
Eine christliche Gemeinde im Irak hatte dieses Jahr zu Ostern zusätzlichen Grund zur Freude, als ihre Kirche zum ersten Mal seit der Entweihung des Gebäudes vor fast acht Jahren durch militante Kämpfer des IS wieder für Gottesdienste geöffnet wurde.
Die militanten Extremisten drangen 2014 in die chaldäisch-katholische Kirche St. Kyriakos in Batnaya ein, enthaupteten die Statuen und zerschlugen den Altar. Bewaffnete Männer nutzten die heiligen Bilder über dem Altar für Schießübungen; die Extremisten schrieben antichristliche Graffiti auf die Wände der nahe gelegenen Kapelle der Unbefleckten Empfängnis.

Die Slogans, einige davon in deutscher Sprache, lauteten: „Oh, ihr [Schimpfwort] Sklaven des Kreuzes, wir werden euch alle töten … Ihr Drecksleute, ihr gehört nicht hierher.“
Sogar die Grabsteine des nahe gelegenen Friedhofs wurden in Stücke geschlagen.
Als der IS (Daesh) schließlich besiegt war und die Stadt als frei von Gewalt erklärt wurde, lag Batnaya nahezu in Schutt und Asche, es war die am stärksten beschädigte Stadt unter den mehr als ein Dutzend christlichen Städten und Dörfern in der historischen Ninive-Ebene.
Das katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) initiierte ein umfangreiches Restaurierungs- und Wiederaufbauprogramm, um den Menschen aus Batnaya zu helfen, in großer Zahl zurückzukehren.

Als Unterstützer verfolgter und anderer leidender Christen leistete KIRCHE IN NOT Hilfe zur Instandsetzung zweier Kindergärten in Batnaya, des Dominikanerklosters St. Clara, des Gemeindehauses, der Bibliothek und des Priesterhauses (Presbyterium).
Die St.-Kyriakos-Kirche und die nahe gelegene Kapelle, gefördert mit 242.000 Euro, bildeten das Kernstück des KIRCHE IN NOT-Restaurierungsprogramms. Ein KIRCHE IN NOT-Team, das zur Projektbeurteilung im letzten Monat Batnaya besuchte, stellte fest, dass die Arbeiten kurz vor dem Abschluss standen.
Die Arbeiten wurden in der Karwoche unterbrochen, damit die Gottesdienste stattfinden konnten – die ersten seit August 2014 –; und zur Osternacht besuchten über 500 Menschen die Messe, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern.

Der Gemeindediakon Basim berichtete KIRCHE IN NOT aus Batnaya und sagte: „Wir haben uns alle so sehr gefreut, zur Ostermesse in die Kirche zu gehen.“
Diakon Basim, der zwei Töchter hat, die elfjährige Therese und die achtjährige Veronica, und an einer örtlichen Sekundarschule Englisch unterrichtet, fügte hinzu: „Wir hatten sehr hart gearbeitet, um so weit zu kommen, und die Kirche war so voll, dass die Leute sogar in den Gängen standen.“
Der Koadjutorbischof von Alqosh, Thabet Al Mekko, wies darauf hin, dass die Kirche St. Kyriakos eine der größten der Diözese ist, und sagte KIRCHE IN NOT: „Wir sind dem Hilfswerk Kirche in Not sehr dankbar für all die Unterstützung, die sie uns gewährt hat.“
Diakon Basim gab an, er hoffe, dass die Arbeiten an St. Kyriakos im Juli abgeschlossen sein werden, am Jahrestag der Kirche, die viele Jahrhunderte alt ist, aber 1944 neu errichtet wurde.
Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak, einem der Schwerpunktländer, weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Irak
Mit einem Hilfspaket von fast 1,5 Millionen Euro bewahrt KIRCHE IN NOT über 90 katholische Schulen im Libanon vor der sofortigen Schließung. Die Mittel sollen dazu beitragen, jene große Wirtschaftskrise im Land zu bewältigen, die soziale Einrichtungen massiv bedrohe. KIRCHE IN NOT folgt mit dem Hilfspaket einem Aufruf des Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri.
„Der Libanon leidet unter der größten Währungsabwertung in seiner Geschichte. Es gibt eine massive Auswanderung, und die soziale Grundversorgung bricht zusammen“, erklärte der Generalsekretär von KIRCHE IN NOT International, Philipp Ozores, nach seiner Rückkehr aus dem Libanon. „Das ist die größte Bedrohung für die christliche Präsenz im Libanon in den vergangenen Jahrzehnten.“
Nach dem massiven Exodus der Christen aus dem Irak und Syrien sei der Libanon das einzig verbliebene Land im Nahen Osten mit einer bedeutenden christlichen Gemeinschaft.
Ziel sei es nun, über 90 Schulen vor der Schließung zu retten. Hilfsempfänger seien 61 Schulen in ländlichen Gebieten und Armenvierteln von Beirut sowie 19 über das ganze Land verteilte Fachschulen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird diese schreckliche und andauernde Krise dazu führen, dass Tausende von Kindern ohne Schulbildung bleiben und noch mehr christliche Familien zur Auswanderung bewegt werden“, fürchtet Ozores.

In einer ersten Phase habe sich KIRCHE IN NOT nun dazu verpflichtet, diese mehr als 90 Schulen durch zwölf Hilfsprogramme zu unterstützen. Ein Teil dieser Hilfe wird in Form von Stipendien für Schüler aus den bedürftigsten Familien geleistet, die je nach Schule zwischen 25 und 70 Prozent der gesamten Schülerschaft ausmachen. Dadurch würden Familien entlastet, die aufgrund der Krise derzeit nicht in der Lage seien, die Schulgebühren zu bezahlen.
Ein weiterer Teil sei eine Soforthilfe für Lehrer und Verwaltungsangestellte der Schule. „Ihnen ein stabiles Gehalt zu geben, ist eine der Säulen unserer Programme“, erklärte Philipp Ozores. Mehr als 2000 Grund- und Sekundarschullehrer hätten den Libanon in den vergangenen Monaten verlassen, um in Europa oder Ländern am Persischen Golf Arbeit zu suchen. Das derzeitige Durchschnittsgehalt eines Schulleiters sei von 1.000 US-Dollar auf nur noch 50 US-Dollar pro Monat gesunken.

Mit den Schulen würde ein wichtiger Pfeiler des sozialen und kulturellen Zusammenhalts in dem zersplitterten Land verloren gehen. Die katholischen Schulen im Libanon stünden Schülern aller Glaubensrichtungen offen. In Regionen mit muslimischer Mehrheit seien bis zu 90 Prozent der Schüler Muslime.
Ozores betonte: „Die Kirche im Libanon hat sich seit Generationen für die Bildung von Muslimen und Christen gleichermaßen eingesetzt. Das hat sich positiv auf die Mentalität vieler Libanesen ausgewirkt und als Bollwerk gegen die Art von religiösem Fanatismus und Extremismus gewirkt, die wir in anderen Teilen der arabischen Welt erleben.“

Bis vor etwa zwei Jahren sei das Schulgeld von den Familien gezahlt worden, das Lehrpersonal jedoch von der Regierung finanziert. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Eltern nicht mehr zur Zahlung des Schulgeldes in der Lage und die libanesische Regierung habe ihren Teil seit geraumer Zeit nicht mehr geleistet. In einigen Fällen befänden sich die Schulen bereits seit vier Jahren ohne staatliche Hilfe und könnten ihre Lehrer nicht mehr bezahlen.
In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Hilfe von KIRCHE IN NOT für den Libanon auf die Unterstützung christlicher Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg. In den Jahren 2020 und 2021 hat die Organisation ihre Hilfe für den Wiederaufbau von Kirchen und anderen Gebäuden in Beirut nach der Explosion im Hafen sowie die Soforthilfe für bedürftige Familien massiv aufgestockt.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon
Monsignore Joseph Spiteri stellt fest, dass der Libanon ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist, weil er auf einer zivilen Verfassung gründet, in der die Gewissens- und Meinungsfreiheit respektiert werden. Der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls dankt KIRCHE IN NOT dafür, dass es durch Projekte, die die Christen zum Bleiben ermutigen, dazu beiträgt, dieses Gleichgewicht zu erhalten.
Der Libanon befindet sich in einer noch nie dagewesenen Wirtschaftskrise und viele Libanesen sind geneigt, das Land zu verlassen, oder haben es bereits getan. Während eines Treffens mit Vertretern von KIRCHE IN NOT (ACN), die das Land besuchten, um von der Päpstlichen Stiftung geförderte Projekte zu besichtigten, erklärte der maltesische Erzbischof Joseph Spiteri, der Botschafter des Heiligen Stuhls – oder Apostolischer Nuntius – im Libanon, dass „die Christen im Allgemeinen besser ausgebildet, besser vorbereitet sind und mehr Verwandte im Ausland haben, sodass es für sie einfacher ist, auszuwandern und gute Arbeitsplätze zu finden“.

Umso wichtiger ist es, in Projekte zu investieren, die Christen ermutigen, im Land zu bleiben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Unterstützung der Kirche für Schulen. „Die Katholische Kirche betreibt im Libanon etwa 330 Schulen. Etwa 90 davon sind sogenannte ‚‘unterstützte Schulen‘. Sie sind vor allem auf arme Familien ausgerichtet und sind privat, erhalten aber die Hälfte der Schulgebühren von der Regierung; die andere Hälfte kommt von den Eltern. Doch obwohl das Schulgeld sehr niedrig ist, zahlt die Regierung wegen der Wirtschaftskrise ihren Anteil nicht.
Da die Regierung bankrott ist, hat die Kirche beschlossen, nicht länger zu warten, sondern an einer Lösung zu arbeiten. Sie stellte bei KIRCHE IN NOT einen Antrag auf finanzielle Förderung, der bewilligt wurde. Die Hälfte des Betrags wurde bereits gezahlt, die andere Hälfte ist auf den Weg gebracht. Nuntius Spiteri zufolge ist die Bedeutung dieser Hilfe gar nicht hoch genug einzuschätzen. „Diese Schulen sind sehr wichtig, weil sie die christliche Präsenz bewahren, die Familien in den Dörfern halten und Arbeitsplätze für Lehrer und nicht-akademisches Personal schaffen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT war die Kirche in der Lage, den Lehrern in über 50 Schulen einen Zuschuss in Höhe von 300 Dollar und nicht-akademischem Personal 180 Dollar pro Schuljahr zu gewähren. Dieses Geld ist ein wichtiger Beitrag zur Deckung der Grundversorgung, wie Lebensmittel und Benzin, denn in der derzeitigen Krise geben viele Lehrer, deren Gehalt manchmal 50 bis 100 Dollar nicht übersteigt, mehr Geld für Benzin aus, um zur Arbeit zu gelangen, als sie verdienen. Weitere, noch kommende Gelder von KIRCHE IN NOT sollen hauptsächlich für Stipendien verwendet werden, als Hilfe für die ärmsten Familien, damit ihre Kinder weiterhin in der Schule angemeldet bleiben können.
„Wir schulden KIRCHE IN NOT ein großes Dankeschön. Danke für all die Hilfe, die Sie dem Libanon und den Christen im Libanon haben zukommen lassen, damit sie weiterhin hierbleiben und dieses wunderbare, wunderbare Land aufbauen können, das ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist. Ich werde Sie in meine Gebete einschließen und bitte Sie, uns, den ganzen Libanon und insbesondere die libanesischen Christen in Ihre Gebete einzuschließen. Gott segne Sie“, sagte Mons. Spiteri in einer Nachricht an die Spender.

KIRCHE IN NOT unterstützt seit vielen Jahren Projekte im Land, doch die massive Wirtschaftskrise, die den Libanon nach den Aufständen von 2018 getroffen und das libanesische Pfund auf etwa ein Zwanzigstel seines früheren Wertes hat absacken lassen – wie auch die katastrophale Explosion, die den Hafen von Beirut und einen großen Teil der Stadt dem Erdboden gleichgemacht und die Krise noch verschärft hat – waren Anlass zu einer Erhöhung der Unterstützung auf das Vierfache.
Msgr. Joseph Spiteri betont, wie wichtig es ist, die christliche Präsenz im Libanon zu erhalten, auch, um das soziale Gleichgewicht zu schützen, das das Land so besonders macht.
„Der Libanon unterscheidet sich von allen anderen Ländern des Nahen Ostens. Nicht nur, weil es bei uns mehr Christen gibt, sondern weil es das einzige Land in der Region ist, das sich auf eine zivile Verfassung stützt. Die Gewissens- und Meinungsfreiheit werden hier seit jeher geachtet. Es ist wichtig, dass der Libanon sich diese Identität bewahrt. Es ist ein schwieriger Balanceakt, die Rechte der Einzelnen und die kollektiven Rechte der Gemeinschaften zu wahren. Aber es ist gelungen, und es kann gelingen, wir brauchen den guten Willen aller. Das ist die Identität des Libanon, das ist der Grund, warum der Libanon so anders ist.“

Es ist auch der Grund, warum Papst Franziskus wiederholt geäußert hat, er wolle den Libanon besuchen, um dieses soziale Vorhaben und insbesondere die christliche Gemeinschaft zu bestärken. „Der Papst will kommen. Er hat es gegenüber dem Präsidenten und dem Premierminister wiederholt, als sie vor Kurzem den Vatikan besucht haben“, erklärt der päpstliche Botschafter. Im April hatte der Präsident angekündigt, dass Papst Franziskus im Juni ins Land kommen werde. Der Vatikan hat es zwar noch nicht offiziell bestätigt, sagt jedoch, dass diese Möglichkeit durchaus besteht.
Der Nuntius hegt eine gewisse Hoffnung, dass die kommenden Wahlen im Mai zu einer stabileren Regierung führen werden, die es wiederum ermöglichen könnte, dass das Land endlich eine Vereinbarung mit dem IWF und der Weltbank trifft, damit die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und das Vertrauen wiederhergestellt wird.
„Ohne Vertrauen kann der Libanon keine Investitionen anziehen, aber es gibt Potenzial, zum Beispiel in der Landwirtschaft und im Tourismus, wo neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Wir müssen junge Menschen davon überzeugen, dass sie bleiben und interessante Dinge tun können. Das ist eine große Herausforderung“, schließt Erzbischof Joseph Spiteri.
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Einhundertzehn Priester sind in der Diözese Jagdalpur tätig. Ihr Dienst ist hart und entbehrungsreich, denn sie arbeiten vor allem in den abgelegenen und unterentwickelten Gebieten und müssen weite und beschwerliche Wege zurücklegen. Die Diözese erstreckt sich über rund 39.000 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig fast so groß wie die Niederlande oder die Schweiz. Von den 2,9 Millionen Einwohnern sind nur etwas über 11.000 katholisch. Die meisten von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an.
Die Diözese wurde 1972 gegründet. Die ersten Priester kamen aus anderen Gegenden Indiens und gehörten dem einheimischen Orden der „Karmeliten von der Unbefleckten Jungfrau Maria“ an. Seit 1990 gibt es auch einheimische Berufungen. Zurzeit sind 15 junge Männer im Priesterseminar, und 18 weitere im Kleinseminar. Das Beispiel der Priester, das sie von Kindheit an sehen durften, hat sie inspiriert. „Die Leute wundern sich, warum die Priester ihre Familie und ihre Herkunftsregion verlassen. Sie sehen, dass die Priester keine beruflichen Chancen suchen, sondern bei ihnen sind und ihnen dienen“, bringt es Pater Tijo Manjamakkil auf den Punkt. Die Priester verkünden den Armen und an den Rand Gedrängten die Frohe Botschaft, teilen ihr schweres Leben und versuchen, ihnen schrittweise dabei zu helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Sie werden „allen alles“ (1 Kor 9,22), wie es der Apostel Paulus schreibt.

Manche der Priester, die viele Jahre lang das Leben der Kirche in der Region auf ihren Schultern trugen, sind nun alt oder durch die harten Lebensumstände krank. Sie können nicht mehr allein in den abgelegenen Dörfern bleiben, sondern müssen medizinisch behandelt werden und brauchen Pflege. Daher möchte die Diözese das Haus „Schalom“, ein Heim für alte und kranke Priester, einrichten, wo sie nach ihrem jahrzehntelangen aufopferungsvollen Dienst nun selbst Fürsorge und Hilfe erfahren sollen.
Unsere Wohltäter haben 30.000 Euro gespendet, und inzwischen konnte der Grundstein für dieses Haus gelegt und mit dem Bau begonnen werden. Allen, die geholfen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!
Obwohl das Christentum in der Türkei eine fast 2000-jährige Tradition hat, leben heute nach verschiedenen Wellen der Verfolgung kaum noch Christen dort. Dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat der Erzbischof von Izmir, Martin Kmetec, die aktuelle Lage in der Türkei geschildert.
Der gebürtige Slowene gehört dem Orden der Franziskanerminoriten an. Er war fast elf Jahre im Libanon tätig, seit 2001 lebt er in der Türkei. 2020 hat ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Izmir im Westen des Landes ernannt.

KIRCHE IN NOT: Das Christentum in der Türkei hat eine große Geschichte. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten auf dem Territorium des damaligen Osmanischen Reiches noch etwa 30 Prozent Christen. Heute schätzt man den Anteil der Christen in der Türkei auf etwa 0,2 Prozent. Wie viele Katholiken gibt es in Ihrem Erzbistum Izmir und wo leben sie?
Ich schätze, dass in meinem Erzbistum ungefähr 5000 Katholiken leben. Wenn man Migranten und Flüchtlinge dazuzählt, sind es vielleicht noch einige mehr. Sie leben hauptsächlich in der Innenstadt von Izmir oder anderen großen Städten. Wir haben Gemeinden in Konya, auch in Antalya und in anderen Städten an der Küste. Unsere Erzdiözese ist flächenmäßig sehr groß, ihr Gebiet umfasst ungefähr 100 000 Quadratkilometer. Die letzte Pfarrei, die zu uns gehört, ist Ikonium, ungefähr 550 Kilometer von Izmir entfernt; im Süden ist das Antalya, ungefähr 450 Kilometer entfernt. So groß sind die Entfernungen.
Können Sie den Glauben frei verkünden?
Als Franziskaner steht für mich das Zeugnis des Lebens an erster Stelle, das brüderliche Leben. Der heilige Franziskus hat gesagt: Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Wort zu predigen, dann können sie predigen. Das versuchen wir zum Beispiel in den sozialen Netzwerken und auf der neuen Internetseite der Diözese.
Wir versuchen, präsent und eine lebendige Kirche zu sein. Unsere Mission ist eine Mission der Kirche der offenen Türen. Deshalb haben wir in allen unseren Kirchen Zeiten, zu denen sie geöffnet sind. Manchmal ist dort Anbetung; es ist immer jemand vor Ort, der die Besucher begrüßt und auch Auskunft geben kann, wenn sie Fragen haben. Das ist unser Weg der Evangelisierung in dieser Situation.

Die einstmals laizistische Türkei erlebt eine islamische Wiedergeburt. Werden Christen diskriminiert?
Ich würde nicht sagen, dass Christen grundsätzlich diskriminiert werden. Aber es kommt schon einmal zu negativen Erfahrungen im Umgang mit Behörden und Verwaltungen. Die katholische Kirche ist nicht als juristische Körperschaft anerkannt.
Wenn wir aber an den Dialog denken, würde ich sagen, dass es einen Dialog des Lebens gibt. Wenn ich zum Beispiel an die Caritas denke: Caritas ist Teil der Kirche, Teil unserer Diözese. In jeder Diözese gibt es ein Büro. Und sie hilft allen, Christen und Muslimen und allen anderen, die schutzlos sind. Wir haben auch Begegnungen mit den Imamen in unserer Gegend, zum Beispiel am „Tag der Brüderlichkeit“. Ich selbst und einige Priester besuchten den Bürgermeister der Stadt und wir übergaben ihm bei dieser Gelegenheit ein Geschenk: die Übersetzung der Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus in türkischer Sprache. Auch die Enzyklika „Laudato si“, die von ökologischen Problemen handelt, die die ganze Menschheit betreffen, wurde ins Türkische übersetzt.
Gibt es einen ökumenischen Dialog in der Türkei?
Die Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen sind in der Regel gut. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., pflegt zum Beispiel gute Kontakte zur Fokolar-Bewegung und zum neuen Apostolischen Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro.
Auch bei uns in Izmir treffen wir uns an verschiedenen christlichen Festen mit den orthodoxen, aber auch den anglikanischen Christen. Kürzlich haben armenische Priester in unserer katholischen St.-Polykarp-Kirche eine armenische Liturgie gefeiert, weil sie in Izmir keine eigene Kirche haben. Außerdem haben wir gemeinsam mit den Armeniern in Izmir für die Bibelgesellschaft ein kleines Geschäft eröffnet für den Verkauf von Büchern. Es gibt also gute Zeichen eines ökumenischen Dialogs.
Die Türkei ist ein beliebtes Urlaubsland. Wie wichtig ist es, dass Christen, die in die Türkei reisen, auch die christlichen Kirchen besuchen?
Sehr wichtig. Ich möchte die Touristen daran erinnern, dass hier die Ursprünge unseres Glaubens liegen. Hier wurde die erste Kirche unter den Nationen geboren. Die ersten Ökumenischen Konzilien, die den katholischen Glauben geprägt haben, haben in der heutigen Türkei stattgefunden. Von hier ging die Mission Europas aus.
Wir haben für die Unterstützung der Seelsorge hier den deutschen Pfarrer Ludger Paskert, der sich um die hier lebenden Katholiken aus Deutschland kümmert. Ich wäre froh, wenn wir noch einen weiteren Priester für andere Gemeinden finden könnten, wenigstens im Sommer für die Touristen. Das ist aber auch ein finanzielles Problem. Vielleicht sollte der Europäische Rat der Bischofskonferenzen darüber nachdenken, uns zu helfen.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Türkei
Aus Indien werden derzeit wieder rasant steigende Zahlen von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Laut einer aktuellen Statistik sterben vor allem in den Metropolen Delhi und Mumbai aktuell viele Einwohner an Covid-19.
Angesichts der bevorstehenden Wahlen in fünf Bundesstaaten sind viele Menschen in Sorge, dass sich beispielsweise bei großen Wahlkampfveranstaltungen das Virus weiterverbreiten könnte. Einer der Bundesstaaten, in dem gewählt wird, ist Uttar Pradesh im Norden. Er ist der bevölkerungsreichste des Landes; hier leben 200 Millionen Menschen.
Die neuartige Omikron-Variante von SARS-CoV-2 breitet sich zwar derzeit im Land aus. Doch ein großer Teil der Bevölkerung ist doppelt geimpft, sodass es voraussichtlich nicht zu großen Wellen von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen kommen wird wie im vergangenen Jahr, als die Impfquote noch niedrig war und ein Notstand in Krankenhäusern herrschte.
Im Juli 2021 hatte KIRCHE IN NOT auf Hilferufe von mehreren Bischöfen aus Indien reagiert und ein großes Hilfspaket verabschiedet. Weil Kirchen geschlossen waren, konnten Gottesdienste gar nicht oder nur online stattfinden. Kollekten, die für Priester und Schwestern sowie deren Arbeit in den Pfarren überlebenswichtig sind, fielen weg. KIRCHE IN NOT hatte daraufhin rund 200 Projekte in mehr als 140 Diözesen gefördert.

Das Programm umfasste medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen für an Covid-19 erkrankte Priester und Schwestern sowie Soforthilfen für die bedürftigsten Familien durch die ärmsten Pfarren in den Diözesen. Teil des Programms waren auch die Anschaffung von Luftfiltern und Sauerstoffgeräten für die Notfallversorgung. Nach Quellen des Vatikans sind mindestens 400 Priester und Ordensschwestern in Indien an Covid-19 gestorben.
„Es ist ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist, um uns in dieser schrecklichen und dramatischen Situation mit dieser Nothilfe zu unterstützen“, schrieb Bischof Bhagyaiah Chinnabathini von Guntur, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gebiete im Bundesstaat Andhra Pradesh im Südosten Indiens.

Eine besonders arme und häufig vernachlässigte Region Indiens ist der Nordosten des Landes. Dort fördern wir derzeit in der Erzbdiözese Shillong eine Gemeinde in einer abgelegenen Gegend. Im Dorf Sohphoh leben 115 katholische Familien vom Stamm der Khasi, um die sich Franziskanermissionsbrüder kümmern. Die meisten Familien im Dorf haben sechs bis acht Kindern, aber die meisten können nicht zur Schule gehen.
Während der Covid-19-Pandemie sind viele Einwohner gestorben, sodass die Armut noch größer geworden ist. Die Lebensumstände in dieser Region sind herausfordernd: Die extreme Sommerhitze und die bitterkalten Winter machen das Leben schwer, Krankheiten wie Malaria sind weitverbreitet.
Die Ordensmänner haben noch keine geeignete Unterkunft. Um ihren Dienst jedoch angemessen verrichten zu können, benötigen sie geeigneten Wohnraum. Die Gemeindemitglieder bitten die Wohltäter von KIRCHE IN NOT um Hilfe, da sie die Ordensmänner kaum unterstützen kann. Bitte helfen Sie mit Ihre Spende.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Indien
Tyros und Sidon: Bibellesern kommen diese Städtenamen bekannt vor – oft als Ort kriegerischer Auseinandersetzungen oder Prophezeiungen im Alten Testament. Im ohnehin wirtschaftlich wie politisch schwer gebeutelten Libanon von heute gehört das Gebiet um die beiden Mittelmeermetropolen zu den ärmsten Regionen des Landes.
Zwischen Tyros und Sidon liegt das Dorf Aaddousiyyeh. Dort wohnt Nohada, 73 Jahre und Witwe. Ihr einziger Sohn ist schon vor Jahren ausgewandert, so wie es in der aktuellen Krise immer mehr junge Libanesen tun. Sie hat nur eine kleine Rente, ist chronisch krank und läuft an Krücken.
Sie ist vollkommen auf die Hilfe ihrer Nachbarin Mariam angewiesen. Mariam ist die einzige Muslima im Dorf. Aaddousiyyeh wird mehrheitlich von maronitisch-katholischen Christen bewohnt.

Zuständig für sie ist Pfarrer Geryes, 29 Jahre alt und erst im vergangenen Jahr zum Priester geweiht. Er steht als Seelsorger des Dorfes in einer Familientradition: Schon sein Urgroßvater – die maronitische Kirche erlaubt Priestern die Ehe – war Pfarrer in Aaddousiyyeh.
Die Lage ist seither immer schlechter geworden, erzählt Geryes KIRCHE IN NOT: „Vor der Krise waren etwa 20 Prozent unserer Gemeindemitglieder arm, heute sind es 80 Prozent.“ Und arm meint im Libanon: Oft mit weniger als umgerechnet einem Euro am Tag überleben.
Pfarrer Geryes‘ Gemeinde gehört zur maronitischen Erzeparchie (Erzdiözese) Tyros. Heute leben auf dem Gebiet nur noch gut 50 000 Christen. Der Bürgerkrieg bis 1990, die Krieg zwischen der Hisbollah und Israel 2006 und die jüngste Krise mit Politchaos, Inflation und Nahrungsmittelknappheit hat im ganzen Land viele Christen aus dem Land getrieben.

Wer von den Gemeindemitgliedern geblieben ist, dem fehlt oft schlicht das Geld zum Auswandern. Die meisten Christen seiner Diözese sind kleine Bauern oder Arbeiter, die nahe der israelischen Grenze leben, erklärt Erzbischof Charbel Abdallah: „Die Menschen sind verzweifelt, es fehlt an allem: Lebensmittel, Strom, Medikamente, Milch. Auf allen Ebenen brauchen sie Hilfe, um überleben zu können.“
Zu den jüngsten Gemeindemitgliedern in Aaddousiyyeh gehören Fadi und Rana, Eltern von zwei kleinen Kindern. Sie sind deshalb noch da, weil Fadi im Gegensatz zu vielen Altersgenossen einen relativ sicheren Job beim Militär hat. Doch gut ein Viertel seines Lohns geht für die Hypothek auf das Haus drauf, erzählt er. Fleisch oder Fisch kann sich die junge Familie nicht mehr leisten.

Erzbischof Abdallah und Pfarrer Geryes versuchen so gut wie möglich für die ihnen anvertrauten Menschen da zu sein – geistlich wie materiell. „Weil ich nicht mehr weiter wusste, habe ich an KIRCHE IN NOT geschrieben, ob sie uns helfen können“, erzählt der Erzbischof.
„Die Antwort kam schnell und so können wir in mehreren Etappen 1500 Lebensmittelpakte an besonders arme Familien und Alleinstehende in meiner ganzen Diözese verteilen.“ Jedes Paket erhält Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis oder Mehl, Speiseöl und andere lebensnotwenige Dinge. Die Finanzierung ist erst einmal bis Juli gesichert.
„Diese Hilfe bedeutet uns sehr viel. Die Menschen im Libanon freuen sich, dass sie solche Solidarität erfahren“, betont der Erzbischof. „Wir danken allen Wohltätern von ,Kirche in Not`von ganzem Herzen. Die Lebensmittelpakte helfen unseren Leuten, ihren Alltag zu meistern.“

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Verwendungszweck: Libanon
Mit einer Fläche von zehn Millionen Quadratkilometern ist die Diözese St. Josef mit Sitz in Irkutsk größer als die USA. Sie grenzt an China, den Pazifischen Ozean und Alaska und erstreckt sich über sieben Zeitzonen. Über dieses riesige Gebiet verstreut leben rund 52 000 Katholiken, die von 43 Priestern betreut werden, die vor riesigen Herausforderungen stehen.
Die klimatischen Bedingungen sind extrem: Temperaturen von 50 Grad unter null sind keine Seltenheit, und mancherorts wird es sogar noch kälter. So gilt die Stadt Jakutsk mit Polartemperaturen von bis zu minus 70 Grad als kälteste Großstadt der Welt. Der Winter, in dem es auch tagsüber kaum hell wird, dauert hier fast neun Monate. In dem Gebiet leben indigene Volksstämme. Manche praktizieren noch Schamanismus, die meisten sind heute aber Christen. In Jakutsk und der 500 km entfernt gelegenen Stadt Aldan sind Salesianerpatres tätig. Rings um Aldan besuchen die Patres jede Woche mehrere Dörfer, in denen Katholiken vom Volk der Jakuten leben. In andere Orte, die viele hundert Kilometer weit entfernt gelegen sind, kommen sie nur einmal im Jahr.

Auch die anderen Priester der Diözese St. Josef müssen weite Wege zurücklegen, um die weit verstreuten Gläubigen zu besuchen und ihnen die Sakramente zu bringen. Sie verrichten ihren Dienst unter schwierigsten Bedingungen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Kollekten und Messstipendien angewiesen, die Gläubigen vor Ort haben aber selbst nur wenig und können ihre Priester nur in geringem Maße unterstützen. Daher sind Messstipendien aus dem Ausland eine große Hilfe. Im vergangenen Jahr haben wir die 43 Priester dank Eurer Hilfe insgesamt mit Messstipendien in Höhe von 24.000 Euro unterstützen können.
Pater Włodzimierz Siek, der Generalvikar der Diözese, bedankt sich im Namen seiner Mitbrüder für die empfangene Hilfe: „Es wird einem bewusst, dass unsere Wohltäter unmittelbaren Anteil an unserem Apostolat haben. Es wird einem gleich warm ums Herz, wenn man daran denkt, dass man als Priester in diesen unendlichen Weiten Sibiriens nicht allein ist. Die bittere Kälte draußen und der tiefe Schnee sind dann nicht mehr so furchtbar. Ich danke allen herzlich, die sich unserem Apostolat anschließen und an unserem Dienst teilnehmen, indem sie uns unterstützen. Wir und unsere Gläubigen beten für Euch. Möge Euch Gott Eure Großherzigkeit vergelten!“
Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eine katholische gemeinnützige Einrichtung in Beirut, die durch die Wirtschaftskrise an den Rand des Zusammenbruchs gebracht wurde. Seit ihrer Gründung vor über sechzig Jahren kümmert sie sich um die am stärksten vernachlässigten Menschen, doch jetzt droht ihr die Schließung, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.
Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz liegt auf den Höhen von Beirut. Von dort aus kann man die Trümmer des Hafens sehen. Es beherbergt 800 Patienten, die an verschiedenen psychischen Krankheiten leiden. Sie alle benötigen spezifische und dauerhafte Hilfe. Das Krankenhaus ist ein großer Komplex mit mehreren Gebäuden. Es arbeiten dort mehr als 300 Personen, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal.
Die Einrichtung wurde 1952 vom seligen Pater Jacques Haddad gegründet, einem libanesischen Kapuzinerpater. Er starb 1954 und wurde am 22. Juni 2008 in Beirut seliggesprochen. Die Einrichtung geht auf ein Projekt zurück, das Pater Haddad nach dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen hatte. Hier konnte er sich um die vielen behinderten und psychisch kranken Menschen (oft Kinder) kümmern, die von ihren Familien verlassen worden waren. Der libanesische Kapuziner gründete das Krankenhaus vom Kreuz und 1930 die Kongregation der Franziskanerinnen vom Kreuz im Libanon.
Auf den Spuren ihres Gründers leiten die Franziskanerinnen heute 25 medizinische, soziale oder pädagogische Einrichtungen im gesamten Libanon. Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eines von ihnen. Von Anfang an hat sich die Einrichtung der Unterstützung der am meisten Benachteiligten verschrieben.

Kürzlich erhielten die 65 Ordensschwestern, darunter auch die Leiterin des Krankenhauses, Schwester Jeanette, Besuch von einer Delegation der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN). Zusammen mit anderen Organisationen unterstützt und finanziert KIRCHE IN NOT Projekte, die es der Einrichtung ermöglichen, ihre Patienten weiterhin zu versorgen. Die Wirtschaftskrise belastet die Einrichtung, die derzeit von ihren Reserven lebt und ohne internationale Solidarität nur wenige Monate überleben würde.
Das Krankenhaus braucht dringend Geld, um sein Personal zu bezahlen, seine Patienten zu ernähren und teure Medikamente zu kaufen, deren Preise sich durch die Abwertung des libanesischen Pfunds mehr als verdreifacht haben. Da der Strom nur eine Stunde pro Tag zur Verfügung steht, laufen die Generatoren des Krankenhauses auf Hochtouren und verbrauchen jede Woche fünfzehn Tonnen Treibstoff, wobei eine Tonne über 700 US-Dollar kostet.
Infolge der COVID-19-Pandemie war das Krankenhaus gezwungen, seine Kapazität von 1000 auf 800 Betten zu reduzieren. Vor der Pandemie leistete der Staat einen Zuschuss in Höhe von 2 US-Dollar pro Patient, also insgesamt 2.000 US-Dollar pro Monat. Obwohl diese Summe minimal und unzureichend war, stellte sie ein regelmäßiges Einkommen dar. Seit Sommer 2020 erhält das Krankenhaus jedoch überhaupt keine öffentlichen Mittel mehr. Der Kongregation bleibt keine andere Wahl, als um internationale Finanzmittel zu bitten, ohne die das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz gezwungen wäre, zu schließen. Dies wäre eine Katastrophe für die Patienten.

Als KIRCHE IN NOT Schwester Jeanette in Beirut traf, erklärte sie, dass bei einer Schließung des Krankenhauses die meisten Patienten auf der Straße landen würden. „Viele haben keine Familie mehr“, sagte sie. Noch schlimmer ist, dass viele Familien ihre Kinder im Krankenhaus zurücklassen und falsche Namen, Adressen und Telefonnummern angeben. Leider, so die Ordensschwester, betreffe dies oft die schwersten Fälle. Sie versicherte jedoch, dass sie ihr Bestes tun würde, um sicherzustellen, dass die Kinder in ihrer Not nicht allein gelassen werden, falls die Finanzierung ausbleibt und die Einrichtung geschlossen werden muss.
Das Pflegepersonal, das wie die überwiegende Mehrheit der Libanesen von der Krise nicht verschont geblieben ist, will seine Arbeit fortsetzen. Die Krankenschwestern stellen oft den einzigen Kontakt der Patienten mit der Außenwelt dar. Foutine, eine junge Krankenschwester, weist auf das Leid vieler Patienten im Krankenhaus hin. Sie sagt, sie betrachte ihre Arbeit als „Berufung“ und wehrt sich gegen den Gedanken, dass die Einrichtung aus Geldmangel geschlossen werden könnte.
Weder Foutine noch ihre Kolleginnen und Kollegen, von denen viele „Ersatzfamilien“ für diese Kinder sind, können sich nicht vorstellen, sie im Stich zu lassen.
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Verwendungszweck: Libanon
Kaplan Maria Raju Etcherla wurde vor drei Jahren zum Priester geweiht. In der Pfarre der heiligen Therese vom Kinde Jesus in Rajam ist er für die Betreuung der elf Außenstationen zuständig, die teilweise weit entfernt vom Sitz der Pfarre gelegen sind. Jeden Tag fährt er in eines der Dörfer.
Die Menschen dort sind arm, aber ihr Glaube ist stark. Sie sehnen sich danach, von einem Priester im Gebet und im geistlichen Leben angeleitet zu werden. Und der junge Priester hat viele Pläne: Vor allem die Jugendseelsorge liegt ihm am Herzen, denn oft sind die Jugendlichen alleingelassen mit ihren Problemen. „Manche haben nur Kinostars als Vorbilder“, sagt der Kaplan. Jugendgruppen, Gebetstreffen, Frauengruppen – das und noch vieles mehr möchte der junge Priester ins Leben rufen.

Nun war seine Arbeit bislang ohne ein Fahrzeug aber schwierig. Manchmal konnte er sich immerhin eines leihen. Ansonsten musste er jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorliebnehmen, was aber viel Zeit und Kraft kostete. Daher wagte er schließlich, mit der Unterstützung seines Bischofs an unsere Tür zu klopfen und um Hilfe für den Kauf eines Mopeds zu bitten.
Ihr habt Kaplan Maria Raju Etcherla nicht im Stich gelassen und habt ihm mit 1.000 Euro geholfen. Er schreibt uns: „Ich bin so glücklich und dankbar. Den Betrag habe ich erhalten und habe ein Moped für meinen priesterlichen Dienst gekauft. Ich freue mich sehr und danke Euch für Eure Großzügigkeit. Ich versichere alle Wohltäter meine Gebete. Bitte betet auch Ihr weiterhin für meinen Dienst als Priester!“
In Kasachstan sind die Katholiken eine kleine Minderheit (ein Prozent). Dennoch haben die Bischöfe des Landes verschiedene Botschaften an die Bevölkerung gerichtet, damit mit Gottes Hilfe die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwunden werden und Frieden und Harmonie in das Land zurückkehren.
Anlässlich des am 10. Jänner in Kasachstan ausgerufenen nationalen Trauertages hat Erzbischof Tomasz Peta in einer Fernsehansprache seine Mitbürger dazu aufgerufen, alles zu tun, um eine friedliche Lösung für die derzeitige Situation im Land zu finden.
In seiner dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vorliegenden, in russischer Sprache gehaltenen Botschaft, beklagt der Erzbischof der Erzdiözese der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana, dem bischöflichen Sitz der katholischen Kirche im Norden Kasachstans, die tragischen Vorfälle der letzten Wochen, in denen fast 200 Menschen bei Unruhen ums Leben kamen, die offenbar durch Proteste gegen steigende Kraftstoffpreise ausgelöst wurden.

„Wir trauern um die Opfer“, sagt er. Der Erzbischof bittet die Geistlichen der Erzdiözese, am Donnerstag, den 13. Jänner, die heilige Messe „für die Opfer und den Frieden in unserem geliebten Kasachstan“ zu feiern. Erzbischof Peta selbst wird die heilige Messe in diesem Anliegen in der Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe in der Hauptstadt Nur-Sultan feiern, die bis 2019 Astana hieß.
„Am Sonntag sprach Papst Franziskus nach dem Angelusgebet über die Ereignisse in Kasachstan. Er vertraute das Land dem Schutz der Muttergottes, der Königin des Friedens von Oziornoje, an. Dem Aufruf des Papstes folgend, wollen auch wir auf die Fürsprache der Patronin unseres Landes, der Königin des Friedens, um Frieden bitten“.
Laut den von „Kirche in Not“ befragten Quellen ist die Lage in Nur-Sultan derzeit recht ruhig, während in Almaty im Süden des Landes, wo die Auseinandersetzungen schwerwiegender waren, immer noch von Kommunikationsproblemen berichtet wird. Das Land hat seit Beginn der Vorfälle Probleme mit der Internet- und Mobilfunkverbindung.

Trotz dieser Schwierigkeiten konnte sich auch der Bischof von Almaty und Vorsitzende der kasachischen Bischofskonferenz, José Luis Mumbiela, dem Aufruf zum Gebet am nationalen Trauertag für die Opfer anschließen. „Hier in Almaty danken wir Ihnen allen für Ihre Gebete, Ihr Mitgefühl und Ihre Anteilnahme“, so der Bischof.
„Wir wollen in unseren Gebeten derer gedenken, die in der letzten Woche am meisten gelitten haben. In diesen Tagen und Nächten herrschte in Almaty aufgrund der Wetterbedingungen Nebel, aber auch im Inneren vieler Menschen war ein solcher Nebel“, so der Bischof in seiner auf Russisch verfassten Botschaft, die ebenfalls „Kirche in Not“ übermittelt wurde. Der Bischof beschreibt die aktuellen Ereignisse als einen Nebel, einen Dunst, der es schwierig macht, zu verstehen, was vor sich geht und wie es dazu kommen konnte. Er kommt aber zu dem Schluss, dass „die Menschen in Kasachstan, besonders in Almaty, so etwas nicht verdient haben“.
Zur aktuellen Situation in Almaty erklärt Bischof Mumbiela, dass „die Menschen langsam zu einem normalen Leben zurückkehren“.

Der Bischof von Almaty erinnert daran, dass die Weihnachtsfeiertage vorbei sind und in der Liturgie die gewöhnliche Zeit des Jahreskreises beginnt. Dabei betont er, dass dies die Zeit ist, in der die einfachen Menschen zum Handeln aufgerufen sind: „Wir sollen daran denken, dass der Friede in unseren Händen liegt und von uns abhängt. Selig sind, die Frieden stiften. Lasst uns nicht nur für den Frieden beten, sondern auch mit Gottes Hilfe Frieden für andere stiften“, sagt er. Und weiter: „Lasst uns gemeinsam versuchen, das Kasachstan wieder aufzubauen, von dem wir alle träumen, mit allen Menschen dieses Landes und dieser Stadt, ein internationales und interreligiöses Kasachstan, ein Kasachstan des Friedens und der Harmonie, ein Kasachstan, das Gott liebt und mit der besonderen Liebe der heiligen Maria, der Königin des Friedens dieser Nation, segnet“.
In seiner Botschaft dankt der Bischof auch denjenigen, die sich aufopferungsvoll für die Sicherheit des Volkes eingesetzt haben.
Bischof Adelio Dell‘Oro aus der Diözese Karaganda im zentralen Osten des Landes, erinnert seinerseits besonders an die Opfer seiner Diözese, „wo viele Menschen ihr Blut vergossen haben“. Er betont, dass „jedes menschliche Leben wertvoll ist und Gewalt nicht zu einer neuen Gesellschaft, einer neuen Welt führen wird“. In seiner ebenfalls auf Russisch verfassten Botschaft erklärt Dell‘Oro darüber hinaus, dass wahrer Friede ein Geschenk Gottes sei, das möglich sei, wenn die Menschen wahre Religiosität erlebten, „die uns das Verständnis vermittelt, dass wir alle Brüder und Schwestern sind“. „Dann können wir das Leben des anderen respektieren und einander vergeben. Wir können nur mit der Kraft Gottes verzeihen. Deshalb beten wir für alle Opfer und hoffen, dass die Lage in Frieden, mit Gerechtigkeit und zum Wohle aller gelöst wird“.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Kasachstan
Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat von Projektpartnern aus Indien Berichte erhalten, wonach extremistische Hindu-Gruppen an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen und christliche Einrichtungen vorgegangen sind. Wir sind zutiefst schockiert über diese Gewaltwelle, die sich leider in jüngster Zeit schon abgezeichnet hat. Indien, die größte Demokratie der Welt, wird für Christen und andere religiöse Minderheiten mehr und mehr zu einem Land der Unsicherheit und der Angst. Das setzt uns in Alarmbereitschaft.
Dr. Suresh Mathew, Herausgeber der katholischen Wochenzeitung „Indian Currents“, bestätigte dem Hilfswerk acht christenfeindliche Attacken an den Feiertagen. Diese gingen auf das Konto hindunationalistischer Kräfte, unter anderem der „Hindutva Brigade“. Sie gilt als militanter Arm der Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party), der auch der indische Premierminister Narendra Modi angehört. Nachdem die „Hindutva Brigade“ Medienberichten zufolge in jüngster Vergangenheit muslimische Einrichtungen attackiert habe, ging sie an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen vor.

Laut Mathew sei etwa im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Mob vor das Kloster „Mathridham Ashram“ in Varanasi gezogen. Die Menge skandierte „Church Murdabad“, auf Deutsch in etwa „Nieder mit der Kirche“ oder „Tod der Kirche“. In der Stadt Ambala im Bundesstaat Haryana hätten Extremisten eine Christusstatue beschädigt; in Silchar (Bundesstaat Assam) sei eine Christmette gestürmt und die Gläubigen bedroht worden. An mehreren Orten gab es Proteste gegen Weihnachtsfeiern an christlichen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen.
Irritationen hatten auch Berichte über die von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ ausgelöst. Die Ordensleitung bestätigte, dass ihr Verlängerungsantrag, um Spenden aus dem Ausland annehmen zu dürfen, nicht verlängert worden sei. Nach Angaben des indischen Innenministeriums sei die erneute sogenannte FCRA-Registrierung am 25. Dezember abgelehnt worden, weil die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt worden seien. In den vorhergehenden Monaten hatten nationalistische Gruppen den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ vorgeworfen, sie würden hinduistische Mädchen in Kinderheimen zur Konversion zwingen und religiöse Gefühle verletzen.

Einem im Oktober erschienenen Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge herrsche in 21 der 28 Bundesstaaten Indiens Christenverfolgung; bis September 2021 registrierte der Bericht 305 Gewalttaten gegen Christen oder christliche Einrichtungen. „Die organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich im ganzen Land aus“, erklärte A. C. Michael, einer der Mitherausgeber des Berichts vom „United Christian Forum“. Weitere Herausgeber waren die „Association for Protection of Civil Rights“ und die Gruppe „United Against Hate“. Der Bericht kritisiert, dass Polizei und Behörden zu zögerlich gegen die Täter vorgingen. Auch immer mehr christliche Frauen gerieten ins Visier der Fanatiker. „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation“, sagte Michael gegenüber „Kirche in Not“.
Christen machen rund 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. Die Kirchen engagieren sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderen wohltätigen Zwecken.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Indien