

Karakosch ist die größte der insgesamt 13 mehrheitlich christlichen Kleinstädte der Ninive-Ebene im Nordirak. Anders als bei den meisten anderen Wiederaufbau-Projekten nach den Zerstörungen durch den „Islamischen Staat“, wurde diese Schule komplett neu gebaut. Dazu genutzt wurde das Gelände des ehemaligen Spielplatzes der Al-Tahira-Grundschule, die ebenfalls von den Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena geleitet wird.
Die Al-Tahira-Sekundarschule verfügt auf drei Etagen über Klassenzimmer, drei Labore, ein Computerzentrum, einen Konferenzraum, eine Bibliothek und eine Kapelle.

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern sagte: „KIRCHE IN NOT war von Anfang an an dieser Initiative beteiligt. Es war ein Privileg, mit so vielen Einzelpersonen und Organisationen zusammenzuarbeiten, einschließlich der österreichischen Bischofskonferenz, unterstützt von der österreichischen Regierung, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“
Heine-Geldern dankte den Wohltätern des Hilfswerks für ihre unermüdliche Unterstützung für den Irak. „Wer hätte in den dunkelsten Tagen der Belagerung durch den „Islamischen Staat“ geglaubt, dass wir nur wenige Jahre später die Eröffnung einer neuen Schule feiern würden?“

Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Irak
Eine christliche Gemeinde im Irak hatte dieses Jahr zu Ostern zusätzlichen Grund zur Freude, als ihre Kirche zum ersten Mal seit der Entweihung des Gebäudes vor fast acht Jahren durch militante Kämpfer des IS wieder für Gottesdienste geöffnet wurde.
Die militanten Extremisten drangen 2014 in die chaldäisch-katholische Kirche St. Kyriakos in Batnaya ein, enthaupteten die Statuen und zerschlugen den Altar. Bewaffnete Männer nutzten die heiligen Bilder über dem Altar für Schießübungen; die Extremisten schrieben antichristliche Graffiti auf die Wände der nahe gelegenen Kapelle der Unbefleckten Empfängnis.

Die Slogans, einige davon in deutscher Sprache, lauteten: „Oh, ihr [Schimpfwort] Sklaven des Kreuzes, wir werden euch alle töten … Ihr Drecksleute, ihr gehört nicht hierher.“
Sogar die Grabsteine des nahe gelegenen Friedhofs wurden in Stücke geschlagen.
Als der IS (Daesh) schließlich besiegt war und die Stadt als frei von Gewalt erklärt wurde, lag Batnaya nahezu in Schutt und Asche, es war die am stärksten beschädigte Stadt unter den mehr als ein Dutzend christlichen Städten und Dörfern in der historischen Ninive-Ebene.
Das katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) initiierte ein umfangreiches Restaurierungs- und Wiederaufbauprogramm, um den Menschen aus Batnaya zu helfen, in großer Zahl zurückzukehren.

Als Unterstützer verfolgter und anderer leidender Christen leistete KIRCHE IN NOT Hilfe zur Instandsetzung zweier Kindergärten in Batnaya, des Dominikanerklosters St. Clara, des Gemeindehauses, der Bibliothek und des Priesterhauses (Presbyterium).
Die St.-Kyriakos-Kirche und die nahe gelegene Kapelle, gefördert mit 242.000 Euro, bildeten das Kernstück des KIRCHE IN NOT-Restaurierungsprogramms. Ein KIRCHE IN NOT-Team, das zur Projektbeurteilung im letzten Monat Batnaya besuchte, stellte fest, dass die Arbeiten kurz vor dem Abschluss standen.
Die Arbeiten wurden in der Karwoche unterbrochen, damit die Gottesdienste stattfinden konnten – die ersten seit August 2014 –; und zur Osternacht besuchten über 500 Menschen die Messe, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern.

Der Gemeindediakon Basim berichtete KIRCHE IN NOT aus Batnaya und sagte: „Wir haben uns alle so sehr gefreut, zur Ostermesse in die Kirche zu gehen.“
Diakon Basim, der zwei Töchter hat, die elfjährige Therese und die achtjährige Veronica, und an einer örtlichen Sekundarschule Englisch unterrichtet, fügte hinzu: „Wir hatten sehr hart gearbeitet, um so weit zu kommen, und die Kirche war so voll, dass die Leute sogar in den Gängen standen.“
Der Koadjutorbischof von Alqosh, Thabet Al Mekko, wies darauf hin, dass die Kirche St. Kyriakos eine der größten der Diözese ist, und sagte KIRCHE IN NOT: „Wir sind dem Hilfswerk Kirche in Not sehr dankbar für all die Unterstützung, die sie uns gewährt hat.“
Diakon Basim gab an, er hoffe, dass die Arbeiten an St. Kyriakos im Juli abgeschlossen sein werden, am Jahrestag der Kirche, die viele Jahrhunderte alt ist, aber 1944 neu errichtet wurde.
Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak, einem der Schwerpunktländer, weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Irak
Mit einem Hilfspaket von fast 1,5 Millionen Euro bewahrt KIRCHE IN NOT über 90 katholische Schulen im Libanon vor der sofortigen Schließung. Die Mittel sollen dazu beitragen, jene große Wirtschaftskrise im Land zu bewältigen, die soziale Einrichtungen massiv bedrohe. KIRCHE IN NOT folgt mit dem Hilfspaket einem Aufruf des Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri.
„Der Libanon leidet unter der größten Währungsabwertung in seiner Geschichte. Es gibt eine massive Auswanderung, und die soziale Grundversorgung bricht zusammen“, erklärte der Generalsekretär von KIRCHE IN NOT International, Philipp Ozores, nach seiner Rückkehr aus dem Libanon. „Das ist die größte Bedrohung für die christliche Präsenz im Libanon in den vergangenen Jahrzehnten.“
Nach dem massiven Exodus der Christen aus dem Irak und Syrien sei der Libanon das einzig verbliebene Land im Nahen Osten mit einer bedeutenden christlichen Gemeinschaft.
Ziel sei es nun, über 90 Schulen vor der Schließung zu retten. Hilfsempfänger seien 61 Schulen in ländlichen Gebieten und Armenvierteln von Beirut sowie 19 über das ganze Land verteilte Fachschulen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird diese schreckliche und andauernde Krise dazu führen, dass Tausende von Kindern ohne Schulbildung bleiben und noch mehr christliche Familien zur Auswanderung bewegt werden“, fürchtet Ozores.

In einer ersten Phase habe sich KIRCHE IN NOT nun dazu verpflichtet, diese mehr als 90 Schulen durch zwölf Hilfsprogramme zu unterstützen. Ein Teil dieser Hilfe wird in Form von Stipendien für Schüler aus den bedürftigsten Familien geleistet, die je nach Schule zwischen 25 und 70 Prozent der gesamten Schülerschaft ausmachen. Dadurch würden Familien entlastet, die aufgrund der Krise derzeit nicht in der Lage seien, die Schulgebühren zu bezahlen.
Ein weiterer Teil sei eine Soforthilfe für Lehrer und Verwaltungsangestellte der Schule. „Ihnen ein stabiles Gehalt zu geben, ist eine der Säulen unserer Programme“, erklärte Philipp Ozores. Mehr als 2000 Grund- und Sekundarschullehrer hätten den Libanon in den vergangenen Monaten verlassen, um in Europa oder Ländern am Persischen Golf Arbeit zu suchen. Das derzeitige Durchschnittsgehalt eines Schulleiters sei von 1.000 US-Dollar auf nur noch 50 US-Dollar pro Monat gesunken.

Mit den Schulen würde ein wichtiger Pfeiler des sozialen und kulturellen Zusammenhalts in dem zersplitterten Land verloren gehen. Die katholischen Schulen im Libanon stünden Schülern aller Glaubensrichtungen offen. In Regionen mit muslimischer Mehrheit seien bis zu 90 Prozent der Schüler Muslime.
Ozores betonte: „Die Kirche im Libanon hat sich seit Generationen für die Bildung von Muslimen und Christen gleichermaßen eingesetzt. Das hat sich positiv auf die Mentalität vieler Libanesen ausgewirkt und als Bollwerk gegen die Art von religiösem Fanatismus und Extremismus gewirkt, die wir in anderen Teilen der arabischen Welt erleben.“

Bis vor etwa zwei Jahren sei das Schulgeld von den Familien gezahlt worden, das Lehrpersonal jedoch von der Regierung finanziert. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Eltern nicht mehr zur Zahlung des Schulgeldes in der Lage und die libanesische Regierung habe ihren Teil seit geraumer Zeit nicht mehr geleistet. In einigen Fällen befänden sich die Schulen bereits seit vier Jahren ohne staatliche Hilfe und könnten ihre Lehrer nicht mehr bezahlen.
In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Hilfe von KIRCHE IN NOT für den Libanon auf die Unterstützung christlicher Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg. In den Jahren 2020 und 2021 hat die Organisation ihre Hilfe für den Wiederaufbau von Kirchen und anderen Gebäuden in Beirut nach der Explosion im Hafen sowie die Soforthilfe für bedürftige Familien massiv aufgestockt.
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Verwendungszweck: Libanon
Monsignore Joseph Spiteri stellt fest, dass der Libanon ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist, weil er auf einer zivilen Verfassung gründet, in der die Gewissens- und Meinungsfreiheit respektiert werden. Der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls dankt KIRCHE IN NOT dafür, dass es durch Projekte, die die Christen zum Bleiben ermutigen, dazu beiträgt, dieses Gleichgewicht zu erhalten.
Der Libanon befindet sich in einer noch nie dagewesenen Wirtschaftskrise und viele Libanesen sind geneigt, das Land zu verlassen, oder haben es bereits getan. Während eines Treffens mit Vertretern von KIRCHE IN NOT (ACN), die das Land besuchten, um von der Päpstlichen Stiftung geförderte Projekte zu besichtigten, erklärte der maltesische Erzbischof Joseph Spiteri, der Botschafter des Heiligen Stuhls – oder Apostolischer Nuntius – im Libanon, dass „die Christen im Allgemeinen besser ausgebildet, besser vorbereitet sind und mehr Verwandte im Ausland haben, sodass es für sie einfacher ist, auszuwandern und gute Arbeitsplätze zu finden“.

Umso wichtiger ist es, in Projekte zu investieren, die Christen ermutigen, im Land zu bleiben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Unterstützung der Kirche für Schulen. „Die Katholische Kirche betreibt im Libanon etwa 330 Schulen. Etwa 90 davon sind sogenannte ‚‘unterstützte Schulen‘. Sie sind vor allem auf arme Familien ausgerichtet und sind privat, erhalten aber die Hälfte der Schulgebühren von der Regierung; die andere Hälfte kommt von den Eltern. Doch obwohl das Schulgeld sehr niedrig ist, zahlt die Regierung wegen der Wirtschaftskrise ihren Anteil nicht.
Da die Regierung bankrott ist, hat die Kirche beschlossen, nicht länger zu warten, sondern an einer Lösung zu arbeiten. Sie stellte bei KIRCHE IN NOT einen Antrag auf finanzielle Förderung, der bewilligt wurde. Die Hälfte des Betrags wurde bereits gezahlt, die andere Hälfte ist auf den Weg gebracht. Nuntius Spiteri zufolge ist die Bedeutung dieser Hilfe gar nicht hoch genug einzuschätzen. „Diese Schulen sind sehr wichtig, weil sie die christliche Präsenz bewahren, die Familien in den Dörfern halten und Arbeitsplätze für Lehrer und nicht-akademisches Personal schaffen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT war die Kirche in der Lage, den Lehrern in über 50 Schulen einen Zuschuss in Höhe von 300 Dollar und nicht-akademischem Personal 180 Dollar pro Schuljahr zu gewähren. Dieses Geld ist ein wichtiger Beitrag zur Deckung der Grundversorgung, wie Lebensmittel und Benzin, denn in der derzeitigen Krise geben viele Lehrer, deren Gehalt manchmal 50 bis 100 Dollar nicht übersteigt, mehr Geld für Benzin aus, um zur Arbeit zu gelangen, als sie verdienen. Weitere, noch kommende Gelder von KIRCHE IN NOT sollen hauptsächlich für Stipendien verwendet werden, als Hilfe für die ärmsten Familien, damit ihre Kinder weiterhin in der Schule angemeldet bleiben können.
„Wir schulden KIRCHE IN NOT ein großes Dankeschön. Danke für all die Hilfe, die Sie dem Libanon und den Christen im Libanon haben zukommen lassen, damit sie weiterhin hierbleiben und dieses wunderbare, wunderbare Land aufbauen können, das ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist. Ich werde Sie in meine Gebete einschließen und bitte Sie, uns, den ganzen Libanon und insbesondere die libanesischen Christen in Ihre Gebete einzuschließen. Gott segne Sie“, sagte Mons. Spiteri in einer Nachricht an die Spender.

KIRCHE IN NOT unterstützt seit vielen Jahren Projekte im Land, doch die massive Wirtschaftskrise, die den Libanon nach den Aufständen von 2018 getroffen und das libanesische Pfund auf etwa ein Zwanzigstel seines früheren Wertes hat absacken lassen – wie auch die katastrophale Explosion, die den Hafen von Beirut und einen großen Teil der Stadt dem Erdboden gleichgemacht und die Krise noch verschärft hat – waren Anlass zu einer Erhöhung der Unterstützung auf das Vierfache.
Msgr. Joseph Spiteri betont, wie wichtig es ist, die christliche Präsenz im Libanon zu erhalten, auch, um das soziale Gleichgewicht zu schützen, das das Land so besonders macht.
„Der Libanon unterscheidet sich von allen anderen Ländern des Nahen Ostens. Nicht nur, weil es bei uns mehr Christen gibt, sondern weil es das einzige Land in der Region ist, das sich auf eine zivile Verfassung stützt. Die Gewissens- und Meinungsfreiheit werden hier seit jeher geachtet. Es ist wichtig, dass der Libanon sich diese Identität bewahrt. Es ist ein schwieriger Balanceakt, die Rechte der Einzelnen und die kollektiven Rechte der Gemeinschaften zu wahren. Aber es ist gelungen, und es kann gelingen, wir brauchen den guten Willen aller. Das ist die Identität des Libanon, das ist der Grund, warum der Libanon so anders ist.“

Es ist auch der Grund, warum Papst Franziskus wiederholt geäußert hat, er wolle den Libanon besuchen, um dieses soziale Vorhaben und insbesondere die christliche Gemeinschaft zu bestärken. „Der Papst will kommen. Er hat es gegenüber dem Präsidenten und dem Premierminister wiederholt, als sie vor Kurzem den Vatikan besucht haben“, erklärt der päpstliche Botschafter. Im April hatte der Präsident angekündigt, dass Papst Franziskus im Juni ins Land kommen werde. Der Vatikan hat es zwar noch nicht offiziell bestätigt, sagt jedoch, dass diese Möglichkeit durchaus besteht.
Der Nuntius hegt eine gewisse Hoffnung, dass die kommenden Wahlen im Mai zu einer stabileren Regierung führen werden, die es wiederum ermöglichen könnte, dass das Land endlich eine Vereinbarung mit dem IWF und der Weltbank trifft, damit die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und das Vertrauen wiederhergestellt wird.
„Ohne Vertrauen kann der Libanon keine Investitionen anziehen, aber es gibt Potenzial, zum Beispiel in der Landwirtschaft und im Tourismus, wo neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Wir müssen junge Menschen davon überzeugen, dass sie bleiben und interessante Dinge tun können. Das ist eine große Herausforderung“, schließt Erzbischof Joseph Spiteri.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Libanon
Einhundertzehn Priester sind in der Diözese Jagdalpur tätig. Ihr Dienst ist hart und entbehrungsreich, denn sie arbeiten vor allem in den abgelegenen und unterentwickelten Gebieten und müssen weite und beschwerliche Wege zurücklegen. Die Diözese erstreckt sich über rund 39.000 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig fast so groß wie die Niederlande oder die Schweiz. Von den 2,9 Millionen Einwohnern sind nur etwas über 11.000 katholisch. Die meisten von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an.
Die Diözese wurde 1972 gegründet. Die ersten Priester kamen aus anderen Gegenden Indiens und gehörten dem einheimischen Orden der „Karmeliten von der Unbefleckten Jungfrau Maria“ an. Seit 1990 gibt es auch einheimische Berufungen. Zurzeit sind 15 junge Männer im Priesterseminar, und 18 weitere im Kleinseminar. Das Beispiel der Priester, das sie von Kindheit an sehen durften, hat sie inspiriert. „Die Leute wundern sich, warum die Priester ihre Familie und ihre Herkunftsregion verlassen. Sie sehen, dass die Priester keine beruflichen Chancen suchen, sondern bei ihnen sind und ihnen dienen“, bringt es Pater Tijo Manjamakkil auf den Punkt. Die Priester verkünden den Armen und an den Rand Gedrängten die Frohe Botschaft, teilen ihr schweres Leben und versuchen, ihnen schrittweise dabei zu helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Sie werden „allen alles“ (1 Kor 9,22), wie es der Apostel Paulus schreibt.

Manche der Priester, die viele Jahre lang das Leben der Kirche in der Region auf ihren Schultern trugen, sind nun alt oder durch die harten Lebensumstände krank. Sie können nicht mehr allein in den abgelegenen Dörfern bleiben, sondern müssen medizinisch behandelt werden und brauchen Pflege. Daher möchte die Diözese das Haus „Schalom“, ein Heim für alte und kranke Priester, einrichten, wo sie nach ihrem jahrzehntelangen aufopferungsvollen Dienst nun selbst Fürsorge und Hilfe erfahren sollen.
Unsere Wohltäter haben 30.000 Euro gespendet, und inzwischen konnte der Grundstein für dieses Haus gelegt und mit dem Bau begonnen werden. Allen, die geholfen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!
Im Rahmen seiner Nothilfepakete für die Ukraine vergibt KIRCHE IN NOT auch mehr als eine halbe Million Euro an Messstipendien. Sie kommen rund 1900 Priestern des lateinischen und byzantinischen Ritus zugute und unterstützen deren pastoralen und karitativen Einsatz für die notleidende Bevölkerung im Kriegsgebiet.
Bei Messstipendien handelt es sich um freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe, oft verbunden mit einer Gebetsbitte in einem bestimmten Anliegen beziehungsweise für lebende oder verstorbene Personen. Der Brauch geht auf die frühe Kirche zurück.
In Weltregionen, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sichern Mess-Stipendien den Lebensunterhalt der Seelsorger und kommen der Gemeindearbeit zugute. Die Vergabe ist im Kirchenrecht geregelt. KIRCHE IN NOT leitet jedes Jahr rund eine Million Mess-Stipendien weiter.
Einer der Hilfeempfänger in der Ukraine ist Andrij Bodnaruk aus Kiew. Er ist Priester der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Seit Beginn des Krieges ist er nur noch mit kugelsicherer Weste unterwegs: zu Menschen in Flüchtlingsunterkünften oder zu Bewohnern der Hauptstadt, die zu alt oder zu gebrechlich sind für die Flucht.

So wie eine 90-jährige blinde Frau, die allein mit ihrer Tochter lebt. Pfarrer Andri schaut regelmäßig bei den beiden vorbei. Er bringt ihnen Lebensmittel und Medikamente, die er mit Spendengeldern von KIRCHE IN NOT und anderen Hilfsorganisationen kauft.
Die Besuche würden jedoch immer schwieriger: „Ich habe kein eigenes Auto, deshalb bin ich auf Hilfe angewiesen“, erzählt Pfarrer Andrij. Doch Benzin ist knapp und teuer; das meiste geht an das Militär. Oft müssen der Priester und seine Helfer stundenlang an der Tankstelle warten. Die Mittel von KIRCHE IN NOT helfen auch ganz elementar, dass genug Sprit im Tank ist. Nur so können die Lebensmittelpakete die bedürftigen Menschen erreichen.

Doch Pfarrer Andrij bringt auch geistliche Unterstützung: Der Priester feiert oft die Haus-Kommunion mit seinen Gemeindemitgliedern, weil auch die Seele Trost und Nahrung braucht. Deshalb ist auch ein U-Bahn-Schacht im Zentrum von Kiew zu einer neuen „Kathedrale“ für die schutzsuchenden Menschen geworden. Pfarrer Andrij feiert dort mit seinen Mitbrüdern der griechisch-katholischen Kirchen regelmäßig die Liturgie.
Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT macht es möglich, dass er ihnen wenigstens kleine Hilfen zukommen lassen kann; denn die Ersparnisse sind durch die Flucht und die Teuerung bei den Lebensmitteln nahezu aufgebraucht. „Manchmal schwindet auch bei mir die Zuversicht, und Panik macht sich breit. Wir wissen nicht, was noch alles passieren wird“, sagt der junge Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Das Gebet, Zeiten der Stille und das Gespräch mit seinen Gemeindemitgliedern würden auch ihm helfen, wieder neue Kraft zu tanken. Er versucht, den Menschen und besonders den Soldaten zu vermitteln, dass Zorn nicht gut ist.
Der Seelsorger erinnert sie an Jesus, der seinen Mördern vergeben hat: „Wir sollen den Feind nicht verfluchen, wir dürfen nicht wie er sein. Die Kraft zum Überleben kommen aus dem Glauben und aus dem Vertrauen in den Herrn“, ist Pfarrer Andrij überzeugt.
Währenddessen können Menschen auch zur Beichte und zum Seelsorge-Gespräch kommen. Die Menschen stehen dafür mitunter in langen Schlangen an. Ordensschwestern unterstützen die Priester bei der karitativen und seelsorgerischen Arbeit. Nicht zuletzt gestalten sie die Gottesdienste in den Schutzbunkern mit ihren feierlichen Gesängen, den so viele Menschen gerade jetzt schätzen.

„Ich tue einfach das, was ich auch schon vor dem Krieg getan habe: Ich diene Gott, der Kirche und unserem Volk“, erklärt Pfarrer Andrij. Bei diesem Dienst steht auch die Sorge um die eigene Familie hinten an. Wie es die ostkirchliche Tradition zulässt, ist Pfarrer Andrij verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Familie hat sich wie viele andere im Westen der Ukraine in relative Sicherheit gebracht. Für ihn kam eine Flucht nicht infrage, auch wenn er sich viele Sorgen macht um seine Angehörigen.
Auch die Hilfen von KIRCHE IN NOT stärkten dieses Vertrauen. Die Welt sei in diesen Wochen mit der Ukraine vereint, so Pfarrer Andrij: „Jeder Cent, der in Kriegszeiten für unsere notleidenden Menschen gegeben wird, ist ein Beitrag zum Weltfrieden.“
KIRCHE IN NOT hat seit Kriegsbeginn in der Ukraine zwei Nothilfepakete in Höhe von insgesamt fast drei Millionen Euro auf den Weg gebracht. Sie kommen Ordensfrauen, Priestern und kirchlichen Mitarbeitern zugute, die in Flüchtlingsunterkünften, Waisenhäusern oder Pfarreien für die Menschen in den Kriegsgebieten da sind. Die Hilfen gehen in alle Landesteile der Ukraine.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
Sieben Wochen nach Beginn der Militärinvasion in der Ukraine hat das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT die zweite Phase seiner Nothilfe eingeleitet. Gut 1,5 Millionen Euro gehen an Ordensfrauen, Priester, Pfarren, Priesterseminare, Klöster, kirchliche Waisenhäuser und Flüchtlingseinrichtungen.
Damit hat KIRCHE IN NOT bereits fast drei Millionen Euro an Nothilfe für den Einsatz der Kirche in der Ukraine geleistet. Schon am ersten Kriegstag hatte das Hilfswerk ein Hilfsprogramm in Höhe von 1,3 Millionen Euro gestartet.

Schwerpunkt der neuen Nothilfen ist die Flüchtlingsarbeit, die Klöster und Pfarrgemeinden vor allem im Westen der Ukraine leisten. Viele von ihnen haben Flüchtlinge aufgenommen. Versorgung und Unterbringung sind eine enorme pastorale und finanzielle Herausforderung. Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks zufolge sind rund zehn Millionen Ukrainer auf der Flucht – das ist rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Etwa sechs Millionen von ihnen sind Binnenflüchtlinge.
„Die neuen Nothilfen gehen gezielt an Einrichtungen, die Flüchtlinge beherbergen. Neben Lebensmitteln oder Medikamenten werden Stromgeneratoren gebraucht, um für so viele Menschen kochen oder heizen zu können“, erklärte die Projektverantwortliche des Hilfswerks für die Ukraine, Magda Kaczmarek. Sie hält sich in der Karwoche zusammen mit einem weiteren Vertreter von KIRCHE IN NOT im westukrainischen Lwiw (Lemberg) auf, um Solidarität mit den Menschen zu zeigen und weitere Hilfen zu koordinieren.

Aktuell würden vermehrt Transportfahrzeuge benötigt, damit die Hilfsgüter aus der Westukraine in den Süden oder Osten des Landes gelangen könnten, teilte Kaczmarek mit. Humanitäre Hilfen aus dem Ausland werden meist bis Lwiw geliefert, danach übernehmen ukrainische Helfer den Weitertransport – oft unter Lebensgefahr. Auch Diözesen und Pfarreien haben Hilfstransporte gestartet. Sie sorgen auch dafür, dass die Menschen in den Dörfern versorgt werden. Oft führten schon in Friedenszeiten extrem schlechte Straßen dorthin. Dies ist nach Beginn der Kämpfe noch schwieriger geworden.
Zum neuen Nothilfepaket gehören auch rund 600 000 Euro für Messstipendien. Das sind nach katholischen Brauch freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe, oft verbunden mit einem Gebetsanliegen. Sie kommen Priestern in der Ukraine zugute, die von ihren Diözesen wenig bis keinen Lohn erhalten. Sie sichern nicht nur den Einsatz der Seelsorger in den Kriegsgebieten, sondern kommen auch der Gemeindearbeit zugute – etwa wenn ein Pfarrer Benzin für ein Fahrzeug mit Hilfsgütern kauft oder ein Gemeindemitglied ins Krankenhaus transportiert.

„KIRCHE IN NOT war eine der ersten Organisationen, die Nothilfe für die Ukraine zugesagt hat“, erklärte Magda Kaczmarek. Das Hilfswerk unterstützt die Arbeit der Kirche in der Ukraine seit 1953. Die Ukraine gehört regelmäßig zu den fünf am meisten durch „Kirche in Not“ geförderten Länder weltweit. Das Hilfswerk ist in 140 Ländern aktiv.
„Es ist wichtig, dass die Menschen in der Ukraine wissen, dass sie nicht vergessen sind, auch wenn sich dieser Krieg immer länger hinzieht und kein Ende in Sicht ist“, betonte die Projektreferentin. „Wir werden weiterhin nach Möglichkeiten suchen, um den Einsatz der Ortskirche für die notleidenden Menschen zu unterstützen.“

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Die Klarissinnen, die in der Abgeschiedenheit ihrer Klausur ein strenges Leben des Gebetes und der Buße führen, beten um den Frieden für ihr Land und für die ganze Welt. Sie bringen die Nöte der ganzen Menschheit vor Gott. „Wir unterstützen die leidenden Glieder Christi durch unser Gebet“, sagen sie selbst. Ihr Kloster verlassen sie nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt, vor allem für Ausbildungszwecke und medizinische Behandlung oder um das Lebensnotwendige für ihre Gemeinschaft, aber auch für die Menschen, die tagtäglich an ihre Klosterpforte klopfen und um Hilfe bitten, zu besorgen. Manchmal müssen die Ordensfrauen auch einen Arzt für ihre älteren Mitschwestern holen.
Bislang hatten sie das Problem, das ihr Auto, das sie schon seit über 20 Jahren nutzen, nicht mehr zuverlässig war und immer mehr zu einer Gefahr für die Schwestern selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer wurde. Das Kloster liegt allerdings am Stadtrand, und so sind die Ordensfrauen auf ein Fahrzeug angewiesen. Die Äbtissin, Schwester Claire Marie Muenga, wandte sich daher in ihrer Not an uns und schrieb: „Sie haben verzweifelte Schwestern vor sich, die auf Ihre Hilfe zählen!“ Unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen und haben 28.900 Euro gespendet, so dass die Klarissen nun ein zuverlässiges Auto haben. Sie sind überglücklich, und im Namen der ganzen Klostergemeinschaft schreibt die Äbtissin: „Ein großes und aufrichtiges Dankeschön für Ihre Hilfe! Wir versprechen Ihnen, für Sie zu beten!“
Obwohl das Christentum in der Türkei eine fast 2000-jährige Tradition hat, leben heute nach verschiedenen Wellen der Verfolgung kaum noch Christen dort. Dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat der Erzbischof von Izmir, Martin Kmetec, die aktuelle Lage in der Türkei geschildert.
Der gebürtige Slowene gehört dem Orden der Franziskanerminoriten an. Er war fast elf Jahre im Libanon tätig, seit 2001 lebt er in der Türkei. 2020 hat ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Izmir im Westen des Landes ernannt.

KIRCHE IN NOT: Das Christentum in der Türkei hat eine große Geschichte. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten auf dem Territorium des damaligen Osmanischen Reiches noch etwa 30 Prozent Christen. Heute schätzt man den Anteil der Christen in der Türkei auf etwa 0,2 Prozent. Wie viele Katholiken gibt es in Ihrem Erzbistum Izmir und wo leben sie?
Ich schätze, dass in meinem Erzbistum ungefähr 5000 Katholiken leben. Wenn man Migranten und Flüchtlinge dazuzählt, sind es vielleicht noch einige mehr. Sie leben hauptsächlich in der Innenstadt von Izmir oder anderen großen Städten. Wir haben Gemeinden in Konya, auch in Antalya und in anderen Städten an der Küste. Unsere Erzdiözese ist flächenmäßig sehr groß, ihr Gebiet umfasst ungefähr 100 000 Quadratkilometer. Die letzte Pfarrei, die zu uns gehört, ist Ikonium, ungefähr 550 Kilometer von Izmir entfernt; im Süden ist das Antalya, ungefähr 450 Kilometer entfernt. So groß sind die Entfernungen.
Können Sie den Glauben frei verkünden?
Als Franziskaner steht für mich das Zeugnis des Lebens an erster Stelle, das brüderliche Leben. Der heilige Franziskus hat gesagt: Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Wort zu predigen, dann können sie predigen. Das versuchen wir zum Beispiel in den sozialen Netzwerken und auf der neuen Internetseite der Diözese.
Wir versuchen, präsent und eine lebendige Kirche zu sein. Unsere Mission ist eine Mission der Kirche der offenen Türen. Deshalb haben wir in allen unseren Kirchen Zeiten, zu denen sie geöffnet sind. Manchmal ist dort Anbetung; es ist immer jemand vor Ort, der die Besucher begrüßt und auch Auskunft geben kann, wenn sie Fragen haben. Das ist unser Weg der Evangelisierung in dieser Situation.

Die einstmals laizistische Türkei erlebt eine islamische Wiedergeburt. Werden Christen diskriminiert?
Ich würde nicht sagen, dass Christen grundsätzlich diskriminiert werden. Aber es kommt schon einmal zu negativen Erfahrungen im Umgang mit Behörden und Verwaltungen. Die katholische Kirche ist nicht als juristische Körperschaft anerkannt.
Wenn wir aber an den Dialog denken, würde ich sagen, dass es einen Dialog des Lebens gibt. Wenn ich zum Beispiel an die Caritas denke: Caritas ist Teil der Kirche, Teil unserer Diözese. In jeder Diözese gibt es ein Büro. Und sie hilft allen, Christen und Muslimen und allen anderen, die schutzlos sind. Wir haben auch Begegnungen mit den Imamen in unserer Gegend, zum Beispiel am „Tag der Brüderlichkeit“. Ich selbst und einige Priester besuchten den Bürgermeister der Stadt und wir übergaben ihm bei dieser Gelegenheit ein Geschenk: die Übersetzung der Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus in türkischer Sprache. Auch die Enzyklika „Laudato si“, die von ökologischen Problemen handelt, die die ganze Menschheit betreffen, wurde ins Türkische übersetzt.
Gibt es einen ökumenischen Dialog in der Türkei?
Die Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen sind in der Regel gut. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., pflegt zum Beispiel gute Kontakte zur Fokolar-Bewegung und zum neuen Apostolischen Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro.
Auch bei uns in Izmir treffen wir uns an verschiedenen christlichen Festen mit den orthodoxen, aber auch den anglikanischen Christen. Kürzlich haben armenische Priester in unserer katholischen St.-Polykarp-Kirche eine armenische Liturgie gefeiert, weil sie in Izmir keine eigene Kirche haben. Außerdem haben wir gemeinsam mit den Armeniern in Izmir für die Bibelgesellschaft ein kleines Geschäft eröffnet für den Verkauf von Büchern. Es gibt also gute Zeichen eines ökumenischen Dialogs.
Die Türkei ist ein beliebtes Urlaubsland. Wie wichtig ist es, dass Christen, die in die Türkei reisen, auch die christlichen Kirchen besuchen?
Sehr wichtig. Ich möchte die Touristen daran erinnern, dass hier die Ursprünge unseres Glaubens liegen. Hier wurde die erste Kirche unter den Nationen geboren. Die ersten Ökumenischen Konzilien, die den katholischen Glauben geprägt haben, haben in der heutigen Türkei stattgefunden. Von hier ging die Mission Europas aus.
Wir haben für die Unterstützung der Seelsorge hier den deutschen Pfarrer Ludger Paskert, der sich um die hier lebenden Katholiken aus Deutschland kümmert. Ich wäre froh, wenn wir noch einen weiteren Priester für andere Gemeinden finden könnten, wenigstens im Sommer für die Touristen. Das ist aber auch ein finanzielles Problem. Vielleicht sollte der Europäische Rat der Bischofskonferenzen darüber nachdenken, uns zu helfen.
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Verwendungszweck: Türkei
Nie erschien Pfarrer Lucas Perozzi seine Heimat Brasilien weiter weg als jetzt. Der Priester lebt in Kiew und durchleidet mit seiner Gemeinde „Mariä Entschlafung“ die Angst und das Elend des Krieges. Er könnte das Land verlassen, sich in seiner Heimat in Sicherheit bringen.
Aber er hat sich entschlossen zu bleiben – bei den Menschen, die ihm anvertraut sind und denen er dienen wollte, als er 2004 in das Land kam. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT erklärt er seine Motivation und wie es ihm und seinen Mitbewohnern gelingt, mitten im Krieg Zuversicht zu bewahren.
Aktuell leben rund 30 Menschen ständig bei Pfarrer Lucas und drei weiteren Geistlichen in den Räumen der Pfarre. Er schläft und isst nicht viel, wurde nach Kriegsbeginn sogar krank. Zeit zur Genesung blieb nicht.

Die Sorge um „seine Leute“ trieb ihn um: „Die Menschen konnten wegen der Luftalarme nicht in ihren Wohnungen bleiben. Sie schliefen in Kellern und U-Bahnhöfen. Dort ist es schrecklich: Kälte, Schmutz, es herrscht eine düstere Atmosphäre. Die Menschen waren verängstigt“, erzählt Pfarrer Lucas.
Also öffneten er uns seine Priesterkollegen die Türen der Pfarre. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, können jetzt nachts wieder schlafen. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre, trotz des Krieges.“ Es herrsche eine hohe Solidarität in der kleinen Gemeinschaft: „Wenn jemand niedergeschlagen, traurig oder verängstigt ist, gibt es immer einen anderen, der Beistand leistet und zuhört.“
Also öffneten er uns seine Priesterkollegen die Türen der Pfarre. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, können jetzt nachts wieder schlafen. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre, trotz des Krieges.“ Es herrsche eine hohe Solidarität in der kleinen Gemeinschaft: „Wenn jemand niedergeschlagen, traurig oder verängstigt ist, gibt es immer einen anderen, der Beistand leistet und zuhört.“

Die russische Führung hatte kürzlich angekündigt, Truppen aus der Region Kiew abzuziehen. Ans Tageslicht kommen dabei auch Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Die Angst sei nach wie vor allgegenwärtig, so Pfarrer Lucas im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Auch die Waren in den Läden seien aktuell knapp. „Einige Geschäfte haben zwar geöffnet, aber die Regale werden jeden Tag leerer. Auch Medikamente gehen allmählich aus.“
Die Soforthilfe von KIRCHE IN NOT käme zur rechten Zeit, damit er und die weiteren Seelsorger ihre Arbeit fortsetzen können. Viele Stunden am Tag sind sie damit beschäftigt, lebensnotwendige Güter für die 30 Schutzsuchenden aufzutreiben.

Seine 28 Jahre in der Ukraine seien eng mit der Hilfe von KIRCHE IN NOT verknüpft, betont Pfarrer Lucas. Er gehört seit seiner Jugend der Gemeinschaft „Neokatechumenaler Weg“ an. Bei einem Treffen in Italien wurde er eingeladen, in die Ukraine zu kommen. Dort wurde er Priester.
„Mein Priesterseminar wurde von KIRCHE IN NOT unterstützt. Meine Pfarrkirche und die Gemeinderäume, wo jetzt die 30 Personen untergebracht sind, wurde in erster Linie mit Geldern von KIRCHE IN NOT gebaut. Und ich konnte ein Auto anschaffen, um meine Gemeindemitglieder zu besuchen“, erklärt er.
Autos und Transportfahrzeuge werden gerade jetzt in Kriegszeiten für die Pfarrgemeinden in der ganzen Ukraine immer wichtiger: Sie dienen dazu, Hilfsgüter und Lebensmittel aus der Westukraine im ganzen Land zu verteilen und auch Menschen in abgelegenen Gegenden zu versorgen.

Pfarrer Lucas bleibt kaum Zeit: Gerade sei eine weitere Familie mit zwei Kindern eingetroffen. Die Menschen suchten nicht nur nach einem Dach über dem Kopf, sondern auch nach seelischem Beistand.
Und da gebe es auch schöne Erlebnisse, mitten im Krieg: „Gestern haben wir hier eine Hochzeit gefeiert, und heute gibt es schon wieder eine. Die Menschen haben keine romantischen Illusionen. Sie wollen diese Wochen in der Gnade Gottes durchleben, als Eheleute und Familien. Es kommen auch viele Menschen zur Beichte.“
Das Leben in Kiew ist schwer, und ständig droht neue Gefahr. Aber Pfarrer Lucas hat keine Sekunde überlegt, die ihm anvertrauten Menschen zu verlassen. „Ihr Leben ist mein Leben, ihr Schicksal ist mein Schicksal“, betont er. Und er ist nicht allein. Tausende Priester und Ordensleute in der Ukraine stehen der notleidenden Bevölkerung in diesen schweren Wochen bei.

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
Während in Nigeria die Entwaffnung ehemaliger Mitglieder von Boko Haram und des IS-Ablegers ISWAP (Islamischer Staat Westafrikanische Provinz) erste Erfolge zeigt, melden Projektpartner von KIRCHE IN NOT aus dem benachbarten Kamerun neue Angriffe der Terrormilizen.
Die Terroreinheiten hätten ihren Aktionsradius auf die Gegend um den Tschadsee und das Mandara-Gebirge ausgedehnt. Der Tschadsee liegt zwischen Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger, das Mandara-Gebirge zwischen Nigeria und Kamerun.
Der Norden Kameruns war auch schon in früheren Jahren von terroristischen Attacken betroffen, diese hätten jedoch jüngst wieder zugenommen, so die Projektpartner. In der Region halten sich zudem zahlreiche Flüchtlinge aus Nigeria auf, die vor den Boko-Haram-Überfällen in ihrem Heimatland geflohen sind.
Ein Gemeindeseelsorger, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, berichtet von regelmäßigen Überfällen und Anschlägen der Terrormilizen auf Dörfer am Mount Oupay, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Mokolo, der Hauptstadt des Bezirks Mayo-Tsanaga im äußersten Norden Kameruns.

„Wir haben einen weiteren ,Besuch’ von Boko Haram erhalten“, schreibt der Priester in einer Nachricht Ende März an KIRCHE IN NOT. „Die Milizen haben zwei Menschen getötet, brannten die Häuser nieder und raubten Kleidung und Vieh. Wir dachten sie würden uns nicht erreichen, weil unser Dorf auf dem Berg liegt, aber leider haben wir uns geirrt.“
Der Gemeindepfarrer beschreibt auch die veränderte Vorgehensweise der Terrormilizen: „Früher sind sie unter lautem Kriegsgeschrei in die Dörfer eingefallen. In jüngster Zeit kommen sie unauffällig in der Nacht, um die Menschen im Schlaf zu überraschen. Sie töten Familienväter und junge Männer, dann plündern sie den Besitz und zerstören alles, was sie nicht mitnehmen können.“
Seit Mitte Februar seien bereits fünf Orte auf seinem Pfarreigebiet überfallen worden. Diese seien jetzt „nahezu menschenleer. Diejenigen, die bleiben, sind gezwungen im Freien in der Kälte und unter armseligen Bedingungen zu leben“, beklagte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Der lokale Ansprechpartner bittet um Unterstützung für die Sicherheit seiner Gemeinde. „Die Situation ist wirklich besorgniserregend. Wir zählen auf Ihre Gebete“, schreibt der Priester. KIRCHE IN NOT hat aktuell Unterstützung für ein kirchliches Flüchtlingslager in Minawao in Diözese Maroua-Mokolo auf den Weg gebracht, um den Betroffenen des Terrors durch Boko Haram beizustehen.
Seit Ende 2021 kündigt die nigerianische Regierung die Entwaffnung von Mitgliedern der Terrororganisation Boko Haram an. Berichten zufolge legen aktuell Tausende von Aufständischen im Nordosten Nigerias ihre Waffen nieder.
Allein in der vorletzten Märzwoche hätten sich laut einen hochrangigen nigerianischen General 7000 ehemalige Mitglieder von Boko Haram und ISWAP ergeben. Den Berichten der Projektpartner von KIRCHE IN NOT zufolge bedeutet das jedoch noch nicht das vollständige Aus für die terroristische Gewalt.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Kamerun
Die Desinformation der russischen Bevölkerung ist für den römisch-katholischen Bischof von Odessa, Stanislaw Schyrokoradjuk, eine der Ursachen für die Invasion in der Ukraine: „Wir Ukrainer sind die Opfer des Krieges, das russische Volk ist ein Opfer der Propaganda.“ Der Bischof war am vergangenen Dienstag bei einer Konferenz am internationalen Sitz des katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus zugeschaltet.
Laut Bischof Schyrokoradiuk sei der Krieg „kein Konflikt zwischen unseren beiden Völkern“. Die Bewohner Russlands hätten jedoch keinen Zugang zu vollständigen Informationen; viele von ihnen würden deshalb die russische Regierung unterstützen. Das heize die Aggression weiter an. „Ich hoffe, dass ihnen die Augen geöffnet werden, damit der Frieden kommen kann“, erklärte Schyrokoradiuk.

Mit Blick auf die weitere Perspektive für die Ukraine betonte der Bischof, dass es für sein Land keine Alternative zu Unabhängigkeit, Freiheit und der Orientierung nach Europa gebe. „Das ist unser Weg, den wir gewählt haben. Diesen Weg wollen wir weitergehen, auch wenn er für uns alle ein Kreuzweg ist.“
Seine Bischofsstadt Odessa befinde sich aktuell im „Epizentrum des Krieges“, erklärte der Bischof. Jeden Tag gäbe es Luftalarme und Angriffe: „So viele Ruinen, so viel Tränen, so viel Blut in unserem Land.“ In der Ukraine seien im ersten Monat des Krieges hunderte Kinder getötet und schwer verletzt worden. „Die Kinder haben beim Beschuss Hände oder Füße verloren; es ist furchtbar!“ Der Hafen in Odessa sei aktuell blockiert; die ukrainische Armee habe jedoch den Vorstoß der russischen Marine zurückstoßen können.

Sehr angespannt sei die Lage in den beiden anderen nordöstlich von Odessa gelegenen Hafenstädten Cherson und Mykolajiw. Cherson sei mittlerweile komplett besetzt; in Mykolajiw habe sich die russische Armee zwar weiter zurückgezogen, aber es gäbe tägliche Luftangriffe.
In der Nacht von 28. auf 29. März sei bei einem Angriff auch ein Gebäude der katholischen Pfarrgemeinde in Mykolajiw zerstört worden, berichtete der Bischof: „Dennoch wollen viele Bewohner bleiben, das ist meine große Sorge.“ Auch alle Priester seien nach wie vor in den umkämpften Regionen präsent. „Die Pfarrer fahren von Dorf zu Dorf und bringen den Menschen Hilfsgüter. Sie machen eine sehr engagierte Arbeit, obwohl es sehr gefährlich ist.“

Da der Seeweg abgeschnitten ist, hat die Diözese Odessa-Simferopol eigene Transporter organisiert, die Lebensmittel und Medikamente aus dem westukrainischen Lwiw (Lemberg) abholen – oft unter Lebensgefahr. Lwiw ist der zentrale Verteilpunkt von Waren, die aus Polen und dem westlichen Ausland eintreffen.
Die humanitäre Versorgung in der Region Odessa sei aktuell weitgehend sichergestellt, erklärte der Bischof: „Wir helfen ohne Ansehen der Religion oder Nationalität – in Odessa leben Menschen aus 120 Nationen.“ Die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Konfessionen bei der Hilfe für die notleidende Bevölkerung laufe sehr gut, auch mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche und mit den Protestanten.
KIRCHE IN NOT sei ebenfalls eine wichtige Stütze. Das Hilfswerk habe nicht nur als erstes seine Unterstützung angeboten, sondern gerade auch die Finanzierung von weiteren Fahrzeugen zugesagt, damit die Versorgung der Menschen in entlegenen Dörfern gewährleistet ist. „Wir sind von der Solidarität sehr bewegt“, betonte Bischof Schyrokoradjuk.
Insgesamt hielten die Menschen im Kriegsgebiet fest zusammen; es herrsche sogar Optimismus, stellt der Bischof fest: „Die Menschen habe den Humor nicht verloren und versuchen, auch die positive Seite des Lebens zu sehen. So ist Odessa!“
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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.