gekämpft werde: „Immer noch sind Schüsse zu hören. Die Angst ist allgegenwärtig. Wir wissen nicht, welche Gruppen sich hier bekämpfen“, berichtete eine weitere Kontaktperson.
Einer KIRCHE IN NOT nahestehenden Ordensschwester zufolge hielten sich einige christliche Familie im Osten von Suweida auf, dort sei es etwas sicherer. Doch die Menschen seien vielfach traumatisiert: „Viele leiden unter schweren Panikattacken und emotionalen Zusammenbrüchen. Sie brauchen Medikamente und psychologische Betreuung.“
KIRCHE IN NOT steht in ständigem Kontakt mit der christlichen Gemeinschaft im Süden Syriens. Aktuell ist jeder Ausweg blockiert, berichtet eine Person: „Wir wissen nicht, wie es weitergehen oder enden wird. Es fehlt uns an allem.“
In verschiedenen Regionen Syriens ist es erneut zu einer Reihe von gewalttätigen Angriffen auf christliche Gemeinden gekommen. Wie KIRCHE IN NOT von lokalen Quellen erfahren hat, haben unbekannte Täter im Süden Syriens eine Kirche sowie Häuser von Christen angegriffen und in Brand gesteckt.
Ansprechpartner des Hilfswerks meldeten, dass es einen Brandanschlag auf die melkitische griechisch-katholische Kirche St. Michael im Dorf al-Sura in der Region Suweida gegeben habe. Das volle Ausmaß des Schadens ist noch nicht bekannt, da der Zugang zum Gebiet aufgrund der anhaltenden Spannungen rund um die Stadt Suweida derzeit nicht möglich ist. Bilder in den sozialen Netzwerken bestätigen jedoch den Angriff auf die Kirche.

Außerdem gibt es Berichte, dass 38 Häuser christlicher Familien bei gewalttätigen Angriffen durch Brandschatzung zerstört wurden, wodurch zahlreiche Familien obdachlos geworden sind. Rund 70 Menschen haben in einem Saal der Kirche in der Stadt Schahba Zuflucht gefunden, wo sie derzeit unter prekären Bedingungen leben. „Diese Gemeinde hat alles verloren“, sagte eine der Quellen gegenüber KIRCHE IN NOT. „Sie hatten von Anfang an wenig und gehörten zu den Ärmsten der Region. Jetzt haben sie nichts mehr.“
Diese Angriffe stehen wohl im Kontext einer Gewalteskalation gegen Minderheiten rund um die Stadt Suweida, während der in den vergangenen Tagen örtlichen Quellen zufolge zahlreiche Angehörige der drusischen Religionsgemeinschaft getötet wurden.
Auch in anderen Teilen Syriens bleibt die Sicherheitslage prekär. Nahe der Hafenstadt Tartus, etwa 250 Kilometer nordwestlich von Damaskus, konnten Sicherheitskräfte einen Bombenanschlag auf eine maronitische Kirche vereiteln. Am Sonntag, 13. Juli, wurde gegen Mitternacht ein Wagen entdeckt, der mit großen Mengen Sprengstoff, Waffen und Brandsätzen beladen und in der Nähe der Kirche abgestellt war. Dank des koordinierten Vorgehens von Sicherheitskräften und Anwohnern konnte ein Anschlag verhindert werden: Die mutmaßlichen Terroristen wurden in einem Hinterhalt gefasst.

Diese Vorfälle ereigneten sich nur wenige Wochen nach einem Selbstmordanschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche bei Damaskus, durch den während des Sonntagsgottesdienstes mindestens 30 Menschen starben und 54 verletzt wurden.
Angesichts dieser schwerwiegenden Ereignisse ruft KIRCHE IN NOT die internationale Gemeinschaft auf, für den Schutz der am stärksten gefährdeten Gemeinschaften in Syrien einzutreten.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10 Prozent der syrischen Einwohner Christen sind. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren. Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk in Syrien 153 Projekte mit rund 4,9 Millionen Euro unterstützt.
Nach dem Selbstmordanschlag am Sonntagabend, 22. Juni, auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat KIRCHE IN NOT zur Solidarität mit den Christen in Syrien aufgerufen. „Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch.
„Wir schließen uns dem Aufruf des griechisch-orthodoxen Patriarchen Johannes X. an, Gotteshäuser zu schützen und diesen Teufelskreis der Gewalt zu beenden.“ Die internationale Gemeinschaft dürfe jetzt „nicht wegschauen“ und müsse sich für den Schutz der Christen und aller Religionsgemeinschaften in Syrien einsetzen.
Medienberichten zufolge hat am Sonntagabend gegen 18:40 Uhr ein Selbstmordattentäter auf Gottesdienstbesucher der Mar-Elias-Kirche im Stadtteil Dweila in Damaskus gefeuert und sich dann in die Luft gesprengt. Die syrischen Behörden sprachen von 30 Toten und über 50 Verletzten. Zwischenzeitlich habe sich der „Islamische Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt, meldete das syrische Innenministerium.
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT, hatte noch am Sonntagabend mitgeteilt: „An dem Tag, an dem unsere Kirche aller antiochenischen Heiligen gedenkt, schlug die heimtückische Hand des Bösen zu.“ Das Patriarchat forderte die syrischen Behörden auf, „die volle Verantwortung für die geschehenen und weiterhin geschehenden Verletzungen der Heiligkeit der Kirchen zu übernehmen und den Schutz aller Bürger zu gewährleisten“.

Der Anschlag auf die Mar-Elias-Kirche fällt in die Zeit der staatlichen Neuorientierung nach dem Sturz des Assad-Regimes im vergangenen Dezember. Christen und andere Minderheiten stellen einerseits ein Entgegenkommen der Verantwortlichen fest, sahen aber andererseits das Erstarken islamistischer Kräfte im Alltag mit großer Sorge.
Die Zahl der Christen in Syrien liegt lokalen Schätzungen zufolge heute bei etwa 250 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 waren es noch 1,5 Millionen. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren.

In Pakistan sind christliche Frauen und Mädchen weiterhin Missbrauch, Zwangsverheiratung und Zwangskonversionen ausgesetzt. Das geht aus einem Bericht des in Pakistan tätigen Franziskanerpaters Lazar Aslam hervor, der KIRCHE IN NOT vorliegt. Die Täter würden jedoch häufig nicht juristisch zur Rechenschaft gezogen, bestätigte Pater Aslam.
Beispielhaft schildert er den Fall der erst 17-jährigen Samiya aus Lahore: Als sie am Abend nach ihrer Arbeit als Putzhilfe nicht ans Telefon ging, machte sich ihre besorgte Mutter auf die Suche nach ihr und fand sie tot in einer Wohnung. Die Eigentümer der Wohnung behaupteten, sie habe Selbstmord begangen. Eine medizinische Untersuchung ergab, dass Samiya von mehreren Männern vergewaltigt und anschließend ermordet worden war.
Samiyas Familie erstattete Anzeige, doch auch drei Monate später gebe es noch keine Fortschritte in dem Fall, berichtete Pater Aslam. Die Justiz könne langsam sein, insbesondere wenn die Betroffenen religiösen Minderheiten wie Christen angehören. Nur etwa 1,3 Prozent der pakistanischen Bevölkerung sind Christen.
In dem Bericht von Pater Aslam werden auch Fälle von Zwangskonversionen und Zwangsheiraten aufgelistet – sogar von minderjährigen Mädchen, auch wenn Ehen mit Minderjährigen in Pakistan illegal sind.

Immer wieder kommt es zu Vergewaltigungen von Frauen. Ein aktueller Fall ist der der 20-jährigen Asma, der sich Anfang Mai 2025 ereignete. Sie wurde von einem Bekannten in dessen Auto gelockt und in eine Privatwohnung gebracht, wo sie von vier Männern vergewaltigt wurde. Die Tat haben sie gefilmt und drohten Asma, die Bilder zu verbreiten, falls sie sich weigere, in Zukunft ihren sexuellen Forderungen nachzukommen.
Pater Aslam berichtete, dass Asmas Familie Drohungen und Einschüchterungen ausgesetzt sei. „Sie lebt in ständiger Angst. Trotz wiederholter Beschwerden kooperieren die lokalen Sicherheitskräfte kaum.“

Angesichts des vorliegenden Berichts fordert die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, mehr Schutz für religiöse Minderheiten durch die Behörden, insbesondere für Frauen und Mädchen. „KIRCHE IN NOT hat wiederholt auf Fälle von Diskriminierung aufmerksam gemacht. Wir werden weiterhin unsere Stimme zu diesem Thema erheben, das die christliche Gemeinschaft in Pakistan und anderen Ländern betrifft.“
KIRCHE IN NOT fördert in dem asiatischen Land zahlreiche Projekte für die christliche Minderheit, die oft den ärmsten und am stärksten benachteiligten Schichten angehören.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Pakistan
KIRCHE IN NOT (ACN) hat seinen Jahresbericht 2024 vorgelegt, der einmal mehr die Großzügigkeit der Wohltäter auf der ganzen Welt widerspiegelt, wenn es darum geht, den leidenden Christen und der Kirche in Not zu helfen. Die Ukraine, der Libanon und Indien waren die Länder, die im Jahr 2024 die meiste Hilfe erhielten, Afrika war der meistunterstützte Kontinent.
Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) erhielt im Jahr 2024 insgesamt 139,3 Millionen Euro an Spenden und Erbschaften – ein Zeichen des fortwährenden Vertrauens und der Großzügigkeit ihrer Wohltäter weltweit. Mit diesem Betrag und weiteren 2,2 Millionen Euro an Rücklagen aus den Vorjahren finanzierte es Aktivitäten im Wert von 141,5 Millionen Euro.
„Die materielle Not vieler Christen weltweit wird durch Krieg oder Konflikte verschlimmert und dadurch existentiell, zudem leiden viele Millionen Christen unter Verfolgung. Umso ermutigender ist es, dass unsere Wohltäter in Österreich mit Gebet und Spenden so großherzig und selbstlos an der Seite unserer Glaubensgeschwister stehen”, so Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Trotz dieser oft lebensbedrohenden Not hören wir viele ermutigende Zeugnisse, dass der Glaube dort, wo er bedroht wird, wächst und lebendigt ist.“

Die Großzügigkeit der fast 360 000 Wohltäter des Hilfswerks, unter anderem in den 23 Ländern, in denen KIRCHE IN NOT nationale Büros unterhält, ermöglichte es, 5335 Projekte in 137 Ländern umzusetzen. Dank ihnen kann KIRCHE IN NOT auch weiterhin ohne staatliche Unterstützung seiner Mission nachkommen und somit seine Unabhängigkeit bewahren.
In einer Botschaft an die Wohltäter sagt die internationale geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch: „Dank Ihrer Großzügigkeit konnte KIRCHE IN NOT Hunderttausenden unserer Glaubensgeschwister, die täglich mit Herausforderungen wie Verfolgung, Krieg oder bitterer Armut konfrontiert sind, Hoffnung schenken. Obwohl viele von Ihnen selbst durch Schwierigkeiten gehen, sind Sie dem Ruf Gottes gefolgt, anderen Hoffnung zu bringen.“
79,8 Prozent der oben genannten Mittel flossen in missionsbezogene Aufwendungen. Davon gingen 84,7 Prozent an Hilfsprojekte, sodass KIRCHE IN NOT auf 5335 der 7296 Hilfsgesuche aus aller Welt positiv antworten konnte. Die restlichen 15,3 Prozent der missionsbezogenen Aufwendungen, das heißt 17,3 Millionen Euro, flossen in Aktivitäten im Zusammenhang mit Informationsarbeit, Glaubensverkündigung und der Verteidigung von verfolgten Christen. Dazu gehören die Veröffentlichung religiöser Literatur sowie Gebetskampagnen und die Vertretung der Rechte und Interessen verfolgter und leidender Christen. Die notwendigen Aufwendungen für Verwaltung lagen bei 7,5 Prozent der Gesamtausgaben, die für Werbung bei 12,7 Prozent.

Das Land, das 2024 die meisten Hilfsgelder von KIRCHE IN NOT erhielt, war zum dritten Mal in Folge die Ukraine (8,4 Millionen Euro). An zweiter Stelle folgte der Libanon (7,4 Millionen), dann Indien (6,7 Millionen).
„Die Ukraine war wieder das einzelne Land, das am stärksten von uns unterstützt wurde. Dort liegt der Fokus inzwischen auf der Begleitung traumatisierter Menschen. Wir sichern zudem weiterhin den Lebensunterhalt der Priester und Ordensleute, unterstützen die Ausbildung der Seminaristen und helfen durch Bereitstellung von Fahrzeugen und Heizungen“, so Lynch.
Auf regionaler Ebene war Afrika die Region, die die meiste Hilfe empfing. Mit 30,2 Prozent ging fast ein Drittel der Projektausgaben dorthin. Zu den Hauptempfängerländern der in Afrika durchgeführten Projekte gehörten Nigeria und Burkina Faso.
„Die Hilfe für Afrika war wieder der größte Posten unserer Projektausgaben, denn einerseits wächst die Kirche in Afrika stark und erfreut sich einer hohen Zahl an Priester und Ordensberufungen, andererseits leidet sie nicht nur unter Armut, sondern auch unter dem sich auf immer mehr Länder ausbreitenden dschihadistischen Terror. So hat sich allein unsere Hilfe für Burkina Faso innerhalb der letzten vier Jahre verdreifacht“, erklärt Lynch.
Weitere 18,7 % der Projektausgaben von KIRCHE IN NOT – die zweithöchste Unterstützung nach Regionen – flossen 2024 nach Asien und Ozeanien, insbesondere nach Indien, das nicht nur das einzelne Land ist, das 2024 die drittmeiste Hilfe erhielt, sondern auch das Land, in dem das Hilfswerk die meisten Studienstipendien und Messstipendien vergibt.
Der Nahe Osten erhielt mit 17,5 % der Hilfsgelder die dritthöchste Unterstützung, wobei der Libanon, Syrien und das Heilige Land nach der Eskalation der bewaffneten Konflikte die Hauptnutznießer waren.
Lateinamerika und Europa erhielten 16,8 % bzw. 15,9 % der gesamten Hilfe. Die restlichen 0,9 % gingen an andere Regionen.

KIRCHE IN NOT stellte im Jahr 2024 fast 1,85 Millionen Messstipendien für 42 252 Priester bereit, die höchste Zahl in der Geschichte von KIRCHE IN NOT. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT erhielt und dass alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäter gefeiert wurde.
Im Jahr 2024 unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von fast 10 000 Seminaristen. Jeder elfte angehende Priester der Welt erhielt 2024 eine Ausbildungshilfe des Hilfswerks, die Mehrheit davon in Afrika (5305), wo es die meisten Priesterberufungen gibt, sowie 1824 in Lateinamerika, 1752 in Asien und 1080 in Europa (davon mehr als 700 Seminaristen in der Ukraine).
Die Ausbildungshilfen für Priester, Ordensleute und Laien machten 28,2 Prozent der gesamten Hilfe aus, Mess-Stipendien für Priester und Existenzhilfen für Schwestern insgesamt 23,9 Prozent.
Aufgrund der hohen Kosten der Einzelprojekte lagen Bauhilfen mit etwas weniger als einem Viertel der Hilfe (23,6 Prozent) wieder einmal an erster Stelle. Im Jahr 2024 wurden etwas mehr als 750 Bauprojekte
durchgeführt.
10,5 Prozent der Hilfe von KIRCHE IN NOT floss in die Beschaffung von 1141 Transportmitteln, darunter 474 Autos, 388 Fahrräder, 264 Motorräder, drei Busse, elf Boote und ein Lkw.
Die Nothilfe machte rund 10,7 % der Ausgaben aus, ein ähnlicher Prozentsatz wie im Vorjahr.

Die Dompfarre im ostindischen Balasore (auf Deutsch auch Baleswar) feierte im November 2023 das Goldene Jubiläum ihrer Gründung. Aus diesem Anlass kam in der Gemeinde der Wunsch auf, ein Marienheiligtum auf dem Gelände der Kathedrale zu errichten. Denn bislang gab es dort keinen Ort, an dem die Gläubigen sich versammeln konnten, um der Muttergottes ihre besondere Verehrung zum Ausdruck zu bringen, gemeinsam zu beten und Kerzen vor ihrem Bild anzuzünden.
Das Gelände der Kathedrale ist deshalb besonders dafür geeignet, weil zu bestimmten Anlässen Gläubige aus der ganzen Diözese ohnehin dorthin kommen. Insbesondere im Heiligen Jahr finden dort zahlreiche Initiativen zur Glaubensvertiefung statt.
Die Gläubigen waren begeistert, und viele brachten große finanzielle Opfer, um dieses Vorhaben zu verwirklichen, aber leider reichten die Mittel dafür nicht aus, denn die Inflation hat zu einem starken Anstieg der Preise geführt. Unsere Wohltäter haben daher 10.700 Euro gespendet, damit der Bau zu Ehren der Gottesmutter dennoch fertiggestellt werden konnte.

Dank dieser Hilfe wurde das Heiligtum am 24. November 2024, dem Christkönigsfest, feierlich eingeweiht. Täglich besuchen etwa 100 Gläubige das Heiligtum und bestätigen damit, wie wichtig es als Zentrum der Andacht und der Gemeinschaft ist.
Das Heiligtum ist dreistufig aufgebaut, wobei Christus der König als Hauptpatron der Diözese an der Spitze steht. Auf der mittleren Ebene segnet der heilige Josef, der Beschützer der Familien, alle Familien der Stadt Balasore. Auf der untersten Ebene steht die Gottesmutter Maria mit ausgestreckten Händen, um alle zu segnen, die sich an sie wenden. Der Schrein ist strategisch günstig an einer belebten Straße gelegen, sodass auch jeder, der in Eile ist und nur zufällig vorbeikommt, einen Augenblick im Gebet verweilen kann.
Aus der Pfarre hat uns ein Dankbrief erreicht, den wir an alle weiterleiten wollen, die geholfen haben. Darin heißt es: „Unsere samstägliche Marienandacht und die Marianische Jugendvereinigung haben durch dieses Heiligtum einen besonderen Aufschwung erhalten.
Wir stellen jeden unserer Wohltäter unter den blauen Mantel der Heiligen Jungfrau, der Königin von Balasore.“

Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Libanon leidet besonders der Süden des Landes unter den Folgen der Luftschläge. Diese richteten sich zwar gegen die Hisbollah, zogen jedoch auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft; in der Region leben zahlreiche Christen. Ordensfrauen stehen der Bevölkerung bei.
„Die Menschen, die geblieben sind, haben kein Einkommen. Sie leben von der Landwirtschaft, und die Felder wurden durch den Krieg zerstört“, berichtet Schwester Gerard Merhej aus Debel, das rund 90 Kilometer südlich von Beirut unweit der Grenze zu Israel liegt, gegenüber KIRCHE IN NOT. Mitarbeiter haben kürzlich die Projektpartner im Libanon besucht.
Die Bauern probierten jetzt zwar neue Anbauformen aus, aber die wirtschaftlichen Folgen blieben katastrophal, so Schwester Gerard. Hinzukomme die Abwanderung: „Die meisten christlichen Familien sind nach Beirut gezogen, dort ist es sicherer und es gibt mehr Arbeit.“
Auch die Ordensfrauen in Ain Ebel betreiben eine Schule, sie gehört zu den besten des Landes. „Während des Krieges haben wir auf Online-Unterrichtet umgestellt“, berichtet Schwester Maya. „Als während des Unterrichts in der Nachbarschaft eines Schülers eine Rakete einschlug, konnten es alle hören.“ Die Schüler hätten des Gefühl gehabt, „miteinander verbunden zu sein, obwohl sie physisch voneinander getrennt waren“, sagte die Ordensfrau.

Als im Oktober 2024 die Luftschläge begannen, hätte die Bevölkerung nur 40 Minuten Zeit gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen. Die schlimmste Zeit sei der vergangene Herbst und Winter gewesen, erinnert sich Schwester Maya: „Irgendwann waren nur noch alte Menschen im Dorf. Sie wollten lieber daheim sterben, als woanders hinzugehen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT konnten die Ordensfrauen diese Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen; das sei entscheidend gewesen: „Während der Zeit der Angriffe hätten wir die unmöglich irgendwo kaufen können.“
Zusätzlich unterstützt KIRCHE IN NOT die kirchlichen Schulen sowie die Arbeit von Priestern und Ordensfrauen im Südlibanon und in anderen Landesteilen. Das sei ein wichtiges Hoffnungssignal, erklärte Schwester Maya: „Vielen Dank für alles, was Sie tun. Gott sei Dank für KIRCHE IN NOT!“

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Libanon
Katholische Priester aus der Türkei haben in einem Schreiben an KIRCHE IN NOT für die Unterstützung durch Messstipendien gedankt. Sie seien nicht bloß ein Messopfer der Wohltäter, sondern eine wichtige Unterstützung für das Überleben der Priester in der Türkei, betonte der Apostolische Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro.
Einst war die Türkei ein bedeutendes Zentrum des Christentums, viele biblische Orte liegen auf dem heutigen Staatsgebiet. Heute bilden Christen mit 0,1 Prozent der Gesamtbevölkerung jedoch nur noch eine winzige Minderheit – und sie leben weit verstreut.
Die Türkei ist mehr als neunmal so groß wie Österreich, aber nur in drei katholische Kirchenprovinzen aufgeteilt: das Erzbistum Izmir sowie die Apostolischen Vikariate Anatolien (mit Sitz in Iskenderun) und Istanbul. „Wir sind nur wenige Priester und können nicht alle Gläubigen erreichen“, bedauert Pater Massimiliano Treti, einer von 26 Priestern im Apostolischen Vikariat Istanbul.
Zur selben Kirchenprovinz gehört auch die Hauptstadt Ankara, wo Pater Seraphin Kazadi tätig ist. Er kümmert sich nicht nur um die dortige Pfarrgemeinde, sondern ist auch zuständig für die Studentenseelsorge an der Universität in Karabük, etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Die meisten der rund 80 katholischen Studenten stammen aus dem Ausland. Da es dort keine katholische Kirche gibt, muss Pater Seraphin für Gottesdienste einen Saal anmieten.

Die Messstipendien durch KIRCHE IN NOT seien für ihn daher unverzichtbar, um die Reisekosten zu decken und die Saalmiete zu bezahlen, betonte er. Darüber hinaus werde mit den Mess-Stipendien auch die Seelsorgestelle für ausländische Studenten an der Universität Karabük unterstützt und aufrechterhalten.
Aber auch in anderen Teilen des Vikariats sind Messstipendien eine unverzichtbare Hilfe zur Existenzsicherung. Ein Priester, der in einer Pfarre tätig ist, die überwiegend aus „Flüchtlingsfamilien und einigen Studenten aus Afrika“ besteht, und nicht namentlich genannt werden möchte, berichtet: „Wir erhalten keinerlei lokale Hilfe zum Unterhalt der Pfarre. Ihre Unterstützung ist daher von entscheidender Bedeutung – für unsere Ordensgemeinschaft und für unsere Pfarre.“
Ein Messstipendium ist eine freiwillige Gabe eines Wohltäters, mit der heilige Messen gestiftet und in einem bestimmten Anliegen gefeiert werden. Es ist eine wichtige Unterstützung für den Priester und seine Gemeinde – insbesondere in Ländern, in denen Priester nur wenig oder gar keinen Lohn erhalten.
Im Jahr 2024 hat KIRCHE IN NOT weltweit mehr als 40 000 Priestern durch Messstipendien geholfen.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Messstipendien
Die Pfarre von Chondonpara in der Diözese Tura in Ostindien ist noch ganz neu: Erst im Oktober 2024 wurde sie gegründet. Gleichzeitig konnte das Pfarrhaus eingeweiht werden, das dank der Hilfe unser Wohltäter errichtet werden konnte, die 40.000 Euro dafür gespendet hatten. Es war ein großes Fest, an dem der Bischof sowie viele Priester und Schwestern der Diözese und zahlreiche Gläubige teilnahmen.
Die neue Pfarre entstand durch die Teilung einer riesigen Pfarre, der 119 Dörfer mit insgesamt mehr als 21.000 Gläubigen angehörten. Die Gläubigen konnten in diesem großen Gebiet, das zudem in einer bergigen und mit Urwald bedeckten Region gelegenen ist, nicht intensiv genug betreut werden. Die meisten der Gläubigen gehören dem indigenen Stamm der Garo an und leben in großer Armut. Der Priester ist Ansprechpartner in allen ihren Nöten und muss daher erreichbar sein. Dazu brauchte er am Sitz der neuen Pfarre eine Unterkunft. Bischof Andrew Marak bat uns daher um Hilfe.

Das Pfarrhaus musste solide gebaut werden, da es ist der Region oft zu Erdstößen kommt. Der Bau war nicht einfach: Das Grundstück grenzt an den Wald, und so hatten die Bauarbeiter Angst, weil wilde Elefanten auf die Baustelle kamen. Außerdem war es schwierig, das benötigte Material auf der unbefestigten Straße zu transportieren. Mehrfach blieben Lastwagen auf den letzten Kilometern bis zum Dorf stecken. Außerdem gibt es in dem Ort keinen Strom, was die Bauarbeiten ebenfalls erschwerte. Am Ende herrschte aber große Freude über das fertiggestellte Pfarrhaus.
„Ohne Ihre Hilfe hätten wir dieses wichtige Projekt weder beginnen noch abschließen können. Das neue Pfarrhaus wird sehr viel Gutes bewirken. Die Anwesenheit des Priesters wird für die Aktivitäten dieser neuen Pfarre eine enorme Hilfe sein. Die Gläubigen werden sich stets an KIRCHE IN NOT erinnern und werden für alle Wohltäter beten, die große Opfer gebracht haben, damit dieses Projekt verwirklicht werden konnte.“