Afrika Archive - Seite 12 von 14 - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Afrika

Afrika

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 254 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Zum dritten Jahrestag der Entführung der Christin Leah Sharibu erinnerte der protestantische Missionar Gideon Para-Mallam im Gespräch mit KIRCHE IN NOT an das Schicksal des Mädchens. „Einige Nachrichten, die ich über Leah erhalten habe sind beunruhigend. Die gute Nachricht jedoch ist, dass Leah noch am Leben ist“, erklärte Para-Mallam, der in engem Kontakt mit der Familie des Mädchens steht.

Leah besuchte ein staatliches Internat in Dapchi im Bundesstaat Yobe im Nordosten Nigerias, 75 Kilometer von der Grenze zu Niger entfernt. Yobe und der angrenzende Bundesstaat Borno gelten als Hochburgen von Boko Haram und weiterer Splittergruppen.

Am 19. Februar 2018 wurde Leah zusammen mit 109 Mitschülerinnen von Kämpfern der ISWAP-Miliz („Islamischer Staat von Westafrika“) verschleppt. Damals war sie 14 Jahre alt. Acht Schülerinnen starben in der Gefangenschaft, die anderen Mädchen wurden freigelassen – bis auf Leah. „Leah wurde festgehalten, weil sie sich weigerte, ihrem Glauben an Christus abzuschwören“, sagte der Pastor.

Der protestantische Missionar Gideon Para-Mallam steht in engem Kontakt mit den Eltern des entführten Mädchens.

Aufenthaltsort des Mädchens unbekannt

Im Herbst 2018 tauchte ein Video auf, in dem Leah um ihre Freilassung bat; auch konnte sie ihre Eltern nochmals kontaktieren. „Das war das letzte Mal, dass wir direkt von ihr gehört haben.“ Erst wieder im Januar 2020 habe es wieder ein Lebenszeichen von Leah gegeben.

Auch sei unklar, wo das Mädchen festgehalten wird. „Denken Sie daran, dass ihre Entführer erklärten, dass Leah und andere Sklavinnen auf Lebenszeit sein würden. Sie wurden anschließend mit einigen der Befehlshaber verheiratet“, erklärte Para-Mallam.

Berichten, Leah sei mittlerweile zum Islam konvertiert, hielt der Pastor entgegen: „Wäre dies eine freiwillige oder erzwungene Konversion? Vergessen Sie nicht, dass Leah in erster Linie festgehalten wurde, weil sie sich im jungen Alter von 14 Jahren entschied, ihrer christlichen Überzeugung treu zu bleiben. Was für eine Heldin des Glaubens Leah ist!“

Demonstration für Leah und andere entführte Frauen in Nigeria (Foto: Catalyst for Global Peace and Justice).

Zahlreiche Mädchen und Frauen in Nigeria verschleppt

Leider ist Leahs Schicksal kein Einzelfall, erinnerte der Geistliche: „Außer Leah sind noch einige der Chibok-Mädchen unauffindbar.“ Bereits im April 2014 waren in Chibok im Bundesstaat Borno 276 Schülerinnen von Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Ihr Schicksal hatte international Bestürzung ausgelöst. Mittlerweile gelten noch immer rund 100 Mädchen als vermisst. Erst am 17. Februar 2021 waren in Kagara im Bundesstaat Niger im Westen Nigerias 27 Schulkinder verschleppt worden.

„Mir scheint, dass es in Nigeria zu viele rechtsfreie Räume gibt und unsere Integrität als Nation daher gefährdet ist“, fasste Gideon Para-Mallam zusammen und appellierte an die Weltgemeinschaft: „Es geht nicht nur um Leah Sharibu, sondern um unsere gemeinsame Menschlichkeit. Lasst uns über die Grenzen hinweg zusammenkommen und handeln!“

In vielen Teilen Nigerias herrscht blutige Gewalt. Foto: KIRCHE IN NOT

Letztes Jahr hat Afrika zum zweiten Mal in Folge einen traurigen Rekord gebrochen: Es war der Kontinent mit den meisten Morden an Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Mitarbeitern. Die Ausmaße der Verfolgung von Christen in Afrika ist so groß, wie der Kontinent selbst. Einer von sechs Christen in Afrika leidet unter Verfolgung. Zusätzlich zur Verschärfung der schweren wirtschaftlichen und sozialen Nöten durch die Coronavirus-Pandemie, werden Christen von extremistischen religiösen Gruppen bedroht, verfolgt und oft getötet.

Die Auswirkungen eines Lebens unter der ständigen Bedrohung durch Terrorismus und Angst sind lähmend. Sie verursachen tiefes seelisches Leid. Tausende von Menschen brauchen Unterstützung, und sie wenden sich an die Kirche, an Ordensschwestern und Priester, um Trost zu finden.

Nigeria leidet unter einer Terrorkampagne.

Tausende Christen in Afrika sind Opfer von religiöser Verfolgung. KIRCHE IN NOT den verfolgten und notleidenden Christen in Afrika. Ihre Hilfe ist wichtig, damit der Glaube in Afrika lebendig bleiben kann. Unterstützen Sie eines unserer Projekte, damit Christen ein besseres Leben haben können. Helfen Sie noch heute mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Verfolgte Christen in Afrika

Seit 1910 sind Missionsfranziskanerinnen Unserer Lieben Frau in Äthiopien tätig. Heute sind es 76 Schwestern, die in verschiedenen Teilen des Landes in der Gesundheitsfürsorge, in der Erziehung und in der Katechese aktiv.

Zwölf Schwestern leben in dem kürzlich gegründeten Altenheim der Ordensgemeinschaft. Sie sind zwischen 78 und 90 Jahren alt. Ihr ganzes Leben haben sie in sehr armen Gegenden als Krankenschwestern, Apothekerinnen, Lehrerinnen, Katechetinnen gearbeitet oder waren in ihrer Gemeinschaft für die Ausbildung der jungen Schwestern und für die Durchführung von Projekten verantwortlich oder fungierten Verwalterinnen oder Ordensobere.

Unsere Wohltäter haben geholfen, damit die alten, pflegebedürftigen Schwestern nun nach einem langen und aufopferungsvollen Leben selbst die Pflege erfahren, die sie benötigen.

Schwester Margareth, die für das Schwesternaltenheim verantwortlich ist, schreibt uns: “Wir sind sehr stolz auf unsere betagten Schwestern, die dem Herrn und Seinem Volk viele Jahre lang mit ganzem Herzen und ganzer Hingabe gedient haben und die der Kirche weiterhin mit dem, was sie tun können, dienen, insbesondere mit ihren täglichen Gebet.”

Heute sind die betagten Ordensfrauen selbst auf Hilfe angewiesen. Einige sind schwer krank und bettlägerig. Um ihre Pflege verbessern, hatte die Ordensgemeinschaft KIRCHE IN NOT um Hilfe für zwei elektrische Pflegebetten, die am Kopf- und Fußende durch Knopfdruck verstellt werden können, und zwei Rollstühle gebeten.

“Wir sind sehr stolz auf unsere betagten Schwestern, die dem Herrn und Seinem Volk viele Jahre lang mit ganzem Herzen und ganzer Hingabe gedient haben.”
Unsere Wohltäter haben 4.500 Euro gespendet, damit die alten, pflegebedürftigen Schwestern nun nach einem langen und aufopferungsvollen Leben selbst die Pflege erfahren, die sie benötigen. Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die dazu beigetragen haben!

Eine Reihe von Entführungen und Gewalttaten gegen Priester und Ordensleute in Nigeria sind insbesondere für die Katholiken im Land besorgniserregend.

Zum ersten Mal in der Geschichte der katholischen Kirche in Nigeria wurde Ende letzten Jahres ein Bischof – Bischof Moses Chikwe von der Erzdiözese Owerri – von bewaffneten Banditen entführt und mehrere Tage festgehalten. Zuvor, am 15. Dezember, war Pater Valentine Ezeagu, ein Priester der Kongregation Sons of Mary Mother of Mercy (Söhne Mariens, der Mutter der Barmherzigkeit) von unbekannten bewaffneten Männern entführt und 36 Stunden später wieder freigelassen worden. Im November war Pater Matthew Dajo, ein Priester der Erzdiözese Abuja, entführt und nach zehn Tagen Gefangenschaft wieder freigelassen worden. Vor zwei Wochen, am 15. Januar, wurde ein Priester der Diözese Minna, Pater John Gbakaan, entführt und am folgenden Tag getötet.

Beisetzung eines getöteten Priesterseminaristen in Kaduna/Nigeria.

“Eine Krankheit, die sich ausbreitet”

In einem Interview mit KIRCHE IN NOT (ACN) bezeichnet Ignacio Ayau Kaigama, Erzbischof von Abuja, der Hauptstadt Nigerias, die Situation als „eine Krankheit, die sich ausbreitet, ohne dass nennenswerte Anstrengungen unternommen werden, sie aufzuhalten“.

Gegenüber KIRCHE IN NOT erklärt der Erzbischof: „Entführungen gibt es in Nigeria schon seit Langem, aber die Menschen haben geglaubt, Vertretern der Kirche würde das nicht passieren. Wenn es dann doch passiert, ist es eine große Nachricht.“ Kaigama betont, es sei zwar eine sehr traurige Tatsache, dass religiöse Führungspersönlichkeiten des Landes entführt und getötet werden, aber es gebe auch andere Nigerianer, die dasselbe Schicksal erleiden: „Sie sind das, was ich als stille Opfer bezeichnen würde – und davon gibt es viele.“

Über die Täter, die diese Verbrechen verüben, sagt Msgr. Kaigama, dass „Begriffe wie ‚Terroristen‘, ‚Banditen‘, ‚bewaffnete Männer‘ querbeet benutzt werden, um diejenigen zu bezeichnen, die hinter diesen Entführungen stecken, aber man weiß nicht genau, wer sie sind.“

Bischof Ignacio Ayau Kaigama, Erzbischof von Abuja, der Hauptstadt Nigerias.

Die Sicherheitskräfte sich nicht sonderlich bemüht, für Sicherheit zu sorgen.

Der Erzbischof bedauert, dass Hunderte und Tausende Menschen in verschiedenen Teilen des Landes getötet werden, aber nichts Konkretes dagegen unternommen wird.

„Die Tatsache, dass unsere Sicherheitskräfte außerstande sind, diese Täter zu identifizieren, ist beunruhigend und deutet darauf hin, dass sie sich nicht sonderlich bemühen, für Sicherheit zu sorgen“, sagt der Monsignore. „Es geht einfach immer weiter“, kritisiert er, „und wir hören immer wieder dieselbe Geschichte.“

Bischof Kaigama glaubt, dass mehrere Beweggründe hinter diesen Entführungen stehen. Es gibt finanziell motivierte Entführungen, verübt von Kriminellen, die „nur auf das schnelle Geld aus sind, Menschen als Geiseln nehmen und Lösegeld in Höhe von Millionen Naira verlangen.“ Aber es gibt auch religiöse Fundamentalisten, die territoriale Expansion anstreben, „um diejenigen zu besiegen, die sie als Ungläubige betrachten – und Christen sind die Nummer eins auf ihrer Liste. Sie greifen aber auch Muslime an, die sich nicht zu derselben Richtung bekennen wie sie selbst, und töten sie“, sagte er.

„Die Tatsache, dass unsere Sicherheitskräfte außerstande sind, diese Täter zu identifizieren, ist beunruhigend und deutet darauf hin, dass sie sich nicht sonderlich bemühen, für Sicherheit zu sorgen“, sagt der Erzbischof.

„Es ist eine Strategie der Terroristen“

Dem Erzbischof zufolge gibt es auch diejenigen, die einfach religiöse Fanatiker sind: „Sie haben vergessen, was sie wollen, aber sie verdoppeln ihre Bemühungen, zu töten und zu zerstören“, stellt er fest.

Die katholische Kirche in Nigeria zeichnet sich dadurch aus, dass sie präsent ist und Respekt und Anerkennung im Land genießt, „sodass Kriminellen, Banditen oder wie auch immer man sie nennen mag, bewusst ist: Wenn sie sich an einem katholischen Priester oder einer Ordensschwester vergreifen, wird das schnell zu einer Nachricht. Und sie glauben, das zwingt die Regierung, es ernst zu nehmen“, fügt er hinzu.

„Es ist eine Strategie der Terroristen“, erklärt er. „Sie greifen dort an, wo die Auswirkungen am stärksten sind, und das erreichen sie, indem sie katholische Priester und Ordensleute überfallen.“

In Bezug auf die geforderten Lösegeldsummen, mitunter Millionen Naira, erläutert Kaigama die Position der Kirche in dieser Angelegenheit: „Wir, die Bischöfe von Nigeria, haben als Bischofskonferenz einstimmig beschlossen und sehr deutlich gemacht, dass wir keine Lösegelder zahlen. Wenn ein Priester entführt wird, stellt er klar, dass seine Kirche kein Lösegeld zahlen wird.

Gottesdienst in Nigeria.

Nigeria ist für KIRCHE IN NOT ein Schwerpunktland

Ein Lösegeld zu zahlen, würde bedeuten, dass alle zum Verkauf freigegeben und in Gefahr gebracht würden: alle Priester, Ordensschwestern und Mitarbeiter der Kirche, die fortwährend zwischen den Dörfern unterwegs sind, ohne jeglichen Komfort, aber immer bereit, sich für die Liebe Gottes und Sein Volk aufzuopfern. Denn eine Lösegeldzahlung ermuntert zu kriminellen Handlungen und ist eine Einladung an die Entführer, noch mehr Schaden anzurichten“, sagt Kaigama.

Msgr. Kaigama zufolge ist es dringend geboten, dass die nigerianische Regierung etwas gegen diese Situation unternimmt und die Sicherheitsbeamten so ausbildet, dass sie effizienter handeln. „In diesem Stadium und bei all dem Geld, das von Politikern verwaltet wird, würde man erwarten, dass die Regierung mehr in den Kauf hoch entwickelter Ausrüstung zur Verfolgung von Kriminellen investiert“, sagt er. „Leider verdienen die Sicherheitsbeamten sehr wenig und müssen sich mit Kriminellen auseinandersetzen, die über fortschrittlichere Waffen verfügen und sie am Ende besiegen und töten.“

„Menschen werden entführt und jahrelang festgehalten, zum Beispiel die Mädchen in Chibok – darunter Leah Sharibu – und viele andere; und hier sehen wir das als normal an.“

Deshalb sei „ein Sinneswandel“ erforderlich, denn viele Hindernisse müssten überwunden werden, um zu einer dauerhaften Lösung des Problems zu gelangen.

„Wir nutzen das, was wir haben, nicht gut: Selbst, wenn finanzielle Mittel für den Kauf von Sicherheitsausrüstung bereitgestellt werden, geht das Geld im Laufe des Prozesses verloren, und wenn man die Ausrüstung kauft, ist sie defekt. Die Regierung muss die Gelder gut verwenden und für die Sicherheitsbeamten sorgen, die an vorderster Front gegen diese Kriminellen kämpfen. Und wir müssen gemeinsam entschlossener gegen sie vorgehen“, schließt er.

Nigeria ist für KIRCHE IN NOT ein Schwerpunktland. 2019 wurden dort 121 Projekte finanziert, darunter die Ausbildung von Priestern, der Bau von Kirchen und Nothilfe.

Um den notleidenden Christen in Nigeria weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Nigeria

Die „Handmaids of the Holy Child Jesus“ („Mägde des heiligen Jesuskindes“) sind eine in Nigeria gegründete Kongregation. Sie sind in der Krankenpflege und in der Erziehung tätig, kümmern sich um Arme und Benachteiligte, dabei besonders um Frauen und Mädchen, und leisten verschiedene andere soziale und pastorale Arbeit.
Mit ihrer 25 Jahre alten und bereits defekten Hostienbackmaschine konnten die Schwestern höchstens 15 Prozent der Nachfrage decken.
Besonders in Ghana erfreut die Kongregation sich zahlreicher Berufungen, so dass 1983 in der Diözese Sunyani ein Noviziatshaus gegründet wurde. Dort werden die jungen Schwestern ausgebildet, die noch keine Gelübde abgelegt haben. Diese jungen Frauen sollen eine möglichst gute Ausbildung erlangen, aber angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage ist es für eine noch junge einheimische Kongregation nicht leicht, die materiellen Mittel dafür aufzubringen. Um die Kosten der Ausbildung decken, backen die Schwestern Hostien für viele Diözesen des Landes. Zugleich ist dies auch ein Dienst an der Kirche und Teil ihres Apostolates, denn ohne Hostien gibt es keine Eucharistie.
Die Schwestern können nun ihre Produktion bedeutend steigern. Dies bedeutet zugleich, dass die Ausbildung der jungen Schwestern verbessert werden kann, da mehr finanzielle Mittel vorhanden sind.

Die Nachfrage ist hoch, denn die Zahl der Katholiken nimmt zu, und viele besuchen auch wochentags die Heilige Messe. Eigentlich würden jeden Monat 1,5 Millionen Laienhostien und 15.000 Priesterhostien benötigt. Mit ihrer 25 Jahre alten und bereits defekten Maschine konnten die Schwestern aber höchsten 15 Prozent der Nachfrage decken, da die Herstellung des Teiges, der Backvorgang und das Schneiden der Hostien mühsam und langsam vonstatten ging. Zudem wurde die Arbeit inzwischen gefährlich, da durch beschädigte Stromkabel stets die Gefahr eines Stromschlags bestand.

Die Schwestern haben uns daher um Hilfe gebeten, und unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen: 21.000 Euro wurden gespendet, so dass die Schwestern nun ihre Produktion bedeutend steigern konnten. Dies bedeutet zugleich, dass die Ausbildung der jungen Schwestern verbessert werden kann, da mehr finanzielle Mittel vorhanden sind. Schwester Christina, die Novizenmeisterin, dankt allen Wohltätern von Herzen und schreibt: „Wir bitten Gott darum, Sie zu segnen!“

KIRCHE IN NOT hat für Ende April 2021 eine Neuauflage der Studie „Religionsfreiheit weltweit“ angekündigt. „Seit dem vergangenen Bericht hat sich die Lage hinsichtlich der Religionsfreiheit weltweit verschlechtert. Viel Diskriminierung und Verfolgung wird von der Weltöffentlichkeit nicht beachtet“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern. Corona und die Folgen hätten das Menschenrecht auf Religionsfreiheit noch weiter geschwächt. Vielerorts habe die Pandemie die soziale Ausgrenzung von religiösen Minderheiten vergrößert, zum Beispiel in Pakistan oder Indien. „Es war für sie dort zum Teil unmöglich, über die staatlichen Kanäle Hilfe zu bekommen.“
Beisetzung eines getöteten Priesterseminaristen im Januar 2020 in Kaduna/Nigeria.

Islamismus im Nahen Osten und Afrika, Nationalismus und Diktaturen in Asien

Im Nahen Osten fühlten sich Christen und andere religiöse Minderheiten nach wie vor unsicher. Dschihadistische Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ hätten zudem ihr Unwesen vom Nahen Osten auf zahlreiche Regionen Afrika verlagert, das zu einem „Kontinent der Märtyrer“ geworden sei, erklärte Heine-Geldern. Vor allem in den Ländern der Sahelzone seien „religiöser Extremismus und radikale gewalttätige Islamisten auf dem Vormarsch und zerstören das bislang friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen, um Ressourcen und Macht zu erlangen“.

Während in Afrika und im Nahen Osten der Dschihadismus die Hauptursache der Verfolgung sei, machten im asiatischen Raum nationalistische Bewegungen und autoritäre Regierungen religiösen Minderheiten das Leben schwer. „Das Christentum wird in einigen asiatischen Ländern als ein schädlicher Einfluss betrachtet, der die Vorherrschaft der führenden Partei oder die vermeintliche religiöse Geschlossenheit der Nation bedroht“, sagte Heine-Geldern.

Christen im Irak. © Manweel Banna/Kirche in Not

Christen in Europa sind säkularen und islamistischen Angriffen ausgesetzt

Doch auch in Ländern ohne öffentliche Verfolgung nähmen Ressentiments gegenüber Gläubigen zu. Das sei mittlerweile auch in Europa der Fall, und das wolle der neue Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ herausarbeiten, erklärte Heine-Geldern. Christen seien einem Angriff von zwei Fronten ausgesetzt: „Die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, Menschen zu radikalisieren und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchzusetzen.“

Die Dokumentation „Religionsfreiheit weltweit“ beleuchtet die Lage dieses Menschenrechts in 196 Ländern der Welt und für alle religiösen Gruppen, listet Verstöße gegen die Religionsfreiheit auf und dokumentiert aktuelle Entwicklungen. Der Bericht wird von unabhängigen Experten und Journalisten erstellt und erscheint alle zwei Jahre. Die ursprünglich geplante Veröffentlichung im Herbst 2020 musste coronabedingt verschoben werden. Nun wird der Bericht Ende April 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt – zuerst in Rom. Weitere Informationen: www.religionsfreiheit-weltweit.at

Trotz der jüngsten gewalttätigen Übergriffe auf christliche Gemeinden in Nigeria an Weihnachten sieht Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri die islamistische Gewalt zum Scheitern verurteilt.

„Boko Haram wird uns niemals unseren Glauben nehmen. Vergangenes Jahr hatten wir in meiner Diözese mehr Katholiken als vor Beginn der islamistischen Anschläge. Über 200 Kirchen wurden niedergebrannt, ebenso einige kirchliche Schulen. Aber wir werden nicht untergehen“, erklärte Dashe Doeme im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Nigeria, dicoese of Maiduguri 2015
“BOKO HARAM: They may destroy our structures but not our faith. Our Faith is active and alive.....in persecution we are purified.” This was the statement on the lips of the bishop, Most Rev.Oliver Dashe Doeme and the internally displaced persons who had just returned to their communities.The Chief shepherd of the diocese took what he calls a consolation tour to some of the communities that have been recaptured by our prayers and the gallant effort of the joint task force of Niger, Chad and Cameroon, with the Nigerian military.
The bishop and priests encouraged the returnees in the Mass of Reconciliation and Reparation to remain steadfast despite the calamities that have befallen them. They must learn to forgive as Christ himself present in the Most Holy Sacrament had already forgiven the radical elements for their sacrileges, profanation and hate. The priests and bishop were in the confessional for over three hours in some communities visited.
Here: Bishop Oliver Dashe Doeme inspecting a burnt church in Bahuli community in Catholic diocese of Maiduguri
Auch in seinem Bistum Maiduguri ist Bischof Oliver Dashe Doeme mit der Gewalt durch Boko Haram konfrontiert, beispielsweise 2015 in der Gemeinde Bahuli, wo eine Kirche niedergebrannt wurde (Foto).

Trotz Terror wachsen die christlichen Gemeinden

Wie internationale Medien berichteten, wurde das Dorf Pemi im Nordosten Nigerias, das zum Bundestaat Borno gehört, am Heiligabend von bewaffneten Angreifern überfallen. Dabei wurden mindestens elf Personen getötet und das Gotteshaus der evangelikalen „Church of Brethren“ niedergebrannt.

Wenig später traf es dann die Gemeinde in Garkida im benachbarten Bundesstaat Adamawa. Auch dort wurden lokalen Sicherheitsbehörden zufolge acht Menschen getötet. Pemi liegt unweit des Ortes Chibok, wo 2014 über 270 mehrheitlich christliche Schülerinnen entführt worden waren.

Er lasse sich von den jüngsten Überfällen nicht entmutigen, erklärte Bischof Dashe Doeme gegenüber KIRCHE IN NOT. Er stelle vielmehr eine Gegenbewegung fest: „Unser Glaube wird immer stärker und stärker. In einer Gemeinde in meinem Bistum Maiduguri wurden an Heiligabend 100 Menschen getauft. So lange das Reich Gottes besteht, werden es keine bösen menschlichen Gewalten überwinden. Gott wird Boko Haram zu seiner Zeit zerschlagen.“

Bischof Oliver Dashe Doeme vor der Baustelle des Wiederaufbaus der St.-Patrick-Kathedrale in Maiduguri. Sie wurde 2011 bei einem Angriff von Boko-Haram-Anhängern stark beschädigt.

Rund 12 000 Christen seit 2015 getötet

Nach Angaben der nigerianischen Organisation „International Society for Civil Liberties an the Rule of Law“ wurden seit Juni 2015 an die 12 000 Christen in Nigeria getötet.

Auch an Weihnachten wurden bereits in der Vergangenheit wiederholt Christen ermordet: 2019 enthaupteten Angehörige der Terrorgruppe ISWAP (Islamic State West African Province, Islamischer Staat von Westafrika) am ersten Weihnachtstag zehn Christen. Auf das Konto von Boko Haram ging ein Überfall auf ein überwiegend von Christen bewohntes Dorf mit sieben Todesopfern am selben Tag.

„Die Angriffe sollen die Gemeinden verängstigen“, erklärte Dashe Doeme. Die Schwierigkeiten der nigerianischen Regierung, die islamistischen Einheiten zu bekämpfen, führt der Bischof auch auf Indiskretionen in den Sicherheitsbehörden zurück: „Es gibt Saboteure, die Informationen an Boko Haram weitergeben.“

Dashe Doeme dankte für alle Unterstützung in dieser schweren Zeit: „Unsere größte Unterstützung kommt von KIRCHE IN NOT. Ohne das Hilfswerk würde meine Diözese zusammenbrechen. Wir werden weiterhin für die Wohltäter beten und sie in Ehren halten.“

Eine von Boko Haram zerstörte Kirche in Nigeria.
Eine von Boko Haram zerstörte Kirche in Nigeria.
Um den notleidenden Christen in Nigeria weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Nigeria

Frohes Neues Jahr! So lauten die meistgehörten Worte dieser Tage. Es sind auch die ersten drei Worte von Msgr. Juan José Aguirre, Bischof von Bangassou im Südosten der Zentralafrikanischen Republik, an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN). Daran wäre nichts Besonderes, wäre da nicht die Tatsache, dass er sie ausspricht, nur einen Tag nachdem seine Stadt von bewaffneten Rebellengruppen eingenommen wurde und während die Kämpfe in verschiedenen Stadtteilen noch immer andauern.

Er wünscht anderen, was weder ihm noch seinem Volk bislang beschieden ist, denn eine Rebellenkoalition, die der Regierung vorwirft, die Wahlen vom 27. Dezember manipuliert zu haben, hat in den letzten Wochen mehrere Städte angegriffen und kontrolliert nun nicht nur Bangassou, sondern einen Großteil des Landes.

Bischof Juan Aguirre mit kranken Menschen aus seiner Diözese.

„Die haben mich und mein Volk im Stich gelassen.”

Regierungssoldaten mussten am 3. Januar nach mehreren Angriffen schließlich fliehen, nachdem sie bei den Feuergefechten sämtliche Munition verbraucht hatten. „Die haben mich und mein Volk im Stich gelassen. Gott war stumm an unserer Seite.“ So empfindet der Missionar, der aber sagt, er fühle sich nicht allein, obwohl viele in den Kongo geflohen seien, in das Nachbarland, von dem sie nur durch einen Fluss getrennt sind. „In dunkelster Nacht warst du da, aber schlafend“, sagt Bischof Aguirre zu diesem schweigenden, aber präsenten Gott.

„Wir haben hier in der Mission eine ruhige Nacht verbracht – eine Nacht in angespannter Ruhe. Ein Panzer der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik (MINUSCA), der mit marokkanischen Soldaten besetzt war, war in der Nähe“, fügt der spanischstämmige Comboni-Missionar hinzu. Die MINUSCA versucht, mit ihren Patrouillen die Situation zu beruhigen und die Streitkräfte, die Polizei und die Sicherheitskräfte der Regierung in ihre Basis zu verlegen, bis diese evakuiert werden.

Flüchtlingskinder in der Zentralafrikanischen Republik.

Große Sorge gilt den Kindern und älteren Menschen

Bischof Aguirres große Sorge gilt den Kindern und den älteren Menschen: „Es gab Kinder, die durch verirrte Kugeln verwundet wurden.“ Kinder, die vor den Bränden und Angriffen in den Kongo geflohen sind, die aber „von einer Kugel wie von einem Damoklesschwert getroffen wurden, ohne dass sie wussten, woher sie kam. Selbst auf ihrer Flucht wurden sie von der Gewalt der Angreifer getroffen”, so der Bischof.

Msgr. Aguirre hofft, dass die neuen „Herren und Machthaber“ ihre Wut nicht an der Bevölkerung auslassen werden. Es gab bereits viele Jahre der Gewalt, des Todes und der Zerstörung sowie der Machtwechsel und der Intrigen, um ein Land zu beherrschen, das sehr reich an Mineralien und Bodenschätzen ist, aber mit einer Bevölkerung, die völlig im Elend versinkt. Die neuen „Herren“ von Bangassou, von denen der Bischof spricht, sind eine rebellische Anti-Regierungs-Koalition namens „Coalition of Patriots for Change“ (CPC), die aus fünf Warlords besteht, die das Land seit Jahren ausplündern. Viele von ihnen sind Ausländer aus dem Niger, Tschad oder Sudan. Getreu seiner Berufung äußert sich der Priester jedoch nicht zur Politik, er wünscht sich nur, seine Mission weiterhin erfüllen zu können, und überlegt: „Wie kann man inmitten von so viel Gewalt einen Blick der Zärtlichkeit setzen?“

Eine Gruppe von Waisenkindern.

Priester und Ordensleute geben alles

In der katholischen Mission, einer der wenigen Enklaven, die trotz der Angriffe und Gewalt der letzten Tage durchgehalten hat, wurden Waisenkinder aufgenommen: „Sie sind unschuldig. Man sieht ihnen in die Augen, und sie wissen nichts von Rebellen, Söldnern, Machtkämpfen… Sie hören nur die Schüsse und Explosionen und bekommen große Angst.“ Die Mission betreibt auch ein Altenheim in einem anderen Teil der Stadt. Bischof Aguirre ist besorgt über die Situation der 50 älteren Menschen dort, von denen viele an Altersdemenz erkrankt sind. „Die Schwächsten zahlen den Preis. Unsere Priester und Ordensleute sind immer noch hier, jeder an seinem Platz, sie geben alles, durchleben diese Momente der Angst gemeinsam mit den Menschen. Es gibt viele Traumata, die geheilt werden müssen. Hinter jedem einzelnen von ihnen steht der leidende Christus. Beten Sie für den Frieden und für mein Volk.“

Aufbahrung von Kriegsopfern in Bangassou/Zentralafrikanische Republik (Foto: Fundación Bangassou).
Aufbahrung von Kriegsopfern in Bangassou.

Der kurze Frieden ist wieder vorbei

Nach schrecklichen Kriegen und Kämpfen zwischen der Regierung und mehreren Miliz- und Söldnergruppen zwischen 2013 und 2019 mit Massakern, Vergewaltigungen und Plünderungen an der Zivilbevölkerung schien in der Zentralafrikanischen Republik im Jahre 2020 langsam Ruhe einzukehren. Nun ist dieser kurze Frieden vorbei: „Wir haben an so vielen schönen Projekten für den Wiederaufbau des Landes gearbeitet… Jetzt werden wir mit vielen von ihnen wieder von vorne anfangen müssen.“ Aber Bischof Aguirre fügt hinzu: „Wir Menschen denken in anderen Zeitkategorien als Gott!“

Im Jahre 2020 hat das Hilfswerk KIRCHE IN NOT 22 Projekte in sechs Diözesen der Zentralafrikanischen Republik unterstützt, vor allem in Form von Existenzhilfe für Priester und Ordensleute sowie Unterstützung bei der Ausbildung von Seminaristen.

Um der notleidenden Kirche in der Zentralafrikanischen Republik weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Zentralafrikanische Republik

Die Diözese Ifakara in Tansania ist noch jung. Sie wurde erst im Jahr 2012 errichtet. Die gleichnamige Stadt, in der sich der Bischofssitz befindet, ist 400 km südwestlich der Hauptstadt Daressalam gelegen. Die Diözese erstreckt sich über ein Gebiet von 15.000 Quadratkilometern und hat 21 Pfarreien. Von den insgesamt ca. 400.000 Einwohnern der Diözese sind 80 Prozent katholisch. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, es ist aber auch eine Zuwanderung nomadischer Volksgruppen zu verzeichnen.

Die Entfernungen sind sehr groß, und die Straßen schlecht. In der Regenzeit verwandeln sie sich in Schlammpisten mit vielen teils großen Wasserlöchern. Mit einem ungeeigneten Auto kann eine solche Fahrt leicht lebensgefährlich werden.

Bischof Salutaris Libena mit Mitarbeitern seiner Diözese. “Wir versprechen auch, dass wir für alle beten werden, deren große Opfer es uns ermöglicht haben, dieses Auto zu bekommen.“

Bischof Salutaris Libena muss oft weite Strecken fahren, um die Pfarren seiner Diözese zu besuchen, in denen er beispielsweise das Sakrament der Firmung spendet oder andere Pastoralbesuche unternimmt. Die Entfernung vom Bischofssitz bis zur der am weitesten entfernten Pfarrei der Diözese beträgt 210 Kilometer.  Außerdem muss er an Treffen und Versammlungen in der Hauptstadt oder in anderen Diözesen des fast 950.000 Quadratkilometer großen Landes teilnehmen, beispielsweise, wenn die Bischofskonferenz des Landes tagt. Jedoch hatte er bislang große Probleme, da sein Auto, das er vor 20 Jahren gekauft hatte und das schon damals ein Gebrauchtwagen war, den Straßenverhältnissen nicht mehr gewachsen war. Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 29.680 Euro gespendet haben, konnte er nun endlich einen leistungsfähigen Geländewagen beschaffen, der nicht nur ihm selbst, sondern auch seinen Mitarbeitern gute Dienste leisten wird.

Der Bischof schreibt: „Wir danken Ihnen sehr aufrichtig für dieses schöne neue Fahrzeug. Wir versprechen Ihnen, dass wir auf es achtgeben werden, damit es viele Jahre für den pastoralen Dienst verwendet werden kann. Wir versprechen auch, dass wir für alle beten werden, deren große Opfer es uns ermöglicht haben, dieses Auto zu bekommen.“

KIRCHE IN NOT hat 100.000 Euro Nothilfe für Mosambik auf den Weg gebracht, um die Arbeit der Kirche für notleidende und vertriebene Menschen zu unterstützen. Die Hilfe kommt den kirchlichen Einrichtungen in der Provinz Cabo Delgado im Norden des Landes zugute, die seit 2017 von dschihadistischer Gewalt heimgesucht wird.

Bei über 600 Angriffen durch mutmaßliche Kämpfer des „Islamischen Staates Zentralafrika“ (ISCA) und Gegenangriffen des Militärs sind in der Region schätzungsweise über 2000 Menschen ums Leben gekommen, über 300 000 Menschen haben ihre Heimat verloren.

Vertriebene campieren unter freiem Himmel.

Menschen im Fußballstadion hingerichtet

Projektpartnern von „Kirche in Not“ zufolge eroberten mutmaßliche Dschihadisten am 8. November den Ort Muidumbe, circa 250 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Pemba. Wie lokale Quellen berichteten, hätten die Eroberer dutzende von Menschen in einem Fußballstadion hingerichtet. Auch seien über 15 Jugendliche mit ihren erwachsenen Begleitern umgebracht worden. Die Gruppe bereitete sich gerade auf die traditionellen Initiationsriten der Volksgruppe der Makonde vor.

Flüchtlingstreck in der Provinz Cabo Delgado.

Ansturm der Vertriebenen ist kaum zu bewältigen

„Offenbar wollen diese Truppen das gesamte nördliche Gebiet der Provinz Cabo Delgado räumen und die Zivilbevölkerung vertreiben“, sagte Schwester Blanca Nubia Zapata aus Pemba gegenüber „Kirche in Not“. In der Provinzhauptstadt seien innerhalb von nur zwei Wochen über 12 000 Vertriebene eingetroffen. Der Ansturm sei kaum zu bewältigen, erklärt die Ordensfrau: „Es kommen Frauen und Kinder zu uns, selbst alte Menschen gehen tagelang zu Fuß. Einige sterben auf den Waldwegen oder Straßen. Es sind drei, vier Tage Fußmarsch – ohne Nahrung und Wasser, die Kinder auf dem Rücken … Einige Frauen haben unterwegs entbunden.“

Schwester Blanca erzählt, dass einige vertriebene Menschen zunächst über Land und dann auf dem Seeweg in kleinen Booten versucht haben, dem Morden zu entkommen. „Die Menschen wollen einfach nur weg. Sie haben schreckliche Angst. Viele Familien haben uns um Hilfe gebeten. Wir haben private Fahrzeuge organisiert und mit der Hilfe von Unterstützern Schulkinder aus der Gefahrenzone gebracht. Das war ungeheuer schwierig“, erzählt die Ordensfrau der Karmelitinnen vom Heiligen Josef.

Schwester Blanca Nubia Zapata versorgt eine Mutter mit ihren kleinen Kindern.

„Wir flehen die internationale Gemeinschaft um Hilfe an“

„Kirche in Not“ steht in engem Kontakt mit Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Pemba. Er hat dem Hilfswerk vergangene Woche eine Videobotschaft geschickt, in dem er die dramatische Situation beschreibt: „Es sind bereits 100 000 Flüchtlinge bei uns. Hunderte von Menschen schlafen unter freiem Himmel oder in Zelten am Strand. In dieser schwierigen Situation bitten wir die internationale Gemeinschaft um Hilfe und Solidarität, wir flehen sie regelrecht an“, appellierte der Bischof.

„Kirche in Not“ wird dem Hilferuf des Bischofs Folge leisten. Die Nothilfen in Höhe von 100 000 Euro gehen nach Pemba und die benachbarten Diözesen, damit sie die vertriebenen Menschen unterstützen können. Von dem Geld werden Decken, Kleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch Saatgut und Werkzeuge beschafft.

Bischof Luis Fernando Lisboa aus Pemba (rechts) verteilt Hilfsgüter.

„Das geschieht zusätzlich zu den Hilfen für Priester und Ordensleute, die wir in der Region bereits unterstützen“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International, Regina Lynch. „Aber zusätzlich zu dieser Nothilfe wollen wir auch dazu beitragen, das größte Leid zu lindern: das Trauma, das viele Menschen erlitten haben.“ Deshalb fördert das Hilfswerk Schulungen von Teams aus Priestern und Ordensleuten und Ehrenamtlichen, damit diese in den Pfarreien psychosoziale Hilfe anbieten können.

„Offenkundig erfährt die lange Zeit unbeachtete Tragödie im Norden Mosambiks jetzt endlich Aufmerksamkeit.“, sagte Lynch. Die Region sei ein „neuer Brennpunkt des Terrors und der dschihadistischen Gewalt, der Christen wie Muslime gleichermaßen betrifft. Wir hoffen, dass es endlich eine Antwort auf dieses Drama gibt, so dass den armen und verlassenen Menschen geholfen werden kann.“

Um den Einsatz der Kirche für die vertriebenen und notleidenden Menschen in Mosambik unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Mosambik

Pater José Arieira de Carvalho, ein portugiesischer Comboni-Priester, der seit mehr als einem Jahrzehnt in der Demokratischen Republik Kongo lebt, hat in einer Botschaft an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT über die Krisensituation im Nordosten des Kongo berichtet, „wo Rebellengruppen plündernd und mordend umherziehen“.

Unter anderen wurde am Freitag, dem 30. Oktober, das Dorf Lisasa in der Region Beni in der Provinz Nord-Kivu Schauplatz eines gewalttätigen Angriffs, der bewaffneten Gruppen zugeschrieben wird. Der Angriff forderte mindestens 21 Tote, darunter den Katechisten Richard Kisusi. Es gibt Berichte, dass auch eine katholische Kirche geschändet, mehrere Häuser niedergebrannt und eine Ambulanzstation geplündert worden seien.

„Die Kirche hat sich entschieden, denen beizustehen, die leiden. Und der Herr hört die Schreie der Leidenden besser als die schöne Musik der Mächtigen.“

Sikuli Paluku, Bischof von Butembo-Beni, rief die Streitkräfte der Vereinten Nationen in der Region dazu auf, die Zivilbevölkerung vor Angriffen zu schützen. Dieser Schutz wird angesichts der Eskalation der Gewalt immer dringlicher.

Der extreme Reichtum an Bodenschätzen in der Demokratischen Republik Kongo hat bestimmte Regionen des Landes zum Schauplatz von Konflikten gewalttätiger Fraktionen gemacht, die noch mehr Elend und Leid über die Bevölkerung bringen.

Bereits im vergangenen Jahr zeigten sich die Bischöfe der Kirchenprovinz Bukavu, die sechs Diözesen in den betroffenen Gebieten umfasst,  alarmiert über die Zustände und warnten zugleich vor zu einfachen Interpretationen: „Wir sind der Meinung, dass sich hinter dem Vorwand der innergemeindlichen Kämpfe auf nationaler Ebene möglicherweise eine Verschwörung von internen und externen Akteuren verbirgt, um den gewissenlosen Raubbau an natürlichen Ressourcen (Bergbau, Öl, Forst, Land) zu verschleiern.“

Msgr. Fridolin Ambongo, Erzbischof von Kinshasa

Ebenfalls im Jahr 2019 sprach der Erzbischof von Kinshasa, Msgr. Fridolin Ambongo, der kürzlich in das Kardinalskollegium berufen wurde, bei einem von KIRCHE IN NOT organisierten Event in Paris über die tägliche Gewalt und den ungerecht verteilten Reichtum in der Demokratischen Republik Kongo.

„Ich bin hier als Zeuge der Drangsal eines Volkes, meines Volkes, das nur das Recht verlangt, in Würde zu leben. Es ist eine Situation, die leider schon seit Jahren andauert“, sagte Ambongo und unterstrich den Widerspruch, dass es sich um „ein unermesslich reiches Land handele, das aber „dem bösen Herzen des Menschen ausgeliefert sei. Große Unternehmen verhalten sich wie Raubtiere.“

„Die Kirche aber“, so der Erzbischof weiter, „hat sich entschieden, denen beizustehen, die leiden. Und der Herr hört die Schreie der Leidenden besser als die schöne Musik der Mächtigen.“

Seine Bitte um Solidarität mit seinem Volk bleibt heute noch aktuell. „Ich bin hier unter Ihnen, um Sie zu bitten, uns weiterhin in unserem Kampf für mehr Würde des kongolesischen Menschen zu unterstützen. Ich bitte Sie inständig um Ihre Gebete für alle Menschen, denn ich weiß, dass das, was im Kongo geschieht, mit der Situation in vielen anderen Ländern der Welt, insbesondere in Afrika, vergleichbar ist.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Ausbildung von Priestern und Seminaristen in der Diözese Butembo-Beni seit mehr als 25 Jahren.

Die Menschen in Sierra Leone haben in der jüngeren Vergangenheit viel Leid erfahren: Bis heute sind die Folgen des blutigen Bürgerkriegs zu spüren, der zwischen 1991 und 2002 unzählige Menschenleben forderte und große Teile der Infrastruktur verwüstete. Die Wirtschaft liegt am Boden, mehr als 70 Prozent der rund 7 Millionen Einwohner des westafrikanischen Landes leben in Armut.  Schwere Naturkatastrophen und die Ebola-Epidemie von 2014 erschwerten die Lage zusätzlich. Nun ist im Jahr 2020 auch noch die Corona-Pandemie ausgebrochen, die besonders in den armen Ländern das Leben zusätzlich erschwert.
Die Menschen haben in der jüngeren Vergangenheit viel Leid erfahren.
In allen schwierigen Situationen ist es von jeher die Katholische Kirche, die der Bevölkerung zur Seite steht.  In Sierra Leone betreut sie die Gläubigen seit mehr als 100 Jahren nicht nur seelsorglich, sondern verhilft den Menschen zu medizinischer Versorgung, stillt den Hunger, leistet Entwicklungshilfe und begleitet die Familien in allen ihren Nöten. Besonders aktiv ist sie auf dem Gebiet von Bildung und Erziehung. Bis vor kurzem waren katholische Schulen überhaupt die einzigen Bildungsinstitute, die in Sierra Leone existierten, obwohl 78 Prozent der Einwohner des Landes Muslime sind. Die Kirche wird in der Bevölkerung hoch für ihre Werke der Nächstenliebe geachtet, da sie allen Menschen hilft, ohne nach Religion oder Volkszugehörigkeit zu unterscheiden. Zugleich muss sie aber auch ihrer Kernaufgabe gerecht werden, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu spenden und die Seelen zu Gott zu führen. Für ihre zahlreichen Aufgaben werden jedoch auch finanzielle Mittel benötigt. Die Ortskirche ist aber selbst arm und benötigt dringend Hilfe aus dem Ausland.
In allen schwierigen Situationen ist es von jeher die Katholische Kirche, die der Bevölkerung zur Seite steht.

So ist es auch in der Erzdiözese Freetown. 40 Priester stehen hier den Menschen in ihren geistlichen und auch leiblichen Nöten zur Seite. Viele von ihnen sind in Pfarreien tätig, in denen es weder elektrischen Strom, fließendes Wasser, Kommunikationsmittel oder Fahrzeuge gibt. Der Erzbischof ist selbst arm und kann seine Priester nicht in dem Maß unterstützen, wie es notwendig wäre. Die Corona-Krise hat diese Lage noch verschärft. Da die öffentlichen Gottesdienste eingestellt wurden, fielen auch die ohnehin geringen Kollekten weg. KIRCHE IN NOT hat daher die 40 Priester der Erzdiözese mit Mess-Stipendien in Höhe von insgesamt 17.160 Euro unterstützt – knapp 430 Euro pro Priester für ein ganzes Jahr. Die Priester feiern die heilige Messe in den Anliegen der Wohltäter, die diese Messstipendien gestiftet haben. Ein Mess-Stipendium ist eine freiwillige Gabe der Dankbarkeit und der Liebe für einen Priester, der die Heilige Messe in einem bestimmten Anliegen, zum Beispiel für einen Verstorbenen oder für einen Kranken, feiert. Es ist nach geltendem Kirchenrecht keine „Bezahlung“ für die Feier der Heiligen Messe. Dennoch sind diese Gaben in vielen Teilen der Welt ein wesentlicher Beitrag zum Lebensunterhalt der Priester, die sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Bedürfnisse ihrer Gemeinden verwenden.

Pfarrer Emmanuel ist einer der Priester, der Mess-Stipendien erhalten hat. Er schreibt: „Ich musste mich während der Krise jeden Tag nach dem Morgengebet den Fischern anschließen, um mein tägliches Brot zu verdienen. Meine Kirche liegt am Strand. Ich bin sehr dankbar für die Mess-Stipenden, die ich erhalten habe. Möge der Herr Sie weiterhin überreich segnen!“

Christine du Coudray war 28 Jahre lang in der internationalen Zentrale des katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT als Projektreferentin für Afrika tätig.

Frau du Coudray, nach 28 Jahren nähern sich Ihre letzten Arbeitstage bei KIRCHE IN NOT. Kommt da schon so etwas wie Wehmut auf?

Es gibt eine Zeit, um zu dienen, und eine Zeit, sich zurückzuziehen. Nach 28 Jahren bin ich zu Letzterem bereit. Seit ungefähr zehn Jahren gibt es eine neue Generation junger Mitarbeiter bei uns im Haus, die sehr engagiert sind und die diese Mission weiterführen werden.

Als ich vor 28 Jahren begann, konnte ich kaum die afrikanischen Länder auf der Weltkarte finden. Ich habe die Herausforderung angenommen und bei Null mit dem Lernen angefangen.

- Christine du Coudray
Christine du Coudray im Gespräch mit Ordensfrauen in einem Kloster der Diözese Bukavu.

Was haben Sie durch Ihre Arbeit gelernt?

Ich habe gelernt, dass jeder Kontinent seine eigene Berufung hat. Schon vor der ersten Afrika-Synode 1994 habe ich selbst erfahren, dass Afrika der Kontinent der Familie ist. Dies ist umso erstaunlicher, als auch dort die Familie verwundet wird und es wie überall Probleme gibt, und dennoch scheint es, dass die Familie, die Zukunft der Menschheit, die Berufung Afrikas ist.. Dort spielt sie eine ganz besondere Rolle. Als Benedikt XVI. im Jahr 2011 in Benin war, hat er diese Tatsache noch einmal betont, die bereits für den heiligen Papst Johannes Paul II. klar gewesen war.

Über all diese Jahre hinweg war die Unterstützung der Familie wie ein Roter Faden für mich. Wir haben viel dafür getan und machen es immer noch.

Gab es Personen, die Sie auf Ihrem Weg besonders geprägt haben?

Ja, vor allem war es Johannes Paul II., der im Laufe dieser Jahre sozusagen mein „geistiger Meister“ geworden und geblieben ist. Ich wollte immer seine Perspektive für die Kirche in Afrika verstehen und umsetzen. Es war für mich ein Privileg, 1994 an der ersten Afrikasynode teilnehmen zu dürfen. Ich war die einzige Frau aus Europa. Es gab ca. 350 Teilnehmer: Kardinäle, Bischöfe und Priester, Experten und Zuhörer. Ich war unter den Zuhörern und war einen Monat lang in Rom, um an der Synode teilzunehmen. Es war ein Jahr nach meiner Ankunft bei KIRCHE IN NOT die beste Fortbildung, die ich je bekommen konnte.

Bei dieser Gelegenheit habe ich mit dem Papst zu Mittag gegessen. Wir haben uns ausgetauscht, und es war etwas ganz Besonderes. Die Synode hat Früchte getragen, und zehn Jahre später, im Jahr 2004, habe ich in Rom ein Treffen mit Bischöfen aus Afrika und Europa organisiert, um eine Brücke zwischen den beiden Kontinenten zu schlagen. Bei dieser Gelegenheit hat Johannes Paul II. die zweite Afrikasynode ausgerufen. Auch das war wieder ein echtes Geschenk für mich.

Christine du Coudray besichtigt das Priesterseminar in Kaduna (Nigeria).

Was waren für Sie die schönsten Momente?

Zu den schönsten Augenblicken gehörten sicherlich die Reisen. Meine erste Reise führte mich 1994 nach Tansania, die letzte im März 2020 kurz vor der Corona-Pandemie in den Sudan. Die Situationen vor Ort haben sich stark verändert: Früher gab es nur eine einfache Kerze in einer Hütte, heute gibt es Strom aus Solarpaneelen. Ich habe noch alle Hefte mit meinen Aufzeichnungen behalten!

Warum sind Reise wichtig für Ihre Arbeit?

Es reicht nicht, ein Projekt schriftlich zu bekommen, um zu verstehen, dass ein Auto oder die Renovierung eines katechetischen Zentrums gebraucht wird. Wir müssen wirklich an Ort und Stelle sehen, was benötigt wird. Ich kann Ihnen ein Beispiel geben: Vor einem Jahr war ich in der Demokratischen Republik Kongo in der Erzdiözese Kananga in der Provinz Kasai. Dort haben wir eine unglaubliche Situation in den Badezimmern des Priesterseminars vorgefunden. Es war furchtbar. „Wie ist es möglich, dass diese zukünftigen Priester täglich ohne Dusche und unter solchen Bedingungen leben müssen?“ Im März dieses Jahrs erhielten wir den Projektantrag, aber zu diesem Zeitpunkt mussten wir aufgrund der Corona-Krise das Projekt leider negativ entscheiden, weil kein Geld da war. Aber jetzt vor zwei Tagen habe ich gedacht, dass wir diese negative Entscheidung revidieren müssen. Dies war das Resultat eines Besuchs an Ort und Stelle. Vielleicht hätte ich nie so reagiert, wenn ich diese Situation nicht wirklich mit meinen eigenen Augen gesehen hätte.

Haben Sie denn etwas wie ein „Lieblingsland“?

Ja, ich würde sagen, mein „Lieblingsland“ ist die Demokratische Republik Kongo. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass dieses Land aufgrund seiner Lage im Herzen des Kontinents und aufgrund seines hohen Anteils an Katholiken eine wichtige Rolle zu spielen hat. Frauen spielen zum Beispiel eine wesentliche Rolle.

Leider befindet sich das Land wegen seiner Bodenschätze im totalen Chaos. Es gibt dort viel mehr Bodenschätze als anderswo in der Welt, und deshalb sind viele Länder – die Nachbarländer und der Westen – sehr daran interessiert. Wenn es irgendwo Bodenschätze gibt, ist der Krieg leider vorprogrammiert. Aber die Menschen dort haben einen Mut, eine Energie, die unglaublich ist.

Christine du Coudray referiert beim „Institut Johannes Paul II.“ in Benin.

Haben Sie bei der Erfüllung dieser Mission aus Ihrem Glauben geschöpft?

Mit Sicherheit, denn ich habe tief erfahren, dass alles, was ich vorgeschlagen habe, alle Initiativen, nicht aus mir selbst kamen, sondern vom Heiligen Geist, wie z.B. das Treffen zwischen den Bischöfen aus Afrika und Europa. Das kam nicht von mir selbst. Außerdem haben wir erfahren, dass die Bischöfe selbst unserer Fürsorge bedürfen. Es ist wesentlich, den Bischöfen zu helfen, damit sie besser dazu in der Lage sind, ihre Diözesen zu leiten. Dazu müssen wir für sie Sorge tragen. Daher bieten wir ihnen eine Auszeit in Form von Exerzitien für ganze Bischofskonferenzen an, und diejenigen, die bisher an einer solchen teilgenommen haben, waren sehr begeistert von diesem Vorschlag. So sind zum Beispiel alle Bischöfe aus dem Maghreb (Marokko, Tunesien, Libyen) zusammen in Senegal in einem Mönchskloster gewesen. Das war eine Premiere für sie, und sie waren begeistert.

Was werden Sie am meisten vermissen, wenn Sie jetzt in den Ruhestand gehen?

An erster Stelle die Reisen an Ort und Stelle, um die Situation besser zu verstehen und die Projekte zu entdecken. Jedes Projekt ist einzigartig. Unsere Brüder und Schwestern im Glauben schreiben ihren Antrag mit dem Herzen und erwarten unsere Hilfe. Deswegen habe ich ihnen immer gesagt: Wenn Ihr einen Projektantrag schreiben und unsere Wohltäter überzeugen wollt, müsst Ihr Euch vorstellen, dass Ihr einen Saal mit 100 Personen vor Euch habt, die Euch unterstützen wollen, und Ihr ihnen voller Herzblut Eure Erwartungen erklären müsst. Mit Eurem Herzen werdet Ihr sie überzeugen. Es ist wichtig, dass die Projekte auf solche Weise beschreiben werden, damit wir eine immer stärkere Brücke zwischen uns und unseren Brüdern und Schwestern im Glauben bauen können.

Haben Sie Ihre Arbeit als eine „Mission“ empfunden?

Ja, auf jeden Fall! Natürlich ist jede Situation einzigartig. Jedes Land hat seine eigene Lebenswirklichkeit und seine besonderen Bedürfnisse. Wir sind nicht in erster Linie dafür da, eine finanzielle Unterstützung zu bringen, sondern  den Bischöfen, den Priestern, den Schwestern zuzuhören, ihren Alltag zu teilen und zu verstehen, was sie brauchen. Natürlich gibt es den Moment, in dem wir unbedingt finanzielle Unterstützung leisten müssen, das ist ganz klar! Aber es würde sie verletzen, wenn wir nur über finanzielle Aspekte sprechen würden. Zwischen uns und unseren Brüdern und Schwestern im Glauben besteht eine tiefe Gemeinschaft. Unsere Tätigkeit ist keine bloße Arbeit, sondern sie ist eine Mission, die der Herr uns anvertraut hat für das Wachstum der Kirche überall in der Welt.

Beiträge zu diesem Thema

Simbabwe: Messstipendien für 44 Priester

Simbabwe: Messstipendien für 44 Priester

01.04.2026 hilfsprojekt
Kenia: Die Engel von Nairobi

Kenia: Die Engel von Nairobi

19.02.2025 aktuelles
Burkina Faso: Leben mit dem Terror

Burkina Faso: Leben mit dem Terror

04.03.2024 aktuelles
Kenia: Ein Auto für eine Pfarre

Kenia: Ein Auto für eine Pfarre

01.12.2023 hilfsprojekt
Burundi: Ein Auto für eine Pfarre

Burundi: Ein Auto für eine Pfarre

01.09.2023 hilfsprojekt
Ein Engel hinter Gittern

Ein Engel hinter Gittern

05.05.2023 aktuelles
„Es wird immer dunkler im Sudan“

„Es wird immer dunkler im Sudan“

24.04.2023 aktuelles
Tansania: Ein Auto für eine neue Pfarre

Tansania: Ein Auto für eine neue Pfarre

01.06.2022 hilfsprojekt
Nigeria: Existenzhilfe für Schwestern

Nigeria: Existenzhilfe für Schwestern

01.03.2021 hilfsprojekt
Ghana: Bau einer Dorfkapelle

Ghana: Bau einer Dorfkapelle

01.07.2020 hilfsprojekt
Algerien: Ein Auto für die Seelsorge

Algerien: Ein Auto für die Seelsorge

07.05.2018 hilfsprojekt