Aktuelles Archive - Seite 3 von 51 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Die Christen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet leben in der Angst, ihre Heimat dauerhaft zu verlieren. Darauf hat der melkitische griechisch-katholische Priester Charles Nadaf aus der Ortschaft Yaroun im Gespräch mit KIRCHE IN NOT  hingewiesen. Die vereinbarte Waffenruhe sei brüchig; Monate von Kämpfen und Zerstörungen hätten viele Menschen zur Flucht gezwungen.
Auch das Dach der melkitischen griechisch-katholischen Kirche in Yaroun wurde bei den Angriffen beschädigt. © Melkitische griechisch-katholische Diözese von Tyros

Kirchliche Einrichtungen zerstört, Christen vertrieben

„Unser Grenzort Yaroun ist heute zutiefst verwundet“, sagte Nadaf, Pfarrer der melkitischen Gemeinde St. Georg in Yaroun. Anfang Mai seien der Pfarrsaal, der zuletzt als Notkirche diente, das Jugendzentrum der Pfarre sowie das Kloster der griechisch-katholischen Salvatorianerinnen mitsamt ihrer Schule zerstört worden. Eine vollständige Schadensaufnahme sei derzeit nicht möglich, da der Zugang zum Dorf weiterhin gefährlich sei. „Zweifellos ist dies eine der größten Katastrophen, die unser Dorf je erlebt hat“, erklärte Nadaf.

Der Ort Yaroun liegt unmittelbar an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus schiitischen Muslimen; zugleich gibt es dort seit Jahrhunderten eine christliche Gemeinde. Seit Beginn der Kämpfe im Oktober 2023 gehört Yaroun zu den besonders betroffenen Orten im Südlibanon. Bereits kurz nach Beginn der Auseinandersetzungen mussten sämtliche Bewohner flüchten. Kirchen, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört. Zwischenzeitlich waren einige christliche Familien nach Yaroun zurückgekehrt. Sie hatten versucht, beschädigte Häuser notdürftig zu reparieren und das Gemeindeleben wieder aufzunehmen.

Vertriebene Christin aus dem Südlibanon erhält ein Lebensmittelpaket, das von KIRCHE IN NOT finanziert wurde.

Ihre Spende hilft vertriebenen Familien und notleidenden Christen

„Christen haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht“

Doch mit der erneuten Eskalation Anfang 2026 seien sämtliche Hoffnungen auf eine dauerhafte Rückkehr erneut zerstört worden. „Seit Beginn des Krieges leben die Familien im Exil, geprägt von Ungewissheit und großer Hilflosigkeit“, sagte Pfarrer Nadaf. Viele Vertriebene seien inzwischen in andere Orte des Südlibanon oder in den Norden des Landes geflohen.

Besonders besorgt zeigte sich der Priester, was die Zukunft der Christen in der Region angeht. „Die vertriebenen Christen haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht. Sie bitten nur darum, in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen, in Frieden mit allen zu leben und im Land ihrer Vorfahren bleiben zu können“, betonte er. Neben humanitärer Hilfe brauche es vor allem Sicherheit und Perspektiven, damit die verbliebenen Christen nicht endgültig aus der Region gedrängt würden.

„Kirche in Not“ unterstützt christliche Gemeinden im Libanon unter anderem mit Nothilfe, Seelsorgeprojekten sowie Hilfen für Ordensgemeinschaften und kirchliche Schulen. Der Libanon leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise; die jüngsten Kämpfe im Süden des Landes haben die Lage vieler Familien zusätzlich verschärft.

Der seit drei Jahren andauernde Bürgerkrieg im Sudan darf nach Ansicht des Comboni-Missionars Pater Diego Dalle Carbonare nicht aus dem Blick der Weltöffentlichkeit geraten. Bürger seien aufgerufen, sich gegen Waffenhandel und andere Formen der Unterstützung bewaffnete Konflikte zu wenden. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT (ACN) warnte der Ordensmann vor den dramatischen Folgen des Konflikts und appellierte: „Was im Sudan geschieht, was Zivilisten, Kindern und Frauen widerfährt, geht uns alle an.“

Der Missionar, der bereits in Ägypten, im Libanon und Sudan tätig war, kritisierte insbesondere den internationalen Handel mit Waffen und Rohstoffen. Dieser trage dazu bei, Konflikte wie den im Sudan weiter anzufachen. „Als Bürger haben wir die Pflicht, von unseren Regierungen zu verlangen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Kriege zu beenden oder zumindest den Handel mit Waffen und Gold zu regulieren, denn genau das finanziert Kriege wie den im Sudan.“

Nach Angaben der Vereinten Nationen zählt der Bürgerkrieg im Sudan derzeit zur schwersten humanitären Krise weltweit. Auch die christliche Minderheit leidet massiv unter den Folgen. Vor Beginn der Kämpfe lebten rund eine Million Christen im Sudan.

Nachdem die sudanesische Armee zuletzt wieder die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Khartum übernommen hat, konnten dort erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder Gottesdienste gefeiert werden. „Nach 27 Monaten Krieg konnten wir wieder die heilige Messe feiern und das Bußsakrament spenden“, berichtete Pater Diego. Gerade die Beichte helfe vielen Menschen dabei, „das Kapitel des Leidens abzuschließen und den Wiederaufbau in Angriff zu nehmen“.

Pater Diego Dalle Carbonare, Missionar im Sudan.

Gottesdienste nach über zwei Jahren wieder möglich

Neben der seelsorglichen Arbeit stehe die Kirche im Sudan jedoch auch vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Zahlreiche katholische Schulen seien zerstört, viele Familien vertrieben worden. Pater Diego berichtete von Lehrkräften, die gefoltert oder getötet wurden.

Gleichzeitig erlebe er immer wieder bewegende Zeugnisse des Glaubens. So erzählte der Missionar von einer verwitweten Lehrerin, die von Kämpfern der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) bedroht worden sei. Sie habe ihren Angreifern den Bibelvers entgegnet: „Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (vgl. Mt 26,52). Die Männer seien daraufhin erschrocken geflohen und später zurückgekehrt, um sie um Vergebung zu bitten.

Heilige Messe im Sudan (Archivbild).

Mutige Glaubenszeugnisse

Für die christlichen Gemeinden im Sudan seien Gebet und internationale Solidarität von großer Bedeutung, betonte Pater Diego. „Wir sind auf Gebet und Hilfe angewiesen; es gibt noch sehr viel zu tun.“ KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit 15 Projekte im Sudan. Dabei geht es unter anderem um die Seelsorge, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten sowie den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen.

Im Sudan herrscht seit April 2023 Bürgerkrieg zwischen Armee (Sudanese Armed Forces, SAF) und der paramilitärischen Miliz RSF. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang mehr als 12 Millionen Menschen vertrieben, Millionen weitere sind von Hunger bedroht. Schätzungen gehen von bis zu 150 000 Todesopfern aus. Nachdem mehrere internationale Vermittlungsversuche gescheitert sind, ist ein Waffenstillstand derzeit nicht in Sicht.

Ihre Nächstenliebe schenkt Hoffnung im Sudan

Der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, hat die Lage im Land angesichts des anhaltenden Krieges als „sehr schwierig“ beschrieben. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT sprach der Botschafter des Heiligen Stuhls von wachsender Erschöpfung in der Bevölkerung und schweren Belastungen für Familien – aber auch von einer zunehmenden Suche nach Glauben und Orientierung.

Nach über vier Jahren Krieg würden die Folgen der Dauerbelastung immer deutlicher spürbar. Viele Menschen litten unter Schlafmangel wegen nächtlicher Angriffe und seien psychisch erschöpft. Dennoch versuchten zahlreiche Familien weiterhin, ihren Alltag unter schwierigsten Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Besonders die zurückliegenden Wintermonate seien für viele Menschen hart gewesen. „Viele Familien hatten weder Heizung noch Strom“, erklärte Kulbokas. Zwar unterstützten humanitäre Organisationen die Bevölkerung weiterhin etwa mit Generatoren oder Kochgeräten, doch bleibe der Bedarf groß.

Vor allem in Frontnähe sei der Alltag weiterhin von Angst und Unsicherheit geprägt. Wegen Drohnenangriffen und Minengefahr könnten sich Menschen oft nur zu bestimmten Tageszeiten bewegen, sagte der Nuntius. Auch der Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder medizinischer Versorgung bleibe vielerorts problematisch.

Erzbischof Visvaldas Kulbokas, Apostolischer Nuntius in der Ukraine.

Ihre Spende bringt Licht in Bunker, Not und Erschöpfung

Schulunterricht im Bunker

Besonders betroffen seien Kinder und Familien. In einigen Regionen finde Unterricht weiterhin in unterirdischen Schutzräumen statt. Gleichzeitig veränderten Fluchtbewegungen ganze Städte und Gemeinden: Während manche Orte stark an Bevölkerung verloren hätten, nähmen andere Regionen zahlreiche Vertriebene auf.

Trotz der schwierigen Lage bleibe die Kirche in vielen Regionen präsent. Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter leisteten weiterhin humanitäre Hilfe und begleiteten die Menschen seelsorglich. Auch an der Front seien Priester im Einsatz. „Manchmal besteht ihre Aufgabe einfach darin, bei den Menschen zu bleiben; sie beten und feiern die Messe in Luftschutzkellern und Bunkern – oft in Situationen ständiger Gefahr aufgrund drohender Angriffe“, sagte Kulbokas.

Zugleich beobachte er eine wachsende Offenheit für religiöse Fragen. „Die Sehnsucht nach Gott nimmt in der Nähe der Front signifikant zu“, erklärte der Nuntius. Als Beispiel schilderte Kulbokas die Geschichte eines jungen Mannes, der durch den Krieg vertrieben worden sei und ursprünglich weder ein Kreuz noch eine Kirche gekannt habe. Durch die Begegnung mit einem Priester habe er zum Glauben gefunden und sei später ins Priesterseminar eingetreten.

Beerdigungsgottesdienst für einen gefallenen Soldaten in der Ukraine. © Ismael Martinez Sanchez/KIRCHE IN NOT

„Sehnsucht nach Gott nimmt zu“

Der Heilige Stuhl engagiere sich weiterhin bei humanitären Fragen, etwa mit Blick auf Gefangene, Vertriebene und die Rückführung ukrainischer Kinder aus Russland, betonte der Nuntius. Diese Bemühungen seien jedoch komplex und von der internationalen Zusammenarbeit abhängig.

KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche in der Ukraine seit Beginn des Krieges mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen. Das Hilfswerk fördert unter anderem die Ausbildung und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten, die Betreuung von Binnenflüchtlingen, Traumahilfe sowie die Versorgung kirchlicher Einrichtungen mit Generatoren und Heizmaterial.

Der neu gewählte Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Paul III. Nona, hat die internationale Gemeinschaft vor einer weiteren Eskalation der Konflikte im Nahen Osten gewarnt. In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT appellierte das Oberhaupt der größten katholischen Kirche des Irak an die Staatengemeinschaft, den Menschen der Region endlich eine Zukunft in Frieden zu ermöglichen.

„Wir können nicht akzeptieren, dass Jahr für Jahr in diesem oder jenem Land ein neuer Krieg ausbricht“, sagte der Patriarch.  Die Sehnsucht nach Frieden sei groß. Was die Menschen im Nahen Osten von der internationalen Gemeinschaft forderten, sei „im Grunde einfach: Respekt – Respekt vor unseren Völkern und vor unserer Souveränität“.

Nur so könne verhindert werden, dass der Nahe Osten dauerhaft zum Schauplatz geopolitischer Konflikte werde. „Wir möchten unseren jungen Menschen in die Augen schauen und ihnen sagen: ,Ihr habt eine Zukunft.‘ Doch dafür muss die Welt aufhören, unser Land in ein ständiges Schlachtfeld zu verwandeln“, erklärte Nona.

Der 58-jährige Patriarch, bürgerlich Amel Shamon Nona, wird am 29. Mai in der St.-Joseph-Kathedrale in der irakischen Hauptstadt Bagdad in sein Amt eingeführt. Sein Amtsantritt fällt in eine Zeit großer Unsicherheit im Nahen Osten. Viele Menschen in der Region leiden weiterhin unter den Folgen jahrelanger Kriege, wirtschaftlicher Krisen und politischer Spannungen – vom Irak und Syrien bis hin zum Heiligen Land und dem Libanon.

KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt Studentinnen und Studenten der Katholischen Universität Erbil (Irak).

Irakische Christen haben „gelitten, und dennoch ihren Glauben bewahrt“

Nona kennt die Auswirkungen von Krieg und Vertreibung aus persönlicher Erfahrung. Als Erzbischof von Mossul erlebte er den Vormarsch der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Jahr 2014 unmittelbar mit. Während der Besetzung der Stadt mussten hunderttausende Christen und andere Minderheiten aus ihrer Heimat fliehen. Auch seine eigene Gemeinde wurde vollständig vertrieben.

Rückblickend sprach der Patriarch von einer „sehr schwierigen, aber auch prägenden Zeit“. Gleichzeitig habe ihn diese Zeit gelehrt, wie tief der christliche Glaube vieler Menschen im Irak verwurzelt sei. „Trotz allem haben die Menschen ihre Hoffnung bewahrt“, sagte Nona. Gerade das Leiden habe den Glauben vieler Christen vertieft. Das Zeugnis der Christen im Irak bestehe darin, „unermesslich gelitten und dennoch einen tiefen, unerschütterlichen Glauben bewahrt“ zu haben.

Als Leitwort für sein Patriarchat wählte Paul III. Nona die Worte Jesu aus dem Markusevangelium: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ (Mk 5,36). Die größte Herausforderung der Gegenwart sei für viele Menschen die Angst vor der Zukunft, vor Krieg und davor, die eigene Lebensweise zu verlieren. „Aber wenn wir unseren Glauben so leben, wie der Herr es von uns will, können wir mit diesen Ängsten leben und dennoch voller Glauben bleiben“, sagte der Patriarch.

August 2014: Damals wurden tausende Christen aus ihrer Heimat in der Ninive-Ebene vertrieben. Sie flohen nach Erbil und kampierten dort unter freiem Himmel (Foto: ankawa.com). Dese schreckliche Zeit des IS-Terrors hat der neue chaldäische Patriarch miterlebt.

„KIRCHE IN NOT hat den Christen in den Jahren des IS-Terrors beigestanden“

Dankbar äußerte sich der neue Patriarch über die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT. Während der schwersten Jahre des IS-Terrors und des Wiederaufbaus habe das Hilfswerk den Christen beigestanden, „als andere es nicht konnten“. Für die Zukunft hoffe er besonders auf Unterstützung im Bereich Bildung und Ausbildung. „Wenn wir eine gebildete Generation haben, die ihren Glauben versteht, ist das die beste Grundlage dafür, dass unser Volk bleibt und gedeiht“, erklärte Nona.

Die chaldäisch-katholische Kirche ist die größte katholische Kirche des Irak und gehört zu den mit Rom verbundenen Ostkirchen. Ihr gehören etwa eine halbe Million Gläubige an, von denen viele im Ausland leben. Patriarch Paul III. Nona wurde 1967 im Nordirak geboren und 1991 zum Priester geweiht. Von 2010 bis 2014 war er Erzbischof von Mossul. Nach der Vertreibung durch den „Islamischen Staat“ leitete er die chaldäische Kirche in Australien.

Aufräumarbeiten vor einer Kirche in der irakischen Ninive-Ebene (Archivbild).

Unterstützen Sie notleidende Christen im Nahen Osten

Die Diözese Mendi liegt im zerklüfteten Hochland von Papua-Neuguinea – 31 Pfarren, über 300 Außenstationen, verbunden durch Bergstraßen, die selbst robuste Fahrzeuge auf eine harte Probe stellen. Mitten in dieser Landschaft liegt die Pfarre St. Joseph in Margarima, die größte der Diözese: 17 weit verstreute Außenstationen, für die ein einziger Priester zuständig ist.

Pfarrer George Mathew war lange Zeit mit einem ernsthaften Problem konfrontiert: Sein alter Wagen hatte bereits mehr als 270.000 Kilometer hinter sich – und machte immer öfter schlapp. Pannen häuften sich, Reparaturkosten stiegen, und was noch schwerer wog: Der Priester konnte seinen Gläubigen nicht mehr regelmäßig begegnen. Der Mechaniker war deutlich – das Fahrzeug müsse so bald wie möglich ersetzt werden. Doch das Geld dafür fehlte.

A priest blessing the new car at St. Joseph Parish.
PAPUA-NEW GUINEA / MENDI 24/00032
Vehicle (Toyota Land Cruiser) for St. Joseph Parish, Margarima, Hela Province
Bischof Donald Francis Lippert wandte sich mit einer Bitte an KIRCHE IN NOT – und wurde gehört. Dank der Großzügigkeit unserer Spenderinnen und Spender kamen 26.000 Euro zusammen. Genug für ein geländegängiges Fahrzeug, das den rauen Straßenverhältnissen im Hochland von Papua-Neuguinea gewachsen ist. Pfarrer Mathew ist damit wieder unterwegs – zu jeder Außenstation, zu jedem Menschen, der auf ihn wartet.

- Bischof Donald Francis Lippert, Diözese Mendi

Der Bischof bringt es auf den Punkt: Auf jedem dieser Wege durch das Hochland begleiten Sie – als Wohltäterinnen und Wohltäter von KIRCHE IN NOT – Pfarrer Mathew durch Ihre Solidarität und Ihr Gebet. Jede Spende hat dazu beigetragen, dass die Kirche in einer der herausforderndsten Regionen der Welt präsent bleibt.

Ihre Güte fährt nun mit Pater George über steinige Straßen und durch abgelegene Täler. Ihre Treue hilft ihm, Menschen zu erreichen, die inmitten von Unsicherheit, Armut und Gewalt die Nähe Gottes besonders brauchen.

Dafür danken wir Ihnen von Herzen.

Sie haben nicht nur ein Auto mitfinanziert. Sie haben Wege geöffnet. Sie haben Begegnung ermöglicht. Sie haben dazu beigetragen, dass die Kirche in Hela weiterhin ein Lichtblick bleibt.

Vergelt’s Gott für Ihre Großzügigkeit, Ihr Gebet und Ihre liebevolle Verbundenheit mit unseren Brüdern und Schwestern in Papua-Neuguinea.

Jerusalem. Bethlehem. Nazareth. Diese Namen berühren das Innerste eines jeden Christen. Doch die Wirklichkeit, die Benediktinerabt Nikodemus Schnabel in einer bewegenden Ansprache vor Vertretern von KIRCHE IN NOT gezeichnet hat, erschüttert tief.

„Wenn Sie glauben, dies sei ein Eldorado des Christentums, dann sieht die Realität anders aus“, sagte Abt Schnabel. Alle Christen zusammen machen heute weniger als 2 % der Bevölkerung im Heiligen Land aus. Zum Vergleich: Selbst in den am stärksten säkularisierten Regionen Europas – etwa der Tschechischen Republik – gibt es um ein Vielfaches mehr Christen.

Der Ort, an dem unser Glaube seinen Ursprung hat, droht seine letzten einheimischen Christen zu verlieren.

„Ein christliches Disneyland“ – Heilige Stätten ohne gläubige Familien

Was Abt Schnabel befürchtet, ist ein Szenario, das kaum auszudenken ist: Kirchen, Klöster und heilige Stätten bleiben erhalten – aber die lebendigen Gemeinden dahinter verschwinden.

„Meine Sorge ist, dass das Heilige Land zu einer Art ‚christlichem Disneyland‘ werden könnte. Die heiligen Stätten werden bleiben, mit Mönchen und Priestern. Aber es könnte keine christlichen Familien mehr geben, keine jungen Christen, kein reguläres christliches Leben.“

Kein Weihnachtsfest, das in Bethlehem von einheimischen Gläubigen gefeiert wird. Kein Osterjubel einheimischer Christen in Jerusalem. Nur Pilger – und Stille.

Krieg, Armut und Hoffnungslosigkeit treiben Menschen weg

Rund 60 % der arabischsprachigen Christen leben vom Tourismus. Das letzte gute Jahr war 2019. Seither haben Pandemie, Konflikte und Instabilität den Pilger- und Tourismusstrom dramatisch einbrechen lassen. Viele Familien stehen ohne Einkommen da. Um dieser Not entgegenzuwirken, hilft KIRCHE IN NOT beispielsweise christlichen Familien in Bethlehem, die diese schönen Olivenholzrosenkränze herstellen. Diese und andere Olivenholzprodukte finden Sie hier auf unserer Webseite.

„Die Menschen gehen weg, weil sie keine Zukunft sehen“, sagt Schnabel. Und sie fühlen sich dabei von niemandem wirklich wahrgenommen. „Sie haben oft das Gefühl, dass es keine Rolle spielt, ob sie da sind oder nicht.“

Besonders dramatisch ist die Lage im Gazastreifen, wo eine kleine christliche Gemeinschaft unter einer, wie Abt Schnabel sagt, „doppelten Besatzung“ lebt: dem äußeren Druck von Krieg und Blockade – und der inneren Unterdrückung durch das Hamas-Regime.

Christliche Arbeitsmigranten bei einer Prozession in Jaffa/Israel © Kirche in Not/Ilona Budzbon

Helfen Sie notleidenden Christen im Heiligen Land

Die unsichtbaren Christen

Besonders betroffen sind auch christliche Migranten und Asylsuchende. Viele von ihnen arbeiten in der Pflege, auf Baustellen oder in der Landwirtschaft. Sie beten, dienen, kümmern sich – und bleiben doch oft unsichtbar.

Abt Nikodemus spricht von eingezogenen Pässen, eingeschränkter Freiheit, Familientrennung und Bedingungen, die er als eine Form moderner „Sklaverei“ beschreibt.

Besonders erschütternd: Frauen, die Ja zum Leben sagen und sich gegen eine Abtreibung entscheiden, können dadurch mit ihren Kindern in eine irreguläre Situation geraten.

Angriffe, Vandalismus, Hass – die unsichtbare Verfolgung

In einem der erschütterndsten Teile seiner Ansprache sprach Abt Schnabel offen über wachsende Feindseligkeit gegenüber Christen von Seiten extremistischer Gruppen: Anspucken auf offener Straße, Vandalismus, Brandstiftung, Schändung von Heiligtümern, Hassgraffiti.

„Dieses Phänomen kann nicht länger als marginal abgetan werden“, betonte er. Und doch – mitten in all dem Schmerz – leuchtet etwas auf, das uns den Atem verschlägt.

Pater Nikodemus Schnabel, Benediktinerabt der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Christen, die bleiben – sogar in Todesgefahr

Am 7. Oktober 2023, als der Terror über Israel hereinbrach, weigerten sich christliche Pflegekräfte aus dem Ausland, die ihnen anvertrauten alten Menschen zu verlassen. Sie blieben. Und sie starben.

„Sie weigerten sich zu fliehen“, berichtete Abt Schnabel mit sichtbarer Bewegtheit. „Sie blieben bei denen, die ihnen anvertraut worden waren.“ Für ihn ist ihr Zeugnis ein zutiefst christliches – die stille Größe des Evangeliums gelebt bis zum Ende.

Was wir tun können – und müssen

Abt Schnabels Appell war klar: Damit christliche Familien im Heiligen Land bleiben können, braucht es Wohnraum und Arbeitsplätze. Ohne konkrete Zukunftsperspektive werden die Gemeinschaften weiter verschwinden. Durch Ihre Großzügigkeit und vieler weiterer Wohltäter können wir Christen und die Kirche vor Ort unterstützen.

Aber er bat auch um etwas, das jeder von uns geben kann: „Betet, dass es im Heiligen Land eine Zukunft für Christen gibt.“

Denn ohne lebendige christliche Gemeinden in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth drohen die heiligsten Orte der Welt zu leeren Symbolen zu werden – zu einem Erbe ohne Zeugen.

Lassen Sie uns diese Christen nicht vergessen. Mit Ihren Gebeten, Ihrer Solidarität und Ihrer Unterstützung können Sie dazu beitragen, dass das Heilige Land nicht verstummt.

Wenn Sie können, helfen Sie bitte heute auch mit Ihrer Spende, dass Christen im Heiligen Land bleiben können. Ihre Großzügigkeit schenkt Familien neue Hoffnung, stärkt die Kirche vor Ort und zeigt unseren Brüdern und Schwestern: Ihr seid nicht vergessen. Hier können Sie für Christen im Heiligen Land spenden. Vergelt’s Gott!

Die Diözese Nouakchott, die einzige katholische Diözese im westafrikanischen Mauretanien, hat Ende vergangenen Jahres ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Land, das stark von Migration geprägt ist und in dem Christen nur eine sehr kleine Minderheit bilden, beschreibt Bischof Victor Ndione seine Aufgabe im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Ich vergleiche mich mit Sisyphos. Ich beginne immer wieder von Neuem: Ausbildung von Gemeindeleitern, Katecheten, Lehrern – im Wissen, dass sie vielleicht in sechs Monaten nicht mehr da sind.“

Die Diözese Nouakchott wurde im Dezember 1965 errichtet. Von 1995 bis 2024 wurde sie vom deutschen Afrikamissionar und gebürtigen Münsterländer Martin Happe geleitet. Heute zählt die Diözese rund 6000 Gläubige – ausschließlich Ausländer, vor allem aus Senegal, Gambia, Mali und Guinea-Bissau. Die Zahl der Christen in Mauretanien liegt bei weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung; der Islam ist Staatsreligion.

Dank ihrer sozialen und karitativen Aktivitäten genieße die katholische Kirche das Wohlwollen der mauretanischen Behörden und der Bevölkerung, sagte der Bischof. Seit 2016 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Mauretanien. Ein Verfahren zur formellen staatlichen Anerkennung der Kirche ist eingeleitet und soll bald abgeschlossen werden, hofft Ndione.

Bischof Victor Ndione aus Nouakchott in Mauretanien. © KIRCHE IN NOT

Kirche in einem Land des Aufbruchs – und Abschieds

Muslime in Mauretanien seien „traditionell gemäßigt“, betonte er: „Allerdings beobachten wir das Anwachsen eines salafistischen Islam, der zunehmend Fuß fasst und weder der katholischen Kirche noch gemäßigten Muslimen gegenüber wohlgesinnt ist.“

Mauretanien ist für viele Menschen aus Subsahara-Afrika eine Zwischenstation auf dem Weg nach Europa. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken unter Migranten, berichtete der Bischof.

Die ständige Bewegung prägt auch das kirchliche Leben. Viele Gläubige bleiben nur kurze Zeit im Land. Gemeinden wachsen – und schrumpfen wieder. Auch die Seelsorger sind fast ausschließlich Ausländer: Von 13 Priestern gehören nur zwei dem Diözesanklerus an, alle Ordensschwestern stammen ebenfalls aus dem Ausland. Kürzlich habe sich zudem eine Ordensgemeinschaft aus der Diözese zurückgezogen. „Das ist eine echte Sorge“, sagt Ndione.

Ordensfrauen in Mauretanien betreiben eine Kindertagesstätte. © Kirche in Not

Kirche ist Ansprechpartnerin für Mehschen in schwierigen Lebenslagen

In diesem Umfeld versteht sich die Kirche als Ansprechpartnerin für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie unterstützt Migranten ebenso wie Einheimische – unabhängig von Herkunft oder Religion. Im Mittelpunkt stehen praktische Hilfen: Lebensmittel, medizinische Versorgung, Bildungsangebote und Unterkünfte.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf beruflicher Qualifizierung. In der Hauptstadt Nouakchott betreibt die Kirche ein Ausbildungszentrum. Andernorts werden Kurse für Bäcker-, Schreiner- und Elektrohandwerk angeboten. Damit sollen Perspektiven vor Ort geschaffen werden, betonte der Bischof.

Da die Kirche in Mauretanien bislang nicht als juristische Person anerkannt ist, hat sie keine Einnahmemöglichkeiten; die wenigen Gläubigen, selbst bitterarm, können nichts zur Arbeit der Kirche beitragen.

Bischof Martin Happe (1995–2024 Bischof von Nouakchott, links) und Bischof Victor Ndione (Bischof von Nouakchott seit 2024)

Messstipendien und weitere Projekte

Eine wichtige Stütze sind daher Messstipendien und Projektförderungen von KIRCHE IN NOT. Mit Hilfe des Hilfswerks konnte unter anderem ein Pastoralzentrum in Nouakchott gebaut werden, das Platz für 200 Personen bietet. Dort finden Jugendtreffen, Ehevorbereitungskurse und geistliche Angebote statt – die Wirkung für die kleine christliche Gemeinschaft Mauretaniens sei groß, betonte Bischof Ndione: „Die Solidarität der Weltkirche und die Unterstützung von Organisationen wie KIRCHE IN NOT sind wie Balsam und frischer Wind für uns.“

KIRCHE IN NOT hat die Zerstörung einer Christusstatue im Süden des Libanon scharf verurteilt. Auslöser sind Bilder, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden und nach Angaben der israelischen Armee authentisch sind.

Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in öffentlichen Erklärungen vom 19. und 20. April 2026 mitteilten, zeigen die Aufnahmen einen Soldaten der eigenen Streitkräfte im Süden des Libanon. Die Armee erklärte, sie nehme den Vorfall sehr ernst. Das Verhalten des Soldaten widerspreche den Werten und Verhaltensmaßstäben, die für Angehörige der Streitkräfte gelten.

Zu möglichen disziplinarischen Konsequenzen wurden bislang keine weiteren Einzelheiten bekannt. Nach Angaben der Armee wird der Fall derzeit innerhalb der militärischen Befehlskette untersucht. Zugleich kündigten die Streitkräfte an, die örtliche christliche Gemeinschaft bei der Wiederherstellung der beschädigten Statue zu unterstützen.

Dieser Screenshot von X/Twitter zeigt einen mutmaßlichen Vorfall, bei dem ein IDF-Soldat am 19. April 2026 im Süden des Libanon dabei zu sehen ist, wie er eine Jesusstatue zerstört. Foto: Screenshot/X

KIRCHE IN NOT zeigt sich tief betroffen

KIRCHE IN NOT zeigt sich tief betroffen über die Schändung eines heiligen christlichen Symbols. Das Hilfswerk verurteilte die Tat mit Nachdruck und erklärte seine volle Solidarität mit den Christen im Libanon, die seit Jahren unter Unsicherheit und Instabilität leiden.

Zugleich betonte KIRCHE IN NOT, dass der Respekt vor religiösen Symbolen und Kultstätten ein grundlegendes Prinzip sei – auch und gerade in Zeiten bewaffneter Konflikte. Nichts könne Handlungen rechtfertigen, die die religiöse Würde von Gemeinschaften verletzten oder Missachtung gegenüber dem ausdrückten, was ihnen heilig sei.

Das Hilfswerk begrüßte, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei und erste Schritte zur Aufarbeitung sowie zur Wiederherstellung angekündigt wurden. Solche Maßnahmen seien wichtig, um Respekt zu sichern und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Entscheidend werde sein, dass sie transparent und glaubwürdig umgesetzt würden.

KIRCHE IN NOT bekräftigte außerdem, weiterhin an der Seite bedrängter Christen zu stehen und überall dort geistliche und konkrete Hilfe zu leisten, wo Glaube, Würde und Religionsfreiheit bedroht seien.

Abschließend rief das Hilfswerk zum Gebet für die christlichen Gemeinschaften im Libanon und in der gesamten Region auf. Zugleich erneuerte es seine Forderung nach dem Schutz der Religionsfreiheit und nach Achtung dessen, was Gläubigen jeder Tradition heilig ist.

Die Kirche in Angola erhofft sich vom bevorstehenden Papstbesuch ein Ende der politischen und sozialen Spaltungen im Land. Wie die Bischofskonferenz des afrikanischen Landes in einem KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Hirtenbrief erklärt, könne man den „Boten des Friedens“ nicht mit einem Herzen voller Hass und Groll empfangen. „Die Versöhnung muss in jedem Herzen, in jeder Familie und in jeder zivilgesellschaftlichen oder parteipolitischen Organisation beginnen“, schreiben die angolanischen Bischöfe.

Das Land im Südwesten Afrika wurde 1975 von Portugal unabhängig. Es folgte ein langjähriger Bürgerkrieg, dessen Folgen bis heute fortwirken: Gesellschaftliche Spaltungen und Armut prägen vielerorts immer noch den Alltag.

Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo/Angola. © KIRCHE IN NOT

Folgen des Bürgerkriegs noch immer präsent

Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo sagte in einem Interview mit KIRCHE IN NOT, es sei „eine große Gnade“, dass Papst Leo XIV. noch nicht einmal ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats Angola besuche. Er betonte, dass der Papst als Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens komme. „Das sind drei sehr wichtige und hochaktuelle Themen für unsere Kirche von heute. Deshalb werden wir diesen Besuch mit Katechese, Gebet und Begegnungen vorbereiten“, so der Bischof.

Die Bischöfe erinnerten in ihrem Hirtenbrief daran, dass Angola die erste Nation in der Subsahara-Region war, die das Evangelium empfing und in der die ersten Taufen stattfanden. Auch der erste schwarzafrikanische Bischof, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde, stammte aus dem Gebiet des heutigen Angola.

Laut dem von KIRCHE IN NOT 2025 herausgegebenen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ sind mehr als 93 Prozent der Einwohner Angolas Christen; die Mehrheit von ihnen ist katholisch. KIRCHE IN NOT hilft der Kirche in Angola seit Jahrzehnten bei zahlreichen Projekten. Neben der Renovierung von Kirchen, Kapellen und kirchlichen Einrichtungen unterstützt das Hilfswerk die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten, Priesteranwärtern und Laien. Hinzu kommt die praktische Hilfe für die Mobilität von Priestern und Katecheten durch Fahrzeuge und Motorräder, die für die Seelsorge in Regionen mit schlechten Straßenverhältnissen unverzichtbar sind.

Papst Leo XIV. besucht vom 18. bis 21. April mehrere Städte in Angola. Weitere Stationen seiner aktuellen Reise nach Afrika sind Algerien, Äquatorialguinea und Kamerun, wo KIRCHE IN NOT ebenfalls zahlreiche Projekte unterstützt.

VIDEO: Geschichte Angolas von der Kolonialherrschaft über die Unabhängigkeit bis zum Drama des Bürgerkriegs

Vor einiger Zeit hatten wir einen Hilferuf aus Indonesien weitergeleitet. Die Gläubigen in Golo Popa auf der Insel Flores hatten kein Gotteshaus und mussten sich sonntags in der Dorfschule zur Heiligen Messe versammeln. Obwohl dies nur eine provisorische Lösung war, kamen viele Gläubige. An den Werktagen, an denen Unterricht in der Schule stattfindet, hatten sie hingegen gar keinen Raum für das Gebet und für Gottesdienste, für Taufen, Trauungen oder andere kirchliche Aktivitäten.

Pfarrer Ferdinandus Tahul berichtete uns damals, dass die Gläubigen, die selbst arm sind, große Anstrengungen unternahmen, um das Geld für ein Gotteshaus aufzubringen. Schon jahrelang hatten sie Geld und Material gesammelt, aber die Mittel reichten nicht aus. Es war ihnen aber wichtig, eine würdige Kapelle zu haben, um Gott die Ehre erweisen zu können: „Die Leute leben ihren katholischen Glauben mit großer Freude. Der Glaube ist sehr lebendig.“, teilte er uns mit und bat uns um Hilfe.

Dank der großzügigen Hilfe unserer Wohltäter konnte die neue Kapelle bereits eingeweiht werden.

Wir sehen, dass die Menschen stärker am Leben der Kirche teilnehmen.

Seine Bitte fand in Ihren Herzen ein Echo, und es kamen 28.000 Euro zusammen. Dank dieser Hilfe konnte die neue Kapelle bereits eingeweiht werden. Der Pfarrer schreibt uns voller Freude:

„Der Bau wurde dank des Engagements der Gläubigen und der großzügigen Hilfe von KIRCHE IN NOT fertiggestellt. Die Gläubigen haben fleißig mitgearbeitet, und auch die Frauen haben sich an den Bauarbeiten beteiligt. Jetzt kann die Gemeinde die Gottesdienste in der neuen Kapelle feiern, und wir haben auch schon zum ersten Mal dort Weihnachten feiern können. Wir sehen, dass die Menschen stärker am Leben der Kirche teilnehmen und dass mehr Leute in die Kirche kommen. Besten Dank für Ihre großzügige Hilfe und ich wünsche Ihnen Gottes reichen Segen!“

Die Zukunft christlicher Schulen in Jerusalem steht nach Einschätzung von Verantwortlichen der Ortskirche vor großen Herausforderungen.

Diese teilten ihre Befürchtungen dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ mit. Hintergrund ist eine Entscheidung des israelischen Bildungsministeriums, wonach für das Schuljahr 2026/27 keine Arbeitsgenehmigungen mehr für palästinensische Lehrkräfte aus dem Westjordanland ausgestellt werden sollen.

Betroffen sind insbesondere Lehrer mit einer „Green Card“, die bislang unter bestimmten Bedingungen in von Israel kontrollierten Gebieten arbeiten konnten. Sollte die Regelung umgesetzt werden, könnten mehr als 200 Lehrkräfte ihre Anstellung an christlichen Schulen in Jerusalem verlieren.

Schüler einer christlichen Grundschule in Ostjerusalem (Archivbild). © KIRCHE IN NOT

Konflikt um Arbeitserlaubnisse spitzt sich zu

Bereits im Juli 2025 hatte der Bildungsausschuss der Knesset einen Gesetzentwurf verabschiedet, der vorsieht, Abschlüsse aus dem Westjordanland nicht mehr für den Schuldienst in Israel und Ostjerusalem anzuerkennen. Nach Darstellung der israelischen Behörden entsprechen diese Abschlüsse nicht den geforderten akademischen Standards. Schon zu Beginn des laufenden Schuljahres erhielten zahlreiche Lehrkräfte keine Genehmigung mehr.

Mit dem Schreiben vom 10. März 2026 hat sich die Situation weiter zugespitzt: Die Schulen wurden aufgefordert, künftig ausschließlich Lehrkräfte einzustellen, die in Jerusalem leben und über von Israel ausgestellte Qualifikationen verfügen. In der Praxis bedeutet dies, dass palästinensische Lehrer aus dem Westjordanland mit sogenannter „Green Card“ nicht mehr beschäftigt werden können.

Ein Vertreter des Generalsekretariats der christlichen Schulen im Heiligen Land, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, warnte im Gespräch mit KIRCHE IN NOT vor weitreichenden Folgen: „Diese Entscheidung könnte unsere Schulen in eine sehr schwierige Lage bringen und ihre Existenz gefährden.“

Unterricht an einer christlichen Schule in Jerusalem. © Generalsekretariat christlicher Schulen im Heiligen Land

Unterstützen Sie notleidende Christen im Heiligen Land mit Ihrer Spende

Lehrerlücke lässt sich nicht kurzfristig schließen

Die betroffenen Schulen haben eine lange Tradition und spielen eine wichtige Rolle für das Zusammenleben in Jerusalem und im gesamten Heiligen Land. Viele von ihnen wurden bereits im 19. Jahrhundert gegründet und stehen Kindern unterschiedlicher religiöser Herkunft offen.

Nach Angaben der Verantwortlichen arbeiten derzeit rund 230 Lehrkräfte aus dem Westjordanland an 15 christlichen Schulen in Jerusalem. Ihr Wegfall würde die Einrichtungen organisatorisch und pädagogisch erheblich belasten. „Im Durchschnitt wären etwa 15 Lehrer pro Schule betroffen“, sagte der Ansprechpartner für die christlichen Schulen. Zugleich gebe es in Jerusalem nicht ausreichend qualifizierte christliche Lehrkräfte, um diese Lücke kurzfristig zu schließen.

Neben den Schulen selbst hätte die Entwicklung auch soziale Folgen für die betroffenen Familien. Viele der Lehrer sichern mit ihrer Arbeit den Lebensunterhalt ihrer Angehörigen. Ein Verlust der Anstellung träfe sie in einer ohnehin angespannten Situation im Nahostkonflikt.

Kirche setzt auf Dialog

Die katholische Kirche sucht nach eigenen Angaben das Gespräch mit den zuständigen Stellen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Gleichzeitig wurden rechtliche Schritte eingeleitet, um die Situation zu klären. „Die Kirche wird die Betroffenen nicht alleinlassen“, betonte der Vertreter der Schulen. Ziel sei es, die Bildungsarbeit langfristig zu sichern und Perspektiven für die Lehrer und ihre Familien zu erhalten.

KIRCHE IN NOT verfolgt die Entwicklung aufmerksam und steht in engem Kontakt mit der Ortskirche. Neben der Unterstützung konkreter Hilfsmaßnahmen gehe es auch darum, auf die Situation der Christen im Heiligen Land aufmerksam zu machen und ihre Präsenz langfristig zu stärken.

Die anhaltenden Angriffe im Libanon treffen nach Einschätzung eines Ortsbischofs nicht mehr nur militärische Ziele, sondern die gesamte Bevölkerung. „Das ist kein gerechter Krieg, es ist eine Niederlage für uns alle“, sagte der syrisch-katholische Bischof Jules Boutros KIRCHE IN NOT (ACN). Boutros ist seit 2022 Kurienbischof des syrisch-katholischen Patriarchats von Antiochia.

Aus Beirut berichtete der 43-jährige von einer zunehmend katastrophalen Lage im Land. Die israelischen Angriffe richteten sich offiziell gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah, tatsächlich seien jedoch immer wieder zivile Einrichtungen betroffen. So seien zuletzt auch Gebäude in Wohngebieten getroffen worden, darunter Hotels – eines davon in einem überwiegend christlichen Viertel. „Niemand weiß, wer sich im selben Gebäude aufhält. Diese Unsicherheit betrifft jeden Libanesen. Das Risiko ist überall“, erklärte der Bischof.

Jules Boutros, Kurienbischof des syrisch-katholischen Patriarchats von Antiochia mit Sitz in Beirut. © KIRCHE IN NOT

Umdenken in Sachen Hisbollah?

Mit Interesse registriert Boutros, dass angesichts der jüngsten Eskalation auch ein Umdenken unter schiitischen Muslimen einsetze. „Früher hörte man aus der schiitischen Gemeinschaft kaum Kritik an der Hisbollah. Jetzt ist das anders.“ Besonders die Äußerung eines ranghohen schiitischen Geistlichen, wonach religiöse Gebäude nicht als Flüchtlingsunterkünfte dienen sollten, habe Empörung ausgelöst. Sunnitische Muslime, Christen und Drusen seien sich in der Ablehnung des Krieges ohnehin einig, sagte Boutros.

Besonders dramatisch sei die Situation im Süden des Libanon nahe der Grenze zu Israel. „Der gesamte Süden ist weitgehend entvölkert. Wir sprechen von hunderten von Dörfern“, sagte Boutros. Auch mehrheitlich von Christen bewohnte Ortschaften seien von Angriffen betroffen. Viele Menschen seien geflohen und wüssten nicht, ob sie jemals zurückkehren könnten. Internationale Beobachter gehen von rund einer Million Binnenflüchtlinge im Libanon aufgrund der jüngsten Eskalation aus.

Suppenküche für Binnenvertriebene im Nordlibanon (Archivbild). © KIRCHE IN NOT

Bischof Jules Boutros: „Jede noch so kleine Spende bedeutet sehr viel“

„Jede noch so kleine Spende bedeutet sehr viel“

Die humanitäre Lage verschärfe sich dramatisch, so der Bischof. Die Kirche im Libanon spiele eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Vertriebenen: „Christliche Gemeinden haben ihre Türen weit geöffnet.“ Gleichzeitig stoßen viele Einrichtungen an ihre Grenzen. Die Bedürfnisse seien vielfältig und reichten von Treibstoff für Generatoren über Lebensmittel bis hin zu psycho-spiritueller Begleitung.

Besonders schwierig sei die Situation für Familien, die Angehörige aufgenommen haben und von öffentlicher Hilfe nicht erfasst würden. In manchen Regionen sei es zudem zu gefährlich, Hilfsgüter direkt zu verteilen. „Deshalb ist finanzielle Unterstützung oft die einzige Möglichkeit, zu helfen“, erklärte Boutros.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche im Libanon seit Jahrzehnten und hat seine Hilfe angesichts der aktuellen Krise weiter verstärkt. Bischof Boutros dankte ausdrücklich für diese Unterstützung: „Aus dem Libanon danken wir Ihnen für alles, was Sie für unsere Kinder, Familien und besonders für die Vertriebenen tun.“ Zugleich richtete er einen dringenden Appell an das Ausland: „Wir brauchen noch mehr Hilfe. Jede noch so kleine Spende bedeutet sehr viel.“

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