Afrika Archive - Seite 2 von 14 - KIRCHE IN NOT Österreich
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KIRCHE IN NOT hat am Dienstag seinen Zweijahresbericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ vorgestellt, der einen globalen Überblick über den Stand dieses Grundrechts bietet. Die Studie warnt vor einer besorgniserregenden Verschlechterung: Zwei Drittel der Menschheit – mehr als 5,4 Milliarden Menschen – leben in Ländern ohne vollständige Religionsfreiheit.

Der Bericht analysiert die Lage in 196 Ländern und prangert in 62 davon schwere Verletzungen dieses Rechts an. Davon werden 24 als Länder mit „Verfolgung” und 38 als Länder mit „Diskriminierung” eingestuft.

„Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ist in vielen Ländern am Verschwinden“, warnte Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT.

Autoritarismus, die größte globale Bedrohung

Der Bericht identifiziert den Autoritarismus als Hauptantriebskraft für religiöse Unterdrückung. In 19 der 24 Länder, die in der Kategorie „Verfolgung“, und in 33 der 38 Länder, die in der Kategorie „Diskriminierung“ aufgeführt sind, wenden die Regierungen systematische Strategien an, um das religiöse Leben zu kontrollieren oder zum Schweigen zu bringen.

In China, Iran, Eritrea und Nicaragua setzen die Behörden Massenüberwachungstechnologien, digitale Zensur, restriktive Gesetze und willkürliche Verhaftungen ein, um unabhängige Religionsgemeinschaften zu unterdrücken.

Ausgebrannte Kirche in Mosambik.

Der Vormarsch des Dschihadismus und des religiösen Nationalismus

Die Studie warnt davor, dass sich der islamistische Extremismus weiter ausbreitet, insbesondere in Afrika und Asien. In 15 Ländern ist er der Hauptgrund für Verfolgung, in weiteren 10 Ländern trägt er zur Diskriminierung bei. Die Sahelzone ist zum Drehpunkt dschihadistischer Gewalt geworden, wo islamistische Gruppen den Tod von hunderttausenden Menschen, die Vertreibung von Millionen und die Zerstörung hunderter christlicher Kirchen und Schulen verursacht haben.

Ethnisch-religiöser Nationalismus treibt währenddessen die Unterdrückung von Minderheiten in Asien voran. In Indien und Myanmar leiden christliche und muslimische Gemeinschaften unter Angriffen und rechtlicher Ausgrenzung. In Indien definiert der Bericht die Situation als „hybride Verfolgung”: eine Kombination aus diskriminierenden Gesetzen und Gewalt durch Zivilisten, die jedoch durch politische Reden angeheizt wird.

Vertreter unterschiedlicher Religionen aus Pakistan bei einem gemeinsamen Gebet (Archivbild).

Auch der Westen ist nicht immun

Die Verschlechterung der Religionsfreiheit betrifft auch Europa und Nordamerika. Im Jahr 2023 wurden in Frankreich fast 1000 Angriffe auf Kirchen, in Griechenland mehr als 600 Fälle von Vandalismus registriert. Ähnliche Spitzenwerte wurden in Spanien, Italien und den Vereinigten Staaten beobachtet, darunter Schändungen von Kultstätten, körperliche Übergriffe auf Geistliche und Störungen von Gottesdiensten.

Der Bericht dokumentiert auch einen dramatischen Anstieg antisemitischer und antimuslimischer Handlungen nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 und dem Krieg im Gazastreifen. In Frankreich nahmen antisemitische Handlungen um 1000 % zu, während Hassverbrechen gegen Muslime um 29 % zunahmen.

Darüber hinaus ist das organisierte Verbrechen zu einem neuen Akteur der Verfolgung geworden. In Mexiko und Haiti ermorden oder entführen bewaffnete Gruppen religiöse Führer oder erpressen Pfarren, um ihre Kontrolle über bestimmte Gebiete durchzusetzen.

Symbole der Weltreligionen.

Unterzeichnen Sie unsere weltweite Petition für Religionsfreiheit

Jetzt mehr denn je muss die Religionsfreiheit weltweit verteidigt und geschützt werden. Daher haben wir eine weltweite Petition gestartet, um Regierungen und internationale Organisationen zum wirksamen Schutz des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit aufzufordern. Setzen Sie ein Zeichen und unterzeichnen Sie unsere Petition: Gleich jetzt hier unterzeichnen!

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse können Sie kostenlos auf unserer Webseite herunterladen: Jetzt kostenlos herunterladen

Die Demokratische Republik Kongo ist nicht nur das afrikanische Land mit der höchsten Zahl an Katholiken, sondern die Kirche erfreut sich auch einer hohen Zahl an Berufungen – sowohl zum Priestertum als auch zum Ordensleben. In der Diözese Luiza im Süden des Landes sind mehr als 260 weibliche und männliche Ordensleute tätig, und erfreulicherweise schließen sich ihnen immer wieder junge Frauen und Männer an.

Da ihr Einsatz für die Seelsorge von großer Bedeutung ist, hat sich Bischof Félicien Mwanama Galumbulula dafür starkgemacht, dass die jungen Ordensleute vor ihrer Ewigen Profess an einem umfassenden vierwöchigen Weiterbildungskurs teilnehmen können, der über das hinausgeht, was die Kongregationen selbst ihren Mitgliedern anbieten können. Die jungen Ordensfrauen und -männer werden fortgebildet in Bibelkunde, Missionswissenschaft, Kirchenrecht und Anthropologie, aber auch in der Verwaltung von Finanzen und anderen nützlichen Themen. Auch die Missbrauchsprävention in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Thema.

Die vertiefte Ausbildung ist unter anderem deshalb notwendig, weil sich Sekten ausbreiten, die unter den Gläubigen Verwirrung und Orientierungslosigkeit verbreiten, indem sie die katholische Glaubenslehre angreifen. Die Ordensleute sind in den Dörfern oft die einzigen Ansprechpartner für die Gläubigen und müssen ihre Fragen kompetent beantworten können. Daher legt der Bischof höchsten Wert auf diese Fortbildungen und möchte sie jedes Jahr anbieten.

In der Diözese Luiza im Süden des Landes sind mehr als 260 weibliche und männliche Ordensleute tätig.

Unsere Wohltäter haben im vergangenen Jahr 32 jungen Ordensfrauen und Männern die Teilnahme ermöglicht. Schwester Béatrice Kanga Nsaka ist sehr dankbar, dass sie diese Chance hatte. Sie berichtet: „Zwar organisiert unsere Kongregation im Rahmen ihrer Möglichkeiten monatliche Exerzitien und einmal im Jahr eine siebentägige Einkehrwoche. Aber dabei haben wir keine Gelegenheit, mit dem Prediger zu diskutieren und ihm Fragen zu stellen. Der Erfahrungsaustausch zwischen uns Ordensleuten derselben Generation war ebenfalls sehr bereichernd. Ich habe verstanden, dass die Schwierigkeiten, denen wir in den Schulen mit den Jugendlichen von heute begegnen, fast überall die gleichen sind. Ich danke Ihnen, den Wohltätern von ‚Kirche in Not‘ von ganzem Herzen dafür, dass Sie uns diese unvergessliche Erfahrung ermöglicht haben. Der Herr segne Sie reichlich!“

Auch Bruder Dominique Lushimba Mwenyi ist froh, diese Gelegenheit gehabt zu haben. Neben dem Austausch mit anderen Ordensleuten und den Beiträgen zum betenden Lesen der Bibel und zur menschlichen Reifung fand er auch die praktische Seite des Lehrgangs hilfreich: „Wir verwalten manchmal das Vermögen der Gemeinschaft, und dank der Ausbildung habe ich gelernt, wie man einen Finanzbericht erstellt, wie wichtig Belege sind und dass man während der Durchführung eines Projekts Zwischen- und Abschlussbewertungen vornehmen muss. Ich werde unsere Wohltäter nicht vergessen, die uns die Teilnahme ermöglicht haben. Möge Gott es Ihnen hundertfach vergelten.“

In diesem Jahr sollen wieder 26 junge Ordensfrauen und -männer, die kurz vor ihrer Ewigen Profess stehen, die Möglichkeit haben, an diesem Kurs teilzunehmen. 11.500 Euro werden dazu gebraucht. Jede Hilfe ist eine Investition in ein gelungenes Ordensleben, das in der Ortskirche vielfache Frucht tragen wird.

Ein von KIRCHE IN NOT unterstütztes Projekt soll 150 Priester zu „Beauftragten der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ ausbilden.

Pfarrer Peter Konteh lag im Bett und schlief, als ihn die ersten Explosionen weckten. Er sprang auf und rief dem anderen Priester im Haus zu, er solle aufstehen und weglaufen. „Die Rebellen kommen von Osten“, schrie er, „wir müssen fliehen!“

„Ich schrie voller Angst, aber der andere Priester meinte, ich solle mich beruhigen, ich sei nicht mehr in Sierra Leone, sondern in den USA. Das, was ich hörte, sei das Feuerwerk anlässlich der Feierlichkeiten zum 4. Juli. Da wurde mir klar, dass auch ich traumatisiert war“, erinnerte sich Pfarrer Konteh bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT International (ACN).

Pfarrer Konteh, derzeit unter anderem Präsident der Bruderschaft der Katholischen Priester von Sierra Leone, war zu jener Zeit in New York und setzte sich bei den Vereinten Nationen für eine Intervention im Bürgerkrieg ein, der in seinem Land herrschte. Im Gegensatz zu vielen anderen Kriegen in Afrika ging es in diesem nicht um Religion, Ideologie oder Volkszugehörigkeit, sondern es war ein „sehr sinnloser Krieg, getrieben von Gier“. Bewaffnete Rebellen versuchten, wertvolle natürliche Ressourcen, darunter Diamantenminen, zu erobern.

Pfarrer Peter Konteh bei seinem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT.

Ein Bürgerkrieg, der ein Land und seine Menschen zerbrach

Der Krieg (1991-2002) begann in einer Zeit großen Aufruhrs. Wenige Monate nach Beginn des Konflikts war die Bevölkerung zu einem Referendum aufgefordert worden. Eine große Mehrheit stimmte dafür, die Verfassung zu ändern und eine Mehrparteiendemokratie zu verankern. „Die Bevölkerung zog es vor, Wahlen vor dem Frieden abzuhalten, sodass nach den Wahlen eine neue Regierung mit den Rebellen verhandeln konnte.“

Leider entwickelten sich die Dinge nicht plangemäß. Um die zivile Bevölkerung am Wählen zu hindern, gingen die Rebellen dazu über, Menschen die Hände abzuhacken, und noch bevor Wahlen abgehalten werden konnten, ergriff die Armee die Macht durch einen Staatsstreich. Während des elf Jahre andauernden Konflikts wurden Zehntausende getötet, unzählige andere vergewaltigt, verstümmelt oder – sogar als Kinder – gezwungen, ihren Landsleuten derartige Gräueltaten anzutun.

„Da war ein Bettler, der immer vor der Tür der Kathedrale saß und um Geld bat. Er hatte keine Hände, denn er war während des Krieges verstümmelt worden. Eines Tages wollte ihm ein gut gekleideter Mann etwas Geld geben, aber er wollte es nicht annehmen und verursachte einen Tumult. Ich kam nach draußen und sah nach, was los war, und der Bettler sagte mir, dass der Mann derjenige gewesen sei, der ihm die Hände abgehackt hatte“, erinnerte sich Pfarrer Konteh.

Der Priester nahm die beiden mit in sein Büro und der arme Mann machte seinem Zorn Luft: „Ich habe früher nie gebettelt, sondern mit meinen Händen gearbeitet. Aber jetzt kann ich nicht mal mehr allein auf die Toilette gehen. Verstehst du, in was für eine erniedrigende Situation du mich gebracht hast?“, fragte er seinen damaligen Angreifer, der inzwischen ebenfalls weinte.

Im Krieg und in späteren Krisen, wie der Ebola-Epidemie von 2014, wurde die Kirche „die Stimme derer ohne Stimme“ und eine furchtlose Fürsprecherin für Opfer.

Helfen Sie mit, die Wunden des Krieges zu heilen:

Die Kirche als Zuflucht und Stimme der Hoffnung

„Nach acht Sitzungen mit mir sagte der Bettler schließlich, dass er dem Mann, der ihm die Hände abgehackt hatte, verziehen habe. Doch das genügte dem ehemaligen Rebellen nicht. Er wollte wissen, was er tun könne, um seine Verbrechen wiedergutzumachen. Er sagte: ‚Ich erinnere mich, dass er mich wirklich angefleht hat, ihm nicht die Hände abzuhacken. Aber wir standen alle unter Drogen und ich habe es doch getan.‘“

„Sie sehen: Sogar die Angreifer sind traumatisiert“, erklärte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT. „Damals haben sie vielleicht brutal gehandelt, aber so etwas ist zermürbend und man braucht selbst Heilung.“

Im Krieg und in späteren Krisen, wie der Ebola-Epidemie von 2014, wurde die Kirche „die Stimme derer ohne Stimme“ und eine furchtlose Fürsprecherin für Opfer aus allen sozialen und religiösen Gruppen, erklärte der Priester. „Die Kirche wurde zu einem Knotenpunkt für soziale Hilfsleistungen, sogar Muslime kamen damals zur Kirche. Wir hatten viele Konversionen, weil die Menschen der Kirche vertrauten. Wir gaben ihnen nicht nur Brot zu essen, sondern konnten auch für sie eintreten.“

In Sierra Leone waren die Beziehungen zwischen den Religionen bereits vorher vorbildlich. 40 Prozent der Priester sind ehemalige Muslime, viele von ihnen konvertierten, als sie in eine christliche Schule gingen. „Wir haben eine Kommission für Gerechtigkeit und Frieden und oft werden wir gerufen, um Streitigkeiten zwischen Muslimen in ihren Moscheen zu schlichten. Einige unserer afrikanischen Nachbarn finden das seltsam, weil ihrer Meinung nach Christen eine Moschee nicht betreten sollten, aber in Sierra Leone ist das normal“, bekräftigte Pfarrer Konteh.

Jetzt hat die Kirche den Entschluss gefasst, das Thema der Traumabewältigung anzugehen. Mithilfe von KIRCHE IN NOT nehmen 150 Priester an einem Schulungsprogramm teil, mit dem Ziel, „Beauftragte der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ zu werden.

Die Bruderschaft Katholischer Priester arbeitet mit Experten der Universität Boston in den USA zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Schulungsunterlagen, die dann in Lehrveranstaltungen mit Priestern, Ordensleuten und Laien eingesetzt werden sollen. Auf diese Weise, so Pfarrer Konteh, hofft die Kirche, weiterhin ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.

Die Kirche möchte das Thema der Traumabewältigung angehen. Mithilfe von KIRCHE IN NOT nehmen 150 Priester an einem Schulungsprogramm teil.
KIRCHE IN NOT ruft Kinder, Jugendliche und Familien zur Teilnahme an der Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ auf. Ziel der Kampagne ist das Gebet um Einheit und Frieden. Die Aktion findet dieses Jahr erstmals am 7. Oktober statt, dem liturgischen Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.
Kinder in Ghana nehmen auch heuer wieder an der Gebetsinitiative teil.

Kostenfreies Material zur Unterstützung

Für die Gestaltung stellt KIRCHE IN NOT ein kostenloses Faltblatt, Bewerbungsplakate und Fingerrosenkränze zur Verfügung, die auch in größerer Stückzahl bestellt werden können. Das Faltblatt enthält eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zu den freudenreichen Rosenkranzgeheimnissen sowie eine Kinderweihe an die Gottesmutter. Die Materialien sind bei KIRCHE IN NOT kostenlos erhältlich unter: https://www.kircheinnot.at/shop.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, manche nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Wieder andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

Teilnehmende Gruppen und Einzelpersonen können sich auf der internationalen Kampagnenseite registrieren; dort gibt es auch Materialien zum Herunterladen.

Katholische Schulen organisieren Gebet

Österreichweit können sich Menschen am 7. Oktober dem Rosenkranzgebet entweder um 8.00 Uhr oder 14.00 Uhr anschließen, die von Radio Maria live übertragen werden. Um 8 Uhr beten die rund 150 Schüler des Stella Bildungscampus in Seebenstein den Rosenkranz und um 14 Uhr wird ein internationaler Kinderrosenkranz live ausgestrahlt. Die 3. und 4. Klassen der PVS St. Franziskus nehmen ebenfalls an der weltweiten Gebetsinitiative teil.

Die Kinder-Rosenkranzaktion ist 2005 in Venezuela entstanden; „Kirche in Not“ hat die weltweite Begleitung und Organisation der Aktion übernommen. Leitgedanke der Aktion ist ein Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern.“ Vergangenes Jahr wurden auf der Webseite über 1,2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.

Der Vatikan sammelt die Geschichten von 1.624 Christen, die seit dem Jahr 2000 wegen ihres Glaubens ermordet wurden. In Rom wird eine ökumenische Gedenkfeier stattfinden – die Namen werden jedoch vorerst nicht veröffentlicht.

Eine vatikanische Kommission aus Historikern, Theologen und weiteren Fachleuten hat die Lebensgeschichten von mehr als 1.600 Männern und Frauen dokumentiert, die in den vergangenen 25 Jahren aufgrund ihres christlichen Glaubens getötet wurden. Unterstützt wurde sie dabei vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), dessen Charisma eng mit dieser Aufgabe verbunden ist. Die nun vorgestellte umfassende Recherche knüpft an jene Arbeit an, die anlässlich des Heiligen Jahres 2000 auf Wunsch von Johannes Paul II. durchgeführt wurde.

Sri Lanka – Trauernde an der Gedenktafel der Opfer des Anschlags in Negombo 2019

Ihre Nächstenliebe stärkt verfolgte Christen –
jetzt Hoffnung schenken!

Ökumenische Feier in Rom am 14. September

Papst Leo XIV. hat Vertreter aller christlichen Konfessionen eingeladen, am Sonntag, dem 14. September, in der Basilika St. Paul vor den Mauern an einer ökumenischen Wortgottesdienstfeier teilzunehmen, um dieser „Zeugen des Glaubens” zu gedenken.

Die Kommission arbeitet seit Juli 2023, nachdem Papst Franziskus sie beauftragt hatte, die „Lebenszeugnisse bis hin zum Blutvergießen dieser unserer Schwestern und Brüder zu sammeln, damit das Gedenken an sie als von der christlichen Gemeinschaft gehüteter Schatz hervortreten kann”. Franziskus betonte ausdrücklich, dass die Forschung nicht auf Katholiken beschränkt sein dürfe, sondern „auf alle christlichen Konfessionen ausgedehnt werden“ müsse: „Wir sind ihnen allen zu großem Dank verpflichtet und dürfen sie nicht vergessen”.

Mehr Märtyrer als je zuvor

Der Vorsitzende der Kommission, Erzbischof Fabio Fabene, erinnerte bei der Vorstellung der Ergebnisse daran, dass „das Martyrium zu allen Zeiten der Kirche existierte, doch heute vielleicht mehr Menschen als je zuvor ihr Leben hingeben, um die Botschaft Christi nicht zu verleugnen“. Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und stellvertretender Vorsitzender, erklärte, Ziel der Arbeit sei es, „ihre Erinnerung wachzuhalten, damit die Namen derer, die für den Glauben gestorben sind, nicht verloren gehen.“

Um die Daten zu vervollständigen, wandte sich die Kommission an Bischofskonferenzen, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen weltweit. Zudem wurden geprüfte Medienberichte herangezogen. Nach anderthalb Jahren intensiver Arbeit konnten 1.624 Fälle von Christen aller Konfessionen bestätigt werden, die zwischen 2000 und 2025 wegen ihres Glaubens getötet wurden: 643 in Subsahara-Afrika, 357 in Asien und Ozeanien, 304 in Amerika, 277 im Nahen Osten und in Nordafrika sowie 43 in Europa.

Riccardi betonte jedoch, dies sei „keine endgültige Zahl, da das Martyrium nie vollständig zu erfassen ist, vor allem nicht in entlegenen Regionen.”

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Begräbnis nach einem Anschlag in Burkina Faso.

Regionale Unterschiede der Verfolgung

Die Umstände dieser Todesfälle unterscheiden sich je nach Region: „Viele der Glaubenszeugen in Amerika starben durch kriminelle Organisationen oder Drogenkartelle, andere, weil sie sich gegen Umweltzerstörung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen wehrten. Die Präsenz von Christen als ehrliche Menschen, die das Gesetz und das Gemeinwohl respektieren, stört diejenigen, die kriminelle Aktivitäten ausüben wollen“, erklärt Riccardi. Die Zahl von 357 Getöteten in Asien und Ozeanien umfasse die 200 Menschen, die am Ostersonntag 2019 bei Bombenanschlägen auf katholische und protestantische Kirchen in Sri Lanka ums Leben kamen. Die Märtyrer in Afrika „wurden meistens von Dschihadisten oder wegen ihrer Rolle in ethnisch-politischen Konflikten getötet”.

Die Kommission entschied, vorerst keine vollständige Namensliste zu veröffentlichen, „bis die Zeit dafür reif ist“. Einige Beispiele wurden jedoch genannt: Die sieben anglikanischen Brüder der Melanesischen Bruderschaft, die 2003 vom Anführer einer Miliz gefoltert und getötet wurden, als sie versuchten, in einem lokalen Konflikt auf den Salomonen zu vermitteln; der irakische Priester Ragheed Ganni, der sich weigerte, seine Pfarre in Mossul zu schließen, und am 3. Juni 2007 von ISIS-Terroristen getötet wurde; der 10-jährige Abish Masih, der 2015 bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Youhanabad, Pakistan, getötet wurde; die 21 koptischen Märtyrer, die im Februar 2015 an der libyschen Küste enthauptet wurden und von Papst Franziskus in das Römische Martyrologium aufgenommen wurden; die vier Missionarinnen der Nächstenliebe, die in ihrem Kloster in Aden, Jemen, bei einem Anschlag auf das von ihnen betreute Altenheim von maskierten Männern getötet wurden; und Paul McAuley, ein Missionar der La Salle-Brüder im peruanischen Amazonasgebiet, der sich aktiv für den Schutz der indigenen Bevölkerung und der Umwelt einsetzte und 2019 in der Schule, in der er unterrichtete, tot und verbrannt aufgefunden wurde.

Gedenktafel von Märtyrern in Pakistan.

“Die Kirche ist bis heute eine Kirche der Märtyrer”

Riccardi resümierte: „Die Arbeit dieser Kommission und die ökumenische Feier am 14. September zeigen, dass die Kirche bis heute eine Kirche der Märtyrer ist und dass diese uns viel zu lehren haben. Wir sind Zeitgenossen dieser Menschen, denen wir in unserem Leben begegnen und die wir persönlich hätten kennenlernen können.“ Im Rahmen des Jubiläums der Hoffnung seien sie „Zeugen eines Gottes, der auch unter widrigen Umständen treu bleibt. Für die Kirche ist das Gedenken nicht bloß Trauer, sondern auch Hoffnung für die Zukunft.”

Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, unterstrich: „Diese Ergebnisse spiegeln die Erfahrungen unserer Arbeit vor Ort wider, wo wir Gemeinschaften helfen, die ständig existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind. KIRCHE IN NOT ist sehr stolz darauf, diesen Christen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen, aber vor allem sind wir dankbar, von ihrem Zeugnis lernen zu dürfen, das unseren Glauben und den unserer Wohltäter jeden Tag stärkt.”

Als Papst Franziskus die Kommission im Jahr 2023 ins Leben rief, erklärte er: „Auch in unserer gegenwärtigen Zeit, in der wir einen Epochenwandel erleben, zeigen die Christen die Vitalität der uns einenden Taufe, und sie tun das auch in Lebensumfeldern, wo dies mit einem hohen Risiko verbunden ist. Denn nicht wenige sind es, die ihren Glauben bezeugen oder an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind, in die sie sich begeben. Andere werden getötet, während sie sich bemühen, in der Nächstenliebe das Leben der Armen zu unterstützen, und sich derer annehmen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, oder die Gabe des Friedens und die Kraft der Versöhnung bewahren und fördern. Andere wiederum sind als Einzelne oder als Gruppe stille Opfer historischer Umbrüche.”

Die ökumenische Gedenkfeier, zu der die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, eingeladen wurde, fällt mit dem liturgischen Fest der Kreuzerhöhung der katholischen Kirche zusammen.

Um bedrängten und verfolgten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Christenverfolgung

Im westafrikanischen Sierra Leone ist der katholische Gemeindepfarrer Augustine Amadu bei einem mutmaßlichen Raubüberfall ermordet worden. Die Tat ereignete sich lokalen Angaben zufolge am 30. August in der Pfarre „Unbefleckte Empfängnis“ in Kenema, dem Sitz der gleichnamigen Diözese im Südosten von Sierra Leone.

Wie die Polizei mitteilt, seien die Täter, die bislang noch nicht ermittelt werden konnten, über ein Fenster in das Pfarrhaus eingedrungen. Sie hätten Pfarrer Amadu zunächst einen Schlag auf den Kopf versetzt; laut Autopsiebericht ist der Geistliche erwürgt worden. Die Tat ereignete sich nur einen Tag vor der geplanten Abschiedsmesse des Seelsorgers, der in eine andere Pfarre wechseln sollte.

Der ermordete Pfarrer Augustine Amadu aus Sierra Leone. © Diözese Kenema

Schwerer Schlag für das sozial Gefüge in Sierra Leone

Pfarrer Amadu war ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT (ACN); unser Hilfswerk hatte unter anderem den Bau des Pfarrhauses in Kenema unterstützt und ihn bei einer Projektreise im Jahr 2022 besucht. „Damals war die Gemeinde so begeistert, dass Pfarrer Amadu bald in das neue Pfarrhaus einziehen würde“, schildert Ulrich Kny, Projektleiter von KIRCHE IN NOT, seine Eindrücke.

In Sierra Leone sind verschiedenen Schätzungen zufolge 20 Prozent der acht Millionen Einwohner Christen; die Bevölkerungsmehrheit gehört dem Islam oder Naturreligionen an. Die interreligiösen Beziehungen in dem Land gelten als ausgezeichnet. Umso mehr zeigten sich auch Angehörige anderer Religionen geschockt über den jüngsten Mord. In einer Erklärung teilte der Interreligiöse Rat von Sierra Leone mit: „Pfarrer Amadu war ein Mann des Friedens, des Mitgefühls und des unerschütterlichen Engagements.“ Sein Tod sei ein schwerer Schlag für das soziale Gefüge in Sierra Leone. „Wir trauern um einen Diener Gottes, dessen Leben der Förderung der Einheit, Hoffnung und der moralischen Führung gewidmet war“, heißt es in der Erklärung.

In einer Kirche in Sierra Leone. © KIRCHE IN NOT
Unterstützen Sie den Einsatz von KIRCHE IN NOT für die christliche Minderheit in Sierra Leone mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Sierra Leone

Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.

Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Eine Schulklasse im Libanon dankt für die Unterstützung von KIRCHE IN NOT.

KIRCHE IN NOT fördert 191 Schulen in Libanon

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.

In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.

Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Schule für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso.

In vielen Ländern müssen Familien Schulgeld zahlen

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von KIRCHE IN NOT mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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„Ich konnte vor lauter Angst, getötet zu werden, nicht schlafen. So geht es mir auch jetzt noch, während ich diese Zeilen schreibe“: Pfarrer Alphonsus Afina aus der Diözese Maiduguri im Nordosten Nigerias befand sich 51 Tage lang in der Gewalt von Kämpfern der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, ehe er am 21. Juli freigelassen wurde. Über die Zeit seiner Geiselhaft berichtete er jetzt in einem persönlichen Zeugnis, das KIRCHE IN NOT vorliegt.

Der Priester war zusammen mit zwei Mitarbeitern auf dem Weg zu einer kirchlichen Veranstaltung in Maiduguri, als sein Auto am 1. Juni überfallen wurde: „Bewaffnete Männer kamen aus den Büschen am Straßenrand hervor und schossen auf uns.“ Er habe versucht, sich in einem nahegelegenen Militärkontrollpunkt in Sicherheit zu bringen, doch die Angreifer hätten ihn auf Motorrädern verfolgt.

Die Entführer hätten ihn zu seinem Auto zurückgebracht, um es auszuplündern. Sie schlugen den Geistlichen und verletzten ihn schwer: „Sie begannen, mich zu schlagen. Blut lief in meine Augen und tropfte auf meine Schulter.“ Die Verletzungen seien so schwerwiegend gewesen, dass Mediziner nach seiner Freilassung um sein Augenlicht fürchteten. Nun wartet Pfarrer Afina auf eine Augen-Operation.

Alphonsus Afina, Priester aus der Diözese Maiduguri (Nigeria).

Gefährliche Augenverletzung davongetragen

Zusammen mit 13 anderen Personen wurde der Seelsorger zu Fuß in eine Bergregion verschleppt. „Einige konnten fliehen, andere wurden getötet – darunter auch einer unserer Mitarbeiter“, berichtet Afina. Seine Entführer identifizierte der Geistliche als Anhänger der Terrorgruppe Boko Haram. Als das nigerianische Militär als Reaktion auf die Entführung begann, den Stützpunkt der Terroristen aus der Luft anzugreifen, habe sich seine Panik nochmals gesteigert, so der Seelsorger.

Am 21. Juli wurde der Priester zusammen mit zehn weiteren entführten Personen freigelassen. Aktuell befindet er sich im Krankenhaus in Maiduguri. Seine plötzliche Freilassung schreibt er den Gebeten aus aller Welt zu. Auch hätten ihn die Entführer im Laufe der Zeit respektvoller behandelt: „Ich habe die Wirkung der Gebete, die weltweit für mich gesprochen wurden, gespürt. Vor allem bin ich Gott dankbar, dass er in dieser schrecklichen Erfahrung mein Leben bewahrt hat.“

Nigeria ist aktuell das Land, in dem weltweit am meisten Priester und Ordensleute einführt werden.

Nirgendwo werden mehr Geistliche entführt als in Nigeria

Die Entführung von Pfarrer Afina ist leider kein Einzelfall. Nigeria ist aktuell das Land, in dem weltweit am meisten Priester und Ordensleute einführt werden. Terroristen und kriminelle Banden sind eine ständige Bedrohung. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass wir neue Schreckensmeldungen aus Nigeria erhalten.

KIRCHE IN NOT leistet Wiederaufbauhilfen für vom Terror betroffene Gemeinde. Außerdem unterstützt das Hilfswerk die Seelsorge und psychologische Betreuung von Überlebenden. Helfen Sie den notleidenden und verfolgten Christen in Nigeria mit Ihrer Spende Sie brauchen uns jetzt – dringend! Jetzt online spenden.

„Die Christen in Nigeria brauchen uns jetzt“

Von den 237 Millionen Einwohnern Nigerias sind etwa je die Hälfte Christen und Muslime. Im Norden Nigerias, wo die Christen in der Minderheit sind, kommt es seit über 15 Jahren immer wieder zu terroristischen Übergriffen. Schienen Boko Haram und andere Gruppen zunächst militärisch zurückgedrängt, gewinnen sie in jüngster Zeit wieder an Boden.

Helfen Sie notleidenden und verfolgten Christen in Nigeria mit Ihrer Spende:

Fast 50.000 Menschen wurden nach Angaben von in der Region tätigen UN-Mitarbeitern durch die jüngsten Angriffe in der nördlichen Region Cabo Delgado in Mosambik Ende Juli und in der ersten Augustwoche vertrieben.

„Die neue Welle von Terroranschlägen, die vor allem die Diözese Pemba betrifft, war zwischen dem 20. und 28. Juli besonders brutal, vor allem in den Distrikten Chiúre, Ancuabe und Muidumbe. Aber auch am 6. und 7. August gab es intensive Angriffe in den Distrikten Palma, Meluco und Quissanga”, berichtet Schwester Aparecida Queiroz von der Kongregation der Töchter Jesu gegenüber dem katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT  (ACN).

Der Krieg in Cabo Delgado geht auf einen Aufstand von Dschihadisten zurück, die mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen. Die Angriffe begannen 2017, und die Versuche der Regierung, sie zu unterdrücken, waren wenig erfolgreich. Der Konflikt in Cabo Delgado hat seit Oktober 2017 mehr als 6.000 Todesopfer gefordert und mehr als eine Million Menschen vertrieben. Laut UNO benötigen zudem dringend Hilfe zum Überleben.

Ein Kind in einem Flüchtlingslager im Bezirk Metuge in Mosambik.

Kinder von islamistischen Militanten entführt

In einer Botschaft an das Hilfswerk schreibt auch Pater Kwiriwi Fonseca, Passionist und Priester in der Diözese Pemba, die die Region Cabo Delgado umfasst: „Dieser sinnlose Krieg bringt nur Tod, und nimmt den Menschen, insbesondere den Kindern, ihre letzte Hoffnung.“

Er berichtet von Informationen über entführte Kinder und fügt hinzu: „Diese Kinder müssen zu ihren Eltern zurückgebracht werden; sie müssen überall gesucht werden, ganz gleich, wo sie sind, damit sie zu ihren Eltern zurückgebracht werden können. Sie verdienen eine bessere Zukunft.“

Der Passionistenpriester äußert auch seine Befürchtung, dass die Welt den seit fast acht Jahren andauernden Konflikt vergessen könnte. „Die humanitäre Krise, die durch diesen Krieg verursacht wurde und durch die Wirbelstürme, die diese Region in den letzten Jahren heimgesucht haben, mit einer enormen Zerstörung von Häusern, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen noch verschärft wurde, gerät zunehmend in Vergessenheit oder wird verschwiegen. Dieses Schweigen beunruhigt uns, besonders zu einem Zeitpunkt, da Tausende und Abertausende unserer Brüder und Schwestern in Cabo Delgado, vor allem in der Region Chiure, durch neue Angriffe, die Brandschatzung ihrer Häuser und die Entführung ihrer Kinder in eine noch schlimmere Krise gestürzt wurden.“

Pater Kwiriwi Fonseca, Passionist und Priester in der Diözese Pemba.

Hilfe für Vertriebene

Die katholische Kirche steht an vorderster Front, um den Menschen zu helfen, die durch die Gewalt alles verloren haben. Pater Kwiriwi Fonseca dankt allen Spendern, die diese Bemühungen über KIRCHE IN NOT weiterhin unterstützen: „Bitte unterstützen Sie die Menschen in Cabo Delgado weiter, unterstützen Sie die, die für den Frieden kämpfen. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Frieden. Mosambik braucht Frieden.“

“Ich bedauere zutiefst, dass unsere Brüder und Schwestern in Mosambik mit einer weiteren Welle von Anschlägen konfrontiert sind. Wir beten für alle Opfer”, sagt Ulrich Kny, Leiter der Projekte von Kirche in Not für Mosambik.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Diözese Pemba durch verschiedene Projekte, darunter psychosoziale Hilfe für Terrorismusopfer, Material für den Bau von Dutzenden von Häusern und Gemeindezentren sowie die Bereitstellung von Fahrzeugen für Missionare, die mit Vertriebenen arbeiten und natürlich sind wir bereit, mit weiterer Nothilfe zu helfen”, betont er.

Um der notleidenden Bevölkerung in Mosambik weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Mosambik

Das Benediktinerinnen Sainte Agathe wurde im Mai 2005 in dem Dorf Lolo in der Diözese Moundou im Süden des Tschad gegründet. Es ist das erste kontemplative Kloster in mehrheitlich muslimischen zentralafrikanischen Land.

Die ersten Benediktinerinnen, die aus der Demokratischen Republik in den Tschad kamen, empfanden es als eine Gnade, an dem „Abenteuer“ dieser Gründung teilnehmen zu dürfen. Die einheimische Bevölkerung erhoffte sich viel von der Klostergründung, auch wenn die meisten von ihnen wenig über das monastische Leben wussten. Die jungen Schwestern, die dorthin kamen, waren von der Mission, die ihnen übertragen worden war, beseelt und machten sich mutig und voller Elan daran, sie zu erfüllen. In Lolo gab es nichts: keine Schule, kein fließendes Wasser, kein Krankenhaus und die meisten Menschen konnten nicht lesen und schreiben.

Inzwischen haben die sechs Benediktinerinnen, die in dem Kloster leben, ein geistliches Zentrum, einen Kindergarten und eine Grundschule eingerichtet. Außerdem setzen sie sich für die Alphabetisierung von Frauen und die Berufsausbildung von jungen Mädchen ein, die bis heute oft früh zu einer Eheschließung gezwungen werden. Für die Frauen und Mädchen ist die Anwesenheit der Schwestern eine große Hilfe.

Allen, die den Schwestern geholfen haben, selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können, herzlichen Dank!

Aber der Tschad ist eines der ärmsten Länder der Erde, und für das Kloster war es schwierig, sich wirtschaftlich selbst zu unterhalten. Schwester Victorine, die Priorin, hatte uns geschrieben: „Die wenigen Mittel, die wir von außen erhalten, reichen nicht aus, und wir haben Schwierigkeiten, den Grundbedarf des Klosters zu decken und z.B. für das Essen, die medizinische Versorgung im Krankheitsfall und die Kleidung aufzukommen, aber auch die geistlichen Bedürfnisse zu decken wie die Ausbildung junger Schwestern, Exerzitien und Einkehrtage.“

Daher haben unsere Wohltäter den Benediktinerinnen geholfen, eine Landwirtschaft aufzubauen. 8.560 Euro kamen zusammen. Dafür konnten landwirtschaftliche Geräte, Saatgut sowie zwei Kühe angeschafft werden. Die Schwester bauen auf sechs Hektar Erdnüsse an, die sie verkaufen, sowie insgesamt auf zwei Hektar Hirse und Sesam größtenteils für den Eigenbedarf. Einen Teil des Erlöses investieren sie wiederum in den Ausbau der Landwirtschaft, damit dieses Projekt weiterläuft.

Schwester Myriam stammt ursprünglich aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie sagt: „Ich bin für meine erste missionarische Erfahrung im Tschad. Die Gemeinschaft hier ist jung, was bedeutet, dass wir viel arbeiten müssen, vor allem mit unseren Händen, um unsere Lebensbedingungen zu verbessern und auch, um der lokalen Gemeinschaft durch soziale Maßnahmen wie Bildung, Zugang zu sauberem Wasser und Gesundheit zu nützen. Deshalb möchte ich KIRCHE IN NOT meine Dankbarkeit für diese wichtige Unterstützung ausdrücken. Ich lernte, die Zugtiere zu führen, um die Felder zu pflügen, und wie man Hirse anbaut.“

Allen, die den Schwestern geholfen haben, selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können, herzlichen Dank!

KIRCHE IN NOT (ACN) hat seinen Jahresbericht 2024 vorgelegt, der einmal mehr die Großzügigkeit der Wohltäter auf der ganzen Welt widerspiegelt, wenn es darum geht, den leidenden Christen und der Kirche in Not zu helfen. Die Ukraine, der Libanon und Indien waren die Länder, die im Jahr 2024 die meiste Hilfe erhielten, Afrika war der meistunterstützte Kontinent.

Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) erhielt im Jahr 2024 insgesamt 139,3 Millionen Euro an Spenden und Erbschaften – ein Zeichen des fortwährenden Vertrauens und der Großzügigkeit ihrer Wohltäter weltweit. Mit diesem Betrag und weiteren 2,2 Millionen Euro an Rücklagen aus den Vorjahren finanzierte es Aktivitäten im Wert von 141,5 Millionen Euro.

Die materielle Not vieler Christen weltweit wird durch Krieg oder Konflikte verschlimmert und dadurch existentiell, zudem leiden viele Millionen Christen unter Verfolgung. Umso ermutigender ist es, dass unsere Wohltäter in Österreich mit Gebet und Spenden so großherzig und selbstlos an der Seite unserer Glaubensgeschwister stehen”, so Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Trotz dieser oft lebensbedrohenden Not hören wir viele ermutigende Zeugnisse, dass der Glaube dort, wo er bedroht wird, wächst und lebendigt ist.“

Kinder im Libanon danken Ihnen für die Nothilfe, wodurch Sie den Schulbetrieb christlicher Schulen aufrecht erhielten.

Das Mitgefühl und die Güte von 360 000 Wohltäter bewirken Wunder

Die Großzügigkeit der fast 360 000 Wohltäter des Hilfswerks, unter anderem in den 23 Ländern, in denen KIRCHE IN NOT nationale Büros unterhält, ermöglichte es, 5335 Projekte in 137 Ländern umzusetzen. Dank ihnen kann KIRCHE IN NOT auch weiterhin ohne staatliche Unterstützung seiner Mission nachkommen und somit seine Unabhängigkeit bewahren.

In einer Botschaft an die Wohltäter sagt die internationale geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch: „Dank Ihrer Großzügigkeit konnte KIRCHE IN NOT Hunderttausenden unserer Glaubensgeschwister, die täglich mit Herausforderungen wie Verfolgung, Krieg oder bitterer Armut konfrontiert sind, Hoffnung schenken. Obwohl viele von Ihnen selbst durch Schwierigkeiten gehen, sind Sie dem Ruf Gottes gefolgt, anderen Hoffnung zu bringen.“

79,8 Prozent der oben genannten Mittel flossen in missionsbezogene Aufwendungen. Davon gingen 84,7 Prozent an Hilfsprojekte, sodass KIRCHE IN NOT auf 5335 der 7296 Hilfsgesuche aus aller Welt positiv antworten konnte. Die restlichen 15,3 Prozent der missionsbezogenen Aufwendungen, das heißt 17,3 Millionen Euro, flossen in Aktivitäten im Zusammenhang mit Informationsarbeit, Glaubensverkündigung und der Verteidigung von verfolgten Christen. Dazu gehören die Veröffentlichung religiöser Literatur sowie Gebetskampagnen und die Vertretung der Rechte und Interessen verfolgter und leidender Christen. Die notwendigen Aufwendungen für Verwaltung lagen bei 7,5 Prozent der Gesamtausgaben, die für Werbung bei 12,7 Prozent.

Durch Ihre Existenzhilfe bringen Ordensfrauen Christus zu den Menschen.

Hilfe mit globaler Reichweite

Das Land, das 2024 die meisten Hilfsgelder von KIRCHE IN NOT erhielt, war zum dritten Mal in Folge die Ukraine (8,4 Millionen Euro). An zweiter Stelle folgte der Libanon (7,4 Millionen), dann Indien (6,7 Millionen).

„Die Ukraine war wieder das einzelne Land, das am stärksten von uns unterstützt wurde. Dort liegt der Fokus inzwischen auf der Begleitung traumatisierter Menschen. Wir sichern zudem weiterhin den Lebensunterhalt der Priester und Ordensleute, unterstützen die Ausbildung der Seminaristen und helfen durch Bereitstellung von Fahrzeugen und Heizungen“, so Lynch.

Auf regionaler Ebene war Afrika die Region, die die meiste Hilfe empfing. Mit 30,2 Prozent ging fast ein Drittel der Projektausgaben dorthin.  Zu den Hauptempfängerländern der in Afrika durchgeführten Projekte gehörten Nigeria und Burkina Faso.

„Die Hilfe für Afrika war wieder der größte Posten unserer Projektausgaben, denn einerseits wächst die Kirche in Afrika stark und erfreut sich einer hohen Zahl an Priester und Ordensberufungen, andererseits leidet sie nicht nur unter Armut, sondern auch unter dem sich auf immer mehr Länder ausbreitenden dschihadistischen Terror. So hat sich allein unsere Hilfe für Burkina Faso innerhalb der letzten vier Jahre verdreifacht“, erklärt Lynch.

Weitere 18,7 % der Projektausgaben von KIRCHE IN NOT – die zweithöchste Unterstützung nach Regionen – flossen 2024 nach Asien und Ozeanien, insbesondere nach Indien, das nicht nur das einzelne Land ist, das 2024 die drittmeiste Hilfe erhielt, sondern auch das Land, in dem das Hilfswerk die meisten Studienstipendien und Messstipendien vergibt.

Der Nahe Osten erhielt mit 17,5 % der Hilfsgelder die dritthöchste Unterstützung, wobei der Libanon, Syrien und das Heilige Land nach der Eskalation der bewaffneten Konflikte die Hauptnutznießer waren.

Lateinamerika und Europa erhielten 16,8 % bzw. 15,9 % der gesamten Hilfe. Die restlichen 0,9 % gingen an andere Regionen.

Mit den Messstipendien, die Sie uns anvertrauen, helfen Sie weltweit 42 252 notleidenden Priestern.

Tausende Projekte konkreter Hilfe

KIRCHE IN NOT stellte im Jahr 2024 fast 1,85 Millionen Messstipendien für 42 252 Priester bereit, die höchste Zahl in der Geschichte von KIRCHE IN NOT. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT erhielt und dass alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäter gefeiert wurde.

Im Jahr 2024 unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von fast 10 000 Seminaristen. Jeder elfte angehende Priester der Welt erhielt 2024 eine Ausbildungshilfe des Hilfswerks, die Mehrheit davon in Afrika (5305), wo es die meisten Priesterberufungen gibt, sowie 1824 in Lateinamerika, 1752 in Asien und 1080 in Europa (davon mehr als 700 Seminaristen in der Ukraine).

Die Ausbildungshilfen für Priester, Ordensleute und Laien machten 28,2 Prozent der gesamten Hilfe aus, Mess-Stipendien für Priester und Existenzhilfen für Schwestern insgesamt 23,9 Prozent.

Aufgrund der hohen Kosten der Einzelprojekte lagen Bauhilfen mit etwas weniger als einem Viertel der Hilfe (23,6 Prozent) wieder einmal an erster Stelle. Im Jahr 2024 wurden etwas mehr als 750 Bauprojekte

durchgeführt.

10,5 Prozent der Hilfe von KIRCHE IN NOT floss in die Beschaffung von 1141 Transportmitteln, darunter 474 Autos, 388 Fahrräder, 264 Motorräder, drei Busse, elf Boote und ein Lkw.

Die Nothilfe machte rund 10,7 % der Ausgaben aus, ein ähnlicher Prozentsatz wie im Vorjahr.

Sie sind Teil der Liebe Jesu, die uns überall verbindet. Vergelt’s Gott!

Internationaler Jahresbericht 2024 zum Herunterladen

Bei einem Überfall von mutmaßlich radikalen Fulani-Milizen in der südnigerianischen Gemeinde Yelewata sind nach Angaben der Stiftung für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden (FJDP) im Bistum Makurdi vermutlich bis zu 200 Menschen getötet worden. In einem Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT berichtete der Gemeindepfarrer der Stadt, Father Ukuma Jonathan Angbianbee, von einem grausamen Massaker: „Menschen wurden niedergemetzelt. Überall lagen Leichen verstreut.“

Das Attentat ereignete sich am späten Freitagabend (13. Juni). Es ist ein dramatischer Höhepunkt einer seit einigen Wochen andauernden Welle von Überfällen auf mehrheitlich christliche Dörfer in der Region, bei denen bisher bereits mehr als 100 Menschen getötet worden sind. Tausende Menschen sind wegen des Terrors auf der Flucht. Viele sind nach Yelewata gekommen, weil die Stadt als relativ sicher galt. Nach dem aktuellen Angriff haben viele die Stadt jedoch verlassen.

Eine Frau mit Kind, die nach einem Überfall auf ihr Dorf durch radikale Fulani geflohen ist (Archivbild). Foto: KIRCHE IN NOT

Seit Wochen werden Dörfer in der Region überfallen

Am Abend des Überfalls konnte die Polizei noch einen Angriff der Terroristen auf die St.-Josef-Kirche in Yelewata verhindern, in der 700 Menschen aus umliegenden Gemeinden Schutz gesucht hatten. Die Angreifer wandten sich anschließend den Notunterkünften auf dem Marktplatz der Gemeinde zu, wo sie Berichten zufolge die Gebäude mit Treibstoff als Brandbeschleuniger anzündeten und in einem Bereich das Feuer eröffneten, in dem mehr als 500 Menschen schliefen.

In einem ersten Bericht der FJDP im Bistum Makurdi berichteten deren Mitarbeiter von ihren Eindrücken des Massakers: „Es war ein unfassbarer Anblick. Einige Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt: Säuglinge, Kinder, Mütter und Väter, einfach ausgelöscht.“ Der Gemeindepfarrer ergänzte, dass einige so schwer verbrannt seien, dass ihre Identifizierung schwierig sei.

Der Angriff sei sorgfältig koordiniert gewesen. Die Terroristen seien aus verschiedenen Richtungen in die Stadt eingedrungen. Der Pfarrer geht davon aus, dass radikale Fulani hinter dem Anschlag steckten, da sie „Allahu Akhbar“ („Gott ist groß“) gerufen hätten. In der Region sind die Menschen zu über 90 Prozent katholisch; die Fulani sind dagegen überwiegend muslimisch. In der Zwischenzeit gibt es innerhalb dieser ursprünglich als Nomaden lebenden Volksgruppe schwer bewaffnete, dschihadistische Strömungen.

Zerstörung nach einem Angriff radikaler Fulani-Milizen (Archivbild). Foto: KIRCHE IN NOT

„Mit Abstand die schlimmste Gräueltat“

Father Jonathan und andere Geistliche kritisierten die Reaktion der Sicherheitskräfte. Sie sagten, die Polizei, die die Aufständischen am Zugang zur Kirche hinderte, sei schlecht ausgerüstet gewesen und nicht nicht in der Lage gewesen, den Angriff auf den nahegelegenen Marktplatz zu verhindern. „Am Morgen nach dem Anschlag waren genügend Polizisten und Sicherheitskräfte vor Ort, aber wo waren sie am Abend zuvor, als wir sie brauchten?“, fragte ein Priester. Er fügte hinzu: „Der Überfall ist mit Abstand die schlimmste Gräueltat, die wir je erlebt haben.“

Papst Leo XIV. betete am vergangenen Sonntag im öffentlichen Angelusgebet für die Menschen, die bei dem Massaker in Yelewata brutal getötet worden sind. Die meisten von ihnen seien Binnenvertriebene, die „in der örtlichen katholischen Mission Zuflucht geunden haben“, betonte er. Insbesondere betete er für die ländlichen christlichen Gemeinden im Bundesstaat Benue, „die unerbittlich Opfer von Gewalt geworden sind“.

Kirchenführer haben wiederholt um internationale Hilfe gebeten und erklärt, dass ein dschihadistischer Plan zur Landnahme und ethnischen Säuberung von Christen in der Region im Gange sei.

KIRCHE IN NOT bittet um Gebete für die Verstorbenen und für die von der Gewalt betroffenen Familien. Gleichzeitig ruft das Hilfswerk die internationale Gemeinschaft zur Solidarität mit den Betroffenen dieser Gewalt auf. KIRCHE IN NOT unterstützt die Diözese Makurdi mit Nothilfe, Traumabehandlung und pastoralen Projekten und fordert besseren Schutz für gefährdete Gemeinden.

Unterstützen Sie notleidende Christen in Nigeria mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nigeria

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