Asien Archive - Seite 10 von 17 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Pater Youssef Nasr ist Präsident des Sekretariats für katholische Schulen im Libanon. Kürzlich sprach er mit KIRCHE IN NOT (ACN) über die Herausforderungen, vor denen die Schulen angesichts der anhaltenden schweren Wirtschaftskrise des Landes stehen.

Wie viele katholische Schulen gibt es im Libanon? Und wie ist das zahlenmäßige Verhältnis von muslimischen zu christlichen Schülern?

Es gibt drei Arten von katholischen Schulen: 211 weiterführende katholische Schulen, die auf Schulgeld angewiesen sind; 90 halböffentliche Schulen, die bis 2017 teilweise ein jährliches staatliches Stipendium erhielten,– diese Schulen sind am meisten bedroht – sowie 19 technische Bildungseinrichtungen.

Es gibt ungefähr 200 000 Schüler, davon 27 % Muslime und 73 % Christen. Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen in Regionen, die mehrheitlich muslimisch sind und die nur einen geringen Anteil an Christen aufweisen. Wir kümmern uns um diese Schüler und helfen ihnen, so wie wir auch die Christen in Regionen unterstützen, in denen diese in der Mehrheit sind. Darüber hinaus bewahren wir unsere eigene Identität, auch wenn wir für alle Gemeinschaften offenbleiben.

„Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen.“

SOS Libanon!

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon.

Welche Rolle spielen die Bildungseinrichtungen bei der Förderung der interreligiösen Harmonie?

Im Libanon hängen die privaten Bildungseinrichtungen meistens von religiösen Einrichtungen ab. In diesem Zusammenhang spielen die katholischen Schulen eine koordinierende und zusammenführende Rolle. Das bedeutet, dass die katholischen Bildungseinrichtungen unter den Schülern der verschiedenen Religionen ein Bewusstsein für verschiedene Religionen schaffen und sie zusammenbringen. Bei der Verbreitung der Botschaft der katholischen Kirche behandeln wir jedoch alle Menschen auf die gleiche Weise. Natürlich fördern wir die Harmonie und legen Wert auf Offenheit.

Wir versuchen, mit muslimischen Schulen zusammenzuarbeiten, um dabei Erfahrungen auszutauschen und Offenheit zwischen den Einrichtungen herzustellen. Wir wollen damit die Harmonie zwischen den christlichen und muslimischen Schulen fördern, um eine Gesellschaft zu schaffen, die sich gegenüber allen Religionen im Libanon offen zeigt.

Welche Rolle spielen die Schulen bei der Weitergabe des Glaubens?

Die katholischen Schulen sind die rechte Hand der Kirche und verkörpern die Mission der Kirche. Das ist klar und deutlich: Wir haben unsere Identität, unsere Mission und unsere Vision. In unseren Schulen ist die Atmosphäre von christlichen Werten durchdrungen. Wir engagieren uns für die Mission der Kirche und bezeugen unseren Glauben gegenüber Schülern, Mitarbeitern und Eltern.

„Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.“

Warum ist es so wichtig, den Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten, um den Eltern Hoffnung und einen Grund zu geben, im Libanon zu bleiben und nicht auszuwandern, um der Wirtschaftskrise zu entkommen?

Trotz der aktuellen Herausforderungen wollen die Eltern in eine bestmögliche Zukunft blicken. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine gute Bildung, und genau das bieten wir. Deshalb müssen wir dieses Bildungsangebot aufrechterhalten, um die Menschen im Libanon zu halten und sie insbesondere angesichts der heutigen schwierigen Situation davon abzuhalten, auszuwandern.

Wir müssen den Eltern eine positive Botschaft vermitteln, und ihnen zeigen, dass wir unser Bestes tun, um unser Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Daran arbeiten wir

Nehmen die muslimischen Familien den christlichen Aspekt des Unterrichts gut auf?

Muslimische Familien lassen freiwillig ihre Kinder in christlichen Schulen unterrichten. Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.

„Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.“

Was sind die größten Bedürfnisse und Herausforderungen für die Schulen?

Erstens sind seit dem Verfall der Landeswährung die Gehälter der Lehrkräfte weitgehend wertlos geworden. Wir bemühen uns daher, uns um sie zu kümmern und sie zu halten, indem wir versuchen, ihnen jeden Monat einen kleinen Geldbetrag in US-Dollar zu geben. Das ist unser Ziel, und wir hoffen, dass wir es durch die Hilfe, die wir erhalten, erreichen können  Der zweite Punkt, bei dem wir Hilfe benötigen, betrifft unsere Schulkosten wie Strom und Heizung, die 40 % unserer Gesamtausgaben ausmachen. Obwohl all diese Kosten in US-Dollar bezahlt werden, bezahlen die Eltern das Schulgeld nach wie vor hauptsächlich in libanesischen Pfund, , die nahezu wertlos geworden sind. Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Eltern bei der Zahlung des Schulgeldes, und bezuschusst die Gehälter der Lehrer an 200 Schulen. Wie wirkt sich diese Unterstützung aus?

Ohne KIRCHE IN NOT wäre es uns unmöglich, weiterzumachen und all unsere Aufgaben zu bewältigen. Wir benötigen Ihre Hilfe, die für uns sehr wichtig ist, um all diese Herausforderungen bewältigen zu können.

Welche Botschaft möchten Sie den Wohltätern von KIRCHE IN NOT mitgeben?

Ich möchte jedem einzelnen Spender und jeder Spenderin danken, und sagen, dass es sehr schwierig – vielleicht unmöglich – ist, ohne diese Hilfe weiterzumachen.Wir zählen auf Ihre Hilfe bei unserer christlichen Mission, ohne die unsere Existenz aufs Spiel gesetzt würde. Sie, die Spender, erfüllen eine maßgebliche Aufgabe des Evangeliums.

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche im Libanon und sichern Sie das Überleben der christlichen Gemeinde mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nothilfe Libanon

In weiten Teilen Syriens ist die heiße Phase des Bürgerkrieges zwar vorbei, aber die Lage sei „schlimmer als während des Krieges, was die wirtschaftliche Situation und den Alltag der Menschen angeht.“ Darauf wies die syrische Ordensfrau Annie Demerjian in einem Interview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) hin. Schwester Annie gehört der Gemeinschaft der „Schwestern Jesu und Mariens“ an und ist eine langjährige Projektpartnerin von „Kirche in Not“. Zusammen mit ihren Mitschwestern betreut sie mehrere kirchliche Hilfseinrichtungen in Syrien und im benachbarten Libanon.

In einigen Landesteile seien auch im elften Jahr des Bürgerkriegs noch islamistische Milizen wie der „Islamische Staat“ oder Al-Nusra aktiv, so Schwester Annie. Dort würde nach wie vor gekämpft. In den anderen Landesteilen fielen zwar keine Bomben mehr, „aber das Leben ist nicht friedlich. Es gibt keinen geregelten Alltag, denn unser Volk kämpft jeden Tag ums Überleben“.

Schwester Annie (links) mit Frauen in der Nähwerkstaat von Maalula.

„Ich verstehe die Länder nicht, die Sanktionen verhängen“

Die Ordensfrau wies auf die desolate Lage der Infrastruktur hin: Viele Menschen hätten nur ein bis zwei Stunden am Tag Strom, die Wasserversorgung sei unterbrochen. Die Löhne könnten mit den enorm gestiegenen Preisen nicht mithalten: „Ein Familienvater in Aleppo verdient durchschnittlich umgerechnet um die 30 Euro. Allein die Miete beträgt aber 40 bis 50 Euro; in der Hauptstadt Damaskus sogar noch mehr. Wie soll das funktionieren?“ Viele Menschen seien der Situation überdrüssig; die Auswanderungswelle setze sich fort.

Scharf kritisierte die Ordensfrau die nach wie vor verhängten Sanktionen der EU und der US-Regierung gegen Syrien: „Sie treffen das einfache Volk und machen uns das Leben sehr schwer. Ich verstehe die Länder nicht, die von Menschenrechten reden und Sanktionen gegen das Leben der Menschen verhängen.“

Teilnehmer einer Konferenz junger christlicher Führungskräfte in Syrien.

„Ich weiß nicht, was ohne Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde“

Die Kirchen Syriens leisteten eine „großartige Arbeit“, um die schlimmsten Nöte zu lindern und weitere Auswanderungen zu stoppen, erklärte Schwester Annie: „Ich weiß nicht, was ohne die Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde, vor allem wenn wir an die Präsenz der Christen denken.“ Die Ordensfrau schätzt, dass im Vergleich mit der Zeit vor dem Krieg nur noch etwa ein Drittel der Christen in Syrien geblieben seien.

Das Engagement von Schwester Annies Gemeinschaft erstreckt sich deshalb auch auf den Libanon, wo sich nach wie vor viele syrische Flüchtlinge aufhalten. Im syrischen Aleppo konzentriert sich die Hilfe auf rund 300 mittellose Familien. Die Ordensfrauen leisten Beihilfen für die Miete und versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten. Diese seien nach wie vor ein besonders rares Gut, erzählt Schwester Annie: „Ich weiß von vielen Menschen, dass sie ihre Medikamente nur alle paar Tage einnehmen. Sie strecken sie, damit sie möglichst lang den Bedarf decken können.“

Medikamentenausgabe von KIRCHE IN NOT in Syrien.

Sorge für Traumatisierte, Arbeit und Bildung

Die Ordensfrauen bieten außerdem Musik- und Kunsttherapie für traumatisierte Kinder an: „Das Trauma, das unsere Kinder erlitten haben, ist sehr stark, besonders bei denen, die während des Krieges geboren wurden“, sagte Schwester Annie. Ein weiteres Augenmerk liege auf dem Bereich Arbeit und Bildung: Die Ordensfrauen unterstützen Studentinnen und die Förderung künftiger Führungskräfte, zum Beispiel mit Stipendien und Kleinkrediten. Es gibt auch spezielle Kurse zur Berufsförderung, an denen bislang etwa 400 Personen teilgenommen haben. In der Kleinstadt Maalula im Südwesten Syriens nahe der libanesischen Grenze hat die Gemeinschaft von Schwester Annie eine Nähwerkstatt aufgebaut, in der über 20 Frauen Arbeit und Lohn finden.

Das Geld für diese und weitere Projekte stammt unter anderem von „Kirche in Not“. Trotz der sehr schwierigen Situation sei die Hoffnung unter den syrischen Christen sehr lebendig, betont Schwester Annie: „Die Hoffnung ist immer da. Unser Glaube ist während des Krieges noch stärker geworden, weil die Barmherzigkeit und Vorsehung Gottes erlebt haben. Wir bekommen oft unverhofft Hilfe.“

Unterstützen Sie die Arbeit von Schwester Annie und den Einsatz der Kirche in Syrien für die notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Die Christen von Baghdeda (Karakosch) wissen aufgrund ihrer langen Erfahrung mit Verfolgung, dass die schlechten Zeiten zurückkehren könnten, aber sie glauben, dass „eine Kirche, die nicht verfolgt wird, eine Kirche ist, die Christus nicht trägt“.

Es ist ein schöner Tag in Baghdeda, und die Familien strömen in die Kirche St. Behnam und Sarah. Das Innere der Kirche ist makellos und die Kirchenbänke sind voll von Menschen, die gekommen sind, um an einer syrisch-katholischen Liturgie teilzunehmen.

Die Ruhe, die die Kirche umgibt, macht es schwer, sich vorzustellen, dass Baghdeda, oder Karakosch, wie es auf Arabisch heißt, erst vor acht Jahren vollständig von Terroristen des Islamischen Staates besetzt war, die altes und unschätzbares christliches Erbe zerstörten und die Kirche St. Behnam niederbrannten und dem Erdboden gleichmachten.

„Die Restaurierung der Kirche gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden viele Familien heute über eine Auswanderung nachdenken.“

Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt.

„Als ich die Stadt im Jahr 2016 zum ersten Mal besuchte, vier Tage nach ihrer Befreiung, sahen wir die totale Verwüstung. Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt. Ich war traurig. Diese Pfarrei war vor der Belagerung durch den IS sehr aktiv. Aber die Kirche steht wieder, wir konnten sie restaurieren“, sagt George Jahola, der aus Baghdeda gebürtig stammende Priester, während er auf noch sichtbare Zeichen der Zerstörung, wie den zu Boden gestürzten Glockenturm, zeigt.

In den letzten Jahren wurde die Kirche renoviert. Der Innenraum wurde vor kurzem fertiggestellt, und es konnte nun auch, mit finanzieller Unterstützung von KIRCHE IN NOT (international: ACN), mit den Außenarbeiten begonnen werden.

Die Einwohner von Karakosch warteten jedoch nicht erst auf den Wiederaufbau, um in dieser Kirche zu beten, als sie aus dem Exil in Kurdistan zurückkehrten. „Die Gemeinde war begeistert, dass sie zurückkehren und in dieser Kirche beten konnte. Wir wollten den Glauben stärken und vermitteln, dass die Kirche mehr als nur ein Gebäude ist, sondern die Seelen der Menschen, die in der Gemeinde leben. Nach zwei Jahren haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, die Kirche zu restaurieren, um den Menschen Hoffnung zu geben“, sagt George Jahola.

Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt.

Ein Symbol und ein Zeugnis

Hoffnung ist notwendig, auch jetzt nach der Befreiung der Stadt, wo viele immer noch versucht sind, in den Westen in Sicherheit zu gehen. „Die Wiederherstellung dieser Kirche ist ein Symbol des Widerstands, in diesem Land zu bleiben, Zeugnis abzulegen. Papst Franziskus hat uns vor etwas mehr als einem Jahr besucht und uns gebeten, in diesem Land Zeugnis abzulegen“, erinnert sich der Priester.

Der örtliche Pfarrer, Boutros Sheeto, bestätigt, dass die Restaurierung der Kirche zu einem sichtbaren Zeichen für den Kampf um den Erhalt des christlichen Glaubens im Irak geworden ist. „Die Restaurierung der Kirche gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden viele Familien heute über eine Auswanderung nachdenken.“

Die Tatsache, dass viele Christen beschlossen haben zu bleiben, bedeutet nicht, dass sie keine Angst vor der Wiederkehr der Verfolgung haben. Vielmehr sehen viele sie als Teil ihres Glaubens. „Seit ihren Anfängen bis heute ist die Kirche verfolgt worden. Eine Kirche, die nicht verfolgt wird, ist eine Kirche, die Christus nicht trägt, denn Jesus wurde gekreuzigt und hat während seines Lebens und seiner Mission gelitten. Wenn Jesus gelitten hat, gestorben ist, begraben wurde und auferstanden ist, müssen wir mit Jesus leiden und mit der Kirche leiden, damit wir die Auferstehung leben und Zeugen des Evangeliums der Freude und der Hoffnung in der Welt sein können“, fügt Pfarrer Boutros hinzu.

„Wir danken KIRCHE IN NOT für ihre Hilfe um den Wiederaufbau der Kirche. Wir danken ihr von ganzem Herzen und allen Wohltätern für ihre Unterstützung“, sagt Semoon Beto Shabo, der Kustos der Kirche.

Leben wiederherstellen

Heute jedoch, da in der wunderschön restaurierten Kirche St. Benham und Sarah wieder alte syrische Hymnen erklingen und Freiwillige Essen und Getränke an die Gemeindemitglieder verteilen, die nach draußen kommen, um sich zu unterhalten, ist ein Tag des Feierns und der Dankbarkeit gegenüber Gott und denjenigen, die die Restaurierung ermöglicht haben.

„Wir danken KIRCHE IN NOT für ihre Hilfe um den Wiederaufbau der Kirche. Wir danken ihr von ganzem Herzen und allen Wohltätern für ihre Unterstützung“, sagt Semoon Beto Shabo, der Kustos der Kirche.

KIRCHE IN NOT ist sehr engagiert bei der Wiederherstellung des christlichen Erbes und der christlichen Infrastruktur im Irak, insbesondere seit den schrecklichen Verfolgungen durch den IS, die Hunderttausende zur Flucht nach Kurdistan gezwungen haben. Das katholische Hilfswerk hat sich zunächst auf den Wiederaufbau von Häusern in christlichen Städten und Dörfern konzentriert und dann bei der Restaurierung und dem Bau von Schulen, Kirchen und anderen wichtigen Einrichtungen geholfen, um die christliche Präsenz in der Region zu erhalten.

Um den notleidenden  Christen im Irak weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Kardinal Rai hat im Gespräch mit KIRCHE IN NOT eine „internationale Sonderkonferenz unter Leitung der Vereinten Nationen“ für den Libanon gefordert. Die Politiker des Landes seien nicht in der Lage, die wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen. Der Libanon befinde sich in einer politischen Sackgasse, sagte Patriarch Rai. Die Probleme lägen in der politischen Machtstruktur, in der sich die einzelnen Kräfte gegenseitig blockierten.

Deshalb setzt der Kardinal Hoffnung auf die internationale Gemeinschaft. Dies liege auch in deren Eigeninteresse, da der Libanon eine „Ausnahme im Nahen Osten“ sei, so Patriarch Rai. Während in vielen Ländern der Weltregion autoritäre Regierungen ohne Gewaltenteilung herrschten und der Islam die dominierende Kraft sei, gebe es im Libanon „eine Aufteilung der Macht. Es gibt keine Staatsreligion, keine muslimische Dominanz und die Verantwortlichen haben die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet.“

Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT (links), und der maronitische Patriarch Bechara Boutros Kardinal Rai im Gespräch.

Abwanderung von Christen hat politische wie religiöse Dimension

Das maronitische Oberhaupt hatte den Geschäftsführenden Präsidenten von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, zu einem Gespräch in Dimane im Nordlibanon empfangen. Das Hilfswerk hat seine Unterstützung angesichts der aktuellen Finanzkrise mit Teuerungsraten von mehr als 600 Prozent noch weiter verstärkt. Erst kürzlich hat KIRCHE IN NOT ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, damit 200 christliche Schulen nach den Sommerferien wieder ihren Betrieb aufnehmen konnten. Patriarch Rai betonte die hohe Bedeutung der Bildungseinrichtungen. Dort würden Christen und Muslime gemeinsam unterrichtet, was die Toleranz fördere. Schulen, Universitäten und auch Krankenhäuser seien „Werkzeuge der Botschaft der Kirche“ im Libanon. „Diese Einrichtungen sind in den meisten arabischen Ländern zu großen Teilen verloren gegangen, weil sie verstaatlicht wurden.“

Laut KIRCHE IN NOT-Präsident Heine-Geldern befinde sich der Libanon „in einer sehr schlechten, aber nicht hoffnungslosen Lage. Es gibt immer noch Hoffnung, wenn die Menschen sich zusammensetzen und sich auf eine Person einigen, die nun die Regierungsverantwortung übernimmt.“

Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT solle es den Christen ermöglichen, im Libanon zu bleiben. Dies habe eine religiöse wie politische Bedeutung: „Wenn weiterhin viele Christen das Land verlassen, hört der Libanon auf, ein christlich geprägtes Land im Nahen Osten zu sein. Die anderen politischen und religiösen Gruppen werden es dann nicht länger akzeptieren, Christen politische Macht zu überlassen, wenn diese eine Minderheit sind“, sagte Heine-Geldern.

Eine Ordensfrau mit Schülern einer kirchlichen Schule in Beit Habbak (Libanon).

Machtvakuum befürchtet

Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Parlamentswahlen im Mai haben den Einfluss der islamistischen Hisbollah geschwächt. Dennoch war es bislang nicht möglich, eine Regierung zu bilden. Auch die Amtszeit des libanesischen Präsidenten Michel Aoun läuft am 31. Oktober ab. Er hat angekündigt, notfalls darüber hinaus im Amt zu bleiben, wenn bis dahin keine funktionsfähige Regierung bestehe.

Im Libanon herrscht ein strenger Proporz, um die verschiedenen religiösen Gruppen zu berücksichtigen: Der Staatspräsident muss maronitischer Christ sein, Ministerpräsident wird ein sunnitischer Moslem. Die Parlamentssitze werden etwa je zur Hälfte von Christen oder Muslimen besetzt. Auch alle anderen Ämter sind streng nach religiösen Gruppen und Konfessionen aufgeteilt.

Diese Ämterverteilung garantierte in den vergangenen Jahren einerseits relative Stabilität, war jedoch immer wieder Anlass teils blutiger Auseinandersetzungen. Mit der Abwanderung zahlreicher Christen infolge der jüngsten Krise und dem Erstarken radikaler Gruppen sehen viele Beobachter dieses religiös-politische System vor dem Aus. Christen stellen Schätzungen zufolge aktuell maximal noch 40 Prozent der Bevölkerung des Libanon; größte christliche Gemeinschaft sind die Maroniten.

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Dank Eurer Hilfe konnten kürzlich in Ramnagar, der ältesten Missionsstation der Diözese Bettiah, eine neue Kapelle und ein Pfarrhaus eingeweiht werden. 28.400 Euro haben unsere Wohltäter dafür gespendet. Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet. Anschließend schnitt der Bischof das Band durch, um auch das Pfarrhaus zu eröffnen, und segnete das neue Gebäude mit Weihwasser.
Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet.
Die alte Kapelle und die Priesterwohnung waren schon über 100 Jahre alt gewesen und waren aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet worden. Ratten und Termiten hatten die Bausubstanz stark beschädigt. Wasser drang ein, und das Dach drohte einzustürzen. Es wurde gefährlich, sich zu den Gottesdiensten zu versammeln, und die vielen Gläubigen passten nicht in die Kapelle.  In der Pfarrwohnung gab es zudem nicht einmal Sanitäranlagen. Außerdem gab es auch dort viel zu wenig Platz. Das Pfarrbüro befand sich auf der Veranda! Dank Eurer Hilfe gibt es nun außer den Wohnräumen für die Priester auch ein Gästezimmer, ein Büro, sanitäre Anlagen, Strom und eine Küche mit Lagerraum. So kann endlich daran gedacht werden, dass sogar noch ein weiterer Priester in die Pfarre kommt, um die Gläubigen zu betreuen, denn die Gemeinde soll sich weiterentwickeln.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas und Pfarrer Pascal Anand. Wir geben diesen Dank gern an Euch weiter und schließen uns an.

KIRCHE IN NOT (international: ACN) unterstützt die Kirche in Pakistan bei ihrem Einsatz für die Flutopfer. Die schlimmsten Monsun-Überschwemmungen seit 30 Jahren hatten in den letzten Wochen große Teile des Landes verwüstet. Sechs Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, offiziell wurden bereits über 1.500 Todesopfer gemeldet. Die Soforthilfe fließt in die besonders stark von der Katastrophe betroffene Provinz Sindh mit den Diözesen Hyderabad und Karatschi.

Aus der Diözese Hyderabad berichtete Bischof Samson Shukardin dem Hilfswerk, dass alle 19 Pfarren in den 22 Bezirken der Provinz Sindh von der Flut schwer betroffen seien. „Tausende von Familien sind von den Fluten umgeben, und Tausende Menschen sitzen am Straßenrand unter menschenunwürdigen Bedingungen“, beschrieb der Bischof die Lage. „Sie verfügen über keine Lebensmittel, kein sauberes Trinkwasser, keine Unterkünfte, keine Latrinen und keine Gesundheitseinrichtungen. Der Verzehr von verunreinigtem Wasser führt zu Krankheiten, und die Mückenplage verbreitet verschiedene Hautkrankheiten und Malaria in den von den jüngsten Überschwemmungen betroffenen Gemeinden.“

Viele Familien hätten Zuflucht in den Kirchen gesucht, da ihre Häuser vom Regenwasser überflutet worden waren; aber auch viele Kirchen seien überschwemmt und durch das Wasser schwer beschädigt worden.

Die Kirche hilft Flutopfern in der Region Sindh.

Soforthilfe für über 5.000 Familien

Mit der Soforthilfe von KIRCHE IN NOT werden in der Diözese Hyderabad als Reaktion auf diese Katastrophe Lebensmittelpakete für einen Monat gekauft, bedürftige Familien erhalten Bargeldzuschüsse, mobile Gesundheitsstationen und Notunterkünfte werden aufgebaut und Hygieneartikel wie Moskitonetze und Mückenschutzmittel besorgt. Zudem werden vom Wasser beschädigte Kirchengebäude renoviert, um die vom Wasser aus ihren Häusern vertriebenen Menschen aufnehmen zu können. Insgesamt kommt die Soforthilfe über 5.000 Familien zugute.

Weitere Hilfen sendet KIRCHE IN NOT in die Diözese Karatschi. Dort finanziert die Diözese Lebensmittelpakete und Küchensets mit Grundnahrungsmitteln sowie Koch- und Reinigungsartikel für Familien, deren Häuser zerstört oder unbewohnbar geworden sind.

Der Erzbischof von Karatschi, Benny Travis, beschrieb die Lage in seiner Diözese in einer Nachricht an KIRCHE IN NOT: „Die Menschen leben unter freiem Himmel, ihre Häuser sind beschädigt; die Überschwemmungen haben Straßenverbindungen unterbrochen, die Versorgungsketten für Waren sind stark gestört; die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten steht aufgrund des stehenden Wassers und der vorhergesagten weiteren Regenfälle unmittelbar bevor.“

Papst Franziskus hatte die internationale Gemeinschaft zu einer raschen Reaktion auf die Situation in Pakistan aufgerufen und der Bevölkerung seine Solidarität und seine Gebete zugesichert. Als päpstliche Stiftung folgt „Kirche in Not“ diesem Aufruf.

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Mit einem 2,28 Millionen Dollar schweren Hilfspaket ermöglicht das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (international: ACN) den Schulbeginn in fast 200 libanesischen Schulen. Von der Unterstützung profitieren nach Angaben des Hilfswerks an die 30 000 Schüler und mehr als 6 000 Lehrer.

Aufgrund einer schweren Wirtschaftskrise wären viele Schulen im Libanon aus eigener Kraft nicht in der Lage gewesen, den Unterricht nach den Sommerferien wieder aufzunehmen. Bereits im vergangenen Schuljahr habe nach Informationen von „Kirche in Not“ jedes zehnte Kind den Schulbesuch abbrechen müssen, da seine Eltern die finanziellen Mittel nicht mehr hätten aufbringen können oder ausgewandert seien.

Die Unterstützung der Schulen ist eine wichtige Antwort auf die Krise.

Vielen Eltern ist es unmöglich, die Schulgebühren zu zahlen

Man sei davon überzeugt, dass der Fortbestand der christlichen Bevölkerung im Libanon davon abhänge, ob die Schulen geöffnet bleiben können, erklärte der Generalsekretär von „Kirche in Not“ (ACN), Philipp Ozores. „Die Unterstützung der Schulen ist eine wichtige Antwort auf die Krise, von der die libanesischen Christen heimgesucht werden“, sagte er. „In diesem Land findet der Religionsunterricht hauptsächlich in katholischen Schulen statt und nicht in Pfarren. Wenn katholische Schulen und Lehrer aus Mangel an finanziellen Mitteln zu verschwinden beginnen, wird sich das demografische Gleichgewicht schnell verändern.“

Insgesamt besuchen im Libanon nach Angaben des Hilfswerks derzeit 185 000 christliche und muslimische Schüler im Alter zwischen sechs und 18 Jahren rund 250 katholische Schulen.

Der finanzielle Zusammenbruch des Landes habe es vielen Eltern unmöglich gemacht, die Schulgebühren zu zahlen. Auch halböffentliche Schulen befinden sich in großer Not, denn obwohl sie Anspruch auf staatliche Subventionen haben, hat der libanesische Staat in den letzten vier Jahren die Kosten nicht übernommen.

Kinder in einer von Ordensfrauen geleiteten Katholischen Schule im Libanon.

Rund 30 000 Schüler und mehr als 6 000 Lehrer profitieren von der Hilfe

„Viele Schulen sind bankrott, sie können es sich nicht leisten, Lehrer zu bezahlen, und kämpfen darum, die Mittel zu finden, um sich selbst zu erhalten. Das große Risiko besteht darin, dass katholische Schulen geschlossen werden müssen, was auch eine langfristige Katastrophe für das Zusammenleben der Religionen wäre, da diese Institutionen eine wichtige Rolle in den Beziehungen zwischen Christen und Muslimen im Libanon spielen“, erklärte Ozores.

Ein weiteres Problem für viele Schulen sei die Stromversorgung, die bereits seit Jahrzehnten instabil ist. Libanesische Schulen seien bei Ausfällen auf Generatoren angewiesen, was bereits vor der Finanzkrise große Kosten verursacht habe.

Die nun freigegebenen 2,28 Millionen US-Dollar kommen Projekten zugute, die Stipendien für Lehrer auszahlen, Hilfe für Familien mit Schülern gewähren, katholische Religionslehrer an öffentlichen Schulen unterstützen, für die Installation von Sonnenkollektoren an katholischen Schulen sorgen und Schulmaterialien für Schüler an 89 Schulen finanzieren.

„Bis 2020 diente der größte Teil der finanziellen Hilfe von „Kirche in Not“ (ACN) für den Libanon dazu, syrische Flüchtlinge unterstützen, aber jetzt sind es libanesische Christen, die unsere Hilfe brauchen“, fasst Ozores die Situation zusammen.

Eine Missionsschwester vom Allerheiligsten Sakrament mit Schulkindern.
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Dinajpur ist eine der ärmsten der acht Diözesen in Bangladesch. Katholiken bilden wie überall in dem mehrheitlich muslimischen Land nur eine winzige Minderheit an der Bevölkerung. Die meisten Gläubigen gehören ethnischen Minderheiten an. Sie sind doppelt benachteiligt: wegen ihres christlichen Glaubens und wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Sie werden diskriminiert und sind oft sogar tätlichen Übergriffen ausgesetzt. Nur die Kirche kümmert sich um sie und verhilft ihnen zu einem Leben in Würde. Und der Glaube ist den Menschen sehr wichtig. Sie nehmen aktiv Teil am Leben der Kirche.
Bischof Sebastian Tudu weihte das Pfarrhaus unter großer Beteiligung von Priestern, Schwestern und Gläubigen ein. Es war ein großes Fest, und es herrschte große Freude.

Die Christ-Königs-Pfarre von Nijpara soll bald geteilt werden. Ihrer Unterpfarre mit Sitz in Singra gehören zwanzig Dörfer an. Bald soll sie zu einer eigenständigen Pfarre erhoben werden, in der zwei oder drei Priester die Gläubigen betreuen. Aber es gab ein großes Problem: Es gab kein geeignetes Haus, in dem die Priester wohnen können und in dem Platz für weitere für die Arbeit der Pfarre notwendige Räumlichkeiten wäre, so beispielsweise das Büro und Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 30.000 Euro gespendet haben, konnte ein solches Pfarrhaus errichtet werden. Bischof Sebastian Tudu weihte es an Ostern unter großer Beteiligung von Priestern, Schwestern und Gläubigen ein. Es war ein großes Fest, und es herrschte große Freude. Pfarrer Peter Soreng schreibt uns: „Es ist großartig, dass die Gemeinde nun die Möglichkeit hat, von diesem Zentrum aus geistlich betreut zu werden. Die Gemeinde der Gläubigen ist Ihnen dankbar und betet für Sie alle.“

Entführungen und Zwangskonvertierungen von Minderjährigen, die der christlichen Gemeinschaft und anderen religiösen Minderheiten in Pakistan angehören, seien laut Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore, ein ernstes Problem, das die Welt nicht ignorieren dürfe. Bei einer Portugal-Reise erklärte der pakistanische Geistliche, dies sei nicht nur eine religiöse Angelegenheit, sondern auch eine Frage der Menschenrechte.

Anlässlich eines vom portugiesischen Büro von KIRCHE IN NOT (ACN) organisierten Gebetstages im Christkönigsheiligtum der Diözese Setúbal rief Erzbischof Shaw dazu auf, diese Fälle bekanntzumachen, die so viele Familien in Pakistan betreffen.

Nicht nur Mädchen werden entführt, manchmal betrifft es auch Buben. „Wir haben die Pflicht, über diese Geschehnisse zu sprechen, um diese Fälle zu verhindern“, sagte Erzbischof Shaw.

Kinder verschwinden auf dem Schulweg

„Wir haben die Pflicht, über diese Geschehnisse zu sprechen, um diese Fälle zu verhindern“, sagte der Erzbischof. Er fügte hinzu, dass „die Fälle von Entführungen, sexuellen Übergriffen, Zwangskonvertierungen und -verheiratung ein Problem in der pakistanischen Gesellschaft sind, das die Regierung zu kontrollieren versucht“.

Anders als man meinen könnte, seien davon nicht nur Mädchen betroffen. „Manchmal werden auch Jungen entführt, sexuell missbraucht und oft hinterher getötet“, erklärte Erzbischof Shaw.

„Stellen Sie sich die Lage der Eltern vor, die die Schulranzen ihrer Kinder vorbereiten, sie in die Schule schicken und sie dann nie wieder sehen, weil sie entführt wurden. Manchmal werden ihre Leichen gefunden, und sie können die Beerdigung abhalten und trauern. Aber in anderen Fällen bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als über das Verschwinden ihrer Kinder zu weinen.“

Erzbischof Sebastian Shaw.
Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore.

Auf die Lage aufmerksam machen, um die Zahl der Entführungen zu verringern

Die Entführung von Minderjährigen wurde in einem von KIRCHE IN NOT erstellten Forschungsbericht mit dem Titel „Hear their cries“ („Höre ihre Schreie“) thematisiert. Pakistan ist neben Mosambik, Nigeria, Ägypten, Irak und Syrien eines der Länder, in denen das Problem am größten ist.

Erzbischof Shaw dankte KIRCHE IN NOT für die Unterstützung, die es nicht nur seiner Diözese, sondern der gesamten Kirche in Pakistan gewährt hat. Er bat um weitere Hilfe bei der Aufklärung über diese Fälle, die jedes Jahr Hunderte von Menschen betreffen. „Pakistan ist ein sehr großes Land. Wenn wir von einem Problem in einem Gebiet sprechen, heißt das nicht, dass es überall auftritt. Dennoch sind diese öffentlichen Aufklärungsveranstaltungen ein wichtiger Teil der Bemühungen, die Zahl der Fälle zu verringern.“

Mit seinem Zeugnis hofft Erzbischof Shaw, mehr Menschen auf eine Wirklichkeit aufmerksam zu machen, die von der Welt so oft ignoriert wird, die aber für viele Familien in diesen Ländern wirklich dramatisch ist. „Diese Kinder können nicht einmal im Garten spielen. Wir haben die Pflicht, über diese Fälle zu sprechen, um sie zu verhindern“, sagte er.

Die 14jährige Maira Shahbaz war eines von vielen Opfern.

Dialog und Religionsfreiheit in Pakistan

Laut dem letzten Bericht über Religionsfreiheit, den KIRCHE IN NOT im April 2021 veröffentlichte, hat sich „das Problem der Entführung von christlichen und hinduistischen Mädchen in den letzten Jahren verschärft“.

„Asad Iqbal Butt, Vorsitzender der pakistanischen Menschenrechtskommission, hat darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der Opfer seit 2018 auf 2000 Personen pro Jahr verdoppelt habe. Die Entführer würden oft von korrupten Polizisten und Gerichtsbeamten gedeckt und behaupteten, dass die Mädchen über 18 Jahre alt seien und aus freiem Willen geheiratet hätten“, heißt es in dem Bericht.

Die Lage ist ernst. Lauf dem KIRCHE IN NOT-Bericht „brachten Eltern zahlreiche Fälle zur Anzeige. Trotz Altersnachweisen mit Ausweispapieren der Mädchen scheiteten jedoch etliche Versuche seitens der Eltern, Zwangsverheiratungen und -konvertierungen zu verhindern.“

Erzbischof Sebastian Shaw sagt, dass in seiner Diözese viele dieser Probleme durch die Arbeit einer interreligiösen Gruppe angegangen würden. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir versuchen, diese sozialen Probleme zu lösen. Es gibt Missverständnisse, die durch Dialog überwunden werden können“, erklärte er.

Um den notleidenden  und verfolgten Christen in Pakistan weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Pakistan

Die Diözese Kohima liegt im Bundesstaat Nagaland im armen und unterentwickelten Nordosten Indiens. Dort leben verschiedene Volksgruppen, die jeweils eine eigene Sprache sprechen. Die meisten leben von der Landwirtschaft, viele sind arbeitslos, und in den abgelegenen Dörfern kann die Mehrheit nicht lesen und schreiben. Aber der soziale Zusammenhalt ist in den Dörfern noch stark ausgeprägt.

Der katholische Glaube kam erst 1948 mit einigen Ordensfrauen auf das Gebiet der heutigen Diözese Kohima. Anfangs stießen sie auf großen Widerstand, und Menschen, die den katholischen Glauben annahmen, wurden sogar hart bestraft. Heute gehören 61.000 Gläubige, über 200 Diözesan- und Ordenspriester sowie 425 Ordensfrauen der Diözese an, die inzwischen 54 Pfarren hat. Und es gibt viele lokale Berufungen: 250 Schwestern und 58 Priester entstammen einheimischen Volksgruppen.

Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen.

Bischof James Thoppil liegt vor allem die religiöse Bildung der Laien am Herzen, und er sah großen Bedarf an der Ausbildung von Katecheten, Kursen für Ehevorbereitung und Ehepaare, einer verstärkten Arbeit mit Frauen, Kindern und Jugendlichen und vielem mehr. Dazu fehlte aber ein Ausbildungszentrum. Da der Bau eines neuen Zentrums unerschwinglich war, beschloss der Bischof, das ehemalige Kleine Seminar, das inzwischen an einen anderen Ort umgezogen war, in ein diözesanes Pastoralzentrum umzufunktionieren. Aber das alte Gebäude war stark renovierungsbedürftig, und die Holzelemente waren im Laufe der Zeit von Termiten angefressen worden. Es gab viel zu tun.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 20.900 Euro gespendet hatten, konnte die Renovierung in Angriff genommen werden. Einfach war das nicht, denn die Pandemie machte den Plänen zunächst einen Strich durch die Rechnung. Die Arbeiter, die aus verschiedenen Landesteilen stammten, mussten zu Beginn der Pandemie nach Hause zurückkehren. Es folgten mehrere weitere Lockdowns und viele Einschränkungen durch die Regierung. Es war auch nicht einfach, die Arbeiter später wieder zurückzubekommen. Dazu kamen die Preissteigerungen und die Inflation infolge der Pandemie. Aber langsam, aber sicher wurden die Arbeiten mit der Hilfe von Leuten aus dem Dorf angepackt.

Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!
Ende März 2022 war es endlich soweit: Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen. Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!
Die 60-jährige Georgette lebt in einer bescheidenen Wohnung im Beiruter Stadtteil Aschrafiyya (Achrafieh), dem mehrheitlich von Christen bewohnten Viertel der libanesischen Hauptstadt. Der Hafen ist etwa 20 Minuten zu Fuß entfernt – viel zu nah, um den Auswirkungen der gigantischen Explosion zu entkommen, die vor zwei Jahren Beirut in die Katastrophe stürzte. Es ist der 4. August 2020, 18:07 Uhr Ortszeit, als über 2700 Tonnen Ammoniumnitrat in einer Lagerhalle in die Luft gehen. Mehr als 200 Menschen kommen ums Leben, 6500 werden verletzt, hunderttausende verlieren ihre Wohnung. Besonders stark ist auch das christliche Viertel betroffen.
Die 60-jährige Georgette wurde von der Druckwelle quer durch den Raum geschleudert.

Von der Detonation quer durch die Wohnung geschleudert

Georgette erinnert sich im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT: „Ich war gerade am Telefon, als ich die erste Explosion hörte. Die Gegenstände und Möbel in meiner Wohnung wackelten“. Dann kam die zweite, viel verheerendere Detonation: Die Fenster ihrer Wohnung barsten, Georgette wurde von der Druckwelle quer durch den Raum geschleudert; sie brach sich dabei alle Zähne im Unterkiefer. „Ich dachte zuerst, es sei ein Erdbeben. Ich war sicher, dass ich jetzt sterben würde. Ich fing an zu beten.“

Als der erste Schock vorüber war, geriet sie in Panik um ihren Sohn: Er arbeitete in einem Laden ganz in der Nähe des Hafens. Das Geschäftsgebäude wurde komplett zerstört, aber ihr Sohn überlebte wie durch ein Wunder.

Die Explosion im Hafen von Beirut war der Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Tragödien, die den Libanon seit Jahren erschüttern: Eine Finanzkrise hatte den Wert des libanesischen Pfunds ins Bodenlose fallen lassen. Eine Wirtschaftskrise hatte viele Menschen arbeitslos und arm gemacht. Ein Politkrise hatte die hohe Korruption im Land aufgedeckt und zu Massenprotesten geführt. Hinzu kam die Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen, die den Tourismus einbrechen ließ und zu weiteren Unternehmenspleiten führte.

Lebensmittelhilfe für bedürftige Familien in Beirut. Die Wirtschaftskrise hatte viele Menschen arbeitslos und arm gemacht.

20 Euro im Monat zum Überleben

Die Folgen spürt Georgette unmittelbar: Sie ist geschieden, eine Tochter lebt jetzt wieder bei ihr. Eigentlich sollte sich die 60-jährige auf den Ruhestand freuen, stattdessen hat sie nach einem neuen Job gesucht. Das war nicht leicht, aber sie hat schließlich eine Stelle als Kaffeeverkäuferin gefunden. Ihr karger Verdienst reicht nicht für die Miete, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Meistens muss sie mit umgerechnet 20 Euro im Monat für Lebensmittel auskommen. „Die Situation treibt einem die Tränen in die Augen“, bekennt Georgette. Überleben könne sie nur, weilandere Menschen ihr unter die Arme greifen: „Manchmal stundet der Wohnungseigentümer mir die Miete. Irgendjemand hilft immer, ich weiß oft gar nicht, woher die Hilfe kommt.“

Nach der Explosion vor zwei Jahren gingen freiwillige Helfer der Universitätsseelsorge von Tür zu Tür, um herauszufinden, was die Menschen am dringendsten brauchen. Auch heute noch gibt es diese Hausbesuche. Der Einsatz wird von „Kirche in Not“ unterstützt. So begegnete Georgette Schwester Raymunda, die zu einem persönlichen Schutzengel für sie wurde. Sie half Georgette einen Zahnarzt zu finden, der ihre abgebrochenen Zähne kostenlos reparierte. Alle zwei Monate bekommt sie ein Lebensmittelpaket für sich und ihre Tochter. Wenn das aus ist, gebe es oft nur Brot und Olivenöl, erzählt Georgette. Fleisch komme schon lange nicht mehr auf den Tisch.

Diese Familie ist im Libanon geblieben. Es bleiben die älteren Menschen und die, die sich nicht einmal das Auswandern leisten können.

KIRCHE IN NOT hat Unterstützung für Libanon versechsfacht

Georgette ist nur eine von vielen verarmten Mitgliedern der christlichen Gemeinde im Libanon, die einst die größte im Nahen Osten war. Doch viele Menschen sind längst in Ausland gegangen. Zurück bleiben häufig die älteren Menschen und die, die sich nicht einmal das Auswandern leisten können. KIRCHE IN NOT steht den Christen im Libanon seit Jahrzehnten bei, hat aber in der jüngsten Krisensituation die Mittel um das Sechsfache erhöht. Allein 2021 leistete KIRCHE IN NOT über 5,5 Millionen Euro an Nothilfe für die Arbeit der Kirche im Libanon.

Trotz aller Not will Georgette nicht aufgeben: „Ich bin stark. Selbst wenn ich krank werde, bleibe ich immer auf den Beinen. Ich will keine Schwäche zeigen.“ Irgendwann werde es auch wieder besser werden, ist sie überzeugt: „Ohne Hoffnung gibt es kein Leben.“

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon

Das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) kündigt eine Sonderhilfe für Ordensschwestern und Priester in Sri Lanka an, die unter einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise leiden.

„Die wirtschaftliche Lage im Land ist sehr ernst. Es gibt viele arme Menschen, die weder Lebensmittel noch Medikamente haben. Die Warteschlangen sind riesig, kilometerlang; Menschen stehen Schlange, um Treibstoff, Benzin, Milchpulver, Zucker, Reis, Medikamente zu kaufen…. Zahlreiche Menschen sind in den Warteschlangen gestorben, während sie etwas kaufen wollten. Es gibt Kinder, die wegen fehlender Aufsicht in ihren Häusern ums Leben gekommen sind, weil ihre Eltern so lange abwesend waren“, so beschreibt Msgr. Valence Mendis, Bischof von Kandy und apostolischer Administrator von Chilaw, die schreckliche Situation, unter der die Bevölkerung leidet.

Die lokale Kirche kämpft selbst ums Überleben. Auch die Priester und Ordensleute sind von der Krise stark betroffen.

Die Kirche selbst kämpft ums Überleben

Die lokale Kirche ist nicht in der Lage, ihre eigenen Grundbedürfnisse zu befriedigen, aber hat keine Mittel, um das Leid derer zu lindern, die um Hilfe bitten. „Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und die Preise sind in astronomische Höhen gestiegen. Die Menschen sind nicht in der Lage ihren täglichen Bedarf zu decken. Auch unsere Priester und Ordensleute sind von der Krise stark betroffen. Daher wäre ich dankbar, wenn ich in dieser kritischen Zeit Messstipendien für Priester und finanzielle Unterstützung für Ordensleute erhalten könnte“, schreibt Msgr. Mendis an KIRCHE IN NOT. „Wir brauchen Ihr Gebet“, bittet er.

Dies ist eine der vielen Anfragen, die das Hilfswerk aus dem asiatischen Land erhalten hat. Als unmittelbare Reaktion wird KIRCHE IN NOT insgesamt 19 Projekte unterstützen, um Priestern mit Messstipendien und Ordensschwestern und Katecheten mit Nothilfeprogrammen zu helfen.

Der Gesamtbetrag der Unterstützung beläuft sich auf 465.365 €. Während der Pandemie hat KIRCHE IN NOT bereits die Kirche im Sri Lanka mit einem ähnlichen Notprogramm für die Diözesen unterstutzt.

Msgr. Valence Mendis, Bischof von Kandy und apostolischer Administrator von Chilaw

Chaotische Zustände im Land

Papst Franziskus bat während des Angelusgebets am Sonntag, den 10. Juli, darum, den Schmerz des sri-lankischen Volkes zu hören. Der Heilige Vater versicherte die Menschen in Sri Lanka seiner Nähe in ihrem Leid  und rief dazu auf, den Schrei der Armen nicht zu ignorieren und für den Frieden im Land zu beten.

Sri Lanka befindet sich in einer schweren Finanzkrise, die durch korrupte politische und wirtschaftliche Praktiken verursacht wurde, die die Auslandsverschuldung des Landes in die Höhe getrieben haben, sowie durch eine enorme Inflation und willkürliche Vorschriften, die in den letzten zwei Jahren die Ernte und die Erträge des Landes geschmälert haben. Dazu kamen die Folgen der Corona-Pandemie, durch die die Einnahmen aus dem Tourismus wegfielen.  Die Finanzkrise hat zu politischem Chaos und landesweiten Massenprotesten geführt, die den Rücktritt von Präsident Gotabaya Rajapaska gefordert haben. Am Freitag, den 15. Juli, trat Rajapaska in Singapur zurück, wohin er nach seiner Flucht auf die Malediven gekommen war.

Um der notleidenden Kirche in Sri Lanka helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Sri Lanka

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