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São Tomé und Príncipe ist das zweitkleinste Land Afrikas. Der Inselstaat setzt sich aus zwei Hauptinseln zusammen und liegt vor der Westküste des afrikanischen Kontinents.

Weite Teile der Bevölkerung des krisengeschüttelten Landes, dessen Wirtschaft vor allem vom Tourismus und von der Landwirtschaft abhängig ist, leben in Armut. Da fast alle Güter importiert werden müssen, sind die Preise sehr hoch.

70 Prozent der ca. 220.000 Einwohner sind jünger als 30 Jahre. Ihnen eine Perspektive zu bieten, ist eine Herausforderung. Es ist schwierig, ihnen Zugang zu einer guten Schulbildung und angemessenen medizinischen Versorgung zu verschaffen und genügend Arbeitsplätze und Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

70 Prozent der ca. 220.000 Einwohner sind jünger als 30 Jahre. Ihnen eine Perspektive zu bieten, ist eine Herausforderung. Es ist schwierig, ihnen Zugang zu einer guten Schulbildung und angemessenen medizinischen Versorgung zu verschaffen.

Die Kirche versucht den Menschen Hoffnung zu schenken.

Die Katholische Kirche versucht, den Menschen Hoffnung zu schenken. Da das Land klein ist, gibt es nur eine einzige Diözese. Die Bevölkerungsmehrheit ist katholisch, allerdings breiten sich Sekten und Pfingstkirchen immer weiter aus. Bischof Manuel António Mendes dos Santos, der inzwischen in den Ruhestand gegangen ist, erklärte uns einmal: „Das ist nicht verwunderlich, wenn man die magisch-animistische Kultur berücksichtigt, die für die allgemeine Bevölkerung charakteristisch ist. Vor allem Jugendliche lassen sich leicht von den Adventisten begeistern, die eine auf der Bibel basierende Gemeinschaft sind, während andere sich von Religionen anziehen lassen, die böse Geister vertreiben und Glück und Erfolg im Leben versprechen.“

Während seiner Amtszeit lud er Ordensleute in das Land ein, um die Evangelisierung zu stärken. So hat er unter anderem die junge brasilianische Kongregation der „Missionárias da Consolação Misericordiosa“ (Missionarinnen des barmherzigen Trostes) gewinnen können. Diese Gemeinschaft ist in der Pfarre der Heiligsten Dreifaltigkeit präsent, die ihren Sitz in der Stadt Trindade hat. Diese Pfarre erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet mit verschiedenen ländlichen Gemeinden, die über die ehemaligen Kakao- und Kaffeefarmen verstreut sind. Die Schwestern sind gekommen, um in den verschiedenen Bereichen des Apostolats mitzuarbeiten, vor allem in der Katechese, der Jugendarbeit und der Begleitung von Familien. Da sie auch über Kenntnisse im Umgang mit sozialen Kommunikationsmitteln verfügen, sollen sie auch beim diözesanen Radiosender ‚Rádio Jubilar‘ und im Internet tätig sein. Der Bischof schrieb uns voller Hoffnung: „Ich glaube, dass sie ein sehr wichtiges Mittel zur Neuevangelisierung dieses Volkes sein werden, das unserer pastoralen Fürsorge anvertraut ist.“

Die Kirche versucht, den Menschen Hoffnung zu schenken. Da das Land klein ist, gibt es nur eine einzige Diözese. Die Bevölkerungsmehrheit ist katholisch, allerdings breiten sich Sekten und Pfingstkirchen immer weiter aus.
Da die Schwestern aber auch eine Unterkunft brauchten, wurde ihnen ein Haus angeboten, in dem ursprünglich Claretinerpatres lebten. Dieses Haus musste aber dringend renoviert werden. Allerdings fehlten die Mittel dazu. Dank Ihrer Großzügigkeit kamen 18.000 Euro zusammen, so dass die wichtigsten Arbeiten ausgeführt werden konnten. Herzlichen Dank an alle, die geholfen haben!

Angesichts der jüngsten Eskalation im Libanon intensiviert KIRCHE IN NOT seine Hilfe vor Ort deutlich. Im Zentrum stehen derzeit der Aufbau medizinischer Versorgungsstrukturen, die Unterstützung von Vertriebenen sowie konkrete Hilfsprojekte für besonders betroffene Regionen.

Ein Schwerpunkt ist der Aufbau neuer medizinischer Anlaufstellen im umkämpften Süden des Landes. Gemeinsam mit der maronitisch-katholischen Kirche plant KIRCHE IN NOT die Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums, unter anderem in der Region Qlayaa, wo entsprechende Strukturen bereits vorhanden sind. Qlayaa liegt wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt und ist ein überwiegend christlich geprägtes Dorf. Der am 9. März bei einem Bombenangriff getötete Priester Pfarrer Pierre al-Raï war dort Pfarrer.

In Qlayaa stehen Freiwillige bereit, auch medizinisches Personal ist verfügbar – es fehlt jedoch an Medikamenten, Ausrüstung und finanzieller Absicherung. Genau hier setzt die Hilfe von KIRCHE IN NOT an: Das Hilfswerk will Gehälter für Ärzte finanzieren sowie notwendige Medikamente und Ausstattung bereitstellen. Hintergrund ist eine dramatische Erfahrung der vergangenen Wochen: Verwundete sind gestorben, weil eine schnelle medizinische Versorgung nicht möglich war.

Beisetzung des getöteten Priesters Pierre al-Raï in Qlayaa. © L’Oeuvre d’Orient

Sie bringen lebenswichtige Hilfe zu Familien im Libanon mit Ihrer Spende:

Hilfe für verwundete Menschen dringend benötigt

Parallel dazu hat KIRCHE IN NOT neue Nothilfeprojekte für Vertriebene auf den Weg gebracht. In der maronitischen Diözese (Eparchie) Sidon im Südwesten des Libanon sollen rund 1500 Binnenvertriebene mit Lebensmitteln und grundlegenden Gütern versorgt werden.

Ein weiteres Projekt in der Region Baalbek in der Bekaa-Ebene im Nordosten des Landes richtet sich an bis zu 8000 Menschen, die aufgrund der Kämpfe ihre Heimat verlassen mussten. Beide Initiativen werden gemeinsam mit lokalen kirchlichen Partnern umgesetzt und befinden sich derzeit in der finalen Abstimmung.

Die Hilfe erfolgt über ein weit verzweigtes Netzwerk kirchlicher Einrichtungen: Pfarren, Diözesaneinrichtungen und Klöster nehmen Vertriebene auf und organisieren Versorgung und Unterkünfte. Viele Menschen leben derzeit in kirchlichen Gebäuden, bei Gastfamilien oder in angemieteten Wohnungen. Die Kirche hilft ausdrücklich allen Bedürftigen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit.

Ein Priester zeigt zerstörte Gebäude in in Alma Sha’b nahe der israelischen Grenze.

Hilfe für Flüchtlingskinder

Die Versorgungslage im Libanon entwickelt sich ebenfalls dramatisch. Neben der Lebensmittelversorgung rückt aktuell ein weiteres Problem in den Fokus: der Mangel an Treibstoff. Aufgrund der anhaltenden Stromausfälle sind viele Einrichtungen auf Generatoren angewiesen. KIRCHE IN NOT bereitet sich darauf vor, auch diesen Bereich verstärkt zu unterstützen.

Neben der unmittelbaren Nothilfe reagiert KIRCHE IN NOT auch auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Familien. Ein weiteres geplantes Projekt sieht vor, Pakete mit Bibeln und Spielen zu verteilen. Sie sollen Kindern helfen, die Erlebnisse von Flucht und Gewalt besser zu verarbeiten und Familien in der Ausnahmesituation Halt geben.

Die aktuellen Maßnahmen bauen auf der langjährigen Hilfe des Hilfswerks im Libanon auf. Bereits bei der Eskalation im Jahr 2024 infolge des Gazakriegs stellte KIRCHE IN NOT mehr als vier Millionen Euro für 72 Projekte bereit – darunter Hilfen für Schulen, Lebensmittelversorgung, medizinische Betreuung und Traumabegleitung. Angesichts der aktuellen Entwicklung rechnen die Partner vor Ort nun mit einem deutlich höheren Bedarf.

Menschen aus dem Süden Libanons haben in einer Pfarre Unterschlupf gefunden.

„Unsere Stärke ist, dass wir bleiben“

Charakteristisch für die Arbeit von KIRCHE IN NOT ist der langfristige Ansatz. „Unsere große Stärke ist, dass wir bleiben“, betonen die Verantwortlichen. Viele laufende Projekte – etwa die Unterstützung katholischer Schulen oder pastorale Angebote mit psychologischer Begleitung – haben bereits einen ausgeprägten Notfallcharakter und werden auch in der aktuellen Situation fortgeführt.

Die Lage im Libanon bleibt unterdessen angespannt. Vertriebene sind im ganzen Land verteilt, die Zahl der Hilfsbedürftigen verändert sich ständig. Umso wichtiger ist die enge Abstimmung mit lokalen Partnern und anderen Hilfsorganisationen. Klar ist jedoch: Die Kirche bleibt für viele Menschen ein zentraler Anlaufpunkt – und KIRCHE IN NOT unterstützt sie dabei, diese Rolle auch unter erschwerten Bedingungen wahrzunehmen.

Der neue Nahostkrieg hat auch für die christliche Minderheit im Heiligen Land schwerwiegende Auswirkungen; noch mehr Christen als bisher denken über Auswanderung nach. Dennoch sieht die Kirche ihre Aufgabe weiterhin darin, den Menschen inmitten der Krise Hoffnung und Würde zu schenken. Darauf hat George Akroush, Leiter des Büros für Projektentwicklung beim Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, im Gespräch mit KIRCHE IN NOT hingewiesen.

Akroush befand sich in München, als der Krieg gegen den Iran begann. Sämtliche Flüge nach Israel waren gestrichen. Der Mitarbeiter des Patriarchats musste daher eine 32-stündige Rückreise antreten, die ihn über Griechenland, Ägypten und schließlich auf dem Landweg nach Jerusalem führte.

„Es war eine äußerst belastende und beängstigende Erfahrung“, berichtete Akroush. Zu Hause erwartete ihn seine Familie, die bereits seit drei Tagen unter ständigem Luftalarm lebte. „Ich versuche, vor den Kindern stark zu wirken und meine Angst nicht zu zeigen. Aber das war die schlimmste Erfahrung meines Lebens. So etwas haben wir noch nie erlebt“, stellte Akroush fest.

In Jerusalem und Umgebung besteht ständig die Gefahr durch Raketen oder durch Trümmer abgefangener Geschosse. Splitter gingen zuletzt sogar über der Altstadt von Jerusalem nieder, wo sich zahlreiche Kirchen, Klöster und andere wichtige christliche Einrichtungen befinden, darunter auch der Sitz des Lateinischen Patriarchats.

George Akroush, Leiter des Büros für Projektentwicklung beim Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. © KIRCHE IN NOT

Unterstützen Sie notleidende Christen im Hl. Land

Ständige Gefahr durch Raketen und Geschosse

Eine Rakete, die die südisraelische Stadt Be’er Scheva traf, beschädigte mehrere Gebäude, darunter auch das Haus einer christlichen Familie. Weiter im Norden liegen die Regionen Haifa und Galiläa in Reichweite von Raketen proiranischer Milizen aus dem Südlibanon. Besonders bitter sei, dass sich auf beiden Seiten der Grenze christliche Dörfer befinden, sagte Akroush.

Der Krieg hat auch massive wirtschaftliche Folgen. So wurden die Kontrollpunkte zwischen dem Westjordanland und Israel erneut geschlossen. „Vor den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 hatten etwa 180 000 Menschen aus dem Westjordanland eine Arbeitserlaubnis in Israel. Danach sank diese Zahl auf 15 000. Jetzt haben auch diese Menschen ihre Arbeit verloren“, erklärte Akroush.

Auch im Gazastreifen hat sich die Lage weiter verschärft. Seit Beginn des neuen Krieges seien alle humanitären Hilfslieferungen gestoppt worden. „Seit dem 7. März ist keine einzige Lieferung mehr nach Gaza gelangt – keine Medikamente, kein Krankenhausmaterial, nicht einmal Antibiotika“, berichtete Akroush. Die Kirche bemühe sich weiterhin, das einzige christliche Krankenhaus dort zu unterstützen, doch derzeit seien die Kommunikationskanäle blockiert.

Weil der Pilgertourismus ausbleibt, sind derzeit viele Geschäfte in der Jerusalemer Altstadt geschlossen (© Lateinisches Patriarchat von Jerusalem).

Gaza: Lieferungen vorläufig gestoppt – Gemeinde arbeitet weiter

Trotz aller Schwierigkeiten setze die Kirche ihre Hilfe fort, so der Koordinator. Rund 200 Menschen leben weiterhin auf dem Gelände der katholischen Pfarrei in Gaza, darunter fast 50 Menschen mit Behinderung, die von den Missionarinnen der Nächstenliebe betreut werden.

Die Vorstellung, dass der Krieg länger dauern könnte, sei für viele Christen schwer zu ertragen – besonders für jene, deren Lebensunterhalt vom Pilgertourismus abhängt. „Christen, die in Hotels, Restaurants oder Gästehäuser investiert haben, beginnen, zu verzweifeln“, sagte Akroush. Mehrere große Pilgergruppen hätten in den kommenden Wochen ins Heilige Land reisen wollen – das sei jetzt mehr als fraglich.

Viele Christen versuchten angesichts der erneuten Verschlechterung, sich zumindest eine Ausreisemöglichkeit offenzuhalten, erläuterte Akroush. Einige hofften, zunächst nach Jordanien zu gelangen und von dort aus eine Übersiedlung in ein europäisches oder anderes westliches Land zu beantragen.

Verteilung von Hilfsgütern des Lateinischen Patriachats im Gaza-Streifen. © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Einzige Möglichkeit Auswanderung?

Gleichzeitig bemüht sich die Kirche, den Menschen neue Perspektiven zu geben. Das Lateinische Patriarchat erhält dabei Unterstützung von KIRCHE IN NOT, unter anderem durch Nothilfeprogramme, Lebensmittelhilfen und Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Akroush zitierte den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa. Dieser beschreibe die Aufgabe der Kirche im Heiligen Land oft so: „Unsere Arbeit ist wie ein Presslufthammer, der langsam und beharrlich auf einen harten Felsen trifft, bis dieser zu bröckeln beginnt.“ Jeder Arbeitsplatz, jede unterstützte Familie und jedes Kind, das wieder zur Schule gehen könne, sei ein weiterer kleiner Riss im „Felsen der Verzweiflung“, betonte Akroush.

Der Pfarrer von Taybeh im Westjordanland hat vor zunehmendem Druck auf die letzten dort lebenden Christen gewarnt. In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT sprach der Priester Bashar Fawadleh von einer „zunehmenden Belastung“ für die rund 1400 Einwohner seines Dorfes und von einem „Mangel an Schutz“.

Taybeh, das biblische Ephraim, liegt östlich von Ramallah und gilt als die letzte mehrheitlich von Christen bewohnte Ortschaft im Westjordanland. Einst lebten dort bis zu 15 000 Menschen. Nach Angaben des Priesters sind die Bewohner seit Jahren Angriffen und Einschüchterungen durch israelische Siedler ausgesetzt. Dazu gehörten Brandstiftungen auf landwirtschaftliche Flächen, beschädigte Fahrzeuge und Mauern einer alten Kirche sowie Drohungen und Hassparolen.

Zusätzlich erschwerten zahlreiche militärische Kontrollpunkte an den Zufahrten zum Ort den Alltag der Bewohner. In den vergangenen Wochen sei ein weiterer Checkpoint errichtet worden, berichtete der Priester. Die ständigen Kontrollen seien eine Belastung und schnitten zudem viele Menschen von Arbeitsplätzen und Feldern ab.

Bashar Fawadleh, Pfarrer von Taybeh im Westjordanland (© Ilona Budzbon/KIRCHE IN NOT).

Militärische Kontrollpunkte erschweren Zufahrten

Anlass für besondere Sorge ist nach Worten von Pfarrer Fawadleh eine Entscheidung der israelischen Regierung vom 8. Februar 2026, mit der zivile und administrative Zuständigkeiten im Westjordanland stärker unter israelische Kontrolle gestellt werden.

Der Priester befürchtet, dass dadurch der Ausbau von Siedlungen erleichtert werde und Siedler mehr Land erwerben könnten: „Mit der neuen Entscheidung wird der Druck wachsen.“ Die Bewohner seien schutzlos, beklagte Fawadleh. „Die Gewalt schafft ein Klima der Angst und Unsicherheit.“

Diese Entwicklungen verstärkten die Sorge vieler Christen um ihre Zukunft. „Leider ist der Gedanke an Auswanderung in den Köpfen der Menschen immer präsenter“, sagte der Pfarrer. Zwischen 2023 und 2025 hätten bereits 16 christliche Familien Taybeh verlassen; andere würden ernsthaft darüber nachdenken. Gründe seien vor allem die Unsicherheit und fehlende wirtschaftliche Perspektiven.

Brennende Felder nach einem Siedler-Übergriff im Sommer 2025. © KIRCHE IN NOT

Helfen Sie den notleidenden Christen im Heiligen Land mit Ihrer Spende

„Taybeh ist Zeichen für christliche Präsenz im Heiligen Land“

Trotzdem ermutigt der Priester die Christen, nach Möglichkeit zu bleiben. Die christliche Präsenz in Taybeh sei ein lebendiges Zeugnis des Glaubens im Land, in dem das Christentum entstanden sei. „Zu bleiben ist oft ein Akt des Glaubens und der Hoffnung“, betonte er. Gleichzeitig seien konkrete Hilfen notwendig, etwa durch Arbeitsplätze, Unterstützung für junge Menschen und eine stärkere Solidarität innerhalb der Pfarre.

Von der internationalen Gemeinschaft erwartet Pfarrer Fawadleh vor allem Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort und Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung sowie der religiösen Stätten. Die Weltkirche solle ihre Stimme für die Christen im Heiligen Land erheben und ihnen pastorale und materielle Unterstützung gewähren. Auch internationale christliche Organisationen wie KIRCHE IN NOT könnten durch Projekte in den Bereichen Bildung, Wohnraum, Arbeit sowie psychologische und geistliche Begleitung helfen.

Vertreter christlicher Konfessionen bei einem Solidaritätsbesuch in Taybeh im Sommer 2025. © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

„Taybeh ist Zeichen für christliche Präsenz im Heiligen Land“

An Christen weltweit richtet der Priester einen eindringlichen Appell: „Taybeh ist nicht nur ein Dorf. Es ist ein lebendiges Zeichen der christlichen Präsenz im Heiligen Land.“ Die Gläubigen weltweit sollten für die Christen der Region beten und sie auch konkret unterstützen, damit diese Gemeinschaft „nicht nur eine Erinnerung der Vergangenheit“ werde.

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu. In dieser Stunde der Not ruft Pater Anton Lässer, der Kirchliche Assistent von KIRCHE IN NOT international, weltweit zum gemeinsamen Gebet und Fasten auf. Werden Sie Teil dieser geistlichen Gemeinschaft für den Frieden.

Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erfüllen uns mit großer Sorge. Niemand kann derzeit absehen, wie weit dieser Konflikt noch reicht – doch die Gefahr von Terror, Krieg und wirtschaftlicher Not ist präsent und bedroht weit mehr als nur die Region selbst.

Ein Zeichen der Hoffnung gegen den Geist des Hasses

Als Hilfswerk erreichen uns täglich Berichte aus den betroffenen Gebieten. Doch wir hören nicht nur von Leid, sondern auch von der transformierenden Kraft des Gebets. Wir wissen: Wo menschliche Diplomatie an ihre Grenzen stößt, eröffnet das Gebet neue Wege zum Frieden.

- Pater Anton Lässer

Beten und fasten wir gemeinsam für Frieden

Wir laden Sie ein, sich unserer Gebetsinitiative anzuschließen und ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Lassen Sie uns gemeinsam auf die geistlichen Mittel vertrauen, die uns als Christen anvertraut sind. Mit festem Vertrauen auf Gott und Seine Möglichkeiten setzen wir der Spirale der Gewalt die Macht der Fürbitte entgegen.

Herzlichen Dank für Ihre Verbundenheit und Ihr Gebet!

Gebetsvorschlag: Sturmgebet in höchster Drangsal

Ewiger Vater! Schau voll Erbarmen auf die Not und Bedrängnis Deiner Kinder! Wenn Du uns nicht hilfst, Gott der Erbarmungen und allen Trostes, werden wir zugrunde gehen!

Lass daher in Deiner unergründlichen Barmherzigkeit die neun Chöre der seligen Geister, alle Heiligen und Seligen des Himmels und alle armen Seelen des Fegefeuers unter der Führung des hl. Erzengels Michael und des hl. Josefs, des Schutzherrn der heiligen Kirche, ausziehen in alle Welt, damit sie im Namen und in der Autorität des Unbefleckten Herzens Mariens, der Königin des Weltalls, der Siegerin in allen Schlachten Gottes, durch die Kraft des kostbaren Blutes Jesu, Deines geliebtesten Sohnes, alle bösen Geister in die Hölle hinabstoßen!

Lass sie ausziehen in alle Welt, damit sie alle bösen Menschen, alle Feinde Gottes, der heiligen Kirche, der Menschenseelen, der Menschlichkeit, der Tabernakel und der Heiligtümer hilflos und ohnmächtig und alle ihre bösen Pläne und Werke zunichte machen!

Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren Herrn, und durch das Unbefleckte Herz Mariens, Deiner heiligsten Tochter. Amen.

Ihr Heiligen und Ihr heiligen Engel helfet uns Gott erkennen und anbeten, lieben und Ihm dienen. Helfet uns im Kampfe mit den Mächten der Finsternis, die uns heimlich umschleichen und bedrängen.
Helfet uns, dass niemand von uns verlorengehe und wir einmal jubelnd in ewiger Seligkeit vereint seien. Amen.

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Die kleine katholische Gemeinde Algerien freut sich sehr auf die geplante Reise von Papst Leo XIV. in das nordafrikanische Land. „Der Besuch ist eine große Ermutigung für uns“, sagte der Bischof von Constantine-Hippone, Michel Jean-Paul Guillaud, in einem Interview mit KIRCHE IN NOT. Constantine ist die drittgrößte Stadt Algeriens und liegt im Nordosten des Landes. Auf dem Gebiet des Bistums befindet sich auch die frühere Bischofsstadt des heiligen Augustinus, Hippo Regius, das heutige Annaba.

Der Heilige Stuhl hatte bestätigt, dass der Papst im Rahmen einer Afrikareise vom 13. bis 23. April unter anderem Algerien besuchen wird. Leo XIV., der dem Augustinerorden angehört und dessen Generaloberer war, wird in die Hauptstadt Algier und nach Annaba reisen – Wirkungsort des Kirchenvaters Augustinus. Es ist der erste Besuch eines amtierenden Papstes in Algerien.

Für die Christen des Landes sei der Papstbesuch eine große Überraschung und Freude, erklärte Bischof Guillaud: „Für eine kleine Kirche wie die unsere ist es mehr, als wir erwarten konnten.“ Der Papst sei bereits zweimal als Generalprior des Augustinerordens in Algerien gewesen, unter anderem zu einer Konferenz über den heiligen Augustinus sowie zur Wiedereröffnung der Basilika in Annaba. Nun komme er, um „dem algerischen Volk selbst zu begegnen“.

Michel Jean-Paul Guillaud, Bischof von Constantine-Hippone in Algerien. © KIRCHE IN NOT

Leo XIV. kehrt als Papst an Orte des heiligen Augustinus zurück

Nach der Wahl von Papst Leo XIV. habe seine Selbstbezeichnung als „Sohn des heiligen Augustinus“ im Land große Aufmerksamkeit ausgelöst. Zunächst hätten manche Algerier dies geografisch verstanden, berichtete der Bischof, später habe man erkannt, dass es um eine geistliche Verbundenheit gehe. „Dass er drei Tage in Nordafrika verbringt, in einem Land mit muslimischer Mehrheit, ist ein starkes Zeichen.

Der Kirchenvater Augustinus (354–430), Bischof von Hippo Regius, wird heute auch in Algerien zunehmend als Teil des kulturellen Erbes wahrgenommen. Einen wichtigen Impuls habe eine internationale Konferenz im Jahr 2003 gegeben, die vom Hohen Islamischen Rat Algeriens gemeinsam mit der Universität Fribourg organisiert wurde, sagte Guillaud. Seitdem sei das Interesse an Augustinus gewachsen.

Blick auf die algerische Stadt Annaba, eine der geplanten Stationen der Papstreise. In der Antike hieß die Stadt Hippo Regius, wo der heilige Augustinus lebte. Die Überbleibsel der antiken Stadt liegen im Süden von Annaba. (Foto: pixabay)

Nur einige Zehntausend Katholiken in Algerien

Heute besuchen jedes Jahr Zehntausende Menschen die Basilika des heiligen Augustinus in Annaba – „99 Prozent von ihnen sind Muslime“, so der Bischof. Auch der algerische Staat habe zur Restaurierung der Basilika beigetragen. Augustinus werde zunehmend als gemeinsames kulturelles Erbe gesehen.

Christen bilden in Algerien eine sehr kleine Minderheit. Schätzungen zufolge leben in dem nordafrikanischen Land nur einige Zehntausend Katholiken unter einer überwiegend muslimischen Bevölkerung. Die katholische Kirche habe sich seit der Unabhängigkeit Algeriens stark verändert, erklärte Bischof Guillaud. Nach dem Weggang vieler europäischer Christen sei die Kirche deutlich kleiner geworden, besonders durch politische Umbrüche und Konflikte in den 1990er-Jahren.

Seit den 1980er-Jahren habe sich jedoch eine neue Realität entwickelt: Viele junge Christen aus Ländern südlich der Sahara kommen als Studierende nach Algerien. „Heute bestehen etwa 80 Prozent unserer Gemeinden aus Studierenden aus Ländern wie Uganda, Tansania, Simbabwe, Mosambik oder Angola“, sagte der Bischof. Dadurch sei eine junge und dynamische Gemeinschaft entstanden.

Papst Leo XIV. wird im April unter anderem nach Algerien reisen. Auf dem Programm stehen auch Besuche in anderen afrikanischen Ländern.

Große Entfernungen, kleine Gemeinschaften

Die Diözese Constantine-Hippone umfasst rund 110 000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Auf dem großen Gebiet ist die katholische Kirche an sieben Orten präsent. Etwa zehn Priester und eine ähnliche Zahl von Ordensschwestern betreuen die Gemeinden.

Nicht überall können regelmäßig Eucharistie gefeiert werden. Mancherorts versammeln sich die Gläubigen deshalb zum gemeinsamen Lesen der Bibel. „Wir entdecken neu, dass die Grundlage einer christlichen Gemeinschaft vor allem die Anwesenheit von Christen ist“, erklärte Guillaud.

Zugleich gibt es örtliche ökumenische Kontakte, etwa mit einer methodistischen Gemeinde in Constantine. Während der Gebetswoche für die Einheit der Christen werden gemeinsame Treffen organisiert. „Das Umfeld begünstigt eine sehr konkrete Form der Ökumene, die sich auf das Wesentliche konzentriert“, sagte Bischof Guillaud.

Ein Priester mit Gläubigen einer Gemeinde in Algier. © KIRCHE IN NOT

Vorsichtige Begleitung bei Taufwünschen

Gelegentlich wenden sich auch Einheimische an die Kirche mit dem Wunsch, Christ zu werden. In solchen Fällen gehe man sehr behutsam vor. Die Behörden seien über die Arbeit der Kirche informiert und respektierten die Gewissensfreiheit, solange keine missionarische Werbung betrieben werde, sagte der Bischof.

Wer um die Taufe bittet, werde deshalb sorgfältig begleitet und gründlich vorbereitet. Schwierigkeiten entstünden dabei oft eher im familiären Umfeld als durch staatliche Stellen, erklärte Guillaud. „Der Wechsel der religiösen Tradition kann in einer Gesellschaft, die an ihrem Erbe festhält, schmerzhaft sein“, erklärte Guillaud.

Mit einer internationalen Petition ruft KIRCHE IN NOT Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20 000 Menschen haben die Initiative unterschrieben. Die nächste Zielmarke liegt laut KIRCHE IN NOT bei 100 000 Unterschriften.

Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.

Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.

Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will KIRCHE IN NOT die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen.

Verkohltes Kreuz in der koptischen Kathedrale in Luxor.
Verbranntes Kreuz in der koptischen St.-Georgs-Kathedrale in Luxor/Ägypten (Archivbild) Foto: KIRCHE IN NOT

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht

Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gestartet. Die Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.

Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion „Red Wednesday“, bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.

Titelbild des Religionsfreiheits-Berichts 2025 von KIRCHE IN NOT

Aktionszeitraum bis zum „Red Wednesday“

Der diesjährige „Red Wednesday“ findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim „Red Wednesday“ mitgemacht – 2025 hatten sich 234 bei KIRCHE IN NOT registriert. Nach dem diesjährigen „Red Wednesday“ sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.

Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung dieses Menschenrechts. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein „Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft“.

Prominenter Unterstützer: Erzbischof Jacques Mourad aus Homs/Syrien unterschrieb die Petition. Mourad war selbst von Islamisten entführt worden; er setzt sich für den christlich-muslimischen Dialog ein. © KIRCHE IN NOT/Flavio Ianniello

„Religionsfreiheit ist Grundpfeiler einer gerechten Gesellschaft“

„Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens“, sagte Kardinal Koch. „Doch selbst wenn sie kleine und schutzbedürftige Minderheiten sind, bleiben Christen in ihren Heimatländern Friedensstifter. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg.“

Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).

Mehrere katholische Bischöfe des Libanon berichten dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ von Angst und Instabilität in ihren Diözesen nach den durch Angriffe der radikalislamischen Hisbollah provozierten israelischen Luftschlägen auf den Süden des Landes.

Der griechisch-melkitische Erzbischof von Sidon, Elie Bechara Haddad, beschrieb die angespannte Atmosphäre mit den Worten: „Raketen fliegen über unsere Köpfe hinweg.“ Seine Diözese sei aktuell nicht direkt getroffen worden, aber viele Flüchtlinge würden bereits in öffentlichen Schulen und Pfarrzentren aufgenommen und betreut.

Der griechisch-melkitische Erzbischof von Sidon, Elie Bechara Haddad

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„Die Menschen sind erschöpft“

Auch weiter südlich berichtete der griechisch-melkitische Erzbischof von Tyros, Georges Iskandar, gegenüber „Kirche in Not“, dass kirchliche Einrichtungen bereits Flüchtlinge aufnehmen. Er schätze, dass rund 800 christliche Familien in seiner Diözese bald Hilfe benötigen könnten, sollten die Kampfhandlungen anhalten. „Die Menschen sind erschöpft“, betonte Iskandar, „sie fürchten um ihre Kinder und ihre Zukunft; sie sehnen sich nach einem einfachen und normalen Leben: dass ein Kind ohne Angst zur Schule gehen kann, dass ein älterer Mensch friedlich in seinem Zuhause schlafen kann, dass Vater und Mutter in Würde für ihren Lebensunterhalt arbeiten können.“ Seine Aufgabe als Erzbischof sehe er in dieser Situation darin, den Menschen nahe zu sein, ihr Leid zu hören, mit ihnen zu beten. „Ich muss sie daran erinnern, dass ihre Würde vor Gott gewahrt ist und dass die christliche Hoffnung nicht auf Machtverhältnissen, sondern auf dem Glauben an den Herrn der Geschichte gründet, der Frieden für sein Volk will.“

Der Erzbischof von Tyros, Georges Iskandar

„Sie gehören zu uns.“

Im vorwiegend christlich besiedelten Bekaa-Tal entwickelt sich die Krise nach Ansicht des maronitischen Ortsbischofs Hanna Rahmé ähnlich wie bereits im Krieg von 2024. Er berichtete, dass muslimische und christliche Familien aus Baalbek erneut in Deir el-Ahmar Zuflucht suchen. Auch dort seien öffentliche Schulen und Kirchenzentren wie beispielsweise die St.-Nohra-Schule geöffnet worden, um vertriebene Familien aufzunehmen. Trotz äußerst begrenzter Mittel betonte Bischof Rahmé, die Kirche werde die Bedürftigen nicht im Stich lassen: „Sie gehören zu uns; wir werden uns mit unseren Möglichkeiten um sie kümmern.“

Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden durch die Luftangriffe fast 30 000 Menschen vertrieben, für knapp 50 Dörfer im Süden des Landes sei die Evakuierung angeordnet worden. Die Autobahnen aus dem Südlibanon und den südlichen Vororten Beiruts waren am Montag schnell überlastet, tausende Menschen steckten stundenlang im Stau fest. Obwohl die Regierung öffentliche Notunterkünfte und Notfall-Hotlines eingerichtet hat, bleibe die Lage nach Einschätzung der katholischen Bischöfe instabil. Mehrere Diözesen haben gegenüber „Kirche in Not“ angekündigt, dass sie bei einer weiteren Eskalation auf internationale Hilfe für die Versorgung der Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Notfallpaketen und Existenzhilfe angewiesen sein dürften. „Kirche in Not“ hat Bereitschaft zur Hilfe signalisiert und bittet seine Unterstützer um Gebet für den Frieden im Libanon und im gesamten Nahen Osten.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr katholische Priester, Ordensleute und Seminaristen getötet als 2024. Darauf weist KIRCHE IN NOT in einer aktuellen Auswertung hin. Rückläufig hingegen ist die Zahl der inhaftierten Geistlichen.

Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Meldungen wurden 2025 weltweit 19 Kirchenmitarbeiter getötet – im Jahr zuvor waren es 13. Bei den Getöteten handelt es sich um 15 Priester, zwei Seminaristen und zwei Ordensschwestern. Mehrere der gewaltsamen Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entführungen oder in bewaffneten Konflikten, etwa in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen getötet – unter anderem in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti.

KIRCHE IN NOT weist darauf hin, dass die hier erfassten Zahlen ausschließlich Priester und Ordensleute betreffen. In vielen Ländern seien auch Katecheten und Laienmissionare massiv bedroht und häufig Opfer von Gewalt, diese sind in der Statistik jedoch nicht enthalten.

Pfarrer Donald Martin Ye Naing Win aus Myanmar wurde am 14. Februar 2025 ermordet.

Weniger Geistliche in Haft – mit Ausnahmen

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Zahl der inhaftierten Geistlichen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT waren 2025 weltweit 28 Priester und Ordensleute aufgrund von religiöser Verfolgung in Haft oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt. Im Jahr zuvor waren es noch 71. Der Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in Nicaragua zurückzuführen, wo die meisten der im Jahr 2024 inhaftierten Geistlichen inzwischen freigelassen wurden.

In Belarus sank die Zahl der inhaftierten katholischen Priester ebenfalls leicht. In China hingegen nahm die Zahl der Festsetzungen zu, teilt KIRCHE IN NOT mit. Dort waren im Jahr 2025 insgesamt 14 Geistliche zeitweise in Haft oder unter Hausarrest, darunter mehrere Bischöfe. Verlässliche Informationen zur Situation der Kirche in China seien weiterhin schwer zu erhalten, betont KIRCHE IN NOT.

Auch in Indien kam es 2025 zu mehreren Festnahmen, betroffen waren ausschließlich Ordensfrauen. Ihnen wurden unter anderem Entführung oder Menschenhandel vorgeworfen. Alle Betroffenen kamen später wieder frei.

Der junge Priester Stephen Echezona aus Nigeria wurde im März 2025 entführt.

Entführungen von Kirchenmitarbeitern sind „Geschäftsmodell“ geworden

Ein großes Problem bleiben die Entführungen von Priester und Ordensleuten, auch wenn die gemeldeten Fälle leicht zurückgingen. KIRCHE IN NOT wurden im vergangenen Jahr 38 entführte Priester und Ordensleuten gemeldet.

Besonders betroffen ist weiterhin Nigeria, wo die Zahl der Entführungen sogar anstieg – von 17 auf 24 Fälle. Unter den Entführten waren auch Seminaristen und Ordensschwestern. Zwei Seminaristen wurden getötet. Zum Jahresende galt noch ein Priester als vermisst; ein weiterer kam im Januar 2026 frei.

Einen starken Anstieg verzeichnete auch Kamerun, wo 2025 insgesamt acht Priester entführt wurden, vor allem im konfliktreichen Nordwesten des Landes. Die meisten Betroffenen kamen wieder frei.

Internationale Aufmerksamkeit hilft

Weitere Entführungen wurden unter anderem aus Kolumbien, Haiti und Äthiopien gemeldet. Die Entführer gehören mehrheitlich islamistischen oder anderen extremistischen Gruppen an; in einigen Weltregionen haben auch kriminelle Banden Entführungen und die Erpressung von Lösegeld zu einem „Geschäftszweig“ gemacht.

Seit 1999 gibt es in der Diözese Machakos im Süden Kenias ein Karmelitinnenkloster. Sie stammen aus Kenia, Spanien, Burkina Faso, Kamerun und Tansania. Die wichtigste Aufgabe der kontemplativen Schwestern besteht im Gebet. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie durch das Backen von Hostien und der Anfertigung liturgischer Gewänder. Beides ist zugleich ein Dienst, den sie der Ortskirche leisten. Auch bei der Arbeit unterbrechen sie ihr Gebet nicht.

Zum Backen der Hostien standen ihnen bislang nur alte Geräte zur Verfügung, die immer wieder ausfielen und repariert werden mussten. Mit ihnen war die Arbeit mühsam. Zugleich ist aber die Nachfrage nach Hostien gestiegen, denn Schwester Mary Therese Ndinda, die Priorin, erklärt: „Die Erfahrung der Covid-19-Pandemie hat viele Menschen in die Kirche zurückkehren lassen.“

Die Karmelitinnen freuen sich über die neuen Hostienbackmaschinen, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT ermöglicht haben.

Mit ihrer Arbeit können sie nur für ihren bescheidenen Lebensunterhalt aufkommen

Den höheren Bedarf konnten die Karmelitinnen nicht decken. Neue Geräte konnten sie sich aber nicht leisten, denn mit ihrer Arbeit können sie nur gerade für ihren bescheidenen Lebensunterhalt aufkommen. Daher hatten sie uns um Hilfe gebeten. Unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen, und so kamen 18.000 Euro zusammen, sodass die Schwestern eine neue Ausstattung für die Herstellung von Hostien anschaffen konnten. Jetzt geht ihnen diese Arbeit viel leichter von der Hand.

Die Priorin schreibt im Namen ihrer Mitschwestern: „Wir möchten unsere Dankbarkeit für Ihre großherzige Unterstützung zum Ausdruck bringen. Möge der Herr, der sich an Großzügigkeit nicht übertreffen lässt, sie Ihnen vergelten!“

Der 24. Februar 2022 markiert einen tiefen Einschnitt für Millionen von Menschen in der Ukraine. Was als großflächige Invasion begann, entwickelte sich zu einer jahrelangen Prüfung für den Glauben und die Menschlichkeit. Doch inmitten der Trümmer und der Angst gibt es Orte der Zuflucht – ermöglicht durch eine Welle der Solidarität, die bis heute anhält.

Ein unerwartetes Geschenk in der Not

Für Julia aus Charkiw bedeutete die Flucht nicht nur den Verlust ihrer Heimat, sondern auch den Beginn einer tiefgreifenden inneren Wandlung. Gemeinsam mit ihrer Familie fand sie Schutz in einem Kloster bei den Schwestern Paulina und Barbara.

„Ihre Gastfreundschaft hat mich täglich erstaunt“, erinnert sich Julia. „Es war das größte Geschenk in jener dunklen Zeit: ein tiefgreifendes spirituelles Erwachen.“

Was im hektischen Stadtleben kaum Platz fand, wurde im Kloster zum Anker: wöchentliche Gottesdienste und ehrliche Gespräche. Als Julia die Ukraine schließlich verlassen musste, damit ihre Kinder zur Schule gehen konnten, blieb eine Verbindung, die wie Familie ist – und ein ewiger Kalender der Schwestern, der sie noch heute täglich an diese Zeit erinnert.

Bringen Sie mit Ihrer Spende Licht in die Dunkelheit notleidender Menschen in der Ukraine

1256 Projekte für die Nächstenliebe

Julias Geschichte ist eines von vielen Zeugnissen. Dank der Großzügigkeit von Ihnen konnte KIRCHE IN NOT in den vergangenen vier Jahren 1.256 Projekte mit einer Gesamtsumme von über 30 Millionen Euro unterstützen.

Diese Zahlen übersetzen sich vor Ort in ganz konkrete, lebensnotwendige Hilfe:

    • Tägliche Versorgung: In Tschernomorsk bereiten die Schwestern der Nächstenliebe der Heiligen Elisabeth täglich bis zu 100 warme Mahlzeiten zu und verteilen Lebensmittelpakete an Geflüchtete, Senioren und Soldaten.

 

    • Wärme und Licht: In Städten wie Odessa, die von Bombenangriffen und Stromausfällen geprägt sind, sichert Treibstoff für Generatoren den Fortbestand des Gebets und der Katechese.

 

    • Medizinische Hilfe: Die Unterstützung deckt Behandlungskosten für lebensbedrohliche Kriegsverletzungen und ermöglicht die Ausbildung von Schwestern zur medizinischen Versorgung verwundeter Soldaten.

 

    • Traumaheilung: Programme helfen dabei, die seelischen Wunden dieses Krieges zu lindern.

 

„Liebe ist stärker als der Tod“

Hinter jedem Projekt stehen Menschen, die an vorderster Front ausharren. Pater Oleksander Ryepin aus Mykolaiiv berichtet, wie das Pfarrhaus über ein halbes Jahr lang zur Heimat für Menschen aus besetzten Gebieten wurde. Es ging um mehr als nur das Überleben – es ging darum, Würde und Zugehörigkeit zurückzugewinnen.

„Der Schmerz verschwindet nicht – aber er wird verwandelt“, schreibt er. „Tränen hören auf, nur Verzweiflung zu sein, und werden zu Gebet.“

Auch die Schwestern aus Odessa und Tschernomorsk senden ihren Dank: Die Hilfe schenkt ihnen die Gewissheit, nicht allein zu sein. Für sie ist klar: Liebe ist stärker als die Angst.

Eine Ordensfrau verteilt Lebensmittel an bedürftige Menschen in der Ukraine.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr

Die Kirche in der Ukraine bleibt lebendig und nah bei den Menschen, weil Menschen weltweit sie nicht vergessen haben. Diese Unterstützung ist das Fundament für die Hoffnung, die auch Julia in ihrem Herzen trägt, während sie in der Fremde auf ihren Kalender blickt.

Ihr Traum bleibt unerschüttert: „Jeden Tag träume ich davon, nach meinem geliebten Charkiw zurückzukehren. Und wir werden zurückkehren. Der Krieg wird enden.“

Der kürzlich ernannte Präsident von KIRCHE IN NOT, Kurt Kardinal Koch, hat die Internationale Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus besucht. Er kam dort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, besuchte die Räumlichkeiten und feierte eine heilige Messe in der Hauskapelle.

Er freue sich, „Präsident dieser wunderbaren Organisation zu sein“ und ermutigte die Anwesenden, die Christen in Not nicht nur materiell, sondern auch geistlich zu unterstützen. Das Wichtigste sei, an sie zu denken und für sie zu beten.

„Wir haben die große Freude, die großartige Botschaft Jesu Christi empfangen zu haben und diese Botschaft weitergeben zu dürfen, damit Menschen in Freude leben können. Doch viele Menschen befinden sich in Schwierigkeiten und großer Not. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu helfen, indem wir sie materiell unterstützen und ihnen das Geschenk des Glaubens, des Evangeliums anbieten.“

Im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte Kardinal Koch ihnen ausdrücklich für deren intensives Engagement und den Einsatz für die Religionsfreiheit. Sie sei ein wichtiges Thema und eine große Herausforderung. Gleichzeitig verwies er auf die Dringlichkeit der Neuevangelisierung in den westlichen Ländern, „denn der Glaube ist in einigen unserer Regionen sehr schwach“.

Bei seinem Rundgang durch das Haus der Internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT besuchte Kurt Kardinal Koch auch das YOUCAT-Büro.

„Neuevangelisierung in den westlichen Ländern dringend notwendig“

Neben seiner neuen Aufgabe als Präsident von KIRCHE IN NOT ist Kardinal Koch beim Heiligen Stuhl langjähriger Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Bei seinem Besuch verwies er auf die Ähnlichkeit zwischen den Aufgaben des Dikasteriums und dem Auftrag des Hilfswerks: Beide hätten eine ökumenische und soziale Dimension und befassten sich mit den verschiedenen Ausdrucksformen des Christentums.

„Wir haben viele Unterschiede, eine große Vielfalt, aber wir brauchen einen gemeinsamen Geist. Ohne diesen gemeinsamen Geist können wir unsere Konflikte und Kriege nicht überwinden“, mahnte Kardinal Koch. Nur wenn die Kirche trotz aller Unterschiede geeint sei, kann sie ein Zeichen und Werkzeug für die Gesellschaft und die Welt sein.

Der aus der Schweiz stammende Kardinal ist dem Hilfswerk bereits lange verbunden. Nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in Deutschland war er in der Vergangenheit bereits mehrfach Gast bei Veranstaltungen.

Heilige Messe in der Hauskapelle von KIRCHE IN NOT International: Eduard Kawa, römisch-katholischer Bischof von Kamjanez-Podilskyj (Ukraine), Kurt Kardinal Koch, Präsident von KIRCHE IN NOT, Pater Anton Lässer, kirchlicher Assistent von KIRCHE IN NOT International (v. l.).

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