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Auch nach dem blutigsten Massaker seit Beginn der islamistischen Gewalt in Burkina Faso sei das Zusammenleben der Religionen und der interreligiöse Dialog nicht gefährdet. Das hat der katholische Bischof von Dori, Laurent Dabiré, gegenüber KIRCHE IN NOT betont.

„Das Land wird von unterschiedlichen Gruppen angegriffen, die den Islam als Mittel der Propaganda oder zur Mobilisierung nutzen. Der Islam der bewaffneten Gruppen ist nicht der Islam unserer Brüder. Die Muslime Burkina Fasos werden selbst zum Ziel“, so der Bischof. Ihm zufolge funktioniere Burkina Faso das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen.

Einer Fortführung oder gar Intensivierung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen stehe daher nichts im Wege. „Wir müssen hoffen, dass der Dialog der Religionen zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Ich denke dabei besonders an die Flüchtlingsfrage.“

Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).
Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).

Überfall auf eine Gemeinde: mehr als 100 Tote

Aufgrund des islamistischen Terrors gibt es eine zunehmende Zahl an Binnenflüchtlingen; nach UN-Angaben sind es über eine Million. „Besonders in den vergangenen beiden Monaten hat die Zahl wegen der erneuten Angriffe zugenommen“, erklärte Bischof Dabiré.

In der Nacht zum 5. Juni waren bei einem terroristischen Angriff mutmaßlich islamistischer Gruppen in dem Ort Solhan im Osten von Burkina Faso über 100 Personen ermordet worden. Bischof Dabiré zufolge sind die tatsächlichen Opferzahlen noch unklar und bewegten sich nach Medienberichten zwischen 100 bis 170. „Darunter sind auch vier Christen“, so der Bischof.

Im Anschlagsort Solhan gebe es dem Bischof zufolge eine lebendige christliche Gemeinde. Bereits vor dem Anschlag aber seien viele Christen wegen der brenzligen Sicherheitslage geflohen.

Vertriebene Christen in Burkina Faso
Vertriebene Christen in Burkina Faso.

„Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“

„Die Angst überkommt die Christen wie alle anderen vom Terror betroffenen Menschen in Burkina Faso auch. Sie haben als Christen allerdings einen zusätzlichen Grund, sich vor einem aufgezwungenen Islam zu fürchten. Sie könnten ihre Religionsfreiheit, ja ihr Leben verlieren“, erklärt der Bischof.

Die Angst vor weiteren Anschlägen sei religionsübergreifend groß: „Die Menschen sind sprachlos. Besonders die Menschen in der betroffenen Sahelzone fragen sich: Wer wird das nächste Ziel sein? Das Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“, sagte der Bischof.

Noch sei unklar, wer genau die Täter waren, so Dabiré. „Man weiß nicht genau, wer warum angegriffen hat. Aber am plausibelsten ist es, anzunehmen, dass es sich um die bewaffneten Gruppen handelt, die seit 2015 das Land heimsuchen. Es ist eine weitere ihrer Untaten. Sie wollen dadurch zeigen, dass sie stark sind, und von sich reden machen.“

Verteilung von Hilfsgütern in Burkina Faso.

Seit 2015 Gewalt dschihadistischer Gruppen

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.

Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an.

KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche Burkina Fasos dabei, den von islamistischer Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumatisierungen gefördert.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Burkina Faso für Betroffene des Terrors und Flüchtlinge! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Auch Ordensfrauen verschleppt

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.

„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Kinder in einem Flüchtlingscamp in der Diözese Pemba. © Johan Viljoen

Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“

Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado. © Kirche in Not

Neue Generation von Kämpfern herangezogen

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“

Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

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Gezielte Angriffe auf junge Menschen, wahllose Morde und sexuelle Gewalt, einschließlich der Vergewaltigung von Ordensfrauen, ereignen sich laut einer kirchennahen Quelle aktuell in der umkämpften Region Tigray im Norden Äthiopiens. Der Gesprächspartner, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, machte gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unter anderem Militärs aus dem Nachbarland Eritrea für die Gräueltaten verantwortlich.

„Das ist nicht nur ein Kampf zwischen Militäreinheiten; sie töten alle. Das ist eindeutig ein Völkermord an den Menschen von Tigray.“ Die anonyme Quelle bestätigte damit die Einschätzung des Oberhaupts der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, Patriarch Mathias. Dieser hatte Anfang Mai von einem Völkermord in der Region Tigray gesprochen.

Blick auf eine Kirche in der Region Tigray (Symbolbild). © KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik

Bürgerkrieg dauert seit November an

Die Kämpfe im Norden Äthopiens brachen im November vergangenen Jahres aus. Premierminister Abiy Ahmed warf der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. In dem ausbrechenden Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe.

Die anonyme Quelle berichtete, dass die Truppen auch Jugendliche aus der Zivilbevölkerung gezielt angriffen. Zahlreiche Bewohner der Region seien in den benachbarten Sudan geflüchtet. Der Ansprechpartner beschrieb auch, dass zahlreiche Frauen und Mädchen durch eritreische Soldaten missbraucht worden seien. Unter den Opfern befänden sich auch Ordensfrauen. „Es ist eine Form des Missbrauchs, wie Sie ihn vielleicht noch nie gehört haben. Angehörige unseres Volkes, unsere Ordensschwestern wurden vergewaltigt. Einige von ihnen mussten wir ins Krankenhaus bringen. Mehrere Anlaufstellen, wo wir Hilfe bekommen könnten, haben die Soldaten geschlossen.“

Ordensschwestern in Äthiopien.

„Psychischer Schmerz und Panik“

Rund 90 Prozent der Bewohner der Region Tigray seien vertrieben worden, so der Ansprechpartner. „Dieser Krieg hat eine große humanitäre Krise ausgelöst, die sich in einer überwältigenden Zahl von zivilen Opfern, der Vertreibung von Millionen Menschen, der Zerstörung unserer wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen, psychischen Schmerzen und Panik ausdrückt.“

Die Region brauche dringend internationale Unterstützung, hob die anonyme Quelle hervor. „Die Kirche ist überall – sie öffnet ihre Hand. Ich erinnere mich gut an die Hilfe von ,Kirche in Not’. Wir sind seit langem Partner. Die aktuelle Krise in Tigray ist beispiellos im Vergleich mit allen anderen humanitären Krisen, an die wir uns je erinnern können.“

KIRCHE IN NOT leistet in der Region Tigray Nothilfen für Priester und Ordensleute. Seit 2019 hat KIRCHE IN NOT rund 100 Projekte in Äthiopien unterstützt, darunter den Bau von Kapellen und Klöstern, die Ausbildung von Katecheten oder die Anschaffung von Fahrzeugen für Seelsorger und Gemeinden. Eine wichtige Unterstützung für die Priester sind auch Mess-Stipendien, da die Seelsorger über kein reguläres Einkommen verfügen.

Unterstützen Sie die Arbeit und die Nothilfe der Kirche während des Bürgerkriegs in Äthiopien! Spenden Sie – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo und zahlreicher Nachbeben herrscht Chaos im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Die Bevölkerung ist in Gefahr und Not. Wir rechnen mit dem Schlimmsten“, erklärte Schwester Floride Bugagara gegenüber KIRCHE IN NOT. Schwester Floride ist eine langjährige Projektpartnerin des weltweiten päpstlichen Hilfswerks und leitet die Ordensgemeinschaft der „Töchter der Auferstehung“, die in der Region am Kiwu-See ihren Sitz hat.

Mit Blick auf die Massenflucht aus der Zwei-Millionen-Stadt Goma sagte die Ordensfrau: „Ich habe Angst, dass es zu einer humanitären Katastrophe kommt. Viele Menschen kampieren entlang der Straßen oder in den Bergen. Auch an Lebensmitteln und Wasser fehlt es. Außerdem fürchte ich, dass wegen der schlechten hygienischen Umstände Krankheiten ausbrechen können.“

Schwester Floride Bugagara, Priorin der Kongregation „Töchter der Auferstehung“.

Eltern haben im Chaos ihre Kinder verloren

Nach der Teilevakuierung der Stadt Goma nahe der Grenze zu Ruanda sei die Lage von großer Unsicherheit geprägt. „Der Gouverneur hat die Menschen aufgerufen, die besonders gefährdeten Viertel zu verlassen. Die Menschen wissen aber nicht, wo die Lawa austreten wird. Alle laufen deshalb chaotisch von einer Richtung in die andere“, sagte die Ordensfrau. Aufgrund des Chaos hätten einige Eltern ihre Kinder verloren.

Auch einige ihrer Ordensschwestern hätten fliehen müssen, so Schwester Floride: „Als religiöse Gemeinschaft fragen wir uns aber vor allem, wie wir den Menschen helfen können. Einige von uns sind in den Notunterkünften aktiv. Die Menschen haben wirklich nichts.“

Flüchtlingslager in der Stadt Goma.

Zum Terror in der Region kommt jetzt noch die Naturkatastrophe

Medienberichten zufolge kehren aktuell die ersten geflüchteten Bewohner wieder nach Goma zurück. Als Grund geben sie die elenden Bedingungen auf der Flucht und in den Notunterkünften an. Die Gefahr ist derweil noch nicht gebannt: Staatliche Stellen rechnen damit, dass es nach dem Vulkanausbruch vom Pfingstsamstag zu weiteren Eruptionen und Beben kommen kann. Der Nyiragongo gilt als einer der aktivsten Vulkane weltweit.

„Zu all den Massakern in unserer Provinz Nord-Kivu kommt jetzt diese Naturkatastrophe“, erklärt Schwester Floride mit Blick auf den Terror, den Milizen seit Jahren in der Region verüben. In der aktuellen Notlage zählten die Christen in der Demokratischen Republik Kongo spirituell und materiell auf die Wohltäter von KIRCHE IN NOT. „Wir bitten die Wohltäter, das Hilfswerk weiterhin zu unterstützen, das sich der benachteiligten Menschen annimmt. Und wir bitten den Herrn, dass er sein Volk weiter beschützt und diese Katastrophe abwendet.“

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Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto im Nordwesten Nigerias hat bestätigt, dass seitens seiner Diözese Kontakte zu den Entführern aufgenommen wurden, die am 21. Mai den 75-jährigen Priester Joseph Keke verschleppt haben. „Es ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, mit Kriminellen und Mördern zu verhandeln, die in einer zivilisierten Umgebung eigentlich für immer weggesperrt sein sollten, von deren Gnade wir aber jetzt abhängig sind“, sagte Kukah dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Die Entführer hätten zunächst umgerechnet knapp 200.000 Euro Lösegeld verlangt; später hätten sie ihre Forderungen auf an die 100.000 Euro reduziert, berichtete der Bischof. Die Verhandlungen dauerten noch an. Die Kidnapper nutzten einheimische Kollaborateure oft als Informanten. Sie wählten nur „weiche Ziele“ aus, also wehrlose Personen oder leicht zugängliche Orte, so Kukah: „Ihre einzige Motivation ist das Geld.“

Matthew Hassan Kukah, Bischof von Sokoto.

Junger Pfarrer getötet – Proteste gegen zunehmende Entführungen

Am Freitag vor Pfingsten war Joseph Keke zusammen mit seinem Amtsnachfolger Pfarrer Alphonsus Bello in der Pfarrei St. Vinzenz Ferrer in Malunfashi im nordnigerianischen Bundesstaat Katsina gefangen genommen worden. Bello wurde am nächsten Morgen in der Nähe getötet aufgefunden. Wie internationale Medien berichteten, wurde der Priester nur 30 Jahre alt. „Pfarrer Bellos Tod ist Teil der sinn- und endlosen Verluste, die unsere Nation verschlingen“, sagte Bischof Kukah.

Der getötete 30-jährige Pfarrer Alphonsus Bello (links) und der entführte Priester Joseph Keke aus Malunfashi (Nigeria).

Wie die Nachrichtagentur „Fides“ berichtet, hatten am Pfingstmontag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja hunderte Menschen gegen die zunehmenden Entführungen demonstriert, die alle Teile der Gesellschaft und alle religiösen Gruppen betreffen. Kirchenvertreter hatten zu Pfingsten erneut die Untätigkeit des Staates kritisiert, der den anhaltenden dschihadistischen Überfällen, Entführungen durch kriminelle Banden und Übergriffen radikalisierter Hirten nichts entgegensetze.

Massive Kritik kommt auch von Bischof Kukah. Die Regierung sei in das zunehmende Chaos verstrickt, erklärte er gegenüber KIRCHE IN NOT: „Sie wollen kein egalitäres und geeintes Land schaffen. Ihr Fokus liegt auf dem Aufstieg eines Islam, den selbst 80 Prozent der Muslime nicht gutheißen. Wir sind im Würgegriff der salafistischen Form des Islam.“

Um den notleidenden und verfolgten Christen in Nigeria weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Das jüngste Schreiben ‚Antiquum ministerium‘ mit dem der Papst den „laikalen Dienst“ des Katecheten mit eigener liturgischer Beauftragung eingeführt hat, war eine große Freude für uns“, erklärt Regina Lynch, Direktorin der Projektabteilung des Hilfswerkes KIRCHE IN NOT (ACN).

„Durch unsere Projektarbeit in mehr als 140 Ländern wissen wir, dass Katechetinnen und Katecheten an vielen Orten der Welt das Rückgrat der Kirche sind“, sagte Lynch. Gerade in entlegenen Gegenden, in die nur selten ein Priester kommen kann, oder in Ländern, wo durch Krieg und Verfolgung die Gemeindearbeit erschwert ist, seien Katecheten Ansprechpartner, Helfer und Seelsorger in einem.

Katecheten beim Gebet mit Kindern.
„Die Katecheten, die in Regionen, wo es keine Priester gibt, die Seelsorge leiten, bezahlen ihren Mut und ihre Hingabe bisweilen sogar mit dem Tod. Ein besonders berührendes Beispiel ist Philippe Yarga aus Diozese Dori in Burkina Faso“. Yarga, der für die pastorale Koordination im Osten von Burkina Faso an der Grenze zu Niger zuständig war, wurde am 16. Februar 2020 von Terroristen ermordet. Er hinterließ sieben Kinder, von denen das jüngste sechs Wochen nach seinem Tod geboren wurde. „Die Katecheten in Burkina Faso und anderen Ländern der Sahelzone sehen sich unmittelbar der terroristischen Gefahr ausgesetzt und müssen manchmal über Nacht mit ihren Familien fliehen. Deshalb unterstützt KIRCHE IN NOT zum Bespiel in Burkina Faso ein Hilfsprojekt zur Versorgung von 18 leitenden Katecheten und ihren Familien, die vertrieben wurden“, erzählt Lynch.
Katecheten in Brasilien.

KIRCHE IN NOT fördert über 18 000 Katecheten weltweit

Auch in zahlreichen anderen Ländern weltweit unterstützt KIRCHE IN NOT den Einsatz von Katecheten. „Allein im Jahr 2020 haben wir über 18 000 Katecheten auf allen Kontinenten gefördert – die meisten in Asien und Afrika“, so Lynch. KIRCHE IN NOT hat im vergangenen Jahr 20 Projekte finanziert, um Katecheten für ihren Dienst technisch auszustatten oder sie mit Material für die Seelsorgearbeit und den Religionsunterricht zu versorgen. Hinzu kommen 35 Projekte zur Schulung und Weiterbildung von Katecheten in 18 Ländern.

Katechet in der Ukraine unterrichtet Erwachsene.

Ein Katechet in Uganda verkündet Versöhnung statt Rache

Hinter diesen Projekten stehen Menschen mit sehr beeindruckenden Geschichten. Einer der Katecheten, die KIRCHE IN NOT unterstützt, ist zum Beispiel John Joseph Gazi aus Uganda. Ursprünglich kommt er aus dem Südsudan. In dem jüngsten Staat Afrikas, erst 2011 unabhängig geworden, herrscht ein brutaler Kampf, allen Friedensbemühungen zum Trotz. Es geht um Macht, um ethnische Konflikte. Johns Familie konnte dem Morden nicht entkommen. „Mein Vater, meine Schwester und mein Bruder wurden getötet. Es geschah innerhalb weniger Minuten“, erzählt er KIRCHE IN NOT.

Er jedoch konnte ins Nachbarland Uganda flüchten, wo über eine Million Menschen in Flüchtlingslagern hausen. Doch schlimmer als die himmelschreiende Not dort sind die Narben der Seele, vor allem unter den jungen Menschen: Denn viele wurden in den Auseinandersetzungen als Kindersoldaten missbraucht.

Zu ihnen fühlt John sich besonders gesandt: „Viele tragen Hass und Rachegedanken in sich. Ich spreche zu ihnen über Vergebung.“ Er hat fast alles verloren – aber nicht den Glauben an Gott. Darum hat er sich zum Katecheten ausbilden lassen. Er selber bevorzugt die Bezeichnung „Evangelisierer“: Den armen und verzweifelten Menschen die Frohe Botschaft bringen.

„Seelen zu Gott zurückbringen“

KIRCHE IN NOT hat seine Ausbildung finanziert, im Emmaus-Zentrum, nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala. Dort werden junge Menschen geschult, die Wunden der Seelen ihrer Landsleute zu heilen und ihnen in verschiedenen Nöten beizustehen. Ein ganz anderer und aussichtsreicherer „Kampf“ als der verbitterte Krieg in seiner Heimat, bekennt John: „Ich bin jetzt ein Soldat für Jesus. Ich kämpfe darum, die Seelen zu Gott zurückzubringen.“

John besucht jetzt seine Landsleute, die sich in Uganda mehr schlecht als recht eine neue Existenz aufbauen – aber ohne Gewalt und Krieg. „Ich will das Leben zu den Südsudanesen zurückbringen.“ Er spricht vom Glauben, er spendet Trost, hört sich die schrecklichen Erzählungen der traumatisierten Menschen an und vermittelt Hilfe. John und seine Mitstreiter haben neben katechetischen auch psychologische Kenntnisse im Emmaus-Zentrum erworben. Denn zusätzlich zu den Kriegserfahrungen, der Armut und Arbeitslosigkeit stellt auch der Alkoholmissbrauch ein Problem unter den Geflüchteten dar.

Der „Kampf“ gegen die Folgen des Krieges dauert an. Aber John ist sich sicher, dass es jede Mühe wert ist: „Dank meiner Ausbildung als Katechet mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT, bringe ich nun Hoffnung und Liebe zu meinen Leuten.“

Katechet John Joseph Gazi aus Uganda.
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Der seit einem halben Jahr anhaltende Konflikt in der nordäthiopischen Provinz Tigray hat sich zu einer humanitären Katastrophe für die dortige Zivilbevölkerung entwickelt. „Es herrschen Hunger und Angst. Die aktuelle Situation ist immer noch von dem verheerenden Krieg geprägt, der nahezu in der gesamten Region wütet“, berichtete ein äthiopischer Priester aus Tigray gegenüber KIRCHE IN NOT. Aus Sicherheitsgründen muss der Gesprächspartner anonym bleiben.

Unser Hilfswerk konnte mit dem Priester am Telefon sprechen, nachdem er fast fünf Monate von jeder Verbindung zur Außenwelt abgeschnitten war. Dabei betonte er, dass „die Situation von Minute zu Minute schlimmer wird“ und „die Menschen am Rand des Abgrunds stehen“.

Vor allem Kinder litten unter Unterernährung; viele seien zu Waisen geworden, und niemand kümmere sich um sie. Der Priester berichtete auch von Müttern, die im allgemeinen Chaos von Flucht und Kämpfen ihre Kinder aus den Augen verloren hätten und den Seelsorger bitten, ihnen zu helfen.

Landschaft in Tigray (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

„Nicht genug zu essen, keine Medikamente, keine Sicherheit”

„Mir fehlen die Worte, um das Leid zu beschreiben: Es gibt so viel Verzweiflung, die Menschen sind traumatisiert“, sagte der Gesprächspartner. Es gebe keine funktionierende Infrastruktur mehr in der Region, „nicht genug zu essen, keine Medikamente, keine Sicherheit und kein Vertrauen“. Der größte Teil der Provinz sei die meiste Zeit von allen Kommunikationskanälen abgeschnitten, Internet und Stromversorgung seien eingeschränkt.

In der Provinz Tigray ist seit November ein Kampf zwischen Regierungstruppen und der „Volksbefreiungsfront von Tigray“ (TPLF) entbrannt. In die staatliche Militäroffensive schaltete sich auch das Nachbarland Eritrea ein. Ob der angekündigte Truppenabzug der eritreischen Streitkräfte mittlerweile erfolgt sei, sah das US-Außenministerium in einer jüngsten Mitteilung nicht als bewiesen an.

Ein Priester besucht eine Familie in der Region Tigray (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

Mehr als eine Million Menschen auf der Flucht

UN-Berichten zufolge sind innerhalb der Region mehr als eine Million Menschen auf der Flucht und über 2,3 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Berichte über Menschenrechtsverletzungen gegenüber Zivilisten häufen sich – darunter auch kirchliche Vertreter und Gläubige.

Auch der anonyme Gesprächspartner bestätigte, dass in seiner Gegend „drei katholische Pfarrer bedroht und geschlagen wurden“. Sämtliches Eigentum der Kirchengemeinden sei von Soldaten geplündert worden. „Hunderte Menschen wurden brutal ermordet.“

Trotz dieser verheerenden Situation „hat die Kirche nie aufgehört, ihrer Aufgabe nachzukommen“, betonte der Priester. Er war zunächst als Missionar in entlegenen Gebieten im Süden Äthiopiens tätig und wurde von KIRCHE IN NOT unterstützt. Bereits dort setzte er sich für den Frieden zwischen den verschiedenen Ethnien ein. Äthiopien besteht aus 120 Volksgruppen, die teilweise in Konflikt miteinander stehen.

Ordensschwestern in Äthiopien.

„Über Frieden und Versöhnung sprechen”

Auch jetzt während der Kämpfe in Tigray sei es notwendig, mit den Menschen über Frieden und Versöhnung zu sprechen, betont der Priester. Sein Wunsch ist es, ein Entwicklungsprojekt für Jugendliche auf die Beine zu stellen, „denn die Jugend ist das Rückgrat der gesamten Umwandlung der Gesellschaft, sowohl wirtschaftlich als auch geistlich. Wir müssen mit der Ausbildung junger Menschen beginnen.“

Trotz der großen Schwierigkeiten bei der Einreise in das Konfliktgebiet und bei der Kommunikation mit der Krisenregion unterstützt KIRCHE IN NOT die Priester der äthiopisch-katholischen Eparchie (Diözese) von Adigrat, die ganz Tigray umfasst, mit Messstipendien. Die Gaben für die Feier einer heiligen Messe sind eine wichtige Existenzhilfe für die Seelsorger und unterstützen ihre Arbeit in den Gemeinden.

„Beten Sie weiter und helfen Sie. Wir brauchen materielle und geistliche Unterstützung“, wandte sich der Priester an die Wohltäter von KIRCHE IN NOT. „Angesichts der schwierigen Situation, in der wir hier in Tigray leben, ist die Kirche aufgerufen, mehr denn je zu handeln.“

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Pfarrer Albert Toungoumale-Baba war einer von vielen Menschen, die am 1. Mai 2018 bei einem Angriff auf die Kirche „Unsere Liebe Frau von Fatima“ in der Hauptstadt Bangui ums Leben kamen.

Die Kirche wurde von einer bewaffneten Gruppe Männer angegriffen, als Pfarrer Albert Toungoumale-Baba gerade die heilige Messe in Gedenken an den heiligen Josef mit Gläubigen feierte. Die Angreifer warfen Handgranaten auf die Gemeinde, die 16 Menschen töteten – darunter auch Pfarrer Albert – und über 100 weitere Menschen verletzten.

Pfarrer Albert Toungoumale-Baba war ein unermüdlicher Kämpfer für Frieden in seinem Land.

Der Priester war ein unermüdlicher Kämpfer für Frieden in seinem Land und hatte tausende Flüchtlinge in seiner Gemeinde aufgenommen. In einer Nachricht, die er vor seinem Tod KIRCHE IN NOT und seinen Unterstützern zukommen ließ, hieß es: „Unser Land ist verwundet und bedürftig. Bitte betet für uns ohne Unterlass, so wie Jesus es uns gelehrt hat. Bitte betet jeden Tag für uns!”

KIRCHE IN NOT hat auf diese Attacke umgehend reagiert und den Betroffenen der Gemeinde Soforthilfe zukommen lassen. 2019 hat KIRCHE IN NOT die Ausbildung von 45 Seminaristen und angehenden Priestern unterstützt. Außerdem wurden Exerzitien für 50 Priester bezuschusst und eine katholische Radiostation in Bangui mit aufgebaut sowie viele weitere Projekte unterstützt, wie beispielsweise die Reparatur eines Wassertanks für das Priesterseminar und weiterer Wassertanks in Bangui.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein “Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe”, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer

Die Steyler Missionsschwester Veronika Theresia Rackova war eine Ärztin und die Direktorin des St.-Bakhita-Ambulanzzentrums in Yei in Südsudan. Am 16. Mai 2016 wurde an einer Straßenblockade der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), einer früheren Guerilla-Bewegung, die aufgrund der Unabhängigkeit Süd sudans 2011 an die Macht kam, auf sie geschossen.

Schwester Veronika saß am Steuer des Krankenwagens und wollte gerade eine hochschwangere Frau in das nächstgelegene Krankenhaus fahren. Vier Tage später starb sie in einem Krankenhaus an den Folgen ihrer Verletzungen.

Sr. Veronika wurde von der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), einer früheren Guerilla-Bewegung, angeschossen.

Die 58-jährige Ordensfrau, ursprünglich aus der Slowakei, widmete ihr Leben dem Dienst an den armen und bedürftigen Menschen.

Der Südsudan hat unter langen Bürgerkriegen zu leiden. Die Kirche in diesem Land braucht unsere Unterstützung. Aus diesem Grund unterstützt KIRCHE IN NOT eine Bandbreite verschiedener pastoraler, Bildungs-, Gesundheits- und Hungerhilfeprojekte, wie beispielsweise ein Projekt der Comboni-Missionare in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Yirol in der Diözese Rumbek im Zentrum des Landes.

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Zwei Wochen nach dem dschihadistischen Angriff auf die Stadt Palma im Norden Mosambiks hat der katholische Pfarrer António Chamboco noch keine Gewissheit über das Schicksal seiner Gemeindemitglieder. Chamboco war am 24. März, als der Angriff begann, gerade auswärts – das hat ihm möglicherweise das Leben gerettet. „Als ich von dem Angriff erfuhr, fühlte ich Traurigkeit und Schmerz. Ich arbeite seit einem Jahr in Palma und habe die Menschen dort liebgewonnen“, schilderte der Seelsorger im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.
Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Noch immer gelten viele Menschen als vermisst

Zunächst sei es noch möglich gewesen, Kontakt zu den eingekesselten Menschen zu halten, dann seien die Telefon- und Internetverbindungen zusammengebrochen. „Ich war in der ersten Phase des Angriffs mit zwei Koordinatoren unserer Gemeinde in Kontakt. Sie informierten mich, dass geschossen wird. Fünf Minuten später gab es keine Kommunikationsmöglichkeit mehr“, erzählt Chamboco. Der Pfarrer weiß nicht, ob seine Kirche und das Gemeindehaus noch stehen und was mit seinen Gemeindemitgliedern passiert ist. Tausende von Menschen sind noch immer verschollen.

Der Angriff auf Palma in der Provinz Cabo Delgado ist ein trauriger Höhepunkt einer Serie von dschihadistischen Angriffen, denen der Norden Mosambiks seit 2017 ausgesetzt ist. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Beobachtern zufolge rekrutieren sie sich überwiegend aus jungen Männern. Auch zum Angriff auf Palma bekannte sich der IS.

Dschihadistische Kämpfer in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Massaker an der Zivilbevölkerung

Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika. Medienangaben zufolge haben die Angriffe begonnen, als die Fortsetzung des Erdölprojekts verkündet worden sei. „Palma war ein wichtiger Ort. In der Region hatten zusätzlich zu den Einheimischen mehr als 40 000 Menschen Zuflucht gefunden, die vor früheren Angriffen in anderen Bezirken geflohen waren“, erklärt der Projektleiter für Mosambik in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“, Ulrich Kny.

Ein Videoclip, der „Kirche in Not“ zugesandt wurde und nach dem Angriff in Palma aufgezeichnet worden sein soll, zeigt enthauptete Menschen und verstümmelte Leichen. „Die Bilder sind schockierend. Wir können sie nicht teilen, weil sie durch ihre Brutalität die Menschenwürde verletzen“, sagt Kny. „Es zerreißt mir das Herz. Wie viele Tote braucht es noch, bevor die Welt reagiert?“

Jüngsten Berichten zufolge hat das Militär die Stadt Palma wieder unter Kontrolle gebracht, es werde jedoch in der Region weiterhin gekämpft. Die Stadt zählte vor dem Angriff rund eine halbe Million Einwohner. Es ist von Dutzenden Toten die Rede. Tausende Menschen ergriffen die Flucht. In ganz Mosambik gibt es laut UN-Flüchtlingshilfswerk über 670 000 Binnenvertriebene.

Ulrich Kny, Projektreferent für Mosambik bei KIRCHE IN NOT.

Flüchtlingsströme steigen weiter

„Kirche in Not“ unterstütze Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter, die sich dieser Menschen annehmen, erklärt Ulrich Kny: „Unser Hilfswerk versucht dort zu helfen, wo die Kirche vor Ort das Mögliche und oft das Unmögliche tut, um die humanitäre Krise zu lindern.“

„Kirche in Not“ hat Soforthilfen zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

„Angesichts der jüngsten Angriffe und der steigenden Flüchtlingsströme werden die Diözesen in der Region ihre Arbeit ohne Hilfe von außen nicht ausweiten können“, erklärte Ulrich Kny. „Wir müssen unsere Unterstützung für den Norden Mosambiks erhöhen. Beten wir für dieses Volk, das alles verloren hat. Die Welt kann dieses Drama nicht ignorieren.“

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Verwendungszweck: Mosambik

„Fast wöchentlich erreichen KIRCHE IN NOT neue Horrormeldungen aus Mosambik. Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit spielt sich dort eine humanitäre Katastrophe nach der anderen ab“, erklärt Ulrich Kny, der für das Land im Südosten Afrikas zuständige Projektreferent in der internationalen Zentrale unseres Hilfswerks.

Seit 2017 wird der Norden Mosambiks von dschihadistischen Angriffen überrannt. Die eigentlichen Absichten der Terroreinheiten liegen im Dunkeln, Beobachter vermuten eine Mischung aus wirtschaftlichen, politischen und religiösen Interessen.

Am 10. März stufte die US-Regierung die Gruppierung als Ableger des „Islamischen Staates“ (IS) sowie als globale Terrororganisation ein. Augenzeugen berichten US-Medien zufolge von Massenenthauptungen und unvorstellbarer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.

Ulrich Kny, Projektreferent bei KIRCHE IN NOT.

Während der dschihadistische Terror sich in der Region im Grenzgebiet zu Tansania immer weiter vorwärts frisst und das Flüchtlingselend vergrößert, wird das Land aktuell von der Corona-Pandemie gebeutelt.

„War die erste Welle noch vergleichsweise glimpflich verlaufen, sind die Zahlen der Infizierten seit Januar stark angestiegen. Die stark steigenden Todeszahlen sind besorgniserregend“, sagt der Projektreferent von KIRCHE IN NOT. Dazu kommt, dass sich Cholera-Infektionen weiter ausbreiten – eine Folge der katastrophalen hygienischen Zustände in den Flüchtlingscamps, in denen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt.

Kny berichtet von einem Gespräch mit der Ordensfrau Aparecida Ramos Queiroz, die in der Diözese Pemba im Norden Mosambiks für die Koordination der Hilfsprojekte zuständig ist. In der Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado und den umliegenden Gemeinden haben hunderttausende Flüchtlinge aus dem Norden des Landes Zuflucht gefunden. UN-Angaben zufolge waren bis Ende 2020 fast 670 000 Menschen auf der Flucht.

Flüchtlingstreck in der Provinz Cabo Delgado, einer der am stärksten betroffenen Regionen Mosambiks.

„Gewalt trifft die ganze Gesellschaft”

Von den 17 Distrikten der Provinz Cabo Delgado wurden mittlerweile neun angegriffen. Die Gewalt trifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die Christen, berichtete Schwester Aparecida: „Es werden muslimische wie christliche Einrichtungen angegriffen. Wir Christen sind nicht das Hauptziel der Aufständischen.“

Dennoch leidet auch die Kirche massiv unter den Folgen der Gewalt, schilderte die Ordensfrau: Mehrere Kirchen seien vollständig zerstört worden; sechs der insgesamt 23 Pfarreien des Bistums Pemba sind verwaist – die Lage ist zu unsicher, die meisten Gläubigen geflohen. Dennoch kümmern sich an einem der verlassenen Pfarrorte eine Schwester und ein junger Pfarrvikar um die Menschen, die selbst zur Flucht zu arm sind.

Schwester Blanca Nubia Zapata versorgt eine Mutter mit ihren kleinen Kindern.

Priester und Ordensleute kümmern sich um Flüchtlinge

„Mittlerweile hat die Regierung begonnen, die Flüchtlinge aus Pemba auf andere Orte in der Region umzusiedeln. Viele kommen privat unter, andere in neuen Flüchtlingssiedlungen“, beschreibt Ulrich Kny die Situation. Die meisten Priester und Ordensschwestern aus den Kampfregionen seien mit ihren Gläubigen geflüchtet.

„Sie versuchen nun dort, wo sie untergekommen sind, die Seelsorge unter den Flüchtlingen aus ihren Gemeinden fortzusetzen, und werden dabei von den kirchlichen Mitarbeitern vor Ort nach Kräften unterstützt.“

Weil trotz internationaler Hilfen eine akute Lebensmittelknappheit herrscht und viele Menschen Hunger leiden, hat KIRCHE IN NOT Nothilfen zur Verfügung gestellt. „Dank dieser Unterstützung können die Priester und Ordensleute vor Ort Lebensmittel an die Flüchtlinge verteilen“, berichtet Kny.

Hunderttausende Menschen sind vor der Gewalt geflohen und leben nun in großen Flüchtlingscamps.

Akute Lebensmittelknappheit

Ein weiteres Projekt widmet sich der psychosozialen Begleitung der Flüchtlinge, von denen die meisten nach dem unvorstellbaren Leid durch den Terror und durch die Flucht stark traumatisiert sind. Inzwischen wurden in Pemba über 120 pastorale Mitarbeiter und Freiwillige psychologisch geschult.

Über die Nothilfe hinaus finanziert KIRCHE IN NOT in Mosambik Existenzhilfen für Priester und Ordensleute und die Ausbildung von Seminaristen und angehenden Ordensschwestern, den Ausbau der kirchlichen Infrastruktur, die kirchliche Medienarbeit und anderes mehr.

Kny erklärt: „Die Kirche in Mosambik ist ein Anker der Hoffnung und der Nächstenliebe in einem Meer von Leid und Gewalt. Darum hat das Land für uns Priorität. Jede Unterstützung lindert das Leid der geschundenen und entwurzelten Menschen.“

Unterstützen Sie die Versorgung von Flüchtlingen und Vertriebenen in Mosambik!  Spenden Sie – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Seit 2003 gibt es in der Diözese Zomba im Süden Malawis ein Karmelitinnenkloster. Zur Zeit leben dort elf Schwestern, die sich ganz dem kontemplativen Leben widmen. Sie beten dort für das Heil der Welt und besonders für die Heiligung der Priester. Weitere junge Frauen möchten sich ihnen anschließen.

Die Gläubigen der Umgebung sind froh über die Anwesenheit der Schwestern und unterstützen sie gern, soweit es ihnen möglich ist. Allerdings sind die Menschen selbst arm. Acht Monate im Jahr herrscht Dürre. So teilen die Ordensfrauen das wenige, was sie haben, mit den Armen, die an ihre Tür klopfen.

Da in afrikanischen Ländern die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, muss ein Auto geländetauglich und strapazierfähig sein.

Die Karmelitinnen verdienen ihren bescheidenen Lebensunterhalt vor allem durch das Backen von Hostien. Anfangs gab es nur wenige Kunden, aber die Nachfrage stieg immer weiter, und inzwischen haben sie nicht nur Aufträge aus ihrer eigenen Diözese, sondern auch aus anderen Diözesen des südostafrikanischen Landes. Nun hatten die Schwestern aber ein Problem: Sie konnten die schweren Mehlsäcke, die sie benötigen, nicht transportieren, weil sie kein Auto zur Verfügung hatten. Manchmal half ihnen jemand beim Transport, aber das war nur eine Notlösung. Vorher hatten sie einen uralten Wagen gehabt, der jedoch im Laufe der Zeit immer mehr Reparaturkosten verursachte.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 25.570 Euro gespendet haben, konnten die Karmelitinnen sich nun einen neuen Wagen zulegen, mit dem sie das Mehl und alles, was sie sonst benötigen, transportieren können. Da in afrikanischen Ländern die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, muss ein Auto geländetauglich und strapazierfähig sein, sonst ist es bald hoffnungslos kaputt. Die Schwestern freuen sich über diese Hilfe und schreiben: „Wir sind sehr glücklich über dieses Auto. Gott segne Sie millionenfach und vergelte es Ihnen! Er, der in den Herzen liest, sieht, wie dankbar wir sind!“

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