


In den letzten Jahren haben sich Kinder aus über 130 Ländern an der Rosenkranzaktion beteiligt, so zum Beispiel aus Syrien, Irak, Mexiko, Armenien, Papua-Neuguinea oder der Demokratischen Republik Kongo. Über eine halbe Million Kinder nahmen in den letzten Jahren teil. Beten Sie auch mit uns! Über die internationale Website https://acninternational.org/millionchildrenpraying/de/ können Sie sich und Ihre Kinder anmelden (ab dem 7. September möglich). Dort finden Sie dann auch den aktuellen Stand der Teilnehmer und auf der Teilnehmer-Landkarte können Sie sehen, in welchen Ländern wie viele Teilnehmer mitmachen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, einige nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

oder über unseren Shop … hier anfordern.
Zwei Monate nachdem ein Erdbeben die Pfarrkirche unbenutzbar gemacht hatte, wurden 62 Jugendliche aus einer kleinen Berggemeinde in Venezuela unter freiem Himmel gefirmt.
Bischof Pablo Modesto González Pérez von La Guaira stand der Feier auf dem Platz vor der Kirche Unsere Liebe Frau von Candelaria in Tarmas vor. Neben der geschlossenen Kirche stand der Altar. Die Gläubigen begleiteten die Firmlinge auf dem Platz und der angrenzenden Straße. Andere verfolgten die Feier von ihren Haustüren aus.
Die Firmung fand in einer Gemeinde statt, die weiterhin unter den Folgen des Doppelerdbebens vom 24. Juni leidet. Die historische Kirche aus dem 18. Jahrhundert hat ihr Dach verloren und ist seither unbenutzbar.

Pater Daniel Acosta, Pfarrer von Tarmas, erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN): „Trotz der schwierigen Umstände und der sengenden Sonne kamen die Jugendlichen und ihre Familien in einer Atmosphäre des Gebets, der Freude und der Hoffnung zusammen.“ Er fügte hinzu: „In den bewegendsten Momenten der Feier war die tiefe spirituelle Verbundenheit und das erneuerte Bekenntnis der Firmlinge zu ihrem Glauben spürbar.“
„Als Pfarrer bin ich dankbar, dass dieses wichtige Sakrament gefeiert werden konnte. Ich vertraue darauf, dass der Glaube unserer Gemeinde trotz der Herausforderungen weiter wachsen und in Christus Jesus gestärkt werden wird“, erklärte er.
Für den Priester war dieser Tag weit mehr als eine praktische Lösung angesichts der Unmöglichkeit, die Kirche zu betreten. „Obwohl von Widrigkeiten geprägt, wurde die Feier zu einem Erlebnis der Einheit und Stärke, das das Gemeinschaftsgefühl und die gegenseitige Unterstützung stärkte.“

Die Feier war ein konkretes Zeichen der Kontinuität für eine Pfarre, die trotz des Verlustes ihres Gotteshauses Familien weiterhin begleitet, die Angehörige, Wohnraum oder ihre Existenzgrundlage verloren haben.
Als eine Delegation von KIRCHE IN NOT zwei Wochen nach dem Erdbeben die kleine Ortschaft Tarmas besuchte, berichteten Luis und Alejandro, zwei der Messdiener, dass sie nach der Messe die Menschen verabschiedet hatten. Gerade als sie die Kirchentüren schließen wollten, begann das Beben und das Dach der Kirche stürzte ein.
Das mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT errichtete Pfarrhaus und Gemeindezentrum blieb dagegen stehen. Von dort aus kümmerte sich Pfarrer Acosta weiterhin um seine Gemeindemitglieder. Der Priester erklärte damals gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Begleitung der Bevölkerung auch bedeute, sich dem eigenen Schmerz zu stellen: „Am Morgen füllen wir uns mit der Kraft des Herrn, mit dem Geist Gottes, um unseren Gemeinden besser dienen zu können. Doch wenn die Nacht hereinbricht, wird das Herz schwer, und da wir Menschen sind, fließen die Tränen.“

In seiner Ansprache an die Gemeinde versicherte Bischof Pablo Modesto, dass die Ortskirche diejenigen nicht im Stich lassen werde, die weiterhin mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben.
„Jedem Menschen, jeder Familie, die heute Schwierigkeiten und Momente der Unsicherheit durchlebt, möchte ich von ganzem Herzen sagen: Ihr seid nicht allein“, bekräftigte er.
Die Feier in Tarmas war ein sichtbarer Ausdruck der Kontinuität: Die Kirche bleibt geschlossen, doch die Gemeinde versammelt sich weiterhin, um die Sakramente zu feiern. „Unsere Diözese bleibt standhaft, aktiv und nah bei ihren Menschen. Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“, schloss der Bischof.
Das Erdbeben traf ein Land, das seit Jahren von einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise geprägt ist. In La Guaira haben viele Familien, die schon vorher über begrenzte Mitteln verfügten, ihre Häuser oder ihre Existenzgrundlage verloren. Die Zerstörung von Kirchen und Pfarrgebäuden traf jene Orte, von denen aus die Kirche die Bevölkerung geistlich und materiell begleitet.
Vom ersten Tag an gingen Priester, Ordensschwestern, Seminaristen und Freiwillige auf die Straße, um sich um die Betroffenen zu kümmern. Auch die liturgischen Feiern mussten außerhalb der Kirchen stattfinden. KIRCHE IN NOT stellte Nothilfe bereit, um Priester, Ordensschwestern und Laien zu unterstützen, die sich in den Diözesen La Guaira und Caracas um die Betroffenen kümmern. Das Hilfswerk ist gerade von einer Reise zurückgekehrt, auf der es neue Hilfen für den Wiederaufbau der beschädigten kirchlichen Einrichtungen bewilligt hat.
Die katholische Kirche in Haiti gerät angesichts der zunehmenden Macht bewaffneter Banden immer stärker unter Druck. Das berichtete Bischof Joseph Gontrand Décoste aus Jérémie im Südwesten von Haiti im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Dennoch versucht die Kirche, ihren Einsatz aufrechtzuerhalten.
„Wir sind der letzte verbliebene Schutzwall: moralisch, ethisch, spirituell und prophetisch. Deshalb wollen sie uns beseitigen“, sagte Décoste. Die Kirche prangere die Bandengewalt offen an und werde deshalb angegriffen. Lokalen Quellen zufolge kontrollieren bewaffnete Banden mittlerweile zwischen 70 und 90 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince sowie strategisch wichtige Gebiete in anderen Regionen Haitis. Sie erheben illegale Straßenzölle und verbreiten durch Morde, Entführungen und andere kriminelle Aktivitäten Angst und Schrecken.
Auch die politische Zukunft des Landes ist ungewiss. Die vorgesehenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen – die ersten seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Jahr 2021 – wurden auf Dezember verschoben. In Haiti wurden seit zehn Jahren keine Wahlen mehr abgehalten.

Die Gewalt hat auch massive Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Allein in der Hauptstadtdiözese Port-au-Prince mussten 40 Pfarren aus Sicherheitsgründen schließen, sowie rund 25 weitere in anderen Regionen des Inselstaats, berichtete Bischof Décoste. Immer wieder werden auch Geistliche und Ordensleute Opfer der Banden. Zahlreiche kirchliche Schulen und andere Einrichtungen wurden ebenfalls angegriffen und mussten schließen. Ob und in welchem Zustand diese Gebäude eines Tages zurückgewonnen werden können, sei ungewiss.
Trotz der dramatischen Lage versucht die Kirche, ihre Arbeit fortzusetzen. Sie hat Online-Unterricht eingerichtet, nimmt in den südlichen und westlichen Diözesen Haitis Tausende Binnenvertriebene auf und überträgt Gottesdienste und religiöse Programme über diözesane Radiosender. Wo es die Sicherheitslage erlaubt, finden weiterhin Wallfahrten und Prozessionen statt, erklärte Bischof Décoste: „Es gibt ein kreolisches Sprichwort: ‚Die Kinder der Jungfrau Maria verlieren niemals eine Schlacht‘. Deshalb machen wir weiter.“

Auch die knapp 200 Priesteramtskandidaten Haitis setzen ihre Ausbildung unter gefährlichen Bedingungen fort. Manchmal müssten die Studenten im zentralen Priesterseminar in Port-au-Prince unter ihren Betten Schutz suchen, um nicht von Gewehrkugeln rivalisierender Banden getroffen zu werden, berichtete der Bischof.
Dennoch wolle sich die Kirche ihre Hoffnung nicht nehmen lassen: „Wir beten, singen und tanzen weiter.“ Décoste dankte ausdrücklich für die internationale Unterstützung: „Diese Widerstandskraft ist möglich dank der großen Unterstützung, die wir von Organisationen wie ‚Kirche in Not‘ erfahren. Ohne sie könnten wir nicht weitermachen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche in Haiti unter anderem bei diözesanen Radiosendern und Solarenergieprojekten sowie bei der Ausbildung und Existenzsicherung von Priestern, Ordensfrauen und Katecheten.
Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet KIRCHE IN NOT Nothilfen für die betroffenen Gebiete vor. Das internationale Hilfswerk steht in direktem Kontakt mit den Bischöfen in den Katastrophengebieten, um das Ausmaß der Schäden und den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln. Die Unterstützung soll über die Strukturen der katholischen Kirche vor Ort geleistet werden.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am vergangenen Montag erschüttert. Besonders betroffen sind der Westen und das Zentrum des Landes. Nach aktuellen Medienberichten kamen mehr als 200 Menschen ums Leben; die Opferzahlen dürften angesichts der laufenden Such- und Rettungsarbeiten noch steigen. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogota.

San José del Palmar gehört zum Bistum Istmina-Tadó. Dessen Bischof Mario de Jesús Álvarez Gómez schilderte gegenüber ACN die ersten Eindrücke: „Es war ein sehr starkes und langanhaltendes Erdbeben.“ Wohnhäuser sowie kirchliche Einrichtungen seien beschädigt, berichtete der Bischof: „Die Dächer mehrerer Kirchen sind eingestürzt. Glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt.“
Nach den bislang vorliegenden Informationen scheinen die Schäden in San José del Palmar und Istmina begrenzt zu sein. Aus dem benachbarten Bistum Quibdó liegen jedoch Berichte über erhebliche Schäden in mehreren Pfarreien und über Todesopfer vor. Vertreter des Bistums besuchen derzeit die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild von der Lage und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu machen.
„Wir versuchen, mit den anderen Diözesen Kontakt aufzunehmen. Im Moment sind wir weiterhin dabei, den Hilfsbedarf zu ermitteln“, erklärte Bischof Álvarez. Sobald diese Informationen vorliegen, wird KIRCHE IN NOT die kirchliche Nothilfe unterstützen.

Wie bei vielen Naturkatastrophen gehört die Kirche auch in Kolumbien zu den ersten Anlaufstellen für die betroffene Bevölkerung. Bereits in den ersten Stunden nach dem Erdbeben begannen Priester, Ordensfrauen und Freiwillige in den Pfarren damit, Betroffene zu unterstützen. Sie bieten Schutz und Unterkunft, leisten Beistand und stehen den Menschen seelsorglich zur Seite.
Die Katastrophe in Kolumbien ereignete sich weniger als zwei Monate nach den schweren Erdbeben im benachbarten Venezuela. Auch dort unterstützt KIRCHE IN NOT die katholische Kirche bei der Bewältigung der Folgen. Dank der Spenden von Wohltätern aus verschiedenen Ländern konnte das Hilfswerk bereits erste Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Auch hier ist eine langfristige Unterstützung geplant. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau schwer beschädigter Kirchen und kirchlicher Gebäude.
KIRCHE IN NOT hat die Ankündigung der irakischen Regierung begrüßt, die Rückkehr christlicher Familien gezielt fördern zu wollen. Nach Angaben des seit Mai amtierenden irakischen Premierministers Ali al-Zaidi sollen Christen künftig unter anderem bevorzugt in ein staatliches Wohnbauprogramm aufgenommen werden.
„Wir freuen uns sehr über die Worte des Premierministers. Seine Botschaft entspricht der langjährigen Unterstützung unserer Wohltäter für die christliche Gemeinschaft im Irak“, erklärte Marco Mencaglia, Leiter der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT am Sitz des Hilfswerks in Königstein im Taunus.
Seit Jahrzehnten unterstützt KIRCHE IN NOT die Christen im Irak. Nach der Vertreibung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Jahr 2014 finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Ortskirche den Wiederaufbau zerstörter Häuser in der Ninive-Ebene. Das als „Marshallplan“ bekannt gewordene Hilfsprogramm ermöglichte tausenden christlichen Familien die Rückkehr in ihre Heimat. Es war das bislang größte Hilfsprojekt in der fast 80-jährigen Geschichte von KIRCHE IN NOT.
Darüber hinaus fördert das Hilfswerk bis heute den Wiederaufbau von Wohnhäusern, die Förderung kirchlicher Bildungsprojekte, die Ausbildung von Priestern sowie pastorale und soziale Hilfsprogramme. Ein weiteres Großprojekt ist die Hilfe für die Katholische Universität in Erbil, in der Angehörige verschiedener Religionen gemeinsam studieren.

„Dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT konnten tausende Menschen zurückkehren. Auch das Projekt der Katholischen Universität in Erbil trägt dazu bei, die christliche Präsenz im Land zu bewahren. Wir hoffen, dass die zusätzlichen Anreize der Regierung dazu beitragen werden, eine starke christliche Präsenz im Irak zu sichern“, sagte Mencaglia.
Premierminister al-Zaidi hatte Mitte Juli bei einem Treffen mit dem neu gewählten Patriarchen der chaldäischen Kirche, Paul III. Nona, die Rückkehr christlicher Familien zur „nationalen und staatlichen Priorität“ erklärt. Christen seien „ein aktiver Bestandteil, ein wesentlicher Teil der irakischen Gesellschaft“ und ein wichtiger Partner beim Aufbau des Landes.
An dem Gespräch nahm auch der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, teil. Nach seinen Worten habe der Regierungschef die Kirche ausdrücklich ermutigt, sich weiterhin im Bildungs- und Gesundheitswesen einzubringen. Zugleich habe er Unternehmer aus der christlichen Diaspora aufgerufen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu investieren. Die Kirche habe diese Signale positiv aufgenommen.

Nach Angaben der Kirche betreiben die christlichen Konfessionen neben der Katholischen Universität Erbil derzeit 18 Schulen im Irak. Patriarch Paul III. Nona habe bei seinem Treffen mit dem Ministerpräsidenten die Bereitschaft der Kirche bekräftigt, gemeinsam an einer besseren Zukunft des Landes mitzuwirken.
Vor rund 25 Jahren lebten noch etwa 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es infolge von Krieg, Terror und Auswanderung weniger als 300 000. Besonders die Eroberung weiter Teile Nordiraks durch den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 führte zu einer massiven Vertreibung der christlichen Bevölkerung.
Nach einem Besuch in den von den Erdbeben Ende Juni betroffenen Regionen Venezuelas hat die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, die Situation als „apokalyptisch“ bezeichnet. Das Hilfswerk unterstützt die Ortskirche bereits mit Soforthilfe und bereitet weitere langfristige Hilfsmaßnahmen vor.
„Ich hatte nicht mit einem solchen Ausmaß der Zerstörung gerechnet“, erklärte Lynch nach ihrer Rückkehr aus Venezuela. „Wenn man überall die Trümmerberge sieht, wie schwere Baumaschinen sich durch die Schuttmassen arbeiten und wie ganze Wohnblocks unbewohnbar geworden sind, dann ist das sehr bedrückend.“
Trotz der dramatischen Lage zeigte sich die Präsidentin tief beeindruckt vom Einsatz der Kirche vor Ort. „Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Überall arbeiten Freiwillige mit großem Einsatz zusammen. Es war wie in einem Bienenstock“, berichtete sie nach dem Besuch einer kirchlichen Verteilstelle für Hilfsgüter.
Neben der materiellen Not begegnete die Delegation von KIRCHE IN NOT auch zahlreichen Menschen, die schwer traumatisiert sind. In einem katholischen Krankenhaus in La Guaira hatten Mitarbeiter selbst Angehörige und ihre Häuser verloren. Zwei Ärzte kamen bei der Katastrophe ums Leben. KIRCHE IN NOT sagte deshalb auch Unterstützung auch bei der psychologischen und seelsorglichen Begleitung der Betroffenen zu.

Besonders bewegte die Delegation die Begegnung mit der 31-jährigen Gismely. Sie überlebte den Sturz aus dem zwölften Stock eines Wohnhauses, verlor jedoch ein Bein. Dank der Begleitung einer Pfarrei-Ehrenamtlichen habe sie neuen Lebensmut gefunden. „Ich weiß, dass es ohne mein Bein nicht einfach sein wird, aber mein Leben ist mehr als das“, sagte sie.
Die Zahl der Todesopfer liegt nach staatlichen Angaben mittlerweile bei über 5000. Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT hatten mit einem Pfarrer gesprochen, in dessen Gemeinde 80 Prozent der Mitglieder durch die Erdbeben getötet wurden.
Im Priesterseminar von La Guaira wurden mehrere Gebäudeteile zerstört. Bischof Pablo Modesto Gonzalez Perez und seine Seminaristen überlebten nur knapp. Dennoch richtet der Bischof den Blick nach vorn: „Wir sind hier, um dieses Land wieder aufzubauen. Ich glaube, dass dies derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist.“

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden derzeit Priester, Ordensschwestern und Ehrenamtliche unterstützt, die den Überlebenden beistehen und die pastorale sowie humanitäre Hilfe koordinieren. Gleichzeitig prüft das Hilfswerk weitere Projekte, darunter den Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen sowie Hilfen zur Traumabewältigung. „Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, bilanzierte Regina Lynch nach ihrer Reise.
Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT können im Jahr 2026 weltweit 33 631 Kinder und Jugendliche an kirchlichen Ferienfreizeiten teilnehmen. Das Hilfswerk finanziert in elf Ländern insgesamt 407 Sommercamps. Neben Spiel, Gemeinschaft und Erholung stehen Katechese, Gebet und die Stärkung des kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Besonders viele junge Christen nehmen in Syrien an den kirchlichen Ferienfreizeiten bei: Dort unterstützt KIRCHE IN NOT 230 Sommercamps mit insgesamt 17 855 Teilnehmern. Auch im Libanon (7465 Teilnehmer) und in der Ukraine (3518 Teilnehmer) gehören Sommerprogramme zu den größten pastoralen Initiativen für junge Menschen.
Wie wichtig solche Angebote gerade in Krisenzeiten sind, zeigt das Beispiel der Ukraine. Mit dem Projekt „Ferien mit Gott“ unterstützt KIRCHE IN NOT Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen von Krieg und Flucht leiden. Die „Ferien mit Gott“ verbinden Gebet, Gemeinschaft und Freizeitangebote mit einem geschützten Umfeld. Ihre Motivation beschreiben die Projektpartner in der Ukraine so: „Jedes Kind verdient es, Frieden, Freude und die Liebe Gottes zu erfahren – selbst mitten im Krieg.“

Ein weiteres Beispiel kommt aus Israel. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT Sommerlager des Vikariats für hebräischsprachige Katholiken, das zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. Viele dieser Familien haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
Die Partner des Patriarchats beschreiben die Teilnehmer „als Minderheit innerhalb einer Minderheit“ der immer kleiner werdenden christlichen Gemeinde im Heiligen Land. Die Sommerlager verbinden Gebet, Katechese, Sport und kreative Angebote und sollen jungen Menschen helfen, ihren Glauben gemeinsam zu leben. Bis zu 150 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.
Auch in Armenien richtet sich die Unterstützung gezielt an Kinder mit belastenden Erfahrungen. Die Sommerlager der „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nehmen besonders Kinder aus Flüchtlingsfamilien, Grenzregionen sowie von Vertreibung betroffene Kinder aus Bergkarabach in den Blick. Eine Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrung: „Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich geschaffen hat und mir vergibt. Bei der Ferienfreizeit habe ich gelernt: Egal, was du tust – Gott liebt dich.“

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT geht es bei den Sommerfreizeiten nicht allein um Erholung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erleben, Freundschaften knüpfen und neue Zuversicht gewinnen können – oft dort, wo Krieg, Unsicherheit oder gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag prägen.
KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit pastorale Projekte für Kinder und Jugendliche, um christliche Gemeinschaften langfristig zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.
Der Wiederaufbau eines abgelegenen Dorfes in Nigeria ist ein Zeichen dafür, dass Hoffnung über Verzweiflung triumphieren kann und Gewalt nicht das letzte Wort behält.
Am 27. Mai 2026 besuchte der Erzbischof von Kaduna in Nigeria ein abgelegenes Dorf, um dort mit den Gläubigen die heilige Messe zu feiern. Doch es war kein gewöhnlicher Pastoralbesuch – es war die Feier eines Sieges über Tod, Hass und Zerstörung.
Gut zwei Jahre nach der vollständigen Zerstörung von Adama Dutse durch Terroristen konnte der Wiederaufbau von mehr als 20 Häusern sowie gemeinsamer Infrastruktur abgeschlossen werden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN). Die Messe war ein Fest der Freude – und zugleich ein Gedenken an jene, die bei dem Angriff ihr Leben verloren hatten.
Am 18. Februar 2024 hatten bewaffnete Terroristen das katholische Dorf Adama Dutse im Middle Belt Nigerias überfallen. Es war 6.10 Uhr morgens; die Bewohner bereiteten sich gerade auf die heilige Messe vor. Kurz darauf waren 13 Menschen tot und zahlreiche Häuser standen in Flammen.

Zwei Monate später besuchte eine Delegation von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit Erzbischof Matthew Ndagoso von Kaduna die Überreste des Dorfes. Das Erste, was der KIRCHE IN NOT-Projektkoordinatorin für Afrika, Kinga Schierstaedt, auffiel, war die massive militärische Eskorte – ein deutliches Zeichen dafür, wie gefährlich die Lage in der Region weiterhin war.
„Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich von einer so großen militärischen Präsenz begleitet wurde“, erinnert sich Schierstaedt. „Vorne fuhren zwei Militärfahrzeuge, hinten zwei weitere, dazu kamen Polizei- oder Militärmotorräder, die den Weg freimachten und sicherstellten, dass sich niemand hinter den Bäumen versteckte.“
„Die Menschen freuten sich, den Erzbischof zu sehen, doch zugleich war das Leid in den Gesichtern der Bewohner unübersehbar. Wir gingen durch das Dorf, und fast alle Häuser waren niedergebrannt. Übrig geblieben waren nur schwarze Ruinen. Alles war zerstört, geschmolzen, jeder einzelne Bewohner war betroffen“, so Schierstaedt.
„Ich erinnere mich an einen Jungen mit zwei Einschusslöchern im Arm. Er wird diesen Arm nie wieder benutzen können, weil er nicht rechtzeitig im Krankenhaus behandelt wurde. Und ich erinnere mich an ein kleines Mädchen, vielleicht drei Jahre alt, mit Verbrennungen an Armen und Gesicht. Es weinte ununterbrochen vor Schmerzen.“

Erzbischof Ndagoso führte die Delegation auch an den Rand des Dorfes, zu dem Massengrab, in dem die Opfer des Angriffs hastig beigesetzt worden waren. „Einige Bewohner kamen mit uns, um zu beten, aber die meisten konnten es nicht. Ihr Schmerz war zu groß. Normalerweise begleiteten die Menschen Besucher durch das ganze Dorf. Dort aber gingen wir größtenteils allein.“
Trotz der Zerstörung weigerten sich die Bewohner, ihr Dorf aufzugeben. Sie wussten: Würden sie in ein Flüchtlingslager gehen, könnten sie ihr Land verlieren. Mit nichts als ihrem Glauben und ihrer Entschlossenheit beschlossen sie, Adama Dutse wieder aufzubauen. KIRCHE IN NOT sagte Hilfe zu.
„Der Erzbischof machte uns deutlich, dass er den Menschen beistehen wollte. Er sagte uns, er könne die Toten nicht wieder zum Leben erwecken. Aber er glaube, dass er den Menschen helfen könne, dort zu bleiben und ihre Häuser und ihre Kirche wieder aufzubauen. Das war der Grund, warum das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT beschloss, die Dorfgemeinschaft zu unterstützen: als Zeichen dafür, dass es zumindest ein paar Menschen auf der Welt gibt, die ihr Leid sehen und ihnen helfen wollen.“
Zwei Jahre später ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT verfügt das Dorf heute über einen neuen Brunnen, Latrinen und solarbetriebene Sicherheitsalarme. Als Erzbischof Ndagoso am 27. Mai 2026 zurückkehrte, um die Dankesmesse zu feiern, war die Veränderung der Atmosphäre deutlich spürbar, die Gesichter der Menschen strahlten vor Stolz.
„Es war eine wunderschöne Feier. Die Gemeinde war begeistert und glücklich über das, was für sie getan wurde. Die Menschen sind nicht nur dankbar; sie fühlen sich denjenigen tief verbunden, die ihnen ein dauerhaftes Zuhause ermöglicht haben“, sagte Erzbischof Ndagoso gegenüber KIRCHE IN NOT.
„Wir können den Wohltätern von KIRCHE IN NOT nie genug dafür danken, was sie getan haben, um den Menschen in Not zu helfen. Wir können nur hoffen, dass Gott diejenigen segnet, die dazu beigetragen haben. Es ist wirklich wunderbar. Die Gemeinde ist zutiefst, zutiefst dankbar.“
Die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo greift in jüngster Zeit auf Regionen über, die bislang als vergleichsweise stabil galten. In der Provinz Ober-Uelle im Norden des Landes an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und Südsudan, hätten bewaffnete Gruppen zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Darauf haben in der Demokratischen Republik Kongo tätige Missionare im Gespräch mit KIRCHE IN NOT hingewiesen.
Nach Angaben des Comboni-Missionars Pater Claudino Gomes wurden in den vergangenen Wochen hunderte Menschen aus Dörfern im Landesinneren vertrieben. Viele hätten lange Strecken zu Fuß zurückgelegt, um die Provinzhauptstadt Isiro zu erreichen. „Die massive Ankunft von Binnenvertriebenen hat die Bevölkerung überrascht“, erklärte der Ordensmann.
Die Demokratische Republik Kongo leidet seit Jahren unter bewaffneten Konflikten. Millionen Menschen gelten landesweit als Binnenvertriebene. Kirchliche Einrichtungen gehören vielerorts zu den wenigen verbliebenen Strukturen, die humanitäre Hilfe und seelsorgerische Begleitung leisten. Die Herkunft und Zusammensetzung einzelner Milizengruppen ist bis heute unbekannt.

Besonders beunruhigend sei aktuell, dass sich die Gewalt offenbar über die bisher bekannten Konfliktregionen hinaus ausbreite, berichten die Missionare. Während die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo bislang vor allem in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu im Osten des Landes stattfanden, berichten kirchliche Mitarbeiter nun von wachsender Unsicherheit auch weiter nördlich. Pater Claudino schilderte schwere Gewalttaten in mehreren Ortschaften. In einigen Dörfern seien Menschen getötet und Häuser zerstört worden.
Angesichts der Notlage hätten viele Familien in Isiro ihre Häuser geöffnet und Vertriebene aufgenommen. Auch kirchliche Einrichtungen unterstützen die Menschen. Nach Angaben der Missionare wurden Binnenvertriebene in Klöstern sowie in katholischen und protestantischen Gemeinden untergebracht.

Neben Lebensmitteln und medizinischer Hilfe spiele die seelsorgerische Begleitung eine wichtige Rolle. Die Kirche spende die Sakramente, höre den Menschen zu und schaffe Räume für Gemeinschaft. Für Kinder würden Gebete, Katechesen und gemeinsame Aktivitäten organisiert.
Gleichzeitig verschärft sich nach Einschätzung der Missionare die Versorgungslage. Viele Felder könnten nicht mehr bewirtschaftet werden; Ernten seien verloren gegangen, Viehbestände zerstört und Häuser niedergebrannt worden. „Das Gespenst des Hungers zeichnet sich bereits ab“, warnte Pater Claudino.
Auch aus anderen Teilen der Region erreichen KIRCHE IN NOT ähnliche Berichte. Pater Bienvenu Clemy, Comboni-Missionar in Mungbere, erklärte, Angst und Unsicherheit bestimmten inzwischen den Alltag der Menschen. „Der Großteil der Bevölkerung ist geflohen. Unsere Gemeinschaft hat jedoch beschlossen, bei den Ärmsten zu bleiben“, sagte der Priester. Viele Menschen hätten keinen Ort mehr, an den sie gehen könnten.

Der in der Hauptstadt Kinshasa tätige Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira bat um internationale Unterstützung. Die Kirche werde die Menschen weiterhin begleiten – auch unter schwierigen Bedingungen. „Gott verlässt sein Volk nicht; er geht an seiner Seite. Deshalb werden wir Missionare trotz Verfolgung, Leid und Schwierigkeiten weiterhin bei den Menschen bleiben“, betonte er. „Wir sind lebendige Zeichen der Gegenwart Gottes.“
Die Diözese Fada N’Gourma liegt im Osten Burkina Faso. Mit einer Fläche von 46.800 Quadratkilometern ist sie größer als es anderswo ganze Länder sind, beispielsweise die Niederlande oder die Schweiz. Allerdings ist sie mit zwei Millionen Einwohnern nur dünn besiedelt. Die ca. 103.700 Katholiken der Diözese leben weit verstreut in sechzehn riesigen Pfarren.
Die Priester müssen daher weite Wege zurücklegen, um die Gläubigen zu betreuen. Viele Dörfer liegen 50, 60 oder 70 Kilometer vom Sitz der jeweiligen Pfarre entfernt. Ohne ein geeignetes Transportmittel ist die Seelsorge mühsam und oft unmöglich. Ein Motorrad ist hier unentbehrlich. Zugleich erhöht es auch die Sicherheit der Priester. Der Bischof hatte uns daher um Hilfe gebeten, denn zwei junge Priester mussten nach ihrer Priesterweihe zwei Jahre lang ohne geeignetes Fahrzeug auskommen und wurden dadurch in ihrem Dienst stark behindert. Aber unsere Wohltäter ließen die beiden jungen Priester nicht im Stich: 6.100 Euro kamen zusammen.

Während die Folgen der verheerenden Erdbeben in Venezuela immer deutlicher zutage treten, ist die katholische Kirche zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Betroffenen geworden. Besonders in der Diözese Petare, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebiete im Ballungsraum der Hauptstadt Caracas, versorgen hunderte Ehrenamtliche in den Pfarrgemeinden Verletzte und ihre Familien, die aus der besonders schwer betroffenen Küstenregion La Guaira kommen. KIRCHE IN NOT hat in einem ersten Schritt 100.000 Euro bewilligt, um die Nothilfe der Kirche vor Ort zu unterstützen; weitere Hilfen sind geplant.
„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber KIRCHE IN NOT. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Da sich in Petare vier der wichtigsten Krankenhäuser Venezuelas befinden, konzentriert sich die Hilfe der Kirche vor allem auf die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen. Viele hätten ihr Zuhause verlassen müssen und kämen mit nichts als ihrer Kleidung in den Krankenhäusern an, berichtete der Bischof. Die Diözese hat vier Sammelstellen eingerichtet. Mehr als 250 Freiwillige verteilen dort Medikamente, medizinisches Material, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel.

Besonders bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
„Selbst diejenigen, die nichts haben, geben alles“, sagte der Bischof. „Die Armen sind der größte Schatz der Kirche in Venezuela.“ Auch viele junge Menschen engagieren sich unermüdlich. Sie entladen Lastwagen mit Hilfsgütern, sortieren Kleidung, bereiten Lebensmittelpakete vor und transportieren Spenden. „Sie helfen mit Freude, Disziplin und ohne jede Suche nach Anerkennung“, berichtete Bravo.

Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche die Betroffenen auch seelsorglich. Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Familien bei, deren Angehörige unter den Trümmern begraben wurden; auch für die Helfern und das medizinische Personal sind sie da. „Wir dürfen uns nicht nur auf psychologische Hilfe beschränken. Wir müssen den Menschen auch geistlichen Beistand geben – nicht um das Leid zu verklären, sondern um es aus der Perspektive Jesu menschlich zu begleiten“, erklärt der Bischof.
Mit der bereits auf den Weg gebrachten Soforthilfe ermöglicht KIRCHE IN NOT den betroffenen Diözesen, flexibel auf die dringendsten Bedürfnisse zu reagieren – von der unmittelbaren Nothilfe bis hin zur pastoralen und seelsorglichen Begleitung der Menschen. Das Hilfswerk steht in ständigem Austausch mit seinen Projektpartnern in Venezuela.

Zum Schluss richtete Bischof Bravo einen besonderen Dank an alle Wohltäter und Spender: „Wir sind froh, dass wir auf Brüder und Schwestern zählen können, die uns die Hand reichen. Ich wünsche mir, dass KIRCHE IN NOT weiterhin eine Gemeinschaft bleibt, die Geschwisterlichkeit stiftet.“
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden Priester, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen unterstützt, die Überlebende der Naturkatastrophe beherbergen, versorgen und pastoral begleiten. Gleichzeitig bereitet das Hilfswerk weitere Hilfen für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen und kirchlicher Gebäude vor.
Nach aktuellen internationalen Medienberichten liegt die Zahl der getöteten Menschen aktuell bei über 2000, rund 11 000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende haben ihre Wohnungen verloren, zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Küstenregion La Guaira nördlich von Caracas.
„Jetzt hat oberste Priorität, das Leben wieder aufzubauen“, sagt der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, gegenüber KIRCHE IN NOT. Zwar müssten die materiellen Schäden beseitigt werden, mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Begleitung der Überlebenden, von denen viele Angehörige verloren haben und schwer traumatisiert sind. Die seelischen Wunden würden Venezuela noch lange begleiten. „Dies wird in den kommenden Monaten eine der größten Prioritäten für die Diözese sein: diejenigen zu unterstützen und auszubilden, die in erster Reihe die Menschen geistlich und psychologisch begleiten“, erklärte Biord.

Genau hier setzt die Hilfe von KIRCHE IN NOT an. Das Hilfswerk unterstützt Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Seelsorger, die – obwohl viele von ihnen selbst von der Katastrophe betroffen sind – Familien aufnehmen, Verletzte in Krankenhäusern besuchen und den Menschen in den zerstörten Gemeinden Hoffnung geben. Zugleich wird gemeinsam mit den Diözesen der Bedarf für den Wiederaufbau kirchlicher Gebäude ermittelt.
Wie sehr die Kirche den Menschen gerade jetzt Halt gibt, zeigen die Berichte aus den betroffenen Gemeinden. Als während einer Messfeier im Bistum Petare im Großraum Caracas die Erde zu beben begann, verließen die Gläubigen die Kirche. Pfarrer Ignacio Caleya brach den Gottesdienst jedoch nicht ab, sondern setzte ihn auf der Straße fort. Bewohner umliegender Häuser und Patienten eines benachbarten Krankenhauses schlossen sich spontan der Eucharistiefeier an. Aus einer Evakuierung wurde so ein Zeichen der Hoffnung mitten in der Katastrophe.

Gleichzeitig erleben viele Seelsorger unvorstellbares persönliches Leid. Ein Priester aus La Guaira begleitet täglich obdachlos gewordene Familien, obwohl mehrere Mitglieder seiner eigenen Familie – darunter seine dreijährige Nichte – weiterhin vermisst werden. Dennoch geht er jeden Tag auf die Straßen, um mit den Menschen zu beten und ihnen Trost zu spenden.
Auch in den Krankenhäusern werden Priester mit Schicksalen konfrontiert, die selbst erfahrene Seelsorger an ihre Grenzen bringen. Erzbischof Biord berichtet von einer Mutter, die nach der Amputation beider Beine lächelnd sagte: „Ich lebe. Alles wird gut.“ Eine andere Mutter bat ihn lediglich, für ihre beiden verstorbenen Kinder zu beten. „Die Realität ist verheerend“, fasst ein Priester seine Eindrücke zusammen.

Dass die Kirche trotz allem Hoffnung schenkt, zeigt auch das Priesterseminar in La Guaira, das KIRCHE IN NOT seit vielen Jahren unterstützt. Die Seminarkirche ist völlig zerstört, die Wohngebäude schwer beschädigt. Obwohl sich alle Seminaristen während des Bebens im Gebäude befanden, kam niemand ums Leben. „Man kann von einem Wunder sprechen“, sagt Erzbischof Biord. Das Gebäude ist allerdings unbewohnbar; die Seminaristen haben nahezu ihren gesamten Besitz verloren und sind derzeit in Caracas untergebracht.
„Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges“, sagte Erzbischof Biord. „Ich bin KIRCHE IN NOT und allen dankbar, die uns jetzt beistehen. Der Bedarf ist groß, um unser Land wiederaufzubauen.“