

Die Klarissinnen, die in der Abgeschiedenheit ihrer Klausur ein strenges Leben des Gebetes und der Buße führen, beten um den Frieden für ihr Land und für die ganze Welt. Sie bringen die Nöte der ganzen Menschheit vor Gott. „Wir unterstützen die leidenden Glieder Christi durch unser Gebet“, sagen sie selbst. Ihr Kloster verlassen sie nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt, vor allem für Ausbildungszwecke und medizinische Behandlung oder um das Lebensnotwendige für ihre Gemeinschaft, aber auch für die Menschen, die tagtäglich an ihre Klosterpforte klopfen und um Hilfe bitten, zu besorgen. Manchmal müssen die Ordensfrauen auch einen Arzt für ihre älteren Mitschwestern holen.
Bislang hatten sie das Problem, das ihr Auto, das sie schon seit über 20 Jahren nutzen, nicht mehr zuverlässig war und immer mehr zu einer Gefahr für die Schwestern selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer wurde. Das Kloster liegt allerdings am Stadtrand, und so sind die Ordensfrauen auf ein Fahrzeug angewiesen. Die Äbtissin, Schwester Claire Marie Muenga, wandte sich daher in ihrer Not an uns und schrieb: „Sie haben verzweifelte Schwestern vor sich, die auf Ihre Hilfe zählen!“ Unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen und haben 28.900 Euro gespendet, so dass die Klarissen nun ein zuverlässiges Auto haben. Sie sind überglücklich, und im Namen der ganzen Klostergemeinschaft schreibt die Äbtissin: „Ein großes und aufrichtiges Dankeschön für Ihre Hilfe! Wir versprechen Ihnen, für Sie zu beten!“
Während in Nigeria die Entwaffnung ehemaliger Mitglieder von Boko Haram und des IS-Ablegers ISWAP (Islamischer Staat Westafrikanische Provinz) erste Erfolge zeigt, melden Projektpartner von KIRCHE IN NOT aus dem benachbarten Kamerun neue Angriffe der Terrormilizen.
Die Terroreinheiten hätten ihren Aktionsradius auf die Gegend um den Tschadsee und das Mandara-Gebirge ausgedehnt. Der Tschadsee liegt zwischen Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger, das Mandara-Gebirge zwischen Nigeria und Kamerun.
Der Norden Kameruns war auch schon in früheren Jahren von terroristischen Attacken betroffen, diese hätten jedoch jüngst wieder zugenommen, so die Projektpartner. In der Region halten sich zudem zahlreiche Flüchtlinge aus Nigeria auf, die vor den Boko-Haram-Überfällen in ihrem Heimatland geflohen sind.
Ein Gemeindeseelsorger, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, berichtet von regelmäßigen Überfällen und Anschlägen der Terrormilizen auf Dörfer am Mount Oupay, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Mokolo, der Hauptstadt des Bezirks Mayo-Tsanaga im äußersten Norden Kameruns.

„Wir haben einen weiteren ,Besuch’ von Boko Haram erhalten“, schreibt der Priester in einer Nachricht Ende März an KIRCHE IN NOT. „Die Milizen haben zwei Menschen getötet, brannten die Häuser nieder und raubten Kleidung und Vieh. Wir dachten sie würden uns nicht erreichen, weil unser Dorf auf dem Berg liegt, aber leider haben wir uns geirrt.“
Der Gemeindepfarrer beschreibt auch die veränderte Vorgehensweise der Terrormilizen: „Früher sind sie unter lautem Kriegsgeschrei in die Dörfer eingefallen. In jüngster Zeit kommen sie unauffällig in der Nacht, um die Menschen im Schlaf zu überraschen. Sie töten Familienväter und junge Männer, dann plündern sie den Besitz und zerstören alles, was sie nicht mitnehmen können.“
Seit Mitte Februar seien bereits fünf Orte auf seinem Pfarreigebiet überfallen worden. Diese seien jetzt „nahezu menschenleer. Diejenigen, die bleiben, sind gezwungen im Freien in der Kälte und unter armseligen Bedingungen zu leben“, beklagte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Der lokale Ansprechpartner bittet um Unterstützung für die Sicherheit seiner Gemeinde. „Die Situation ist wirklich besorgniserregend. Wir zählen auf Ihre Gebete“, schreibt der Priester. KIRCHE IN NOT hat aktuell Unterstützung für ein kirchliches Flüchtlingslager in Minawao in Diözese Maroua-Mokolo auf den Weg gebracht, um den Betroffenen des Terrors durch Boko Haram beizustehen.
Seit Ende 2021 kündigt die nigerianische Regierung die Entwaffnung von Mitgliedern der Terrororganisation Boko Haram an. Berichten zufolge legen aktuell Tausende von Aufständischen im Nordosten Nigerias ihre Waffen nieder.
Allein in der vorletzten Märzwoche hätten sich laut einen hochrangigen nigerianischen General 7000 ehemalige Mitglieder von Boko Haram und ISWAP ergeben. Den Berichten der Projektpartner von KIRCHE IN NOT zufolge bedeutet das jedoch noch nicht das vollständige Aus für die terroristische Gewalt.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Kamerun
Mauretanien ist eines der ärmsten Länder der Welt. 90 Prozent des im Nordwesten Afrikas gelegenen Landes liegen in der Sahara. Die Lage der mauretanischen Bevölkerung wird immer schwieriger. Waren noch 1960, als das Land unabhängig wurde, ca. 85 Prozent der Menschen Nomaden, die von der Viehzucht lebten, breitet sich seit Anfang der 1970er Jahre die Wüste immer weiter aus, und viele haben ihre Herden verloren. Immer mehr Menschen wandern in die Elendsviertel der Städte ab. Zugleich ist das Land, das im Westen an den Atlantik grenzt, auch von dem steigenden Meeresspiegel betroffen, der dazu führt, dass manche Stadtteile von an der Küste gelegenen Orten nicht mehr bewohnbar sind.
Die 4,8 Millionen Einwohner zählende Bevölkerung ist zu fast 100 Prozent muslimisch. Die nur 4.000 katholischen Christen sind ausschließlich Ausländer. Auch der Bischof, die Priester und die Ordensschwestern der einzigen Diözese des Landes stammen aus zwanzig verschiedenen europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern.

Mit Ihrer Hilfe können sie ihren Dienst an den Armen fortsetzen.
Die 27 Ordensfrauen haben in den Armenvierteln der Städte und in unterentwickelten ländlichen Gebieten alle Hände voll zu tun. Sie betreuen schwangere Frauen, Kranke, Migranten, Häftlinge und Behinderte Sie sind in Schulen und Bildungseinrichtungen tätig und unterrichten Frauen, die keine Schule besuchen konnten, in praktischen Fertigkeiten wie Nähen, aber auch im Lesen und Schreiben. Außerdem versorgen sie unterernährte Kinder.
Obwohl der Druck durch ein Erstarken des Islamismus im Land zunimmt, wird die Arbeit der Katholischen Kirche von vielen Muslimen geschätzt. Bischof Martin Happe hat einen mauretanischen Freund, der zwar Moslem ist, der aber schöne Kindheitserinnerungen an die katholischen Ordensfrauen hegt. Als er noch ein Kind war, dachten er und seine Kameraden sich kleine Wehwehchen aus, um an der Tür der Schwestern vom heiligen Josef klingeln zu können. Denn – so sagte der Freund – „zusätzlich zum Pflaster bekamen wir immer ein Glas Limonade“. Bis heute erinnert er sich an die Namen der Schwestern, die damals dort waren.

Für ihre Werke der Nächstenliebe wird die Katholische Kirche auch von der Regierung geachtet, aber finanzielle Unterstützung erhält sie nicht. Daher unterstützt KIRCHE IN NOT die 27 Ordensfrauen in diesem Jahr mit einem Beitrag von 29.700 Euro zu ihrem Lebensunterhalt.
Die Pfarre von Lumbila feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Sie ist die älteste Pfarrgemeinde der Diözese Njombe im Süden von Tansania und liegt am Malawisee.
Die acht Außenstationen der Pfarre sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Straßen gibt es nicht. Bislang mieteten sich die Priester Boote von Gemeindemitgliedern, aber das wurde immer schwieriger, denn die wachsende Zahl an Gläubigen machte immer häufigere und längere Besuche in den Außenstationen erforderlich, und damit stiegen auch die Kosten.

Wohltäter von KIRCHE IN NOT haben mit 10.800 Euro geholfen, damit Pfarrer Florius Mpete ein Motorboot anschaffen und die Gläubigen in den Außenstationen häufiger besuchen kann. Das Boot ist bereits eingetroffen, und der Pfarrer und seine Gläubigen sind überglücklich darüber.
Pfarrer Mpete schreibt uns: „Die Christen aus Lumbila senden ganz herzlichen Dank für Ihre große finanzielle Unterstützung. Vielen Dank an die Wohltäter, die einen Teil ihres Geldes für die Verkündigung des Evangeliums gespendet haben. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen im Übermaß. Möge Gott Sie körperlich und geistlich stark halten für seinen Dienst!“
Die mosambikanischen Bischöfe haben ihre Besorgnis über die Auswirkungen des Tropensturms Ana geäußert. Der Zyklon traf am 24. Jänner auf das Festland und hat viele Schäden verursacht und Menschenleben gekostet. Besonders der Norden des Landes ist von den Auswirkungen des Sturms betroffen, ebenso wie Teile das Nachbarlands Malawi.
Bischof Alberto Vera aus Nacala an der Küste des Indischen Ozeans erklärte gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Wir beten alle, dass Gott uns eine weitere große Katastrophe erspart, bei der es immer die armen Menschen sind, die am meisten leiden.“ In den Provinzen Cabo Delgado, Niassa, Nampula, Zambézia und Sofala leben derzeit mehr als 830 000 Binnenvertriebene. Sie sind vor allem in den vergangenen vier Jahren zur Flucht gezwungen worden, da es im Norden Mosambiks zu dschihadistischen Aufständen und Konflikten mit dem Militär gekommen ist. Tausende Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

Mosambik ist in den vergangenen Jahren mehrmals von schweren Wirbelstürmen heimgesucht worden. Im Januar 2021 tötete der Zyklon Eloise zwölf Menschen. Etwa 300 000 Menschen waren von seinen Auswirkungen betroffen. 2018 und 2019 töteten die Zyklone Idai und Kenneth Hunderte Menschen und hinterließen eine Spur der Verwüstung.
Der Bischof von Quelimane, Hilário Massinga, berichtete, dass der Sturm zwar am 24. Jänner auf das Festland getroffen sei, dass ihm aber bereits zwei Tage mit heftigen Regenfällen vorausgegangen waren. „Die Flüsse traten über die Ufer und rissen alles mit sich, auch Menschen, Häuser und andere Gegenstände.“ Die Kommunikation mit den am stärksten betroffenen Gebieten sei schwierig, und viele Bezirke seien völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Deshalb sei das aktuelle Ausmaß der Schäden noch nicht abzusehen sei.
„Die Straßen sind überflutet, Bäume sind auf die Straßen oder auf Häuser gestürzt; viele Häuser liegen in Trümmern. Eigentlich sollten unsere Priesteramtskandidaten in diesen Tagen ins Seminar zurückkehren, aber mindestens sechs von ihnen sind isoliert und nicht in der Lage auf sicherem Weg in die Hauptstadt Maputo zu gelangen“, erklärte Bischof Massinga.

Auch die Provinz Nampula wurde schwer getroffen. Der örtliche Erzbischof, Inácio Saure, berichtet von anhaltendem Regen und einem besonders besorgniserregenden Szenario entlang der Küste. In der Region Nampula sind Hunderte von Häusern zerstört worden, und auch Schulen, Gesundheitszentren und Stromnetze müssen instandgesetzt werden, so der Erzbischof gegenüber „Kirche in Not“.
Wirbelsturm Ana fegte zuvor über Madagaskar hinweg und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Er zog nach dem Auftreten aufs afrikanische Festland weiter nach Malawi, wo besonders der Süden von starken Regenfällen und Überflutungen betroffen ist. Von hier werden Schäden an Häusern und Infrastruktur berichtet. Laut dem britischen Fernsehsender BBC sind Notlager für tausende betroffene und verletzte Menschen errichtet worden.
„Kirche in Not“ unterstützt in Mosambik mehrere Projekte für Binnenvertriebe. In Cabo Delgado fördert das päpstliche Hilfswerk Initiativen zur sozialen Integration und geistlichen Beistand sowie psychosozialen Betreuung für die vertriebenen Menschen. In der Diözese Quelimane ermöglicht die Hilfe von „Kirche in Not“ den Mitarbeitern der Diözese die Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Saatgut und kleinen Werkzeugen für die Bestellung der Felder an 500 vertriebene Familien. Ein ähnliches Projekt wurde für die Diözese Lichinga finanziert, die kürzlich von brutalen dschihadistischen Angriffen betroffen war.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Mosambik
„Es sollte nie Nacht werden. Ich habe so Angst, wenn es dunkel wird. Meine Nächte sind voller Qualen und Albträume“, gesteht die Nigerianerin Naomi im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Naomi ist eine von 30 000 Binnenvertriebenen, die im Flüchtlingslager von Pulka nahe der Grenze zu Kamerun Zuflucht gefunden haben. 20 solcher Camps gibt es im Bundesstaat Borno.
Wie so viele ihrer Landleute im Nordosten Nigerias durchlebt Naomi Nacht für Nacht dieselben traumatischen Erinnerungen: Die Terrormiliz Boko Haram erobert ihr Dorf, Angehörige werden vor ihren Augen ermordet, sie wird verschleppt, mit einem Terroristen zwangsverheiratet, missbraucht.
Auch der 33-jährige Familienvater Charles hat Angst vor der Nacht: „In meinen Träumen erlebe ich ein ums andere Mal die Zeit, als wir uns vor den Terroristen verstecken mussten. Sie griffen vor allem in der Dunkelheit an, also verbrachten wir zahllose Nächte weit außerhalb des Dorfes, unter freiem Himmel.“

Die Angriffe von Boko Haram haben das Leben von Naomi und Charles für immer auf den Kopf gestellt. Im Bundesstaat Borno sind die meisten Bewohner Muslime, in ganz Nigeria ist das Verhältnis von Christen und Muslimen etwa 50:50.
Naomi und Charles sind Christen. Vor gut 50 Jahren kamen Missionare in die Region. Sie brachten nicht nur den christlichen Glauben, sie eröffneten auch flächendeckend Schulen. Gegen beides richtet sich der Hass der Extremisten von Boko Haram: Sie wollen die Christen auslöschen – und die Schulbildung, die ihnen als „westlich“ und daher gefährlich gilt.
Der Glaube war es, der viele Einwohner in den vergangenen Jahren Unglaubliches ertragen ließ, ist Pfarrer Christopher überzeugt. Der Priester des Bistums Maiduguri kümmert sich um die vertriebenen Christen. KIRCHE IN NOT unterstützt ihn dabei.

„Zunächst wurden sie bedrängt, zum Islam zu konvertieren. Dann wurden die Extremisten immer gewalttätiger“, erzählt der Priester. Ab 2015 sei die Lage so bedrohlich geworden, dass zehntausende Menschen die Flucht nach Kamerun antraten. Dort blieben sie einige Jahre – oft in erbärmlichsten Zuständen –, bis die nigerianische Armee ihre Dörfer zurückerobert hatte.
„Wir sind seit zwei Jahren wieder zurück, aber es ist zu unsicher, in unseren Dörfern zu wohnen“, erzählt der vierfache Familienvater Charles. „Wir sind zwar näher an unserer Heimat, aber wir leben immer noch in Lebensgefahr.“
Also hausen die Heimkehrer in Camps, schlafen in Zelten oder oft unter freiem Himmel. Die Notunterkunft wird zum Gefängnis: „Sie können kaum hier raus. Sie könnten sonst überfallen oder getötet werden. Das ist bereits geschehen bei Bauern, die ihre Felder bestellt haben“, erklärt Pfarrer Christopher.
Auch er ist ständig einem Risiko ausgesetzt, wenn er zwischen dem Flüchtlingscamp und seiner Pfarrei pendelt. Dort lebt er selbst in einer Notunterkunft, da die Boko-Haram-Kämpfer die Pfarrerwohnung zerstört haben. KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau.
Der Priester hört im Camp den Vertriebenen einfach zu, versucht Lebensmittel aufzutreiben oder hilft mit ein paar anderen Dingen des täglichen Bedarfs aus. Gerade rund um Weihnachten werden seine Besuche sehnsüchtig erwartet, erzählt Naomi: „Pfarrer Christoper ist ein echter Vater für uns alle. Wenn es uns schlecht geht, macht er uns Mut. Weihnachten ist eine schwere Zeit für uns. Früher kamen Verwandte von überall her, um mit uns zu feiern. Als die Angriffe begannen, war Weihnachten nicht mehr, was es einmal war.“

Auch Charles gesteht gegenüber KIRCHE IN NOT, „dass es in unserer Situation schwer ist, Weihnachten zu feiern. Die meisten von uns haben alles verloren.“ Entschlossen fügt er hinzu: „Das Evangelium gibt mir die Kraft, all das Leid auszuhalten, das wir jeden Tag erleben. Unser Leben liegt in Gottes Hand. Jesus Christus ist meine Rettung, das feiere ich an Weihnachten.“
Nachdem es in den Flüchtlingscamps in jüngster Zeit einige Cholerafälle gab, ist der Bedarf an medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser enorm hoch, weiß Pfarrer Christopher. Darüber hinaus wünschten sich viele vertriebene Menschen, dass sie ihre Ausbildung oder ein Studium fortsetzen können.
Der Weihnachtswunsch des Priesters für sich und die ihm anvertrauten Menschen ist jedoch ganz schlicht: „Wir wollen ein normales Leben führen und wieder in unsere Häuser zurückkehren. Die Menschen hier verlassen sich auf die Kirche, weil sie stets versucht, ihre Tränen zu trocknen.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nigeria
Die Pfarre ist groß, sie hat 28 Außenstationen, die bis zu 30 Kilometer entfernt gelegen sind. Dort muss Pfarrer Lwenge die heilige Messe feiern, Beerdigungen abhalten und die Krankensalbung spenden. Außerdem ist er in dem 70 Kilometern entfernen Ausbildungszentrum für Katecheten tätig, unterrichtet in mehreren Schulen und betreut eine weitere Pfarre, deren Pfarrer erkrankt ist.

„Meine pastorale Arbeit ist hart und schwierig, und die Wege sind gefährlich, da mir kein Auto zur Verfügung steht“, schrieb uns Pfarrer Lwenge. Bislang war der Priester mit dem Moped unterwegs. In der Regenzeit konnte er damit manche Straßen gar nicht befahren, da sie sich in Schlammseen verwandeln und für ein nicht geländetaugliches Fahrzeug unpassierbar werden.
Das Gebiet ist arm und unterentwickelt. Elektrischen Strom gibt es nur in wenigen Orten, und um medizinisch behandelt zu werden, müssen die Menschen 70 Kilometer zurücklegen. Schwerkranke Patienten und schwangere Frauen werden mit dem Fahrrad ins Krankenhaus gebracht – erst kurz bevor der Pfarrer uns um Hilfe bat, war eine schwangere Frau auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. „Das war sehr schmerzlich für mich“, gesteht der Priester. Das Fahrzeug wird also auch bei medizinischen Notfällen gute Dienste leisten und Leben retten. Pfarrer Lwenge und seine Gläubigen beteten jeden Tag darum, dass Ihr ihnen helfen würdet – und Ihr habt sie nicht im Stich gelassen. 15.000 Euro habt Ihr für das Auto gespendet. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!
Am Morgen des 2. April 2015 (Gründonnerstag) stürmten bewaffnete Dschihadisten den Campus der Universität von Garissa in Kenia. Ein Zeuge berichtete, dass sie auf jeden schossen, dem sie begegneten – außer auf muslimische Glaubensgenossen. Mindestens 148 christliche Studenten wurden bei dem Überfall getötet, 70 weitere verletzt.
Die Terroristen der Gruppe Al-Shabaab bekannten sich später zu dem Angriff. Sie sagten, sie hätten die christlichen Opfer sorgfältig ausgewählt.

Die Universität in Garissa liegt 145 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt in einem überwiegend muslimischen Gebiet. Seit vielen Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Al-Shabaab die Menschen in Somalia und in den Nachbarländern.
Die mangelnde Sicherheit auf dem Campus war bereits vor dem Überfall bekannt. Schon im November 2014 hatten Studenten demonstriert und auf die Defizite aufmerksam gemacht. KIRCHE IN NOT unterstützt in vielen Gegenden den Bau von Sicherungsmaßnahmen für kirchliche Grundstücke. Dazu zählen zum Beispiel auch Mauern oder andere Befestigungen für Schwesternkonvente, um die Ordensfrauen vor Eindringlingen zu schützen.
In der Pfarre von Itoculo in der Diözese Nacala wurde ein Aufnahmeprogramm für Vertriebene aus Cabo Delgado ins Leben gerufen. Die Binnenvertriebenen sind Opfer des Terrorismus, der seit Oktober 2017 in der nördlichen Region Mosambiks wütet und mehr als 3000 Tote und 850 000 Vertriebene im ganzen Land hinterlassen hat.
Knapp 22 000 von ihnen, in der Hauptsache Frauen und Kinder, haben in Nacala Zuflucht gesucht, obwohl der Diözese mehr als 400 Kilometer von ihrer Heimat entfernt ist. In der Gemeinde Itoculo wurden mehr als hundert Vertriebene aufgenommen: 117 Personen, fast die Hälfte davon Kinder. Sie stehen im Mittelpunkt einer vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützten Initiative, mittels derer ihnen psychosoziale Hilfe angeboten wird. Dies soll ihnen helfen, die Herausforderungen, denen sie als Kriegsopfer ausgesetzt sind, besser zu bewältigen.

Unter den Bäumen, die Schutz vor der unerbittlichen afrikanischen Sonne bieten, sitzt eine Gruppe von Kindern auf dem Boden und isst ihre wahrscheinlich einzige Mahlzeit des Tages: Brei.
Zeca Virgilio und Amon Ali sind zwei Betreuer der Caritas, die das KIRCHE IN NOT-Projekt koordinieren. Sie tragen ein blaues T-Shirt mit den Logos der beiden Institutionen. Virgilio erzählt, dass er den Kindern hilft, „zu beten, auf die Hygiene zu achten, sich die Hände zu waschen …“. Virgilio fügt hinzu, dass er seine Arbeit sehr mag, „weil sie den Menschen hilft“. Auch Amon freut sich, den Vertriebenen ein neues Leben zu schenken, und wenn dies am Straßenrand ist, wo sie arbeiten.
Jeden Tag „erfinden“ sie neben den Häusern ein Klassenzimmer und eine Cafeteria. Der Himmel ist die „Decke“ und die Erde und die Gräser sind der „Boden“ von den Klassenzimmern und dem Speisesaal. Die Kinder essen Brei, eine wahre „Vitaminspritze“, die aus Mais, Milch, Eierschalen und allem, was sie sonst noch auftreiben können, besteht. Hunger ist eine grausame Realität.
In einer Botschaft vom März 2021 unterstrich Bischof Alberto Vera von Nacala die Dringlichkeit, die Binnenvertriebenen zu unterstützen: „Leider herrscht jetzt eine weit verbreitete Hungersnot aufgrund der geringen Produktion in der Landwirtschaft im Jahr 2020 und der fehlenden Niederschläge in diesem Jahr“, so der Bischof. Er erklärte, dass sich deshalb 85 % der Bevölkerung „in einer Situation extremer Verwundbarkeit“ befinde, was den „sozialen Druck noch verstärkt“ habe.

Es sind schwierige Zeiten, aber die Antworten seitens der Ortskirche auf die Notlage sind ein Zeichen der Hoffnung. Das Projekt zur psychosozialen Unterstützung von vertriebenen Familien in der Pfarre von Itoculo ist ein gutes Beispiel dafür. Außer von Caritas und KIRCHE IN NOT wird das Projekt auch von Pater Mário João unterstützt, einem portugiesischen Priester, der in Mosambik als Missionar tätig ist.
Aufgrund seiner Größe und seiner langen blonden Haare bleibt er nicht unbemerkt. Pater Mário João spricht mit KIRCHE IN NOT in Mweravale, einer der Gemeinden, die Vertriebene aus Cabo Delgado aufgenommen haben: „Sie kamen im März 2020 hier an. Im September haben wir dieses Projekt mit drei Schwerpunkten gestartet: Für die Jüngeren gibt es die so genannten ‚Freunde der Kinder’, mit Spielen, die den Kindern helfen sollen, ein wenig von dem aufzuarbeiten, was sie in Cabo Delgado erlebt haben. Die Erwachsenen bekommen in einem Raum die Möglichkeit, die Sprache Macua zu lernen und in Mathematik fortgebildet zu werden. Dann gibt es einen Raum, in dem ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit stattfindet, den wir ‚aktives Zuhören’ nennen. Hier können sich die Vertriebenen über die guten und weniger guten Dinge austauschen, die sie erlebt haben. Das soll ihnen helfen, die Schwierigkeiten und Traumata des Krieges in Cabo Delgado zu überwinden“.

Pater Mário kennt die Geschichte der Vertriebenen sehr gut. „Sie haben ihre Heimat verlassen, bevor die Lage schwieriger wurde. Als sie erfahren hatten, dass sich die Terroristen den Dörfern näherten, sind sie geflohen. Sie sind hierhergekommen, weil sie Verwandte hatten, die schon länger hier lebten. Also kamen Verwandte, Nachbarn und Freunde und ließen sich hier nieder.“
Das Projekt von Caritas Nacala, das von den Wohltätern von KIRCHE IN NOT finanziert wird, hilft 117 Vertriebenen aus Cabo Delgado. Beteiligt sind sieben lokale Partner, die von drei Missionaren unterstützt werden. In Itoculo kann man jetzt die fröhlichen Stimmen der Kinder hören, vor allem bei den Mahlzeiten. Für diese Vertriebenen sind es ungewisse Zeiten. Viele wollen in ihre Heimatdörfer zurückkehren und warten sehnsüchtig darauf. Sie müssen die Nachrichten aus dem Norden im Auge behalten. Wenn die Angriffe aufhören, ist es an der Zeit, nach Hause zurückzukehren. Alles deutet jedoch darauf hin, dass der Friede noch in weiter Ferne liegt.
In der Zwischenzeit lebt eine Gruppe Vertriebene in der Diözese Nacala, fast am Straßenrand. „Es ist eine Herausforderung. Allerdings ist es erfreulich, die Entwicklung der Kinder zu sehen, die jetzt mehr spielen, rennen und springen. Sie lernen sogar, Portugiesisch zu sprechen“, sagt Padre Mário.
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Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zwei Drittel der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Korruption und Stammesfehden spalten das Land, das einen mühsamen Weg zur Unabhängigkeit hinter sich hat: Erst 2011 trennte sich der mehrheitlich christlich geprägte Süden vom muslimischen Norden.
Über den Einfluss der Kirche auf die politische wie gesellschaftliche Entwicklung, die desaströse Lage und zarte Hoffnungen auf Verbesserungen sprach der Erzbischof der südsudanesischen Hauptstadt Juba, Stephen Ameyu Martin Mulla, mit KIRCHE IN NOT.

KIN: Erzbischof Mulla, wie ist das alltägliche Leben für die Menschen im Südsudan derzeit?
Erzbischof Mulla: Der Südsudan ist eines der jüngsten Länder der Welt, aber es ist auch eines der ärmsten. Hinter uns liegen Jahrzehnte des Bürgerkriegs. Es gibt nur wenige gute Straßen, es fehlt an allem. Von morgens bis abends suchen die Menschen nach Lebensmitteln und Trinkwasser. In diesem Jahr herrschte noch dazu eine große Dürre. Nach wie vor ringen wir auch mit den Folgen von lokalen Auseinandersetzungen. Wir appellieren an unsere Brüder und Schwestern weltweit, uns in dieser Zeit der Not zu Hilfe zu kommen.
Wie sieht das kirchliche Leben unter diesen schwierigen Bedingungen aus?
Die christliche Bevölkerung leidet enorm. Auch unsere Priester haben viel zu leiden. In manchen Pfarren gibt es nur Strohhütten, keinen Strom, kein Wasser. Wo es keine Kirche gibt, beten die Menschen im Schatten der Bäume. Aber die Menschen kommen in großer Zahl, der Glaube ist stark.

Offensichtlich ist der Staat nicht in der Lage, für die grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen zu sorgen. Kann die Kirche hier helfen?
Die Kirche ist ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung für die Menschen im Südsudan. Sie war und ist führend im Erziehungs- und Gesundheitsbereich. Wir tun unser Bestes, damit die Menschen Lebensmittel und Trinkwasser bekommen. Wir versuchen, die Menschen zu ermutigen, dass sie Landwirtschaft betreiben, damit sie sich versorgen können. Wir bringen den Leuten bei, selbstbewusst zu werden und für ihre Rechte einzustehen.
Der Südsudan ist reich an Bodenschätzen. Aber die Einzigen, die den Profit aus diesen Bodenschätzen einstreichen, sind die Eliten. Sie stehen in Kontakt mit den Eliten, und Sie haben auch mit dem Präsidenten Ihres Landes gesprochen. Ist er in einen Dialog mit Ihnen getreten?
Reichtum erweist sich manchmal auch als Fluch. Im Südsudan wird Erdöl gefördert, aber die Einnahmen kommen nicht bei den Menschen an. Es gibt einen Dialog zwischen den Bischöfen und dem Präsidenten und anderen Autoritäten. Wir hoffen, dass wir durch diesen Dialog einen Mentalitätswandel bewirken können. Mittlerweile hat die Regierung begonnen, neue Straßen und neue Krankenhäuser zu bauen – ich denke, das ist eine Frucht unseres Dialogs.

Die Anführer im Südsudan hatten als Kriegsherren begonnen. Jetzt müssen sie zivile Anführer sein. Nehmen sie diese Verantwortung ernst?
Die Verantwortlichen sehen langsam, dass es nicht gut für sie wäre, wenn sie sich weiterhin unverantwortlich verhalten. Als Kirche können wir ihren Blick für diese Verantwortung schärfen. Präsident Salva Kiir Mayardit hat uns gesagt, dass er nicht zum Krieg zurückkehren wird. Ich hoffe, er hat die Wahrheit gesagt.
Nach vielen Jahren des Bürgerkriegs ist der Südsudan ein gespaltenes Land. Was tut die Kirche, um die Menschen zu versöhnen?
In jeder Diözese haben wir eigene Abteilungen für Gerechtigkeit und Frieden eingerichtet. Wir versuchen, die Menschen zur Einheit und zur Zusammenarbeit zu erziehen. Unser Problem besteht im Stammesdenken, dem Tribalismus, der unser Lebensgefüge zerstört hat. Wir arbeiten hart, um durch Versöhnung und Dialog einen Wandel in unserem Volk herbeizuführen, damit die Menschen verstehen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind.
Die Kirche im Südsudan hilft bei der Umsetzung des Friedens, sie hilft im Bildungsbereich. In vielen afrikanischen Ländern sehen wir, dass die Menschen ausgebildet sind, wenn sie dann aber aus Schule kommen, gibt es keine Arbeit für sie. Wie ist die Situation bei Ihnen?
Genaugenommen ist im Südsudan das Gegenteil der Fall. Während der Kriegsjahre hat die Kirche nie mit ihrer Bildungsarbeit aufgehört. Viele der Menschen, die damals in unsere Schulen gegangen sind, arbeiten heute bei der Regierung oder anderen öffentlichen Stellen. Ohne den Einsatz der Kirche hätte niemand eine Ausbildung erhalten, und das würde uns schwer zurückwerfen.

In einem Land, das so sehr durch einen Bürgerkrieg gespalten wurde, ist es ein Hoffnungszeichen, dass zumindest die Bischöfe in Sudan und Südsudan nie getrennt waren. Wie ist die Situation derzeit?
Die Bischöfe des Nordens und des Südens sind eins. Diese Einheit hilft uns, unsere Köpfe und unsere Ideen zusammenzubringen, um die brennenden Aufgaben im Sudan und im Südsudan zu lösen. Wir versuchen, Druck auf unsere Regierungen auszuüben. Sie müssen ihre Haltung gegenüber dem Volk verändern.
Wie kann der Westen den Menschen im Südsudan jetzt am besten helfen?
Ich möchte sehr appellieren, uns im Bildungsbereich weiter zu unterstützen. Bildung ist das Wichtigste. Aktuell herrscht auch eine große Hungersnot. Schon wenig finanzielle Unterstützung hilft sehr viel, zum Beispiel, um Häuser in unseren Pfarreien zu errichten. Ich danke KIRCHE IN NOT, dass Sie uns eine Plattform geben, um unsere Nöte und Sorgen auszusprechen. Ich danke allen Wohltätern für Ihre Hilfe.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Südsudan
Im Februar 2015 wurden an einem Strand in Libyen 21 koptische Christen von Anhängern des „Islamischen Staates“ enthauptet. Die vermummten Schergen töteten sie für ein Propaganda-Video vor laufender Kamera. Zwanzig Opfer waren koptisch-orthodoxe Christen aus Ägypten; ein weiteres Opfer stammte aus Ghana.
Diese 21 ermordeten Christen sind von der koptisch-orthodoxen Kirche zu Märtyrern erklärt worden. Es gibt eine Ikone, die ihr Martyrium zeigt. Mittlerweile gibt es in der ägyptischen Provinz Minya ein Heiligtum, das ihrem Gedenken gewidmet ist. Eine Ausstellung dokumentiert die Geschehnisse ihres gewaltsamen Todes.

Die Sicherheitslage in Burkina Faso hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Dabei soll es auch zu gezielter Verfolgung gegen die christliche Minderheit in dem westafrikanischen Land gekommen sein. Dies berichten Augenzeugen aus der katholischen Diözese Dori im Norden von Burkina Faso, nahe der Grenze zu Mali und Niger.
Die lokalen Ansprechpartner müssen aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. Ihnen zufolge erobern dschihadistische Extremisten immer mehr Dörfer in Region. Nachdem sie die Orte unter Kontrolle gebracht haben, erheben sie eine „Steuer“ auf jedes Stück Vieh. Sind die Besitzer nicht in der Lage, diese Zwangsabgabe zu zahlen, beschlagnahmen die Extremisten die Tiere. Dieses Vorgehen betrifft Muslime und Christen gleichermaßen.
Den Augenzeugen zufolge habe sich das Vorgehen gegen christliche Bauern in jüngster Zeit jedoch verschärft: Die Eroberer hätten dezidiert nachgefragt, ob die Eigentümer einer Viehherde Christen oder Muslime seien. Habe es sich um Christen gehandelt, hätten die Angreifer die Tiere gar nicht mehr gezählt, sondern erklärt, „sie wollten nicht nur die Tiere mitnehmen, sondern auch deren (christliche) Besitzer töten“, so die Ansprechpartner.

Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Berichten konnten in der letzten Oktoberwoche rund 150 Personen – darunter Schwangere und Kinder unter fünf Jahren – aus zwei Ortschaften an der Grenze zu Niger vor den heranrückenden Terrorgruppen fliehen.
KIRCHE IN NOT nennt auch hier keine Ortsnamen, um die verbliebenen Bewohner nicht zusätzlich zu gefährden. Auch hier berichten Augenzeugen, dass die Extremisten die Orte gezielt nach Christen durchsucht hätten, um sie zu töten.
Auch die Tage der Flucht seien voller Gefahren gewesen, berichtet eine Person aus einer Flüchtlingsgruppe, die mittlerweile die Bischofsstadt Dori erreichen konnte: „Das Furchtbare war: Wenn uns jemand auf der Flucht Unterschlupf gewährte, wurden wir oft als Christen denunziert. Das brachte wiederum die Menschen in Gefahr, die uns aufgenommen hatten. Nicht alle Christen aus unserer Region konnten fliehen. Wir machen uns Sorgen um das Schicksal unserer Kinder und Frauen, die sich noch dort aufhalten.“

Der Bischof von Dori, Laurent Birfuoré Dabiré, sagte KIRCHE IN NOT, der Norden des Landes drohe „vom Rest des Landes abgeschnitten zu werden, wenn die Situation sich nicht verbessert.“ Die Extremisten hätten Verbindungsstraßen und teilweise auch die Kommunikationsinfrastruktur unter ihre Kontrolle gemacht.
Die staatlichen Truppen hätten dem wenig entgegenzusetzen und gerieten immer häufiger in die Defensive. „Die Gefahr wird immer größer. Wir hoffen, dass die Menschen in den eroberten Dörfern sich noch in Sicherheit bringen können“, teilte der Bischof mit.
Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.

Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Der Rest gehört traditionellen Religionen an. In der Diözese Dori im Norden des Landes sind die Christen jedoch mit unter zwei Prozent in der absoluten Minderheit und haben kaum gesellschaftliche Fürsprecher.
KIRCHE IN NOT arbeitet seit Jahren intensiv mit der Diözese Dori zusammen, um den von Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumata gefördert.
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