

Laut der „Hilfsvereinigung für Politische Gefangene“ in Myanmar sind seit dem Militärputsch vom 1. Februar bislang mindestens 125 Personen ums Leben gekommen. Am Wochenende wurde in sechs Stadtbezirken der Metropole Yangon das Kriegsrecht verhängt. Auslöser waren Brandanschläge auf chinesische Fabriken.
Beobachter und zahlreiche Bewohner Myanmars sehen China als Strippenzieher des Putschs. In einer Twitter-Mitteilung erklärte die „Bewegung für zivilen Ungehorsam“, das die Proteste am Sonntag koordiniert hat, die Brandschläge seien nicht von den Demonstranten verübt worden: „Die Terrorjunta ist voll und ganz verantwortlich für die Brände.“

In seiner Botschaft wies Kardinal Bo darauf hin, dass viele Unschuldige in den Konflikt mit hineingezogen würden: „Das vergossene Blut ist nicht das Blut eines Feindes. Es ist das Blut unserer Brüder und Schwestern, unserer eigenen Bürger. … Hört auf mit dem Töten. Hört auf mit der Gewalt!“
In seinem Schreiben betonte Kardinal Bo auch die Solidarität von Papst Franziskus mit den Menschen in Myanmar. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe die Kirche Myanmars ermutigt, sich in den Friedensprozess einzubringen, führte Bo aus: „Gestärkt durch die Ermutigung des Vatikans verpflichten wir uns zusammen mit allen Menschen guten Willens zu der Aufgabe, diese Nation in gegenseitigem Verständnis und Frieden wiederauferstehen zu sehen.“
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Der Ostermorgen 2019 wird den Menschen in Sri Lanka für immer in schrecklicher Erinnerung bleiben: Eine Serie von Selbstmordattentaten in drei Kirchen und drei Hotels kostete rund 300 Menschen das Leben. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt.
Die katholische Erzdiözese Colombo stand den Verletzten und den Angehörigen der Toten sofort zur Seite, um die Wunden zu behandeln, die Toten zu begraben und die erste Not zu lindern. Die seelischen Wunden sitzen jedoch tief. Dazu kommt, dass die Menschen befürchten müssen, dass sich jederzeit wieder Anschläge ereignen können.

Die Priester standen an vorderster Front und waren mit nahezu unendlicher Not und unermesslichem Leid konfrontiert. „In unserem Land ist ein Priester nicht nur ein geistlicher Ratgeber, sondern er ist auch ein Ansprechpartner für alle sozialen Belange. „Unser Volk gehorcht den religiösen Führern und respektiert sie mehr als die politische Führung. Deshalb müssen wir sie auch dafür ausbilden“, sagt Fr. Jude Chrysantha Fernando, der Beauftragte für soziale Kommunikation der Erzdiözese Colombo.
Auch manche Priester selbst wurden traumatisiert. Sie waren schockiert und entmutigt und litten mit den Leidenden. Außerdem waren sie erschöpft, weil sie wochenlang Tag und Nacht im Einsatz waren, ohne sich auszuruhen. Ein Problem war der Mangel an starken und gut ausgebildeten Laien, die die Priester entlasten konnten. Daher hat die Erzdiözese Colombo ein Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen, das Priester, Ordensfrauen und Laien in die Lage versetzt, in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren und Hilfe zu leisten.

KIRCHE IN NOT (ACN) zieht eine ermutigende Bilanz der Papstreise in den Irak, die an diesem Montag zu Ende gegangen ist. „Schon jetzt hat der Besuch von Papst Franziskus den Blick der irakischen Gesellschaft auf die Christen verändert. Sie haben verstanden, dass Christen keine Gäste aus dem Westen sind, sondern wirklich Teil des Landes und der Region. Wir hoffen, dass diese neue Aufmerksamkeit erhalten bleibt“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. Sie gehörte als Vertreterin des Ostkirchennetzwerks ROACO zur Reisedelegation von Papst Franziskus.
Lynch erhofft sich nun weitere Schritte hin zu einer Verbesserung der Lage der christlichen Minderheit. „Besonders das Treffen mit dem Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali al-Sistani, war wichtig. Immerhin hat er Einfluss auf große Teile der Schiiten im Land. Das waren sehr positive Schritte.“

Emotionaler Höhepunkt der Reise war Lynch zufolge der Besuch des Papstes in der mehrheitlich von Christen bewohnten Stadt Karakosch in der Ninive-Ebene: „Tausende Menschen säumten die Straßen. Das waren die Menschen, die ihre Häuser wegen der Eroberungen des ,Islamischen Staates’ verlassen mussten und wiedergekommen sind. Der Papst sah hier wirklich die lebendigen Steine der Kirche im Irak“. Besonders bewegt habe sie das Zeugnis einer Christin, deren Sohn vom IS getötet worden war. „Sie hat den Tätern vergeben. Ihr Glaube bewog sie dazu. Das war ein sehr starker Moment.“
Der Papst habe in verschiedenen Ansprachen deutlich gemacht, dass genau darin die Berufung der Christen im Irak liege. „Sie sollen Werkzeuge des Friedens und der Versöhnung sein. Das ist ein Zeugnis, das sie für die ganze Gesellschaft des Landes geben“, betonte Lynch.

Nun komme es darauf an, die Aufmerksamkeit zu nutzen, die der Irak durch den Papstbesuch erfahren hat. „Das weltweite Interesse an dem Besuch war riesig. Ich hoffe, das motiviert die internationale Gemeinschaft, im Irak zu helfen. Denn die Herausforderungen bleiben groß“, sagte Lynch. So herrsche unter vielen Christen die Furcht, dass der IS zurückkehre. „Die irakische Regierung muss endlich effektiv für Sicherheit sorgen. Sie muss eine schlagkräftige Polizei anstelle der Milizen setzen. Außerdem brauchen die Christen, die in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind, wirtschaftliche Perspektiven.“
Lynch hofft, dass die schlimmste Phase der Abwanderung von Christen aus dem Irak vorbei ist. „Ich habe mit dem syrisch-katholischen Erzbischof von Erbil, Nizar Semaan, gesprochen. Wenigstens für den Bereich der autonomen Region Kurdistan ist er zuversichtlich, dass die Christen bleiben. In jedem Fall hat der Besuch des Papstes sie dazu ermutigt.“

KIRCHE IN NOT werde die Unterstützung für die bedrängten Christen des Irak fortsetzen, versicherte Lynch: „Wir arbeiten derzeit vor allem am Wiederaufbau der vom IS zerstörten Kirchen und kirchlichen Einrichtungen. Es war deshalb eine große Freude, als das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche, Patriarch Ignatius Joseph III. Younan, in einem Grußwort an den Papst ,Kirche in Not’ ausdrücklich dankte für die Hilfe beim Wiederaufbau“, sagte Lynch.
Darüber hinaus habe KIRCHE IN NOT kürzlich ein Stipendienprogramm für Studenten der Katholischen Universität von Erbil gestartet, um jungen Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. „Besonders aber kommt es darauf an, den Glauben der Menschen zu stärken. Deshalb unterstützen wir die pastorale Arbeit der Kirche, besonders mit Jugendlichen und Familien. Wir haben bei der Papstreise gesehen, wie jung diese Kirche ist“, erklärte Lynch.
Sie kehre selbst bestärkt aus dem Irak zurück. „Der Glaube der Menschen dort hat mich sehr bewegt. Eine Frau sagte: „Wir waren im Angesicht des IS bereit, für unseren Glauben zu sterben.’ Für uns im Westen haben die Christen im Irak eine doppelte Botschaft: Seien wir selbstbewusst und verstecken wir unseren Glauben nicht.“
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Im Vorfeld der bevorstehenden Papstreise in den Irak startet das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) ein neues Großprojekt, um junge Christen zu unterstützen: In den kommenden vier Jahren finanziert das Hilfswerk Stipendien für 150 Studenten der Katholischen Universität in Erbil (CUE), der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan. Das Stipendienprogramm hat einen Umfang von 1,5 Millionen Euro.
Projektpartner ist der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, der einer der Gastgeber von Papst Franziskus sein wird. Warda erklärte: „Die Katholische Universität Erbil ist ein Leuchtturm und ein Symbol der Hoffnung. Die Hilfe ist ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Christen und allen anderen Minderheiten in der Region.“

Die CUE ist die einzige Hochschule des Irak, die von der katholischen Kirche getragen wird. Sie bietet mehrere Studiengänge an, unter anderem Architektur und Bauingenieurwesen. Aktuell sind 170 Personen an der Universität immatrikuliert, die Erzdiözese Erbil plant aber einen weiteren Ausbau der Studienplätze. Die Studentenschaft besteht zu 54 Prozent aus Frauen und 46 Prozent Männern. 72 Prozent von ihnen sind Christen, 10 Prozent Muslime und 18 Prozent Jesiden. Die meisten Studenten sind Binnenvertriebene und Flüchtlinge aus allen Teilen des Irak. Viele von ihnen sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
„An der Katholischen Universität von Erbil lernen junge Menschen unterschiedlichen Glaubens, miteinander zu leben und zu arbeiten. Deshalb unterstützt das Projekt aus unserer Sicht die Botschaft von Papst Franziskus zum sozialen Zusammenhalt und zur Versöhnung“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern. Im kurdischen Teil des Irak halte, wie im ganzen Land, die Unsicherheit nach wie vor an. Schuld daran sei auch die angespannte wirtschaftliche Lage, so Heine-Geldern: „Die Katholische Universität von Erbil ist ein entscheidendes Projekt, um die Christen zum Bleiben zu ermutigen. Wenn junge Christen die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu bekommen, werden sie nicht emigrieren.“

„Kirche in Not“ hat bereits erhebliche Anstrengungen für die christliche Minderheit im Irak unternommen: Nach der Vertreibung von über 100 000 Christen aus der Ninive-Ebene hat das Hilfswerk die Versorgung der Geflüchteten in der Region Erbil unterstützt. Nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ förderte es den Wiederaufbau zerstörter Wohngebäude in den Ortschaften der Ninive-Ebene. Rund die Hälfte der vertriebenen Familien konnte zurückkehren. Aktuell finanziert „Kirche in Not“ die Instandsetzung kirchlicher Kindergärten, Gemeindezentren und Gotteshäuser. Unter ihnen befindet sich auch die Al-Tahira-Kirche in Karakosch, die Papst Franziskus am 7. März besuchen wird. Das neue Stipendienprogramm schlage ein weiteres Kapitel der Hilfe für den Irak auf, erklärte „Kirche in Not“-Präsident Heine-Geldern: „Jetzt ist es wieder an der Zeit, ein für uns sehr ehrgeiziges Projekt zu starten, um in die jungen Leute zu investieren.“
Papst Franziskus besucht von 5. bis 8. März den Irak. Unter anderem wird der Papst in Erbil eine heilige Messe feiern und der Gemeinde in Karakosch (Bagheda) einen Besuch abstatten. Zur offiziellen Delegation der Papstreise gehört auch die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ (ACN) International, Regina Lynch.

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Regina Lynch, Leiterin der Projektabteilung von „Kirche in Not“ (ACN) wird als offizielle Delegierte der Organisation ROACO, einer päpstlichen Organisation zur Unterstützung der katholischen Ostkirchen, während des Papstbesuches in den Irak vom 5. bis 8. März teilnehmen.
„Die Aufnahme eines Vertreters von ROACO in das päpstliche Umfeld des bevorstehenden Papstbesuches ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr der Heilige Stuhl die Arbeit der Organisationen im Nahen Osten, in Ost- und Mitteleuropa, in Indien, Eritrea und Äthiopien schätzt“, erklärte Lynch. Es sei eine große Ehre, als Vertreterin von ROACO beim Papstbesuch in den Irak dabei zu sein. Für sie sei es das erste Mal, dass sie zusammen mit dem Papst an einer Reise teilnehme.

Sie bewertet die Reise des Heiligen Vaters in den Irak als „historisch“ und als ein „Zeichen der Ermutigung und eine Botschaft der Hoffnung für die irakischen Christen, die in ihrem Glauben durch die Jahrhunderte hindurch geprüft wurden“. Regina Lynch hat den Irak mehrfach für „Kirche in Not“ besucht, wo das internationale Hilfswerk bereits seit 1972 Hilfe leistet. „Die Tatsache, dass Papst Franziskus jetzt in so einer schwierigen Zeit kommt, wird den irakischen Christen Hoffnung geben“, ist sie sich sicher.
Papst Franziskus wird vom 5. bis 8. März den Irak besuchen. Stationen sind unter anderem Bagdad, Erbil und die Ninive-Ebene, wo „Kirche in Not“ den Wiederaufbau privater und kirchlicher Gebäude unterstützt.
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Wenige Tage vor der Ankunft von Papst Franziskus im Irak sind die Erwartungen der Ortskirche hoch. „Wir hoffen, dass der Besuch im Land die Wahrnehmung dafür schärfen wird, dass es Christen im Irak gibt. Der Respekt für diesen Teil des irakischen Volkes wird wachsen“, erklärte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, gegenüber KIRCHE IN NOT.
Warda wird am 7. März Gastgeber des Papstes während dessen Besuch in Erbil sein. „Die Menschen im Irak wissen wenig über uns. Wir hoffen, dass das Bewusstsein dafür zunimmt, dass wir keine Gäste sind, sondern ursprüngliche Einwohner des Landes.“
Vor allem von der Begegnung des Papstes mit dem Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali Al Sistani, erhofft sich Erzbischof Warda positive Effekte. „Der Irak hat eine schiitische Mehrheit. Al Sistani ist hoch angesehen als ein Mann des Friedens und als jemand, der die allgegenwärtige Korruption im Land verurteilt. Die Begegnung der beiden Männer wird sicher positive Auswirkungen auf das Bild haben, das sich Schiiten von uns Christen machen.“

Auch das interreligiöse Treffen in Ur im Südirak sei von großer Bedeutung. „Dass der Papst nach Ur geht, das als die Heimat Abrahams verehrt wird, wird zeigen, dass Juden, Christen und Muslime in Abraham einen gemeinsamen Vater haben“, erklärte der Erzbischof.
Er räumte ein, dass es auch Kritik an dem Besuch gebe. „Manche Fundamentalisten verhalten sich in den sozialen Medien feindselig gegenüber der Papstreise. Der Papst ist für diese Leute der ,König der Kreuzfahrer’, der als Missionar ins Land kommt.“

Besonders junge Menschen im Irak wüssten aber, dass Papst Franziskus eine Botschaft des Friedens und der Geschwisterlichkeit für alle Menschen bringe, so Warda. „Die Menschen haben mitbekommen, wie oft und anteilnehmend der Papst über die Lage in Syrien und im Irak gesprochen hat.“ Er werde deshalb als Gast des Landes willkommen geheißen, so Warda.
Befürchtungen, eine Verschlechterung der Sicherheitslage durch Terror könne die Reise von Papst Franziskus kurzfristig gefährden, wies der Erzbischof zurück. „Das Einzige, was zu einer Verschiebung des Besuchs führen kann, ist die Corona-Pandemie. Das hat der Papst deutlich gemacht. Er kommt ganz bewusst in ein von Krieg und Gewalt gekennzeichnetes Gebiet, um eine Botschaft des Friedens zu bringen.“
Die Christen im Land seien sich darüber im Klaren, dass der Besuch unter Pandemiebedingungen mit zahlreichen Einschränkungen verbunden sei. „Natürlich hätten es unsere Gläubigen gerne gesehen, dass der Papst noch mehr Orte aufsuchen würde. Aber sie haben Verständnis, dass das aufgrund der Lage eben nicht geht.“
Zuletzt sei die Zahl der Neuinfektionen sowohl in Bagdad wie auch in Erbil wieder gestiegen. Es werde deshalb für die öffentlichen Gottesdienste strikte Begrenzungen geben. „Für die heilige Messe im Stadion von Erbil haben wir nur 10 000 Karten ausgegeben, obwohl 30 000 Menschen Platz finden könnten.“ Außerdem sei geplant, die Menschen vor der Anreise per Bus auf Corona-Symptome zu untersuchen.

Der Erzbischof lobte die Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen der kurdischen Autonomieregion. „Die Behörden nehmen die Sicherheit des Papstes sehr ernst. 10 000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Die Medien werden die Veranstaltungen übertragen. Das zeigt, dass es hier wirklich Koexistenz gibt. Dasselbe höre ich aus Bagdad.“
Papst Franziskus wird vom 5. bis 8. März den Irak besuchen. Noch nie hat ein katholisches Kirchenoberhaupt das Land vorher besucht. Neben Begegnungen mit staatlichen Repräsentanten und Vertretern anderer Religionen gilt die Visite insbesondere der christlichen Minderheit des Landes.
Nach dem militärischen Sieg über die Terroreinheiten des „Islamischen Staates“ sind mit Hilfe von KIRCHE IN NOT zehntausende Christen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, die sie 2014 nach dem Vordringen der Dschihadisten hatten verlassen müssen.
KIRCHE IN NOT hat die Christen des Landes während der Jahre ihrer Vertreibung und des anschließenden Wiederaufbaus der christlichen Ortschaften in der Ninive-Ebene unterstützt. Nach dem Wiederaufbau der Wohnhäuser unterstützt das Hilfswerk aktuell die Instandsetzung kirchlicher Schulen, Kindergärten, Pfarrzentren und Gotteshäuser.
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Papst Franziskus will von 5. bis 8. März den Irak besuchen. Auch von Corona oder der prekären Sicherheitslage möchte er sich nicht abhalten lassen. Der Besuch wurde sowohl vom Vatikan als auch von der irakischen Regierung bestätigt. Der Pontifex will die Christen im Irak stärken, die in den vergangenen Jahren unermesslich gelitten und doch die Hoffnung nie aufgegeben haben.
Auf dem Reiseplan des Papstes steht auch Karakosch – von den Christen auf Aramäisch Baghdeda genannt. Die Stadt liegt in der Ninive-Ebene im Norden des Irak, etwa eine halbe Autostunde südöstlich von Mossul. Über Jahrhunderte war Karakosch die größte christliche Stadt des Landes. Bis im August 2014 die Milizen des „Islamischen Staates“ (IS) kamen.

Die Christen flüchteten innerhalb weniger Stunden aus Karakosch, um ihr Leben zu retten. Sie mussten alles zurücklassen, was sie besaßen. So ging es mehr als 100 000 Personen aus der Ninive-Ebene – das „christliche Herz“ des Irak hatte aufgehört zu schlagen. „Es wird im Irak kein Christentum mehr geben“, schmierten die Terroristen an die Kirchenwände.
Erst drei Jahre später, 2017, als der IS militärisch besiegt war, wagten einige die Rückkehr. Doch ihr Zuhause gab es nicht mehr. Mehr als ein Drittel der Häuser und Kirchen in Karakosch waren zerstört – verbrannt, zerbombt geplündert.

Seither bauen die Christen in der Ninive-Ebene ihre Städte unermüdlich wieder auf. Die Spender des weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT haben maßgeblich die Instandsetzung zahlreicher Wohnhäuser ermöglicht. Das Hilfswerk hat zusammen mit den lokalen Kirchen ein Wiederaufbaukomitee für die Ninive-Ebene ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Gut die Hälfte der vertriebenen christlichen Familien ist wieder zurück in ihrer alten Heimat. Aktuell sind Kirchen, Gemeindezentren, kirchliche Kindergärten und Schulen mit dem Wiederaufbau dran. Sie bedeuten den Menschen so viel – denn dort findet das Leben statt, dort finden sie Gemeinschaft, Zusammenhalt und neuen Mut.
Doch die Ungewissheit bleibt: Die überwiegende Mehrheit der Rückkehrer fühlt sich unsicher. Und diejenigen, die ins Ausland gegangen sind, kommen in den seltensten Fällen zurück. Lebten vor 2003 noch rund 1,5 Millionen Christen im Irak, so sind es aktuell etwa 250 000, wie Bischöfe aus der Region KIRCHE IN NOT bestätigten.
Allen Gefahren zum Trotz: Das christliche Herz des Irak schlägt wieder. Sichtbar wird das auch in Karakoschs Al-Tahira-Kirche, der Papst Franziskus am 7. März einen Besuch abstatten wird. Auch sie wurde während des IS-Terrorregimes fast vollständig zerstört. Nun ist die Marienbasilika dank der Wohltäter von KIRCHE IN NOT fast vollständig wiederinstandgesetzt. „Der IS hat alle Kreuze zerstört und gestohlen. Der Außenbereich der Kirche wurde als Trainingsgelände für neue Terrorkämpfer genutzt“, berichtet der Priester Ammar Yako gegenüber KIRCHE IN NOT.

Yako leitet den Wiederaufbau der Al-Tahira-Kirche – eine Herzensangelegenheit nicht nur für ihn, sondern auch für seine Mitbürger in Karakosch: „Alle Menschen hier empfinden die Kirche als ihr Zuhause, als Teil ihrer Geschichte.“ Dass jetzt Papst Franziskus die „auferstandene“ Kirche mit seinem Besuch ehrt, ist darum eine besondere Ehre für die Gemeinde, erklärt Yako mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen: „Der Papst kann uns helfen, unseren Glauben in diesen Zeiten zu leben, und wir können ihm zeigen, wie unser Leben als Christen hier aussieht. Als Minderheit haben wir nicht viele Möglichkeiten. Wir müssen uns bemühen, Arbeit für unsere Leute zu finden. Das größte Problem ist jedoch die Auswanderung.“

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Oft wurde der Libanon als Modell für den gesamten Nahen Osten gepriesen, auch wegen des vergleichsweisen stabilen Miteinander der Religionen. Doch das Gleichgewicht gerät ins Wanken, seit immer mehr Christen ihre Heimat verlassen. Beirut wurde im August 2020 von einer der schwersten nichtnuklearen Explosionen der Menschheitsgeschichte erschüttert. Libanons Hauptstadt liegt am Boden – und mit ihr das ganze Land. Es leidet unter Misswirtschaft, Korruption, Banken- und Politikkrise.
Wie die Kirche aktuell für die Notleidenden da ist, darüber gibt Pfarrer Jad Chlouk Auskunft. Der 38-Jährige leitet die Gemeinde an der maronitischen Kathedrale St. Georg. Das Gotteshaus wurde ebenfalls durch die Explosion schwer beschädigt. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ finanziert die Instandsetzung der Kathedrale und 16 weiterer kirchlicher Einrichtungen in Beirut.

Das Leben in Beirut ist seit der Explosion nicht mehr dasselbe wie zuvor. Wie ist die aktuelle Stimmung in Beirut?
Wir sind immer noch erschrocken über das, was im August passiert ist. Die Erinnerungen an diesen schlimmen Tag kommen besonders dann zurück, wenn man zerstörte Häuser, Kirchen, Schulen oder Krankenhäuser sieht oder wenn man plötzlich Geräusche wie Donner hört. Die Stimmung ist immer noch angespannt und ängstlich, aber wir versuchen trotz allem, unser geistliches Leben zu erneuern, so gut es geht.
Besonders das Stadtviertel, in dem viele Christen leben, wurde schwer getroffen. Es liegt unweit des Hafens, wo sich die Explosion ereignete. Auch Ihre Pfarrkirche, die maronitische Kathedrale St. Georg, wurde stark beschädigt. „Kirche in Not“ hilft beim Wiederaufbau. Wie weit sind die Reparaturen vorangeschritten?
Die Sanierung der maronitischen Kathedrale hat vor einem Monat begonnen. Wir haben einige provisorische Reparaturen durchgeführt, um weitere Schäden zu verhindern, zum Beispiel durch eindringendes Regenwasser. Wir hoffen, in ein paar Wochen das Dach repariert zu haben. Die Reparaturen der beschädigten Fenster und Türen sind ebenso in vollem Gange.

Wie hat die Covid-19-Pandemie den Wiederaufbau und die humanitäre Hilfe beeinflusst?
Sie hat vor allem die Sanierung der Kathedrale verzögert. Wir mussten um eine Sondererlebnis bitten, um die Arbeit unter Sicherheitsbedingungen und Abstandsregeln fortsetzen zu können.
Auf der anderen Seite haben wir versucht, die karitative Hilfe gerade jetzt aufrecht zu erhalten. Viele Libanesen leiden schwer unter der Wirtschaftskrise. Deshalb müssen wir noch näher bei den hilfsbedürftigen Menschen sein. Es ist wegen der geltenden Hygienemaßnahmen manchmal schwierig, aber wir haben an unserem Kurs festgehalten.
Unmittelbar nach der Katastrophe im August kündigten vor allem viele junge Leute an, dass sie den Libanon verlassen möchten, denn sie sehen für sich keine Zukunft im Land. Hat sich das bewahrheitet? Was bedeutet das für die christlichen Gemeinden im Libanon?
Statistiken zeigen, dass mehr als 380 000 Einreiseanfragen in den Ländern der Europäischen Union und Nordamerikas eingegangen sind. Die meisten davon kamen von Christen, die sich wie Fremde in der eigenen Heimat fühlen. Das wirkt sich leider negativ auf die christlichen Gemeinden aus. Sie verlieren eine Elite, besonders die Jugend, die eigentlich die Zukunft sein sollte. Die Zahl der Christen geht jeden Tag zurück. Das erhöht den Druck auf diejenigen, die im Land bleiben, denn sie könnten bald Verfolgung erleiden. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Realität, die wir aus den benachbarten Ländern wie Syrien, Irak, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien kennen.
Wenn Sie an das neue Jahr denken, schauen Sie darauf eher mit Sorge oder hoffnungsvoll?
Hoffnung ist unser täglich Brot, besonders in diesen Tagen. Trotz allem schauen wir auf eine hoffnungsvolle Zukunft, weil wir wissen: Unser Herr Jesus Christus ist der Herr der Geschichte. In seinen Händen ist unser aller Geschichte und Leben. Mit ihm und durch ihn sind wir sicher, „dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht“ (Röm 8,28).
Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Libanon
Knapp zehn Jahre nach dem Ausbruch des Syrienkriegs haben Projektpartner des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ die anhaltenden Sanktionen des Westens scharf kritisiert. Ihr eigentliches Ziel, das Assad-Regime zu schwächen, sei verfehlt worden, erklärte der griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clément Jeanbart gegenüber „Kirche in Not“: „Die Sanktionen des Westens werden weiterhin keine Auswirkungen auf die Regierung haben. Sie ist von den Folgen wenig betroffen.“
Umso härter träfen die Handels- und Devisenbeschränkungen aber die Zivilbevölkerung: „Die Menschen haben nicht mehr genug Nahrung, Strom, Gas oder Heizöl“, erklärte Jeanbart. Auch hätten die Menschen keine Möglichkeit mehr, Kredite aufzunehmen, um größere Anschaffungen zu finanzieren. „Die Sanktionen haben keine andere Folge, als die Menschen weiter in Leid und Elend zu stürzen.“

Was die Sanktionspolitik des Westens konkret bedeutet, schilderte Schwester Maria Lucia Ferreira in einem Gespräch mit „Kirche in Not“. Die Ordensfrau gehört der Kongregation der „Schwestern der Einheit“ an und lebt in Qarah nahe der Grenze zum Libanon. „Die Situation wird immer schlimmer, die Menschen sind kurz vor dem Hungertod, einige sind bereits gestorben“, so Schwester Lucia.
Die prekäre Situation sei neben dem zehn Jahre anhaltenden Konflikt auch der Sanktionspolitik und den Folgen der Corona-Pandemie geschuldet, erklärte die Ordensfrau: „Alles wird immer teurer. Es ist schwer zu überleben.“ Ein großes Problem sei aktuell die Rohstoffknappheit. Viele Menschen könnten darum ihre Wohnung nicht heizen. „Die Leute stehen Schlange, um Benzin oder Heizöl zu kaufen und gehen oft leer aus. Brennstoff ist sehr rar, weil es hier in der Region wenig Holz gibt“, sagte Schwester Lucia. Auch die Stromversorgung sei nach wie vor stark eingeschränkt. „Manchmal haben wir 12 Stunden lang keinen Strom – und wenn er kommt, dann oft nur für eine halbe Stunde.“

Statt wirtschaftlichen Druck auf die syrische Regierung auszuüben, fordert Erzbischof Jeanbart die westlichen Regierungen auf, in Verhandlungen mit Präsident Assad zu treten: „Es muss einen fairen Dialog geben. Der Westen kann Druck in der Weise ausüben, dass sich die Regierung bereit erklärt, einen Weg zum Frieden einzuschlagen und manche ihrer Verhaltensweisen aufzugeben.“
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Verwendungszweck: Syrien
Nach dem Militärputsch in Myanmar hat der ranghöchste Kirchenvertreter des Landes, Charles Maung Kardinal Bo, einen Friedensappell an die Konfliktparteien und die Weltöffentlichkeit gerichtet.
„Wir gehen durch die herausforderndste Periode unserer Geschichte“, schreibt der Erzbischof von Yangon (Rangun) und Vorsitzende der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen in seiner Erklärung vom 3. Februar, die KIRCHE IN NOT vorliegt.
Die Bürger Myanmars ruft Bo dazu auf, trotz „der unerwarteten, schockierenden Ereignisse“ die Ruhe zu bewahren und nicht zur Gewalt zu greifen: „Wir haben genug Blut vergossen.“ Es gebe auch gewaltlose Formen des Protests, schreibt der Kardinal.

Einen flehentlichen Appell richtet Bo an die Ärzte und Pflegekräfte, die aus Protest gegen das Vorgehen des Militärs die Arbeit niedergelegt haben: „Wir gehen durch eine Zeit der Pandemie. (…) Verlassen Sie die Menschen in Not nicht!“
An die Militärs, in Myanmar Tatmadaw genannt, richtet Bo die Frage, was beim Demokratisierungsprozess in den vergangenen Jahren schiefgelaufen sei: „Gab es einen Mangel an Dialog zwischen den gewählten Regierungsvertretern und den Tatmadaw?“ Die Vorwürfe des Militärs, dass bei den Parlamentswahlen im November Wahlbetrug verübt worden sei, könnten „durch Dialog in Gegenwart neutraler Beobachter“ gelöst werden, erklärt der Kardinal.
„Jetzt versprechen Sie mehr Demokratie nach einer Untersuchung und neuen Wahlen. Die Bewohner Myanmars sind der leeren Versprechungen müde“, merkt Bo skeptisch an und fragt, wie das Militär das Vertrauen des Volkes gewinnen wolle.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Freilassung der Angehörigen der bisherigen Regierungspartei NLD (Nationale Liga für Demokratie) und weiterer Inhaftierter: „Sie haben Demokratie versprochen. Fangen Sie damit, indem Sie sie freilassen. Die Welt wird Sie verstehen.“
An die frühere Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die ebenfalls vom Militär inhaftiert wurde und nun wegen Wirtschaftsvergehen angeklagt werden soll, richtet der Kardinal persönliche Worte: „Sie werden immer die Stimme unseres Volkes sein. (…) Sie sind die Mutter der Nation. Die Wahrheit wird sich durchsetzen.“ Gleichzeitig betont Bo, dass die „jüngsten Ereignisse auf einem Mangel an Dialog und gegenseitiger Akzeptanz“ beruhten. „Bitte hören Sie auf andere.“
Schließlich wendet sich Kardinal Bo in seinem Appell an die Weltgemeinschaft, der er für das Mitgefühl angesichts der jüngsten Ereignisse dankt. Er warnt aber auch vor vorschnellen Reaktionen: „Sanktionen und Verurteilungen haben wenig Ergebnisse gebracht. Sie schließen Türen und beenden den Dialog.“

Wirtschaftliche Strafen würden „Millionen Menschen in Armut zurückwerfen.“ Das Ausland müsse die besondere Situation und Geschichte Myanmars anerkennen. „Der einzige Weg ist es, die Akteure zur Versöhnung zu ermutigen“, ist der Kardinal überzeugt: „Frieden ist möglich. Frieden ist der einzige Weg. Demokratie ist das einzige Licht auf diesem Weg.“
In der Nacht zum 1. Februar hat sich das Militär im früheren Birma zurück an die Macht geputscht, nachdem vor zehn Jahren demokratische Reformen eingeleitet worden waren. Laut Militär sollen Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl im November Grund für den Putsch gewesen sein.
Aung San Suu Kyi hatte die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen. Wahlbeobachtern zufolge gibt es keine Beweise für die Vorwürfe des Militärs. Die Streitkräfte haben einen einjährigen Ausnahmezustand über das südostasiatische Land verhängt. Anschließend soll es Wahlen geben. Dies wird jedoch von Beobachtern angezweifelt. Die USA und Europa haben mit Sanktionen gegen das Land gedroht.
Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den 54 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben. Christen sehen sich immer wieder Diskriminierung von Seiten radikaler Buddhisten ausgesetzt, zumal viele Christen ethnischen Minderheiten angehören.
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Verwendungszweck: Myanmar

Im Nahen Osten fühlten sich Christen und andere religiöse Minderheiten nach wie vor unsicher. Dschihadistische Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ hätten zudem ihr Unwesen vom Nahen Osten auf zahlreiche Regionen Afrika verlagert, das zu einem „Kontinent der Märtyrer“ geworden sei, erklärte Heine-Geldern. Vor allem in den Ländern der Sahelzone seien „religiöser Extremismus und radikale gewalttätige Islamisten auf dem Vormarsch und zerstören das bislang friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen, um Ressourcen und Macht zu erlangen“.
Während in Afrika und im Nahen Osten der Dschihadismus die Hauptursache der Verfolgung sei, machten im asiatischen Raum nationalistische Bewegungen und autoritäre Regierungen religiösen Minderheiten das Leben schwer. „Das Christentum wird in einigen asiatischen Ländern als ein schädlicher Einfluss betrachtet, der die Vorherrschaft der führenden Partei oder die vermeintliche religiöse Geschlossenheit der Nation bedroht“, sagte Heine-Geldern.

Doch auch in Ländern ohne öffentliche Verfolgung nähmen Ressentiments gegenüber Gläubigen zu. Das sei mittlerweile auch in Europa der Fall, und das wolle der neue Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ herausarbeiten, erklärte Heine-Geldern. Christen seien einem Angriff von zwei Fronten ausgesetzt: „Die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, Menschen zu radikalisieren und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchzusetzen.“
Die Dokumentation „Religionsfreiheit weltweit“ beleuchtet die Lage dieses Menschenrechts in 196 Ländern der Welt und für alle religiösen Gruppen, listet Verstöße gegen die Religionsfreiheit auf und dokumentiert aktuelle Entwicklungen. Der Bericht wird von unabhängigen Experten und Journalisten erstellt und erscheint alle zwei Jahre. Die ursprünglich geplante Veröffentlichung im Herbst 2020 musste coronabedingt verschoben werden. Nun wird der Bericht Ende April 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt – zuerst in Rom. Weitere Informationen: www.religionsfreiheit-weltweit.at
Papst Franziskus wird von 5. bis 8. März 2021 den Irak besuchen, teilte der Vatikan heute Mittag mit. Dazu erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern:
„Diese Nachricht erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit. Die Christen im Irak haben mit Sehnsucht diese Ankündigung erwartet. Sie ist ein Zeichen der Hoffnung für die bedrängten Christen, die schon seit Jahrzehnten dem Kreuzweg der Verfolgung und Diskriminierung auf sich nehmen mussten. Diese Reise ist ein weiteres Zeichen der Nähe und der Sorge des Papstes um die Christen im Nahen Osten.
Der Besuch wird sie stärken und neuen Mut zum Verbleiben in ihrer Heimat entfachen. Ohne Unterstützung durch den Heiligen Vater und die Weltkirche sind diese Gemeinden an der Wiege des Christentums vom Aussterben bedroht.“

Wie der Vatikan mitteilte, wird Papst Franziskus im März 2021 neben Bagdad und der Ebene von Ur auch Erbil, Mossul und die Stadt Karakosch in der Ninive-Ebene besuchen.
In den drei letztgenannten Städten hat KIRCHE IN NOT vielfach Hilfe geleistet. Die Unterstützung für die Christen im Irak gehört zu den aktuellen Schwerpunkten der Arbeit von KIRCHE IN NOT: Zwischen 2014 und Ende 2019 flossen über 46 Millionen Euro dorthin.
Als im August 2014 zahlreiche Christen aus der Ninive-Ebene und Mossul vor den heranrückenden Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ in den kurdischen Teil des Irak fliehen mussten, stellte KIRCHE IN NOT Soforthilfen für rund 12 000 vertriebene Familien zur Verfügung.

Neben Lebensmittelpaketen finanzierte das Hilfswerk auch die medizinische Versorgung, die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien in Containerdörfern und acht Behelfsschulen für geflüchtete Kinder. Dies war eine der größten Nothilfeaktionen in der über 70-jährigen Geschichte von KIRCHE IN NOT.
Parallel zur direkten Hilfe machte KIRCHE IN NOT bei den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und ihren Mitgliedsländern sowie bei der US-Regierung auf die drohende Auslöschung der Christen und anderer Minderheiten im Irak aufmerksam.
Auf der Basis eines von KIRCHE IN NOT ausgearbeiteten Dokuments stufte das Europaparlament 2016 die Ereignisse im Irak als Völkermord ein. Später schloss sich auch das US-Außenministerium dieser Einschätzung an.

Nach dem militärischen Sieg über den IS setzt sich KIRCHE IN NOT für den Wiederaufbau zerstörter christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene ein. Zusammen mit den lokalen Kirchen rief KIRCHE IN NOT ein Wiederaufbau-Komitee ins Leben.
In einem ersten Schritt wurden die Schäden in den Orten dokumentiert und mit dem Wiederaufbau der Wohn- und Kirchengebäude begonnen. Dieser ist weit vorangeschritten; etwa die Hälfte der christlichen Familien, die 2014 vor dem IS geflüchtet waren, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Aktuell fördert KIRCHE IN NOT die Instandsetzung von Kirchen, Pfarrzentren, Kindergärten, Waisenhäusern und weiteren kirchlichen Einrichtungen in der Ninive-Ebene.
Darüber hinaus fördert das Hilfswerk die psychosoziale Schulung und die Arbeit von Seelsorgern, Ordensfrauen, Lehrern und weiterer Mitarbeiter. Auch Papst Franziskus hat in den vergangenen Jahren Projekte von KIRCHE IN NOT im Irak direkt unterstützt.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Irak