

„Kirche in Not“ hat bereits in den vergangenen Monaten Medikamente und Lebensmittel für die Mitglieder der christlichen Gemeinde von Ain Ebel finanziert. Das geht auch jetzt weiter, es muss weitergehen, betont Schwester Maya: „Die Medien sprechen von den Menschen, die geflüchtet sind. Aber kaum einer spricht von den vielen Christen, die geblieben sind.“
Die Menschen fürchteten, ihre Heimat für immer zu verlieren. Deshalb seien auch viele Christen zurückgekommen, die sich zunächst vor den Kämpfen zwischen Hisbollah und israelischem Militär in andere Region in Sicherheit gebracht hätten, vor allem in die Hauptstadt Beirut. „Das Leben dort war zu teuer, und viele Familien konnten die Trennung nicht ertragen. Viele Männer sind ja hiergeblieben“, erzählt Schwester Maya.

Ihr Kloster St. Joseph betreibt eine Schule, die Kinder aus 32 umliegenden Dörfern besuchen. Doch aufgrund der Sicherheitslage musste der Präsenzunterricht jetzt ausgesetzt werden. „Die Kinder wären hier nicht sicher“, zeigt sich Schwester Maya besorgt. Umso dankbarer seien viele Menschen für die Präsenz von Priester und Ordensschwestern. Auch in der benachbarten Ortschaft Rmeich seien noch zwei Ordensgemeinschaften geblieben und kümmerten sich um die Verteilung von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.
Vielen Menschen sei noch der Krieg von 2006 in Erinnerung, in dem ebenfalls Israel und die Hisbollah gegeneinander kämpften, berichtet Schwester Maya. Gleichzeitig wachse jetzt die Angst vor einer Bodenoffensive: „Die Situation ist schrecklich. Danke für Ihre Gebete, für jede Unterstützung.“
Angesichts der anhaltenden Luftangriffe auf die Hochburgen der Hisbollah im Süden Libanons befürchtet die Beiruter Projektkoordinatorin von KIRCHE IN NOT, Marielle Boutros, dass noch mehr Menschen das Land verlassen, insbesondere Christen.
Bei einem Besuch in der Internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus erklärte sie: „Der gesamte Südlibanon ist ins Visier genommen, dort leben viele Christen. Es handelt sich nicht um ausschließlich schiitische oder Hisbollah-dominierte Gebiete, zahlreiche christliche Familien sind dort zu Hause.“ Einige hätten bereits ihre Häuser verloren und suchten nun Schutz in anderen Teilen des Landes wie in der Hauptstadt Beirut, im Libanongebirge und im Norden.
In Beirut seien bereits mehrere Ziele getroffen worden, „wenngleich sie sich vorwiegend auf schiitische Gebiete beschränken, in denen die Hisbollah, eine schiitische politische Partei und Miliz, stark unterstützt wird“. Dennoch seien die Auswirkungen in der ganzen Stadt spürbar. „Die Menschen hören den ganzen Tag den Lärm von Militärflugzeugen und Drohnen“, berichtet Boutros.

Sie befürchtet, dass der aktuelle Konflikt in Libanon zu einem weiteren Exodus der Christen führen könnte, wodurch deren Präsenz und Einfluss in der Region schwinden würde. „Ich bin 37 Jahre alt und habe mehr als fünf Kriege in Libanon erlebt. Es ist schwer, in einem Land zu leben, in dem man an einem Tag in Sicherheit ist und sich am nächsten Tag vor Raketen verstecken muss.“
Bislang seien die Projekte von KIRCHE IN NOT noch nicht betroffen, bestätigte Boutros. Im Süden des Landes und im Bekaa-Tal im Osten würden derzeit vor allem Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt.
Zwar seien die katholischen Schulen, die KIRCHE IN NOT verstärkt unterstützt, derzeit vorübergehend geschlossen, aber die Umstellung auf Online-Unterricht sei im Gange. Libanon ist eines der wichtigsten Förderländer von KIRCHE IN NOT. Im Jahr 2023 hat das Hilfswerk 237 Projekte mit fast sieben Millionen Euro gefördert.
Boutros blickt aber schon voraus. „Viele Menschen leben derzeit in Pfarrgemeindesälen, weshalb sie Lebensmittel, Hygieneartikel, Matratzen und Decken benötigen.“ Sollte der Konflikt anhalten, würden im Winter auch Heizungen gebraucht – „obwohl wir natürlich hoffen, dass er nicht so lange dauern wird“, ergänzte Boutros.

Neben der materiellen Unterstützung ruft Marielle Boutros alle Wohltäter und Freunde von KIRCHE IN NOT dazu auf, für den Frieden zu beten. „Wir hoffen, dass der Friede endlich in Libanon und der gesamten Region einkehrt.“
In Papua-Neuguinea hat die geistliche Vorbereitung auf den Papstbesuch begonnen, so auch in der Küstenstadt Vanimo an der Grenze zu Indonesien. Papst Franziskus wird die Stadt, die nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar ist, im Rahmen seines Aufenthalts in Papua-Neuguinea vom 7. bis 9. September besuchen.
„Die Menschen warten mit Begeisterung auf die Ankunft des Heiligen Vaters“, berichte Pater Martin Prado unserem Hilfswerk. Der Missionar ist seit zehn Jahren in Vanimo; die Geschichte des Christentums auf Papua-Neuguinea ist nur wenig älter: Etwa vor 70 Jahren kam es zu ersten Gemeindegründungen. Diese waren jedoch sehr erfolgreich: Heute bekennen sich gut 95 Prozent der Einwohner zum Christentum.
„Die Menschen hier haben einen sehr lebendigen und kindlichen Glauben, von dem ich viel lerne“, erzählte Pater Martin. Immer wieder gebe es Bekehrungen, teilweise würden ganze Familien um die Taufe bitten. „Es gibt Menschen, die sich nach Gott, nach einem geistlichen Leben sehnen. Kürzlich kam zum Beispiel ein Junge zu mir und sagte: ,Pater, ich möchte die Kommunion empfangen, bitte helfen Sie mir!’“
Gleichzeitig stelle die Vermischung von Christentum und traditionellem Glauben eine Herausforderung dar. Das betreffe nicht nur den Geisterglauben, sondern zum Beispiel auch das Familienleben: „Anders als in der westlichen Kultur gibt es hier kaum Wissen und Bräuche bezüglich der Ehe. Das ist eine Herausforderung für junge Menschen, die eine Familie gründen wollen. Oft erfahren sie keine Unterstützung der Eltern für eine lebenslange Verpflichtung“, schilderte der Missionar. Aber nach und nach würden sich die Einstellungen ändern.

Auch die Sorge um Berufungen zum Priester und Ordensleben, wofür eine eigene Gebetsgruppe eingerichtet wurde, trage Früchte: So gebe es in Papua-Neuguinea aktuell drei lokale Priesterseminaristen und zwei angehende Ordensleute.
Weil viele Menschen keinen Zugang zu Medien und Internet hätten, sei die Nachricht vom Papstbesuch nur langsam durchgesickert. Jetzt aber seien die Katholiken mit Eifer dabei, schildert Pater Martin: „Auf einem Fußballplatz in Vanimo haben wir eine Bühne errichtet. Dort beten wir jetzt jeden Abend den Rosenkranz. Es gibt Predigten, Musik und Tanz, was den Papua-Neuguineern sehr gefällt. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Beichte. Die Menschen kommen zu Fuß oder auf Lastwagen.“ An einzelnen Tagen hätten sich bis zu 4000 Menschen zur geistlichen Vorbereitung versammelt.

Die Christen in anderen Teilen der Welt bittet der Missionar um das Gebet: „Beten Sie für die Menschen, die Christus noch nicht kennen und für die Orte, an denen die Botschaft des Evangeliums noch nicht angekommen ist.“ Natürlich gebe es auch einen hohen Bedarf an materieller Hilfe. Die Menschen lebten in großer Armut, es gebe kaum Medikamente.
Die katholische Gemeinde in Vanimo möchte aktuell eine Schule sowie ein Heim für Kinder mit Behinderung und misshandelte junge Frauen errichten, berichtet der Missionar: „Wir wissen, dass Gott immer für uns sorgt und dass er uns seine Hilfe durch großzügige Menschen zukommen lässt.“
Papst Franziskus besucht im September nicht nur Papua-Neuguinea. Auch in Indonesien, Timor-Leste und Singapur macht der Pontifex Station. Die Reise ist vom 2. bis 13. September angesetzt.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Papua-Neuguinea
„Wir hatten gedacht, dass der Krieg nach ein paar Monaten zu Ende sein würde, das war nicht der Fall. Jetzt fürchten wir, dass das Heilige Land zum nächsten Syrien wird, zu einem Krieg ohne Ende.“ Das erklärte die Verantwortliche für soziale Dienste im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, Dima Khoury, beim Besuch einer Delegation von KIRCHE IN NOT vor wenigen Wochen.
Der Gaza-Krieg habe nicht nur Auswirkungen auf die Menschen in den unmittelbaren Kampfgebieten, sondern in allen Landesteilen Israels und den Palästinensischen Gebieten, so Khoury: „Die Mittelschicht wurde arm, und die Armen noch ärmer. Viele Familien, die eigene Unternehmen besaßen, haben das Land verlassen.“
Die christliche Minderheit sei von den Kriegsauswirkungen hart betroffen, vor allem viele Christen aus dem Westjordanland könnten nicht mehr zum Arbeiten auf israelisches Staatsgebiet einreisen. Das bestätigte gegenüber der KIRCHE-IN-NOT-Delegation auch der Weihbischof William Shomali, der unter anderem für die Christen in Jerusalem und in den Palästinensischen Gebieten zuständig ist: „Der größte Bedarf besteht an Einreisegenehmigungen aus dem Westjordanland nach Israel.“

Früher seien etwa 160 000 Christen regelmäßig über die Grenze gependelt, jetzt seien es schätzungsweise weniger als 10 000. „Aber die Menschen wollen wirklich arbeiten. Ich bekomme fast jeden Tag Anrufe von Menschen aus dem Westjordanland. Einige können ihre Miete nicht zahlen, andere können sich keine Lebensmittel mehr leisten“, berichtete Shomali.
KIRCHE IN NOT hat darum nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober 2023 und der darauffolgenden Militäraktion die Nothilfe für Christen im Heiligen Land verstärkt. Aktuell erhalten über 600 Familien Lebensmittelgutscheine, 128 Familien Zuschüsse für ihre Strom- und Wasserrechnung. „Vor allem in Ostjerusalem haben wir ein ernstes Wohnungsproblem. Hier leben die meisten Christen in Mietwohnungen und sind von der Zwangsräumung bedroht“, erklärte Khoury.

200 Personen mit chronischen oder akuten Erkrankungen wie Diabetes und Krebs bekommen über die Kirchengemeinden lebensnotwendige Medikamente. Auch Schul- und Studiengebühren werden teilweise über das Lateinische Patriarchat übernommen.
Neben der akuten Nothilfe hat KIRCHE IN NOT auch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Christen in Ostjerusalem und im Westjordanland angestoßen. Dabei werden zum Beispiel arbeitslose Christen zu Renovierungsarbeiten in kirchlichen Einrichtungen herangezogen und angemessen bezahlt. „Dieses Programm hat einen dreifachen Nutzen: Wir unterstützen Familien, bringen Geld in die Gemeinde und erhalten einige christlich geführte Organisationen am Leben“, erläuterte die Khoury.
Außerdem trägt KIRCHE IN NOT auch die Kosten für Umschulungen. Christen, die vorher überwiegend im Tourismussektor tätig waren, sollen so die Möglichkeit bekommen, in neuen Bereichen Fuß zu fassen, zum Beispiel in der IT-Branche. „Ich schätze die Unterstützung von KIRCHE IN NOT bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, anstatt ausschließlich Almosen zu geben. Das ist ein guter Weg, die Würde der Menschen zu wahren“, betonte Weihbischof Shomali.

KIRCHE IN NOT sei eine der ersten Organisationen gewesen, die nach dem Kriegsausbruch Hilfe angeboten habe, betonte auch der Verwaltungsdirektor des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Sami El-Yousef: „Es war ein Segen, dass wir so früh Unterstützung erhalten haben, denn so konnten wir vom ersten Tag an handeln. Wir sind wirklich eine Kirche in Not. Wir brauchen jede Unterstützung, die wir von unseren Freunden in der ganzen Welt bekommen können.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Heiliges Land
Mit fast zwei Millionen Euro fördert KIRCHE IN NOT auch in diesem Jahr Ferienfreizeiten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Viele der Sommerlager finden in kriegs- und konfliktgebeutelten Regionen statt, damit junge Menschen dem Leid für eine Weile entkommen und unbeschwerte Tage genießen können.
In 18 Ländern unterstützt das Hilfswerk die Ferienfreizeiten, zum Beispiel im Heiligen Land, in Libanon, Syrien, Armenien oder in der Ukraine. Aber auch in Ägypten, Mosambik und Venezuela wird den jungen Menschen die Möglichkeit geschenkt, sich in einer friedvollen Umgebung mit Gleichaltrigen auszutauschen und ihren Glauben besser kennenzulernen.
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, dankt dem Hilfswerk für die diesjährige Unterstützung des Sommerlagers des Vikariats St. Jakobus für hebräischsprachige Katholiken in Israel. Diese Camps seien ohne die Unterstützung von KIRCHE IN NOT nicht möglich. Dabei seien diese sehr wichtig: „Die Mehrheit der Teilnehmer sind Kinder von Migranten. Diese Gruppe ist besonders von den Auswirkungen des Krieges betroffen.“
Piotr Zelazko, Patriarchalvikar für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel, erklärte, dass diese Ferienlager für junge Christen keine reine Sommeraktivität seien, sondern „ein Leuchtfeuer der Hoffnung sowie eine Chance, ein Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl zu erfahren, das in ihrer turbulenten Welt oft fehlt. Hier können sie ihren Glauben und ihr kulturelles Erbe kennenlernen.“ Im Westjordanland stehen die Sommerfreizeiten für rund 500 Kinder und junge Erwachsene ganz im Zeichen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahrs des Gebets.

Auch in der Ukraine sollen Kinder ein paar unbeschwerte Tage genießen können. In den Camps für Waisenkinder, Kinder mit Behinderung und Kinder von Binnenvertriebenen und Kriegsopfern gibt es neben der geistlichen Begleitung auch eine psychologische Betreuung. Maksym Rybukha, griechisch-katholischer Weihbischof von Donezk, hob bei einem Besuch in der Internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus hervor, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht die Möglichkeit hätten, „ein normales Leben zu führen“. Die Ferienlager böten die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen.
In Syrien wird die größte Zahl der Sommerlager von KIRCHE IN NOT unterstützt: 44 Camps für mehr als 75 000 Teilnehmer. Neben Spielen und Sport stehen auch pastorale Aktivitäten im Mittelpunkt der Ferienfreizeiten. Die Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaft erleben, können helfen, sich stärker in ihrer Heimat zu verwurzeln. Ein Pfadfinderleiter sagt: „Wenn wir die Mentalität der Generation nicht ändern, werden wir mit Sicherheit eine Generation ohne Ideale und Träume haben. Das wird dazu führen, dass sie in Zukunft das Land verlassen werden.“

Im Nachbarland Libanon ermöglicht KIRCHE IN NOT rund 60 000 Teilnehmern den Besuch eines Sommercamps. Aufgrund der Wirtschaftskrise im Land können sich viele Familien sonst kaum noch Aktivitäten leisten. Auch Tagescamps für libanesische Waisenkinder und jugendliche Flüchtlinge aus Syrien und Irak können durch die Unterstützung des Hilfswerks stattfinden.
Seit vielen Jahren fördert KIRCHE IN NOT in Armenien die Sommerlager, die von den Schwestern der Unbefleckten Empfängnis geleitet werden. Das Camp sei für die Kinder „das am meisten erwartete Ereignis des Jahres“, betont die Oberin des Ordens, Schwester Arousiag Sajonian. In diesem Jahr nehmen über 800 junge Menschen daran teil, darunter auch Waisen und Kinder aus Familien, die seit der Besetzung von Bergkarabach durch Aserbaidschan im September 2023 gewaltsam vertrieben wurden und in das armenische Kernland geflohen sind.

„Wir hoffen, die Traumata der jungen Menschen zu lindern und ihre Tage in einer sicheren Umgebung zu verschönern“, so Schwester Arousiag. „Wir glauben fest daran, dass wir die Welt durch Bildung und Förderung von Solidarität und Enthusiasmus zu einem besseren Ort zum Leben machen können.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Sommercamps
Christen bilden im Irak nur eine sehr kleine Minderheit. Bis 2002 – also vor dem Dritten Golfkrieg – lag ihre Zahl bei mehr als 1,2 Millionen, doch Krieg, Verfolgung und Armut führten zu einer Massenabwanderung der christlichen Einwohner des Landes. Schätzungen zufolge sind heute nur noch etwa 150 000 Christen übrig.
Die Stadt Basra ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Irak. Sie liegt am Persischen Golf und ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Gegründet wurde sie bereits im siebten Jahrhundert nach Christus. Sindbad der Seefahrer begab sich in den „Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht“ von hier aus auf seine abenteuerlichen Reisen.

Von dem Zauber orientalischer Märchen ist allerdings in unserer Zeit nicht mehr viel übrig: Die Stadt wurde in den drei Golfkriegen schwer umkämpft und stark zerstört. Die Folgen sind bis heute zu spüren.
In Basra sind nur rund fünf Prozent der Christen übriggeblieben, die ursprünglich dort lebten, aber der syrisch-katholische Erzbischof Atanasius Firas Mundher Dardar sagte uns, dass die Kirche den Menschen Hoffnung geben wolle. Wichtig dafür ist die religiöse Erziehung der Kinder. Der Erzbischof hatte uns daher um Hilfe gebeten. Denn die syrisch-katholische Herz-Jesu-Pfarre benötigte dringend einen Kleinbus, um die Kinder der Gemeinde sicher, schnell und einfach zum Religionsunterricht transportieren zu können, der in der Pfarre abgehalten wird.

Nach dem Stimmenverlust der hindunationalistischen Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP) bei den Parlamentswahlen in Indien fürchten Christen und andere religiöse Minderheiten Vergeltungsaktionen. Das sagte Jesuitenpater Pradeep aus dem Bundesstaat Jharkhand im Nordosten des Landes im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN). Aus Sicherheitsgründen möchte der Ordensmann seinen vollen Namen nicht veröffentlicht sehen. „Wir befürchten, dass die BJP, die in unserem Bundesstaat weniger Stimmen erhalten hat als vor fünf Jahren, den Augenblick nutzen wird, um Minderheiten wie Christen und Muslime noch mehr zu schikanieren“, sagte der Jesuit.
Dennoch sei das Wahlergebnis auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus: „Premierminister Modi hat zwar gewonnen, aber er hat nicht so viele Stimmen erhalten wie erwartet. Für uns Christen ist das ein starkes Zeichen für den Sieg des Volkes, weil es sich getraut hat, seinen Widerstand gegen die BJP zum Ausdruck zu bringen.“ Trotz der starken Wahlpropaganda in den Medien für Modi habe sich gezeigt, „dass er nicht so unbesiegbar ist, wie er immer gesagt hat.“

Die Unterdrückung religiöser Minderheiten besonders in Nordindien sei „konstant und systematisch“, erklärte der Jesuit. Er erinnerte an seinen Mitbruder Pater Stan Lourduswamy (bekannt als Stan Swamy), der sich für Menschenrechte eingesetzt und daraufhin wegen Terrorismus und Volksverhetzung angeklagt worden war. Der 84-Jährige war nach Monaten im Gefängnis im Juli 2021 gestorben.
Kirchliche Schulen hätten aktuell Schwierigkeiten, Lehrer einzustellen, da die Behörden die Ausstellung von Ausweisdokumenten blockierten, sagte Pater Pradeep. Ausländische Priester erhielten kaum noch Visa für die Einreise nach Indien. Verhöre und andere Repressalien seien an der Tagesordnung. Christlichen Organisationen im Bundesstaat Jharkhand sei es jüngst verboten worden, Gelder aus dem Ausland anzunehmen, beklagte der Ordensmann: „Warum? Weil die Verantwortlichen in den Behörden wissen, dass die Minderheiten nicht für die BJP stimmen.“

2017 wurden im Bundesstaat Jharkhand sogenannte Antikonversionsgesetze erlassen; ähnliche Bestimmungen sind in elf weiteren indischen Bundesstaaten in Kraft. „Diese Gesetze wurden eingeführt, um Menschen vor Zwangsbekehrungen zu schützen, aber in Wirklichkeit dienen sie dazu, Missionare und Christen, die Stammesgruppen angehören, zu schikanieren“, beklagte der Ordensmann.
Viele Christen gehören ethnischen Minderheiten an, die einem Schutzstatus unterliegen und von der Regierung unterstützt werden. Vertreter der BJP hätten versucht, Christen von diesen Hilfen auszuschließen; das sei jedoch bislang nicht gelungen, erläuterte Pater Pradeep. Trotz aller Schwierigkeiten bleibe er mit Blick auf die Zukunft hoffnungsvoll: „Ich sehe den Mut der Menschen, gegen die BJP zu stimmen. Ich bete darum, dass trotz der weiteren Amtszeit unter Premier Modi die Schwierigkeiten, denen wir täglich ausgesetzt sind, abnehmen.“

Am 1. Juni war die sechswöchige Parlamentswahl in Indien zu Ende gegangen. Gewonnen hat der amtierende Premierminister Narendra Modi mit seiner Partei BJP. Modi regiert das Land seit 2014. Das Wahlergebnis fiel diesmal schwächer aus als erwartet; die absolute Mehrheit für die BJP ging verloren. Die oppositionelle Kongresspartei konnte ihren Stimmenanteil fast verdoppeln. In den kommenden fünf Jahren ist die Regierung Modi auf Koalitionspartner angewiesen.
Von den über 1,4 Milliarden Bewohnern Indiens sind unter fünf Prozent Christen. Wie die Muslime, die etwa 14 Prozent der Bevölkerung stellen, verzeichnen die Christen seit Jahren eine Zunahme religiöser Gewalt durch hindunationalistische Kräfte.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Indien
Bis zu 30 Kilometer durch den von Schlangen bevölkerten Urwald: Das war Santosh Kumars erste Berufserfahrung in der Seelsorge „am Ende der Welt“. Santosh war als Diakon in der Pfarre „Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe“ in Kalpahad auf Nord-Andaman tätig.
Sie bildet den nördlichsten Teil der Andamanen-Inselgruppe im Indischen Ozean. Die Andamanen und Nikobaren gehören politisch zu Indien, von dessen Festland sie gut 1200 Kilometer östlich entfernt liegen. Die Andamanen und Nikobaren bestehen aus 572 Inseln, die sich auf rund 1500 Kilometern von Nord nach Süd erstrecken.
Der Weg durch den Dschungel war nicht die einzige Herausforderung für Santosh: „Es gibt hier keinen Strom, kein Internet und oft kein Wasser – aber wir kommen immer zurecht“, sagt er im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Die Inselgruppe war auch besonders schwer betroffen vom Tsunami am Zweiten Weihnachtstag 2004. Damals gab es allein auf den Andamanen und Nikobaren 3500 Tote, mehr als 25 000 Personen wurden obdachlos. Die Folgen der Naturkatastrophe sind noch immer spürbar.

Sein Durchhaltevermögen wird Santosh auch in einer neuen Aufgabe brauchen können: Am 12. Mai wurde der junge Mann zum Priester der Diözese Port Blair geweiht. Die Diözese umfasst die gesamte Inselgruppe, auf der rund acht Prozent der Bevölkerung katholisch sind; die Mehrheit der Einwohner sind Hindus.
Santosh war der erste Priester aus der Diözese Port Blair, dessen Ausbildung KIRCHE IN NOT finanziert hat. 2023 hat das Hilfswerk die Ausbildung von rund 11 000 Seminaristen unterstützt, das ist fast jeder zehnte angehende Priester weltweit.
Santosh habe als Jugendlicher nie daran gedacht, einmal Priester zu werden, erzählt er: „Aber dann erkrankte mein Vater an Krebs. Ich begann zu beten und mir die Frage zu stellen, was wirklich wichtig ist im Leben. Das hat mich sehr verändert.“

Sein Vater konnte die Krankheit besiegen, und Santosh hat die Beschäftigung mit dem Glauben vor eine existenzielle Entscheidung gestellt: „In meiner Diözese gibt es nur wenige Priester. Als ich beobachtete, wie sie für die Menschen da sind, sah ich deren Durst nach Christus und den Sakramenten. Also habe ich mich auf den Weg gemacht.“
Und dieser Weg führte ihn in den entlegensten und ärmsten Teil der Diözese. Trotz der enormen Entfernungen seien die Kirchen und Kapellen in den Außenstationen der Pfarre Kalpahad immer voll, berichtet der Neupriester.
Damit er und sein Pfarrer wenigstens dort, wo es die Straßenverhältnisse erlauben, etwas schneller vorankommen, hat KIRCHE IN NOT für die Gemeinde außerdem ein Motorrad finanziert: „Das ist schon sehr praktisch, ohne Motorrad wäre unsere Arbeit fast nicht möglich.“

Doch an besonders unwegsamen Stellen ist auch für das Motorrad Schluss, dann geht es nur zu Fuß weiter. Dennoch besucht das Pastoralteam Monat für Monat weite Teile der Pfarre, erzählt Santosh: „Es ist schon beschwerlich, aber wir denken an die Menschen, die in diesen Orten leben und zur heiligen Messe und anderen Veranstaltungen kommen. Das gibt uns Kraft weiterzumachen.“
Kraft, die er für seinen künftigen priesterlichen Dienst „am Ende der Welt“ auch künftig braucht. Aber Santosh ist voller Energie und zuversichtlich: „Ich danke allen, die meinen Weg zum Priestertum ermöglicht haben. Bitte beten Sie weiter für mich.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Indien
Die Christus-König-Pfarre von Damanpur liegt im ostindischen Bundesstaat Westbengalen. Die Pfarre ist sehr aktiv, insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es gibt eine Sonntagsschule für die verschiedenen Altersstufen und zahlreiche Gruppen. Besonders gefördert wird die Liebe zur Eucharistische Anbetung und die Verehrung der Heiligen Jungfrau. Es gibt viele Ministranten. Die Liturgien werden mit Gesang, der einen wichtigen Bestandteil der Kultur der Santal bildet, und traditionellen Musikinstrumenten liebevoll gestaltet. Die Frauen organisieren sich, um gemeinsam zu beten, die Bibel zu lesen, die Kranken zu besuchen und denen zu helfen, die Probleme haben, und auch die Männer nehmen aktiv am Leben der Kirche teil und stellen sich in den Dienst der Gemeinde.
Eine der Außenstationen der Pfarre ist das Dorf Sambalpur. Die meisten Gläubigen gehören zum Volksstamm der Santal. Sie sind sehr arm, und das Gebiet ist abgelegen. Ursprünglich waren die Menschen Jäger und Sammler. Heute leben die meisten von ihnen von der Landwirtschaft. Manche pflegen aber auch das traditionelle Holzschnitzerhandwerk.
Die Priester, die regelmäßig das Dorf besuchten, feierten die Heilige Messe lange Jahre im Freien, da es keine Kapelle gab. Zwar hatte ein älterer Mann der Kirche schon vor einem Jahrzehnt ein Grundstück für den Bau einer Kirche geschenkt, aber da die Gemeinde sehr arm ist, ließ sich dieses Vorhaben nicht verwirklichen.

Als die Gläubigen sich 2019 noch einmal mit diesem Wunsch an den Pfarrer wandten, konnte dieser ihnen nur die beschädigten Blechplatten anbieten, die durch einen schweren Sturm von Dach der Grundschule weggerissen wurden. Die Gläubigen waren glücklich, kauften mit ihren eigenen bescheidenen Mitteln noch weitere Blechplatten und errichteten eine provisorische Kapelle. Diese war aber zu klein, um die Gläubigen zu fassen. Bischof Clement Tirkey von Jalpaiguri legte uns daher die Bitte ans Herz, die Gemeinde beim Bau eines „richtigen“ Gotteshauses zu unterstützen. Unsere Wohltäter ließen sich davon berühren und spendeten 24.000 Euro.
Die Gläubigen und die Priester waren überglücklich, als das Gotteshaus am 30. Oktober 2023 endlich feierlich eingeweiht wurde. Der Bischof, viele Priester und unzählige Gläubige nahmen an der Feier teil. Mit Gesängen und traditionellen Tänzen zog die große Prozession zu der kleinen Kirche, wo nun zum ersten Mal die Heilige Messe gefeiert wurde.
„Im Namen aller, die bei der Einweihung der Kirche in Sambalpur zugegen waren, und der Gläubigen der Diözese Jalpaiguri danke ich Ihnen dafür, dass Sie uns großzügig diese Kirche geschenkt haben. Wir sind so glücklich über Ihre Unterstützung“, schreibt uns Pater Marcel Fernandez, der Bischofsvikar der Diözese. Er geht davon aus, dass die Kirche, die dem heiligen Josef geweiht ist, der in vielfältigen schweren Anliegen angerufen wird, bald auch Pilger aus anderen Teilen der Diözese anziehen werde.
Allen, die zum Bau dieses Gotteshauses beigetragen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!
Die Diözese Diphu liegt im Bundesstaat Assam im armen Nordosten Indiens. Hier leben viele verschiedene indigene Volksgruppen. Die meisten Menschen gehören traditionellen Stammesreligionen an.
Die Zahl der katholischen Gläubigen liegt bei knapp 70.000. Sie bilden damit eine Minderheit von etwas mehr als 5 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die meisten katholischen Familien sind erst seit wenigen Jahrzehnten zum christlichen Glauben gekommen. Daher besteht großer Bedarf an einer Vertiefung und Stärkung des Glaubens.

Die Diözese Diphu wollte für Priester, Ordensleute und Laien daher verstärkt Fortbildungskurse, geistliche Exerzitien, Besinnungstage sowie verschiedene Konferenzen, Treffen und andere Veranstaltungen anbieten, um das kirchliche Leben zu stärken. Sie verfügte aber über keine geeigneten Räumlichkeiten für solche Aktivitäten und für die Unterbringung der Teilnehmer. Daher brauchte sie dringend ein Pastoralzentrum mit Veranstaltungsräumen und Übernachtungsmöglichkeiten. Da sie jedoch in einem armen Gebiet liegt und die finanziellen Belastungen infolge der Pandemie und der allgemeinen Krise noch weiter zugenommen haben, hat Bischof Paul Mattekatt uns um Hilfe gebeten.
Unsere Wohltäter haben großzügig geholfen und haben mehr als 73.000 Euro gespendet. So konnte das Pastoralzentrum in Diphu inzwischen feierlich eingeweiht werden. Die Freude war groß, und noch größer ist die Freude bei den Priestern, Ordensleuten und Laien, die schon von den Veranstaltungen profitieren konnten, um besser ihren Gemeinden dienen zu können!
Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die geholfen haben!
Auf der südphilippinischen Insel Mindanao finanziert KIRCHE IN NOT einen neuen Ausbildungskurs für Katecheten. Im Juni wird am „Emmaus College of Theology“ in Zamboanga ein neuer Lehrgang beginnen, an dem laut lokaler Mitteilung „dutzende angehende Katecheten“ teilnehmen werden.
Veranstalter ist die katholische Silsilah-Bewegung. „Silsilah“ ist Arabisch und bedeutet „Kette“ oder „Verbindung“. Ziel ist es, den Dialog zwischen Christen und Muslimen und das friedliche Zusammenleben zu fördern, betont der Gründer der Bewegung, Pater Sebastiano D’Ambra: „Die Ausbildung soll dazu beitragen, dass die Katecheten den christlichen Glauben in ihren Gemeinden besser bewahren und verbreiten können. Außerdem sollen sie für den Dialog mit der muslimischen Bevölkerung gerüstet sein.“
Auf Mindanao gehören rund 20 Prozent der Einwohner dem Islam an, das ist der größte muslimische Bevölkerungsanteil auf den Philippinen. Immer wieder kommt es in der Region zu islamistischen Anschlägen, so zum Beispiel im Dezember 2023.

Damals explodierte beim Gottesdienst in einer Turnhalle in Marawi eine Bombe und riss vier Menschen in den Tod. 2017 hatten IS-nahe Milizen die Stadt fünf Monate lang belagert. Dabei sollen lokalen Angaben zufolge über 1000 Menschen umgekommen und über eine Million vertrieben worden sein.
Pater Sebastiano D’Ambra ist ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT. Er habe erkannt, dass neben der interreligiösen Verständigung auch der eigene Glaube Stärkung bedürfe, betonte der italienische Missionar. Deshalb habe er den Katecheten-Kurs ins Leben gerufen: „Heute gibt es in der Kirche viel Verwirrung und Entmutigung. Viele Menschen auf Mindanao konvertieren zum Islam, schließen sich Sekten an oder geben ihren Glauben ganz auf. Wir wollen den neuen Katecheten helfen, als Religionslehrer oder Gruppenleiter zu arbeiten und die Menschen zu begleiten.“

Teilnehmer werden über die Bischöfe und Gemeindepfarrer ausgewählt. Ziel ist es, dass die Katecheten den Kurs dann an ihren Wohnorten wiederholen; das gesamte Material wird kostenlos zur Verfügung gestellt, auch dank eines Zuschusses von KIRCHE IN NOT. Unser Hilfswerk ist seit 20 Jahren Partner der Silsilah-Bewegung.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Philippinen
In Darayya, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, können 15 katholische Familien in ihre wiederaufgebauten Häuser zurückkehren. KIRCHE IN NOT unterstützt sie dabei. Einem von mehreren Überlieferungssträngen zufolge soll sich die Bekehrung des Apostels Paulus in der Umgebung von Darayya zugetragen haben. Nun ist die christliche Präsenz nach Jahren des Krieges dort wieder gesichert.
Strahlend steht das Ehepaar Farida vor ihrem schlichten Häuschen, als eine Delegation von KIRCHE IN NOT zu Besuch kommt. Die Spuren von Gewehrsalven und Granatexplosionen sind an den Außenmauern noch deutlich zu erkennen. Die Innenräume sind mit dem Allernötigsten ausgestattet: ein Ofen, ein Sofa, ein kleiner Tisch und ein paar Stühle, eine Garderobe. Stolz führen die Faridas durch die Räumlichkeiten.
Sie sind eine der christlichen Familien, die nach Darayya zurückkehren konnten. Die Stadt am Rand von Damaskus gehörte zu den Hauptschauplätzen des Syrischen Bürgerkriegs. Vorher lebten lokalen Angaben zufolge um die 300 000 Einwohner in Darayya. Es war eine wohlhabende Gegend, vor allem dank einiger renommierter Möbelfabriken und der florierenden Landwirtschaft.

Nach Kriegsausbruch wurde die Stadt zu einer Hochburg des Aufstands gegen das Assad-Regime. Regierungs- und Rebellentruppen lieferten sich erbitterte Kämpfe; einige Zeit stand die Stadt unter Kontrolle der „Brigade der Märtyrer des Islam“. Als 2016 ein Abkommen zwischen Regierung und Aufständischen zustande kam, war die Stadt zu 90 Prozent zerstört. Darunter waren auch zahlreiche Kirchen. Die Stadt galt als ein wichtiges christliches Zentrum in der Hauptstadtregion.
„Vor dem Krieg lebten ungefähr 150 christliche Familien in Darayya. Nach dem Ende der Kämpfe konnten sie aber nicht mehr zurück, weil ihre Häuser dem Erdboden gleichgemacht wurden“, erklärt der Projektleiter von KIRCHE IN NOT, Marco Mencaglia. Viele Christen seien deshalb nach Europa oder in die USA ausgewandert oder hätten sich in Nachbarstädten niedergelassen.

„Diejenigen, deren Häuser nicht vollständig zerstört sind, sehnen sich sehr danach, zurückzukehren. Aber ihnen fehlt das Geld für die Reparaturen.“ So wie Abou Rashad, einem Familienvater, der beim Besuch der KIRCHE-IN-NOT-Mitarbeiter in seiner ausgebombten Erdgeschosswohnung steht. Er zeigt auf die Schuttwüste davor, die einmal sein geliebter Garten war. KIRCHE IN NOT hat ihm und weiteren Familien Hilfe zugesagt, damit sie heimkehren können.
Georges Jbeil war einst Pfarrer in Darayya. Heute ist er Ökonom der melkitischen griechisch-katholischen Erzdiözese von Damaskus. Er freut sich, dass in der Stadt bald wieder christliches Gemeindeleben stattfinden kann: „Bereits 2022 hatten wir den Wiederaufbau der Pfarrkirche beendet in der Hoffnung, dass bald auch die Gemeindemitglieder zurückkehren können. Bis jetzt waren es nur wenige. Aber dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT können jetzt weitere folgen. So kann hier das Licht des christlichen Glaubens wieder leuchten.“

Von den rund 1,5 Millionen syrischen Christen vor dem Bürgerkrieg leben Schätzungen zufolge heute noch weniger als 500 000 im Land, oft werden weit niedrigere Zahlen angegeben. Aufgrund der wirtschaftlichen und humanitären Misere setzt sich der Trend zur Auswanderung fort. KIRCHE IN NOT versucht mit den Partnern vor Ort, den Fluchtursachen entgegenzuwirken und die christliche Präsenz in Syrien zu erhalten.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Syrien