
Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eine katholische gemeinnützige Einrichtung in Beirut, die durch die Wirtschaftskrise an den Rand des Zusammenbruchs gebracht wurde. Seit ihrer Gründung vor über sechzig Jahren kümmert sie sich um die am stärksten vernachlässigten Menschen, doch jetzt droht ihr die Schließung, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.
Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz liegt auf den Höhen von Beirut. Von dort aus kann man die Trümmer des Hafens sehen. Es beherbergt 800 Patienten, die an verschiedenen psychischen Krankheiten leiden. Sie alle benötigen spezifische und dauerhafte Hilfe. Das Krankenhaus ist ein großer Komplex mit mehreren Gebäuden. Es arbeiten dort mehr als 300 Personen, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal.
Die Einrichtung wurde 1952 vom seligen Pater Jacques Haddad gegründet, einem libanesischen Kapuzinerpater. Er starb 1954 und wurde am 22. Juni 2008 in Beirut seliggesprochen. Die Einrichtung geht auf ein Projekt zurück, das Pater Haddad nach dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen hatte. Hier konnte er sich um die vielen behinderten und psychisch kranken Menschen (oft Kinder) kümmern, die von ihren Familien verlassen worden waren. Der libanesische Kapuziner gründete das Krankenhaus vom Kreuz und 1930 die Kongregation der Franziskanerinnen vom Kreuz im Libanon.
Auf den Spuren ihres Gründers leiten die Franziskanerinnen heute 25 medizinische, soziale oder pädagogische Einrichtungen im gesamten Libanon. Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eines von ihnen. Von Anfang an hat sich die Einrichtung der Unterstützung der am meisten Benachteiligten verschrieben.

Kürzlich erhielten die 65 Ordensschwestern, darunter auch die Leiterin des Krankenhauses, Schwester Jeanette, Besuch von einer Delegation der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN). Zusammen mit anderen Organisationen unterstützt und finanziert KIRCHE IN NOT Projekte, die es der Einrichtung ermöglichen, ihre Patienten weiterhin zu versorgen. Die Wirtschaftskrise belastet die Einrichtung, die derzeit von ihren Reserven lebt und ohne internationale Solidarität nur wenige Monate überleben würde.
Das Krankenhaus braucht dringend Geld, um sein Personal zu bezahlen, seine Patienten zu ernähren und teure Medikamente zu kaufen, deren Preise sich durch die Abwertung des libanesischen Pfunds mehr als verdreifacht haben. Da der Strom nur eine Stunde pro Tag zur Verfügung steht, laufen die Generatoren des Krankenhauses auf Hochtouren und verbrauchen jede Woche fünfzehn Tonnen Treibstoff, wobei eine Tonne über 700 US-Dollar kostet.
Infolge der COVID-19-Pandemie war das Krankenhaus gezwungen, seine Kapazität von 1000 auf 800 Betten zu reduzieren. Vor der Pandemie leistete der Staat einen Zuschuss in Höhe von 2 US-Dollar pro Patient, also insgesamt 2.000 US-Dollar pro Monat. Obwohl diese Summe minimal und unzureichend war, stellte sie ein regelmäßiges Einkommen dar. Seit Sommer 2020 erhält das Krankenhaus jedoch überhaupt keine öffentlichen Mittel mehr. Der Kongregation bleibt keine andere Wahl, als um internationale Finanzmittel zu bitten, ohne die das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz gezwungen wäre, zu schließen. Dies wäre eine Katastrophe für die Patienten.

Als KIRCHE IN NOT Schwester Jeanette in Beirut traf, erklärte sie, dass bei einer Schließung des Krankenhauses die meisten Patienten auf der Straße landen würden. „Viele haben keine Familie mehr“, sagte sie. Noch schlimmer ist, dass viele Familien ihre Kinder im Krankenhaus zurücklassen und falsche Namen, Adressen und Telefonnummern angeben. Leider, so die Ordensschwester, betreffe dies oft die schwersten Fälle. Sie versicherte jedoch, dass sie ihr Bestes tun würde, um sicherzustellen, dass die Kinder in ihrer Not nicht allein gelassen werden, falls die Finanzierung ausbleibt und die Einrichtung geschlossen werden muss.
Das Pflegepersonal, das wie die überwiegende Mehrheit der Libanesen von der Krise nicht verschont geblieben ist, will seine Arbeit fortsetzen. Die Krankenschwestern stellen oft den einzigen Kontakt der Patienten mit der Außenwelt dar. Foutine, eine junge Krankenschwester, weist auf das Leid vieler Patienten im Krankenhaus hin. Sie sagt, sie betrachte ihre Arbeit als „Berufung“ und wehrt sich gegen den Gedanken, dass die Einrichtung aus Geldmangel geschlossen werden könnte.
Weder Foutine noch ihre Kolleginnen und Kollegen, von denen viele „Ersatzfamilien“ für diese Kinder sind, können sich nicht vorstellen, sie im Stich zu lassen.
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Verwendungszweck: Libanon
Kaplan Maria Raju Etcherla wurde vor drei Jahren zum Priester geweiht. In der Pfarre der heiligen Therese vom Kinde Jesus in Rajam ist er für die Betreuung der elf Außenstationen zuständig, die teilweise weit entfernt vom Sitz der Pfarre gelegen sind. Jeden Tag fährt er in eines der Dörfer.
Die Menschen dort sind arm, aber ihr Glaube ist stark. Sie sehnen sich danach, von einem Priester im Gebet und im geistlichen Leben angeleitet zu werden. Und der junge Priester hat viele Pläne: Vor allem die Jugendseelsorge liegt ihm am Herzen, denn oft sind die Jugendlichen alleingelassen mit ihren Problemen. „Manche haben nur Kinostars als Vorbilder“, sagt der Kaplan. Jugendgruppen, Gebetstreffen, Frauengruppen – das und noch vieles mehr möchte der junge Priester ins Leben rufen.

Nun war seine Arbeit bislang ohne ein Fahrzeug aber schwierig. Manchmal konnte er sich immerhin eines leihen. Ansonsten musste er jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorliebnehmen, was aber viel Zeit und Kraft kostete. Daher wagte er schließlich, mit der Unterstützung seines Bischofs an unsere Tür zu klopfen und um Hilfe für den Kauf eines Mopeds zu bitten.
Ihr habt Kaplan Maria Raju Etcherla nicht im Stich gelassen und habt ihm mit 1.000 Euro geholfen. Er schreibt uns: „Ich bin so glücklich und dankbar. Den Betrag habe ich erhalten und habe ein Moped für meinen priesterlichen Dienst gekauft. Ich freue mich sehr und danke Euch für Eure Großzügigkeit. Ich versichere alle Wohltäter meine Gebete. Bitte betet auch Ihr weiterhin für meinen Dienst als Priester!“
In Kasachstan sind die Katholiken eine kleine Minderheit (ein Prozent). Dennoch haben die Bischöfe des Landes verschiedene Botschaften an die Bevölkerung gerichtet, damit mit Gottes Hilfe die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwunden werden und Frieden und Harmonie in das Land zurückkehren.
Anlässlich des am 10. Jänner in Kasachstan ausgerufenen nationalen Trauertages hat Erzbischof Tomasz Peta in einer Fernsehansprache seine Mitbürger dazu aufgerufen, alles zu tun, um eine friedliche Lösung für die derzeitige Situation im Land zu finden.
In seiner dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vorliegenden, in russischer Sprache gehaltenen Botschaft, beklagt der Erzbischof der Erzdiözese der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana, dem bischöflichen Sitz der katholischen Kirche im Norden Kasachstans, die tragischen Vorfälle der letzten Wochen, in denen fast 200 Menschen bei Unruhen ums Leben kamen, die offenbar durch Proteste gegen steigende Kraftstoffpreise ausgelöst wurden.

„Wir trauern um die Opfer“, sagt er. Der Erzbischof bittet die Geistlichen der Erzdiözese, am Donnerstag, den 13. Jänner, die heilige Messe „für die Opfer und den Frieden in unserem geliebten Kasachstan“ zu feiern. Erzbischof Peta selbst wird die heilige Messe in diesem Anliegen in der Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe in der Hauptstadt Nur-Sultan feiern, die bis 2019 Astana hieß.
„Am Sonntag sprach Papst Franziskus nach dem Angelusgebet über die Ereignisse in Kasachstan. Er vertraute das Land dem Schutz der Muttergottes, der Königin des Friedens von Oziornoje, an. Dem Aufruf des Papstes folgend, wollen auch wir auf die Fürsprache der Patronin unseres Landes, der Königin des Friedens, um Frieden bitten“.
Laut den von „Kirche in Not“ befragten Quellen ist die Lage in Nur-Sultan derzeit recht ruhig, während in Almaty im Süden des Landes, wo die Auseinandersetzungen schwerwiegender waren, immer noch von Kommunikationsproblemen berichtet wird. Das Land hat seit Beginn der Vorfälle Probleme mit der Internet- und Mobilfunkverbindung.

Trotz dieser Schwierigkeiten konnte sich auch der Bischof von Almaty und Vorsitzende der kasachischen Bischofskonferenz, José Luis Mumbiela, dem Aufruf zum Gebet am nationalen Trauertag für die Opfer anschließen. „Hier in Almaty danken wir Ihnen allen für Ihre Gebete, Ihr Mitgefühl und Ihre Anteilnahme“, so der Bischof.
„Wir wollen in unseren Gebeten derer gedenken, die in der letzten Woche am meisten gelitten haben. In diesen Tagen und Nächten herrschte in Almaty aufgrund der Wetterbedingungen Nebel, aber auch im Inneren vieler Menschen war ein solcher Nebel“, so der Bischof in seiner auf Russisch verfassten Botschaft, die ebenfalls „Kirche in Not“ übermittelt wurde. Der Bischof beschreibt die aktuellen Ereignisse als einen Nebel, einen Dunst, der es schwierig macht, zu verstehen, was vor sich geht und wie es dazu kommen konnte. Er kommt aber zu dem Schluss, dass „die Menschen in Kasachstan, besonders in Almaty, so etwas nicht verdient haben“.
Zur aktuellen Situation in Almaty erklärt Bischof Mumbiela, dass „die Menschen langsam zu einem normalen Leben zurückkehren“.

Der Bischof von Almaty erinnert daran, dass die Weihnachtsfeiertage vorbei sind und in der Liturgie die gewöhnliche Zeit des Jahreskreises beginnt. Dabei betont er, dass dies die Zeit ist, in der die einfachen Menschen zum Handeln aufgerufen sind: „Wir sollen daran denken, dass der Friede in unseren Händen liegt und von uns abhängt. Selig sind, die Frieden stiften. Lasst uns nicht nur für den Frieden beten, sondern auch mit Gottes Hilfe Frieden für andere stiften“, sagt er. Und weiter: „Lasst uns gemeinsam versuchen, das Kasachstan wieder aufzubauen, von dem wir alle träumen, mit allen Menschen dieses Landes und dieser Stadt, ein internationales und interreligiöses Kasachstan, ein Kasachstan des Friedens und der Harmonie, ein Kasachstan, das Gott liebt und mit der besonderen Liebe der heiligen Maria, der Königin des Friedens dieser Nation, segnet“.
In seiner Botschaft dankt der Bischof auch denjenigen, die sich aufopferungsvoll für die Sicherheit des Volkes eingesetzt haben.
Bischof Adelio Dell‘Oro aus der Diözese Karaganda im zentralen Osten des Landes, erinnert seinerseits besonders an die Opfer seiner Diözese, „wo viele Menschen ihr Blut vergossen haben“. Er betont, dass „jedes menschliche Leben wertvoll ist und Gewalt nicht zu einer neuen Gesellschaft, einer neuen Welt führen wird“. In seiner ebenfalls auf Russisch verfassten Botschaft erklärt Dell‘Oro darüber hinaus, dass wahrer Friede ein Geschenk Gottes sei, das möglich sei, wenn die Menschen wahre Religiosität erlebten, „die uns das Verständnis vermittelt, dass wir alle Brüder und Schwestern sind“. „Dann können wir das Leben des anderen respektieren und einander vergeben. Wir können nur mit der Kraft Gottes verzeihen. Deshalb beten wir für alle Opfer und hoffen, dass die Lage in Frieden, mit Gerechtigkeit und zum Wohle aller gelöst wird“.
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Verwendungszweck: Kasachstan
Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat von Projektpartnern aus Indien Berichte erhalten, wonach extremistische Hindu-Gruppen an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen und christliche Einrichtungen vorgegangen sind. Wir sind zutiefst schockiert über diese Gewaltwelle, die sich leider in jüngster Zeit schon abgezeichnet hat. Indien, die größte Demokratie der Welt, wird für Christen und andere religiöse Minderheiten mehr und mehr zu einem Land der Unsicherheit und der Angst. Das setzt uns in Alarmbereitschaft.
Dr. Suresh Mathew, Herausgeber der katholischen Wochenzeitung „Indian Currents“, bestätigte dem Hilfswerk acht christenfeindliche Attacken an den Feiertagen. Diese gingen auf das Konto hindunationalistischer Kräfte, unter anderem der „Hindutva Brigade“. Sie gilt als militanter Arm der Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party), der auch der indische Premierminister Narendra Modi angehört. Nachdem die „Hindutva Brigade“ Medienberichten zufolge in jüngster Vergangenheit muslimische Einrichtungen attackiert habe, ging sie an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen vor.

Laut Mathew sei etwa im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Mob vor das Kloster „Mathridham Ashram“ in Varanasi gezogen. Die Menge skandierte „Church Murdabad“, auf Deutsch in etwa „Nieder mit der Kirche“ oder „Tod der Kirche“. In der Stadt Ambala im Bundesstaat Haryana hätten Extremisten eine Christusstatue beschädigt; in Silchar (Bundesstaat Assam) sei eine Christmette gestürmt und die Gläubigen bedroht worden. An mehreren Orten gab es Proteste gegen Weihnachtsfeiern an christlichen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen.
Irritationen hatten auch Berichte über die von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ ausgelöst. Die Ordensleitung bestätigte, dass ihr Verlängerungsantrag, um Spenden aus dem Ausland annehmen zu dürfen, nicht verlängert worden sei. Nach Angaben des indischen Innenministeriums sei die erneute sogenannte FCRA-Registrierung am 25. Dezember abgelehnt worden, weil die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt worden seien. In den vorhergehenden Monaten hatten nationalistische Gruppen den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ vorgeworfen, sie würden hinduistische Mädchen in Kinderheimen zur Konversion zwingen und religiöse Gefühle verletzen.

Einem im Oktober erschienenen Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge herrsche in 21 der 28 Bundesstaaten Indiens Christenverfolgung; bis September 2021 registrierte der Bericht 305 Gewalttaten gegen Christen oder christliche Einrichtungen. „Die organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich im ganzen Land aus“, erklärte A. C. Michael, einer der Mitherausgeber des Berichts vom „United Christian Forum“. Weitere Herausgeber waren die „Association for Protection of Civil Rights“ und die Gruppe „United Against Hate“. Der Bericht kritisiert, dass Polizei und Behörden zu zögerlich gegen die Täter vorgingen. Auch immer mehr christliche Frauen gerieten ins Visier der Fanatiker. „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation“, sagte Michael gegenüber „Kirche in Not“.
Christen machen rund 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. Die Kirchen engagieren sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderen wohltätigen Zwecken.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Indien
„Die Situation in Syrien ist sehr schlecht. Armut und Hunger breiten sich immer weiter aus. Die meisten Familien haben noch nicht einmal eine Mahlzeit am Tag.” Das berichtet Schwester Annie Demerjian aus Damaskus in einer Nachricht an KIRCHE IN NOT.
Die Ordensschwester ist eine langjährige Projektpartnerin von KIRCHE IN NOT, die bereits so viel für benachteiligte Familien in Syrien auf die Beine gestellt hat.
KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit die Verteilung von Winterkleidung als Weihnachtsgeschenk an 30 000 Kinder in Syrien – und Ihre Hilfe kommt an.

Schwester Annie Demerjian schreibt weiter: „Wir, die Schwestern von Jesus und Maria, versuchen, so gut es geht zu helfen. Mit Unterstützung einer Hilfsorganisation verteilen wir Lebensmittelgutscheine an einige besonders arme Familien, die keinen Ernährer haben.
In den derzeitigen Ferien haben wir Schwestern besonders viel zu tun. Wir verteilen als Weihnachtsgeschenk Kleidung an rund 30 000 Kinder in Syrien. Manchmal sind wir bei der Verteilung auch selbst vor Ort. So sehen wir direkt die Freude der Kinder und der Familien über die Geschenke in diesen gesegneten Tagen.
Durch die Zusammenarbeit mit einer Organisation verteilen wir auch Bargeld an einige arme Familien, damit sie sich Brennstoff für den harten Winter kaufen können.

Wie Sie wissen, leiten wir das Selige-Dina-Belanger-Zentrum. Vor einigen Tagen veranstalteten rund 80 junge Menschen eine wichtige und große Feier vor Weihnachten, die sogar live in den sozialen Medien übertragen wurde.
Es freut uns, dass es Brüder und Schwestern im Ausland gibt, die unser Anliegen teilen und an uns denken, besonders an diesen gesegneten Festtagen.
Christliche Familien in Syrien bereiten für Weihnachten und Neujahr besondere Spezialitäten zu, wie zum Beispiel kibbeh (Fleisch und Bulgur), yabrag (Gefüllte Weinblätter mit Reis und Fleisch) oder Reis und Erbsen mit Fleisch. Doch nun können sich die Familien keines von diesen Essen leisten und müssen Reis und Erbsen ohne Fleisch kochen.
Wir hoffen, dass im nächsten Jahr der Frieden kommt und keiner mehr bedürftig, arm oder hungrig sein muss.”
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Syrien

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) gehört zu den Unterstützern des neuen Gotteshauses, das auch als Meilenstein im christlich-muslimischen Dialog gilt. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass am Tag vor der Kirchweihe der bahrainische König, Scheich Hamad bin Isa Al Chalifa, den neuen Gebäudekomplex eröffnet. König Al Chalifa gehört zu den größten Förderern des Projekts und hat der katholischen Gemeinschaft auch den Baugrund zur Verfügung gestellt. Die kirchliche Weihe an diesem Freitag wird Louis Antonio Kardinal Tagle, Präfekt der Vatikan-Kongregation für die Evangelisierung der Völker, vollziehen.
Die Kathedrale „Unsere Liebe Frau von Arabien“ ist der neue geistliche Mittelpunkt für die christliche Minderheit des Apostolischen Vikariats für das Nördliche Arabien. Das Vikariat umfasst neben Bahrain auch Kuwait, Katar und Saudi-Arabien. Auf der Arabischen Halbinsel leben etwa 2,5 Millionen Katholiken; die meisten von ihnen sind Wanderarbeiter verschiedener Nationen und Kulturen. Ihr geistliches Oberhaupt ist Bischof Paul Hinder, ein gebürtiger Schweizer Kapuziner. Er hat im Mai 2020 zusätzlich zu seinem Amt als Apostolischer Administrator für das Südliche Arabien auch die Verantwortung für die katholischen Gemeinden im Nördlichen Arabien übernommen, nachdem der dortige Administrator, Bischof Camillo Ballin, verstorben war. Ballin war der Motor hinter dem Bauprojekt.

„Die neue Kathedrale ist ein wichtiger Schritt in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat, und sie zeugt auch von der wachsenden Zahl der Katholiken auf der Arabischen Halbinsel“, erklärte Regina Lynch, Projektdirektorin am Sitz der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus. „Bisher gab es nur fünf offiziell anerkannte Kirchen für die Gläubigen in einer Region, die fast so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen.“ In Bahrain, wo etwa 90 000 Katholiken leben, existierten bislang nur eine Kirche in der Hauptstadt Manama und eine Kapelle in einem Vorort. Dort mussten über das Wochenende bislang 25 heilige Messen gefeiert werden, um allen Gläubigen die Teilnahme zu ermöglichen. Die Gottesdienste waren stets überfüllt.
Auch viele Christen verschiedener Riten aus Saudi-Arabien und anderen Ländern kämen nach Bahrain, um dort ihren Glauben zu praktizieren und die Sakramente zu empfangen, erklärte Lynch: „Auf der gesamten arabischen Halbinsel, insbesondere aber in Saudi-Arabien, ist die öffentliche Ausübung des Christentums stark eingeschränkt. Christen können sich nur in ausländischen Botschaften oder Privathäusern treffen. Deshalb ist die neue Kathedrale in Bahrain auch ein wichtiges Hoffnungssignal für die Christen in anderen Ländern der Region.“

Für den Leiter des Bauprojekts, Dompfarrer Saji Thomas, ist das neue Gotteshauses „ein Paradebeispiel für religiöse Harmonie und Toleranz und ein großartiges Beispiel für friedliche Koexistenz“, wie er gegenüber „Kirche in Not“ erklärte. Bahrain fährt im Vergleich zu den anderen Staaten der Arabischen Halbinsel einen toleranteren Kurs gegenüber der christlichen Minderheit. Bereits die erste katholische Kirche der Neuzeit war 1939 in Bahrain errichtet worden, auch damals hatte der Emir ein Grundstück zur Verfügung gestellt.
Dennoch sei die Lage der Christen in Bahrain schwierig, erklärte Projektdirektorin Regina Lynch: „Nicht wegen der Regierung, sondern weil sie ihre Heimatländer, ihre Familien und Freunde verlassen haben.“ Die Mitglieder der katholischen Gemeinde in Bahrain stammen nach Angaben des Apostolischen Vikariats vorrangig aus Indien, Pakistan, Sri Lanka, von den Philippinen, aus dem Libanon, Jordanien, aber auch aus afrikanischen und südamerikanischen Staaten. „Viele dieser Migranten leben allein und unter armseligen Umständen“, sagte Lynch. Die Corona-Pandemie und wirtschaftliche Krisen hätten die Situation für viele Menschen noch schlimmer gemacht. „Sie brauchen eine spezielle Begleitung und Fürsorge, sonst gehen sie verloren.“
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„Die Bedrohung für die religiösen Minderheiten wie die Christen in Pakistan hat zugenommen, seitdem die Regierung den Sieg der Taliban in Afghanistan unterstützt.“ Dies erklärte Kamilianer-Pater Mushtaq Anjum in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Anjum ist aktuell der einzige Angehörige seines Ordens in Pakistan.
Es gebe zahlreiche Verbindungen zwischen afghanischen und pakistanischen Fundamentalisten, so der Ordensmann: Mehrere Mitglieder des neuen Taliban-Kabinetts hätten am islamistischen Seminar Darul Uloom Haqqania im Nordwesten Pakistans studiert. „Ich befürchte, dass viele Taliban nach Pakistan zurückkehren werden, was pakistanische Terrorgruppen zu verstärkten Anschlägen veranlassen wird“, sagte Pater Mushtaq.
Pakistan sei seiner Meinung nach anfälliger für Fundamentalismus als andere islamische Länder. Der Ordensmann hat einige Jahre in Indonesien gearbeitet.

Auch dort gebe es ein Blasphemiegesetz, das die Herabwürdigung des Islam oder des Propheten Mohammed unter Strafe stelle. „Aber die Rechtsstaatlichkeit wird insgesamt gewahrt. Leider ist Pakistan ein islamischer Staat, in dem das Blasphemiegesetz vorwiegend gegen arme und wehrlose Menschen angewandt wird“, betonte Pater Mushtaq.
Die Islamische Republik Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen. „Viele Menschen erheben falsche Anschuldigungen, um Rache zu üben oder sich das Eigentum des Beschuldigten anzueignen“, kritisierte Pater Mushtaq im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.
Beobachter weisen seit Langem darauf hin, dass Anklagen, Prozessführung und Haftbedingungen bei Anklagen wegen vermeintlicher Blasphemie rechtsstaatlichen Standards widersprechen. Zu diesem Schluss kommt auch eine Resolution des Europäischen Parlaments von Ende April 2021.

Die Abgeordneten fordern Pakistan unter anderem zur Abschaffung von Todesstrafe und lebenslanger Haft in den Blasphemiegesetzen auf. Andernfalls sollten die Pakistan gewährten Handelsvorzüge auf den Prüfstand gestellt werden.
Pater Mushtaq begrüßt die Resolution des Europäischen Parlaments und fordert mehr internationalen Druck: „Die Staats- und Regierungschefs sollten die mangelnde Achtung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit in Pakistan wie Afghanistan mit größerer Wachsamkeit verfolgen.“ In beiden Ländern sei der Hass auf westliche Länder mit christlicher Bevölkerungsmehrheit weit verbreitet.
„Sowohl Afghanistan als auch Pakistan betrachten die Vereinigten Staaten und die mit ihnen verbündeten Länder als Feinde. Dass die religiösen Minderheiten in Pakistan und Afghanistan ein unterdrücktes Leben führen, ist vor allem von den Taliban verschuldet“, sagte der Ordensmann.
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Ein großer Teil der Mittel wird für Bau- und Wiederaufbauprojekte, für Bildung und religiöse Ausbildung verwendet werden, aber auch für als Beitrag für Mieten, Grundnahrungsmittel und medizinische Hilfe. Ohne Hilfsprogramme wie diese besteht die ernste Gefahr, dass die Christen die Region für immer verlassen.
Das päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) wird Projekte in Syrien und im Libanon im Wert von fünf Millionen Euro finanzieren, um den dortigen christlichen Gemeinschaften zu helfen, die unter zunehmend schwierigen Bedingungen leben.

Da Syrien noch immer in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg gefangen ist und der Libanon mit einer extremen finanziellen, sozialen und politischen Krise zu kämpfen hat, die durch die Explosion des Hafens von Beirut im Jahr 2020 und das jüngste Wiederaufflammen der Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen noch verschärft wurde, sind viele Christen versucht, ihre Heimat zu verlassen, wie es bereits Hunderttausende getan haben.
In einem kürzlich mit KIRCHE IN NOT geführten Interview erklärte der Patriarch der syrisch-katholischen Kirche, Joseph Younan III deutlich, dass die Präsenz der Christen in der Region bald enden könnte, wenn sich die Lage nicht radikal verbessert. „Wir haben große Angst, dass, wenn diese Krise anhält, die Christen im Libanon und im gesamten Nahen Osten in ein paar Jahren verschwunden sein werden. Normalerweise kehren die Christen nicht zurück, wenn sie weggehen, so, wie es im Irak, in Syrien und in der Türkei geschehen ist.“

Um dieses tragische Szenario abzuwenden, hat KIRCHE IN NOT gerade eine Reihe neuer Projekte genehmigt, die Christen in Syrien und im Libanon Soforthilfe leisten, damit sie ihr tägliches Leben meistern und wieder Hoffnung schöpfen können, in ihren Ländern zu bleiben.Tyr werden zum Beispiel in den nächsten acht Monaten Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt.
Syrien – wo viele Christen von weniger als einem Dollar pro Tag leben und KIRCHE IN NOT seit vielen Jahren materielle und finanzielle Unterstützung leistet – ist einer der Hauptbegünstigten dieser Projekte. Sie umfassen die Finanzierung von Essensprogrammen für ältere Menschen, Brennmaterial für die Zentralheizung eines Wohnheims für junge Studentinnen, Geld für einen sechsmonatigen Vorrat an Medikamenten und die täglichen Lebenshaltungskosten für Familien und viele andere Initiativen, darunter auch Stipendien für Studenten.Tyr werden zum Beispiel in den nächsten acht Monaten Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt.
Ein spezielles Projekt zielt darauf ab, jungen, frisch verheirateten Paaren zu helfen- eine Notwendigkeit, die KIRCHE IN NOT-Projektdirektorin Regina Lynch nach einem kürzlichen Besuch in Syrien kommentierte: „Viele junge Menschen heiraten nicht, weil sie es sich nicht leisten können, ein gemeinsames Zuhause einzurichten. Das ist eine Situation, die auch den Bischöfen Sorgen bereitet, denn sie wissen, dass die Gläubigen nicht heiraten, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Wir sind dabei, ein Projekt in Aleppo auszuarbeiten, das darin bestehen wird, Paaren genug Geld zu geben, um die Grundkosten für die Schaffung eines gemeinsamen Zuhauses zu decken oder die Miete einer Wohnung für zwei Jahre zu bezahlen.“Tyr werden zum Beispiel in den nächsten acht Monaten Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt.
Die verheerende Lage im Libanon hat KIRCHE IN NOT dazu veranlasst, seine Hilfe für das Land ab August 2020 zu erhöhen. Während bis zu diesem Zeitpunkt die meisten Mittel für den Libanon zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge bestimmt waren, sind es nun die Libanesen selbst, die Hilfe benötigen. Zu den Projekten im Libanon gehören Lebensmittelpakete für bedürftige Familien, Heizmaterial für andere, um den strengen Winter zu überstehen, sowie Messstipendien zur Unterstützung des Klerus. In Zusammenarbeit mit der maronitischen Erzdiözese Tyr werden zum Beispiel in den nächsten acht Monaten Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilt.

Die Christen im Libanon und in Syrien gehören verschiedenen Gemeinschaften und Konfessionen an. Neben verschiedenen katholischen Riten gibt es auch eine Vielzahl von orthodoxen Kirchen. Die ökumenischen Beziehungen sind im Allgemeinen sehr gut, und die meisten Projekte kommen Christen aller Konfessionen zugute. Mit diesen Hilfspaketen wird ein Teil der Mittel direkt an orthodoxe Kirchen gehen, darunter die griechisch-orthodoxe und die syrisch-orthodoxe Erzdiözese sowie die armenisch-apostolische Kirche in Aleppo.
„Papst Franziskus hat oft von einer Ökumene des Blutes gesprochen. Angesichts so vieler Schwierigkeiten und Verfolgungen scheinen die dogmatischen und theologischen Unterschiede zwischen diesen Gemeinschaften fast irrelevant zu sein, wenn man sie mit dem gemeinsamen Zeugnis der Liebe zu Christus und für eine dauerhafte christliche Präsenz vergleicht. Wir freuen uns sehr, unseren griechisch-orthodoxen und armenisch-apostolischen Brüdern und Schwestern in Aleppo zu helfen, indem wir einige ihrer Projekte finanzieren und so dazu beitragen, die reiche Vielfalt der christlichen Traditionen in Syrien zu bewahren“, sagt Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.
Fast 1,5 Millionen Euro der Gesamtsumme für beide Länder sind für Restaurierungs- und Bauprojekte vorgesehen, mit denen u. a. Gemeinden, Schulen und Ordensgemeinschaften die materiellen Voraussetzungen für die Durchführung ihrer Mission erhalten. Darüber hinaus sind rund 1,1 Millionen Euro für Bildungsprojekte vorgesehen, um der Bedeutung der Schulbildung und der Glaubenserziehung für junge und erwachsene Christen Rechnung zu tragen.

„KIRCHE IN NOT engagiert sich seit einigen Jahren sehr stark in dieser Region. Obwohl wir unseren Einfluss nicht nutzen können, um Frieden oder Stabilität zu erzwingen, können wir mit den Spenden, die uns unsere Wohltäter großzügig zur Verfügung stellen, dazu beitragen, die Bedingungen zu schaffen, um die christliche Präsenz in diesem Teil des Nahen Ostens am Leben zu erhalten. Die Christen leben seit 2000 Jahren in diesen Gebieten, aber wenn wir jetzt nicht helfen, könnte ihr Erbe bald nur noch ein Relikt sein“, sagt Thomas Heine-Geldern.
Christen stellten früher die Mehrheit der Bevölkerung im Libanon und etwa 10 % in Syrien. Jahre der Instabilität haben jedoch viele dazu veranlasst, den Libanon zu verlassen und Frieden, Freiheit und bessere wirtschaftliche Bedingungen im Westen oder in den Golfstaaten zu suchen.
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Verwendungszweck: Syrien, Libanon
Regina Lynch, Projektleiterin bei KIRCHE IN NOT (ACN) International, spricht nach einer Reise zur Beurteilung der Lage und zur Bewertung neuer Hilfsprojekte über ihre Erfahrungen im Libanon und in Syrien.
Beschreiben Sie bitte die Lage im Libanon. Was haben Sie dort erlebt?
Die Menschen sind verzweifelt, so kann ich meinen traurigen Eindruck zusammenfassen. Es wird immer schlimmer. Wir waren bereits im vergangenen Jahr in Beirut, aber diesmal konnten wir den Niedergang und die Verzweiflung wirklich sehen. Dasselbe gilt für Syrien: Vor der Krise lebten in Aleppo schätzungsweise 300 000 Christen verschiedener Konfessionen. Jetzt, sagen einige, seien es nur noch 30 000.
Warum verlassen Ihrer Meinung nach auch die Libanesen, insbesondere die Christen, ihr Land?
Es ist sehr dramatisch. Viele der Christen, mit denen wir gesprochen haben, wollen weg – oder, wenn nicht sie, dann ihre Bekannten oder Verwandten. Die Menschen haben wirklich große Schwierigkeiten, zu überleben. Es fehlen ihnen die grundlegenden Güter. Vor der Krise verdiente ein Lehrer zwischen 1.700 und 2.000 US-Dollar im Monat. Heute, angesichts der Inflation und der Abwertung des libanesischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar, liegt sein Gehalt bei höchstens 120 bis 150 US-Dollar.

Wie ist die Lage in Syrien?
In Syrien sind die Menschen sichtlich müde, sehr müde. Sie befinden sich seit zehn Jahren in einer äußerst schwierigen Situation. Im Nordwesten wird weiterhin gekämpft. Obwohl wir bei unseren Besuchen in Damaskus, Homs und Aleppo keine Unsicherheit verspürten, ist die Zerstörung gewaltig. Die Syrer fragen sich, wie sie das Land wiederaufbauen können und wer ihnen dabei helfen wird. Aber vorher muss erst einmal Frieden einkehren.
Verschiedene Leute sagten uns: „Während des Krieges hatten wir zumindest die Aussicht, dass der Krieg irgendwann zu Ende sein würde, aber was für eine Zukunftsperspektive haben wir jetzt?“ Sie versuchen, mit einem US-Dollar pro Tag zu überleben. Das ist unvorstellbar in einem Land, in dem vor dem Krieg ein großer Teil der Bevölkerung recht komfortabel leben konnte.
Können Sie ein Erlebnis schildern, das Sie während der Reise besonders beeindruckt hat?
Eine Mitarbeiterin eines unserer Projektpartner zeigte mir auf ihrem Handy Bilder, die sie aus ihrer Wohnung aufgenommen hatte. Darin war ein kleines Mädchen zu sehen, das in einem großen Mülleimer den Müll durchwühlte und ihrer Mutter Dinge daraus reichte. Die Schwester, die uns begleitete, bat sie: „Wenn du das nächste Mal so etwas siehst, geh bitte hin und gib ihr Geld. Ich werde dir das Geld später zurückzahlen.“ So etwas zu sehen, zerreißt einem das Herz.

Wie wirkt sich diese Situation auf junge Menschen aus?
Wir müssen ihnen Hoffnung und Unterstützung geben. Aus diesem Grund werden wir bald ein Projekt für junge, frisch verheiratete Paare in Syrien starten. Viele Menschen heiraten nicht, weil sie es sich nicht leisten können, um gemeinsam in einer Wohnung zu leben. Das ist auch eine Situation, die die Bischöfe beunruhigt. Das Projekt, an dem wir in Aleppo arbeiten, wird jedem Paar genug Geld zur Verfügung stellen, damit es zwei Jahre lang die Miete für eine Wohnung bezahlen oder den Grundbedarf an Lebensmitteln decken kann.
KIRCHE IN NOT (ACN) hat im Jahr 2021 den Libanon und Syrien mit insgesamt mehr als 100 Projekten im Wert von fünf Millionen Euro unterstützt. Diese Projekte umfassen Soforthilfen für die Deckung des Grundbedarfs an Lebensmitteln, Medikamente, Existenzhilfe für Ordensschwestern, Mess-Stipendien für Priester und den Wiederaufbau von Seelsorgestrukturen.

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Am 12. November 2019 wurde der armenisch-katholische Priester Hovsep Bedoyan, Gemeindepfarrer von Kamischli und al-Hasaka in Syrien, zusammen mit seinem Vater ermordet. Sie wurden in einen Hinterhalt gelockt, als sie mit dem Auto durch den Busayrah-Distrikt von al-Hasaka nach Deir ez-Zor fuhren.
Mit ihnen im Auto fuhr auch der Diakon Fadi Sano, der schwer verwundet wurde. Die Männer waren unterwegs, um die Fortschritte der Renovierung einer armenisch-katholischen Kirche in Deir ez-Zor anzuschauen.

Pfarrer Bedoyan, ein verheirateter Priester des armenischen Ritus, hinterlässt eine Frau und drei Kinder.
Im Krieg in Syrien wurden mehr als 1200 Besitztümer der Kirche zerstört. Wie Pfarrer Bedoyan schließt sich auch KIRCHE IN NOT dem Wunsch an, kriegszerstörte Kirchen wiederaufzubauen. Im Jahr 2018 finanzierte KIRCHE IN NOT zum Beispiel den Wiederaufbau der armenisch-katholischen Kathedrale in Aleppo.
Schon lange haben sich die Gläubigen in dem Dorf Noyanagar eine neue Kapelle gewünscht. Denn die winzige Lehmkapelle, die sie vor fast 30 Jahren selbst errichtet hatten, ist viel zu klein für die wachsende Gemeinde. Außerdem haben die Mauern Risse, und auch durch das Dach dringt der Regen ein. In der Regenzeit ist es nicht möglich, dort Gottesdienste abzuhalten. Die Pfarrkirche ist aber elf Kilometer weit entfernt. Der Fußmarsch ist zu weit.
Die Einwohner gehören zu dem Volksstamm der Sandal, der ursprünglich einer Naturreligion angehört. Aber die meisten Menschen in dem Dorf sind schon lange katholisch. Sie sind sehr arm und leben nur von der Hand in den Mund, sie sind aber zufrieden mit dem wenigen, was sie haben, und danken Gott dafür. Sie stehen sehr stark im Glauben und nehmen intensiv am kirchlichen Leben teil. Die liturgischen Feste werden mit tiefer Andacht gefeiert.

Dafür brauchen sie aber ein geeignetes Gotteshaus. Bislang konnten sie jedoch die notwendigen Mittel dafür nicht aufbringen. Aber unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen: 10.500 Euro sind zusammengekommen, damit die Gemeinde in Noyanagar eine bescheidene, aber solide Kapelle errichten können. Die Freude ist riesig, und die Menschen aus der Gemeinde helfen beim Bau mit. Schon jetzt können sie es kaum erwarten, dass das Gotteshaus endlich fertig wird!
“Es wird eine große Freude für die Gläubigen und die ganze Gemeinde des Dorfes Noyanagar sein, in Ruhe beten zu können. Sie werden den christlichen Werten mehr zugetan sein. Die Sonntagsmesse und die anderen Andachten werden fruchtbarer sein. Den Wohltätern, die ein freundliches Herz haben und uns ihre hilfreiche Hand ausstrecken, um diese Kapelle zu bauen, wird die gläubige Gemeinde von Noyanagar immer dankbar sein“, schreibt Pater Narayan Singh.
Herzlichen Dank allen, die geholfen haben!
Akash Bashir war ein junger Mann von Anfang 20, ein ehemaliger Schüler der Don-Bosco-Schule in Lahore in Pakistan, der am 15. März 2015 sein Leben verlor, als er seine Gemeinde vor einem drohenden Attentat retten wollte.
Er versah seinen Dienst als freiwillige Sicherheitskraft außerhalb der Kirche St. Johannes im Distrikt Youhanabad in Lahore, als ein eigenartig wirkender Unbekannter versuchte, sich Eingang zur Kirche zu verschaffen. Akash entdeckte den Bombengürtel des Fremden und hinderte ihn daran, die Kirche zu betreten. Sekunden später, als der Versuch, den Attentäter zu stoppen, gescheitert war, stürzte sich Akash auf den Attentäter, der daraufhin seinen Gürtel zündete.
Akash bezahlte die Rettung der Gläubigen, die sich gerade in der Kirche befanden, um die heilige Messe zu feiern, mit seinem Leben.
Viele Christen in Pakistan sind aufgrund ihres Glaubens Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Trotz der harten Bedingungen, der großen Armut und der sozialen Ausgrenzung, der sie ausgesetzt sind, bewahren sie dennoch unbeirrt ihren Glauben. Dennoch brauchen sie unsere Hilfe, besonders die jungen Menschen. Aus diesem Grund finanziert KIRCHE IN NOT Projekte des Jugendapostolats in Lahore und Faisalabad.