Aktuelles Archive - Seite 35 von 51 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Die kongolesische Schwester Chantal Pascaline starb am 9. August 2014 im Alter von 47 Jahren im St.-Josef-Krankenhaus in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, nachdem sie sich mit dem Ebola-Virus infiziert hatte.

Während ihrer Missionsarbeit arbeitete Schwester Pascaline bis 2006 in den Städten Niefang und Santa Teresita in Äquatorialguinea und anschließend als Krankenschwester in Sampaka in Mali. Danach wurde sie nach Monrovia geschickt, um im St.-Josef-Krankenhaus zu arbeiten.

In den vergangenen fünf Jahren hat KIRCHE IN NOT über 50 Projekte in Liberia unterstützt, auch während der Ebola-Epidemie. Momentan hilft KIRCHE IN NOT besonders im Bereich der religiösen Ausbildung, stellt Fahrzeuge für die pastorale Arbeit zur Verfügung und unterstützt Ordensschwestern, wie beispielsweise die Schwestern der Heiligen Familie, die sich für arme, bedürftige, wohnungslose und notleidende Menschen sowie für Flüchtlinge und Migranten einsetzen.

Die Corona-Krise hat in Pakistan zu einer Zunahme der Anklagen aufgrund der international umstrittenen Blasphemiegesetze geführt, erklärte der Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Wir beobachten einen alarmierenden Anstieg, insbesondere durch die zunehmende Nutzung der sozialen Medien. Die religiöse Radikalisierung ist weiter auf dem Vormarsch.“

Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden verteidigt Christen und andere religiöse Minderheiten, denen angebliche Gotteslästerung oder Beleidigung des Islam vorgeworfen wird und dokumentiert diese Fälle.

Radikale Muslime machten sich zunutze, dass aufgrund der Covid-19-Pandemie Ermittlungen länger dauerten oder Gerichtsverhandlungen verschoben würden, erklärte Yousaf. Eine weitere Entwicklung macht dem Priester Sorgen: „Es ist eine Zunahme [der Blasphemiebeschuldigungen] in den Städten zu verzeichnen, die sich gegen Studierende, Krankenschwestern, Ärzte und andere gebildete Berufsgruppen richten.

Emmanuel Yousaf, Leiter der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan.

Auch Freispruch schützt nicht vor Verfolgung

Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit ihre Mitmenschen noch entschlossener zwingen will, zu konvertieren oder sich ihrer Ideologie anzuschließen. Wenn diese sich weigern, werden sie fälschlich der Blasphemie beschuldigt.“

Auch ein Freispruch vor Gericht schütze die Betroffenen nicht: „Bei vielen Fällen ist zu beobachten, dass eine fälschlich beschuldigte Person nicht in seine Wohngegend, noch nicht einmal in seine Heimatregion zurückkehren kann. Das Leben dieser Menschen ist immer in Gefahr.“

Die Islamische Republik Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen: Die Schändung des Korans kann mit lebenslanger Haft, abschätzige Bemerkungen über den Propheten Mohammed sogar mit dem Tod bestraft werden.

Polizeischutz vor einer Kirche in Pakistan.

Drastische Strafen bei „gotteslästerlichen Handlungen“

Beobachter kritisieren seit Langem, dass Anklagen, Prozessführung und Haftbedingungen rechtsstaatlichen Standards widersprechen.

Zu diesem Schluss kommt auch eine Resolution des Europäischen Parlaments von Ende April. Die Abgeordneten fordern Pakistan unter anderem zur Abschaffung von Todesstrafe und lebenslanger Haft in den Blasphemiegesetzen auf. Andernfalls sollten die Pakistan gewährten Handelspräferenzen auf den Prüfstand gestellt werden.

„Diese Resolution ist sehr wichtig für die Rechte religiöser Minderheiten in Pakistan, insbesondere für Christen“, bilanziert Yousaf. Fast ein Sechstel (14,5 Prozent) der wegen Blasphemie angeklagten Personen seien Christen, obwohl diese weniger als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung Pakistans ausmachen.

Verteilung von Lebensmittelpaketen in Pakistan.

Nur zwei Prozent der Pakistaner sind Christen

Allerdings sieht der Menschenrechtler wenig Chancen, die Gesetze ganz abzuschaffen, dazu sei die pakistanische Gesellschaft zu sehr radikalisiert. Auch seien viele Bürger der Auffassung, „diese Gesetze seien nicht von Menschen gemacht, sondern göttlich“.

Nach Verabschiedung der Resolution hatte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums der Europäischen Union mangelndes Verständnis für die religiösen Empfindsamkeiten in der islamischen Welt vorgeworfen.

Das treffe in gewissem Maße zu, erklärte Yousaf: „Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden hat die Regierung immer wieder aufgefordert, den Missbrauch dieser Gesetze zu unterbinden und dazu auch Vorschläge gemacht. Wir fordern nicht die Aufhebung der Gesetze, sondern verfahrenstechnische Änderungen.

Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen, bis hin zum Tod.

„Einseitig parteiische Lehrpläne”

Obwohl der Staat sagt, dass er sich an internationales Recht hält, werden den Minderheiten meiner persönlichen Erfahrung nach ihre gesetzlich garantierten Rechte vorenthalten.“

Yousaf appelliert an die internationale Gemeinschaft, „auf die Regierung einzuwirken und Druck auf sie auszuüben, damit sie den Schutz der religiösen Minderheiten gewährleistet“. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch Bildung. „Im Lauf der Jahre haben die öffentlichen Einrichtungen aufgrund einseitig parteiischer Lehrpläne die Ideologie gestärkt, dass es in Pakistan nur Platz für den Islam gibt.“

Unterstützen Sie den Einsatz der katholischen Kirche in Pakistan für benachteiligte religiöse Minderheiten mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Pakistan

KIRCHE IN NOT stellt Soforthilfe für die Menschen in Haiti bereit.

Am Samstag, den 14. August 2021, kam es auf Haiti zu einem schweren Erdbeben der Stärkte 7,2. Medienberichten zufolge liegt die Zahl der Opfer bei über 2.200; mehrere Tausend Menschen werden noch vermisst.

„Wir müssen den Menschen jetzt schnell und unkompliziert helfen”, so Herbert Rechberger, der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „KIRCHE IN NOT hilft über die Strukturen der katholischen Kirche. Dieses System hat sich bereits 2010 als sehr leistungsfähig erwiesen. In Haiti war damals vor allem die kirchliche Struktur in der Lage, die Hilfe schnell zu den Betroffenen zu bringen. Wir sind zuversichtlich, dass sich dieses System auch jetzt als tragfähig erweist”, so Rechberger.

Hilfe nach dem Erdbeben

Helfen Sie den Menschen nach dem schweren Erdbeben!

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KIRCHE IN NOT hat nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti ein Nothilfepaket in Höhe von einer halben Million Euro auf den Weg gebracht. „Wir haben dramatische Berichte von unseren Partnern in Haiti erhalten. Das Erdbeben trifft ein von politischen Konflikten geschwächtes Land“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern. „Kaum ein Monat ist vergangen seit der Ermordung von Präsident Moïse. Darüber hinaus erreichten immer wieder Nachrichten von Dürren und Wassermangel – und nun hat das Erdbeben tausenden Familien einen weiteren vernichtenden Schlag versetzt. Es ist eine fatale Situation, und die Menschen sind zutiefst traumatisiert.“

Folgende Schäden hat uns die Diözese Jeremie bisher berichtet:

  • 26 Kirchen erlitten schwere Schäden
  • davon wurden 11 Kirchen vollkommen zerstört und müssen neu errichtet werden, eine davon ist die Kathedrale von St. Louis
  • 32 Pfarren sind von dem Erdbeben schwer betroffen
  • von den insgesamt 46 Pfarrhäusern, wurden 70% vollkommen zerstört
  • auch die Bischofsresidenz weist schwere Schäden auf und muss restauriert werden
  • 25 katholische Schulen und 11 Gesundheitszentren erlitten schwere Schäden
  • der Sendemast der Radiostation der Diözese ist umgestürzt und die Photovoltaikanlage beschädigt

Folgende Schäden hat uns die Diözese Les Cayes bisher berichtet:

  • 682 Menschen wurden getötet
  • 2175 Menschen wurden verwundet
  • 11 481 Häuser wurden zerstört
  • 135 Kirchen wurden zerstört
  • 111 Kirchen wurden beschädigt
  • 78 Schulen wurden zerstört

Zerstörung auf den Straßen Haitis. 15. August 2021.

KIRCHE IN NOT ruft auch zum Gebet für die Menschen auf. Bereits im Jahr 2010 wurde das Land schwer getroffen und in großen Teilen zerstört. Das war für unzählige Menschen ein traumatisches Ereignis. ”Neben der materiellen Hilfe brauchen die Menschen jetzt vor allem Mut und Hoffnung. Bitte beten Sie, damit sich keine Verzweiflung breit macht. Die Seelsorger Haitis stehen vor einer Herkules-Aufgabe. Auch sie brauchen unsere Unterstützung“, so Herbert Rechberger.

Rund 94 Prozent der Haitianer sind Christen, die meisten gehören der katholischen Kirche an. KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche auf Haiti seit Jahren. Dazu zählt zum Beispiel der Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen nach Erdbeben oder Wirbelstürmen, die Ausbildung von Priestern und Katecheten und die Unterstützung der Arbeit von Seelsorgern in den Armenvierteln der Städte.

Kinder holen Wasser in Haiti.
Seit über zehn Jahren befindet sich Haiti in einer politischen und wirtschaftlichen Dauerkrise. Regierung und oppositionelle Kräfte geben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Auf den Straßen haben vielfach bewaffnete Banden das Kommando übernommen. Nach dem Mordanschlag auf den Präsidenten im Juli 2021 hat die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.
Helfen Sie den Menschen nach dem schweren Erdbeben und unterstützen Sie die Arbeit der Kirche auf Haiti mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Haiti

Die Weltöffentlichkeit schaut schockiert auf die Lage in Belarus. Gewaltsam unterdrückte Proteste und Sanktionen prägen das Bild. Hinzu kommt, dass Belarus auch von der Corona-Krise schwer getroffen wurde. In der aktuell angespannten Situation hat auch die katholische Minderheit des Landes Repressalien zu erdulden. Internationale Bekanntheit erlangte der Fall des Minsker Erzbischofs Tadeusz Kondrusiewicz, dem nach Kritik an der politischen Führung monatelange die Wiedereinreise nach Belarus verweigert worden war.

Wie die Kirche trotzdem für die Menschen da ist – und warum in der aktuellen Situation sogar eine Chance für die ökumenische Annäherung liegt, darüber hat das weltweite kirchliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Belarus, Msgr. Aleh Butkewitsch, gesprochen. Der 49-Jährige leitet seit 2014 die Diözese Vitebsk im Norden von Belarus.

Bischof Aleh Butkevich

KIRCHE IN NOT: Belarus geht durch eine schwere Krise. Wie versucht die Kirche in dieser Zeit für die Menschen da zu sein?

Die Kirche muss angesichts der Prozesse, die in der Gesellschaft vor sich gehen, reagieren und kann nicht gleichgültig bleiben – schließlich sind an ihnen dieselben Menschen beteiligt, die mehrheitlich auch der Kirche angehören. Deshalb versucht die Kirche, ihre Herzen zu erreichen, indem sie sie zu Frieden und Versöhnung aufruft sowie zum Dialog, um die Probleme zu lösen. Wir bieten auch alle mögliche Hilfe an: geistliche, psychologische und manchmal auch materielle Unterstützung für Menschen, die sich in einer besonders schwierigen Situation befinden.

Gibt es auch Beeinträchtigungen der kirchlichen Arbeit?

Im Prinzip hat die Krisensituation den Dienst der Kirche nicht ernsthaft behindert oder eingeengt, mit Ausnahme von Einschränkungen bei der Übertragung von Gottesdiensten und, in einigen Fällen, einer verstärkten behördlichen Kontrolle der Aktivitäten einzelner Priester und Pfarreien.

Welche Gefühle prägen die Gläubigen angesichts der gegenwärtigen Lage?

Die bestehende Situation hat eine zusätzliche Motivation geschaffen, das Gebet zu verstärken und oft auch die eigenen Ansichten über die Beziehung zu Gott und den Menschen zu überdenken. Im Allgemeinen führen solche Situationen in der Regel zu einer Vertiefung des Glaubens.

Demonstrantinnen in Weißrussland. (Foto: Witalij Poliniewski/Catholic.by)

Wie hat sich die Corona-Pandemie in Belarus ausgewirkt und was hat die Kirche getan, um die Folgen zu lindern?

Wie überall auf der Welt hatte die Covid-19-Epidemie auch in Belarus einen negativen Einfluss auf das öffentliche Leben und die wirtschaftliche Situation. Die Kirche ist eine der ersten Institutionen gewesen, die auf das Auftreten der Epidemie reagiert hat. Wir haben Sicherheitsmaßnahmen in Form von Desinfektionsmöglichkeiten in Kirchen, Maskenpflicht bei Gottesdiensten und Einhaltung der sozialen Distanz getroffen. In der Folge wurden Projekte organisiert, um medizinische Organisationen bei der Anschaffung der notwendigen Schutz- und Präventionsausrüstungen zu unterstützen. Die Zahl der Online-Übertragungen von Gottesdiensten in Gemeinden hat zugenommen. Hier hat uns KIRCHE IN NOT sofort unter die Arme gegriffen.

Die Mehrheit der Bewohner von Belarus gehört der orthodoxen Kirche an. Wie würden Sie das Verhältnis zur orthodoxen Kirche beschreiben? Gibt es eine etablierte Ökumene, auch angesichts der gesellschaftlichen Fragen?

Die Beziehungen zur orthodoxen Kirche, aber auch zu Vertretern anderer Konfessionen und Religionen sind friedlich. In den meisten Fällen, vor allem auf der Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen, wie zum Beispiel in konfessionsgemischten Familien, würde ich sie als freundschaftlich bezeichnen. Jegliche interkonfessionellen und interreligiösen Unterscheidungen lösen sich praktisch auf, wenn es um die Rettung des Menschen geht. Unter diesem Gesichtspunkt kann die Epidemie also bis zu einem gewissen Grad als ein Faktor betrachtet werden, der die Menschen eher verbindet als trennt.

Protestmarsch in Minski (Foto: Witalij Poliniewski/Catholic.by)

Sehr viele katholische Priester in Belarus stammen aus dem Ausland, zum Beispiel aus Polen. Stellt sie das vor Probleme – etwa bei der Visavergabe? Gibt es sprachliche Barrieren gegenüber den Gemeinden?

Mittlerweile ist die Mehrheit unserer Priester aus Belarus. Aber wir sind noch weit davon entfernt, auf die Hilfe von Priestern aus dem Ausland verzichten zu können. Wir sind gerade den polnischen Priestern für ihre langjährige und selbstlose Arbeit in unserem Land sehr dankbar. Ihr Dienst wird dadurch erschwert, dass sie regelmäßig – einmal im Jahr oder sogar halbjährlich – die Genehmigung für die seelsorgerische Tätigkeit einholen müssen. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass sie diese Erlaubnis ohne Angabe von Gründen verlieren. Was die Frage der Sprache in der heiligen Messe betrifft, so gibt es kein Problem. Bei den ausländischen Geistlichen existieren keine Sprachbarrieren.

Wie könnte die katholische Weltkirche ihre Verbundenheit mit den Menschen in Belarus zum Ausdruck bringen?

Es gibt bereits Unterstützung durch die Weltkirche für Belarus – vor allem das Gebet vieler Orden, Kongregationen, Pfarreien und Einzelpersonen. Vor allem schätzen wir das Gebet und das Gedenken von Papst Franziskus, der besorgt ist über das, was in unserem Land geschieht. Diese geistige Einheit ist für uns eine wesentliche Stütze in der aktuellen Situation. Es gibt diplomatische Versuche der Vertretung des Heiligen Stuhls in Belarus, um den Menschen in dieser schwierigen Situation zu helfen, eine friedliche Lösung der Krise in unserem Land herbeizuführen und seine Situation in der Weltgemeinschaft positiv zu beeinflussen.

Was ist Ihre Botschaft an die Wohltäter von KIRCHE IN NOT?

Allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT gilt in erster Linie unser großer Dank für die langjährige Unterstützung, sowohl bei der Restaurierung von Kirchengebäuden als auch für die Hilfe, damit Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften ihre Arbeit erfüllen können. Ohne diese Hilfe in pastoralem und sozialem Bereich wären wir nicht da, wo wir heute sind. Wir unsererseits versichern Ihnen, unablässig zu beten und um Gottes Lohn für die Freundlichkeit und Offenheit Ihrer Herzen zu bitten!

Um den Christen in Belarus weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Belarus

Die Katechetin Margeli Lang Antonio kam bei einem Angriff auf eine Kirche in der Gemeinde Acacoyagua im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos ums Leben.

Nach einem Vorbereitungskurs für Katecheten am 15. Juni 2019 betraten zwei Jugendliche die Kapelle zur Unbefleckten Empfängnis in der Pfarre St. Markus und eröffneten das Feuer. Eine der Kugeln traf Margeli Lang Antonio. Sie war sofort tot.

Die junge Frau wurde von den Gläubigen geschätzt und engagierte sich besonders für die Kinder in der Pfarre.

Weltweit fördert KIRCHE IN NOT die Ausbildung von Katecheten. Sie sind vor allem in Afrika und Lateinamerika wichtig, denn sie leben häufig in abgelegenen Gemeinden, wohin nur selten ein Priester kommt. Die Katecheten sind dann wichtige Ansprechpartner. Ein wichtiges und beliebtes Instrument der Katechese ist die Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“. Sie ist in mehr als 190 Sprachen in einer Auflage von über 51 Millionen Exemplaren erschienen.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Verfolgte und bedrängte Christen

KIRCHE IN NOT unterstützt in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein Zentrum für Existenzgründungen. Das „Christian Hope Center“ (Christliches Hoffnungszentrum) fördert sogenannte Mikroprojekte, also Gründungs- oder Berufsideen mit einem geringen Budgetumfang.

Christliche Familien erhalten Fördermittel, um neue Unternehmen zu gründen oder berufliche Projekte wiederaufzunehmen, die während des zehn Jahre dauernden Krieges unterbrochen wurden.

Das Zentrum wurde Ende Juli im historischen christlichen Viertel von Damaskus, Bab Touma, eröffnet. Dort prüfen die Mitarbeiter die eingereichten Anträge und bieten Schulungen zur Gründung von Kleinunternehmen an. Ähnliche Anlaufstellen des „Christian Hope Centers“ gibt es in Aleppo und Homs. Dort liegt die Erfolgsquote bei 78 Prozent, das heißt, mehr als drei Viertel der Gründungsideen konnten erfolgreich und dauerhaft realisiert werden.

Daran möchte das Zentrum in Damaskus anknüpfen, betont Mitarbeiterin Carla Audo: „Wir helfen den Familien, neu anzufangen. Wir geben ihnen einen Grund, in Syrien zu bleiben und eine Chance, das Land wiederaufzubauen. Ich danke den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für ihre beständige Hilfe und Inspiration.“

Eröffnung des „Christian Hope Centers“ in Damaskus mit Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo (Bildmitte).

Zentrum der Hoffnung

Der 25-jährige Christ Johnny Saygeh kann dank eines vom „Christian Hope Center“ unterstützten Mikroprojekts seine vierköpfige Familie ernähren. Im Jahr 2013 wurde sein Vater von einer syrischen Miliz entführt und ermordet. Johnny blieb mit seiner Mutter und zwei Geschwistern zurück – ohne stabile Einnahmequelle.

Da er auf einem Auge blind ist und nach einem Arbeitsunfall unter weiteren Einschränkungen leidet, hat er nur begrenzte berufliche Möglichkeiten. Das Hoffnungszentrum hat die Anschaffung von Tischen, Maschinen und Material für ein kleines Café bezuschusst, das Johnny und seiner Familie nun ein Auskommen sichert.

Angesichts der sich verschärfenden Wirtschaftskrise leben Schätzungen zufolge 90 Prozent der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel oder Medikamente haben dazu geführt, dass viele Haushalte nicht mehr in der Lage sind, ihre Grundkosten zu decken.

Johnny Saygeh in seinem neuen Café. Er wurde vom Hoffnungszentrum unterstützt (Foto: Hope Center).

90 Prozent der syrischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze

Das betrifft auch viele christliche Familien. Sie wenden sich an die lokalen Kirchen und erhalten dort – oft mit Hilfe von Organisationen wie KIRCHE IN NOT – Lebensmittelpakte, Miete- und Studienzuschüsse. Unser Hilfswerk hat seit Kriegsausbruch in Syrien mehr als 1000 humanitäre wie pastorale Einzelprojekte mit einem Umfang von über 42 Millionen Euro unterstützt.

Viele Hilfsempfänger geben jedoch an, dass sie zwar für die Nothilfe dankbar sind, sich darüber hinaus aber eine stabile Arbeit wünschen. Da auch hierzu oft Mittel und Perspektiven fehlen, wandern viele Christen aus Syrien ab.

Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ zufolge stellten Christen vor Kriegsbeginn noch rund zehn Prozent der Bevölkerung, aktuell sind es Schätzungen zufolge weniger als vier Prozent. Fluchtursachen durch Zukunftsperspektiven entgegenwirken – dazu leistet das neue Hoffnungszentrum in Damaskus einen weiteren Beitrag.

Mitarbeiter und Freiwillige des „Christian Hope Centers“ (Foto: Hope Center).
Unterstützen Sie das neue „Christian Hope Center“ in Damaskus und die Arbeit der Kirchen für notleidende Menschen in Syrien mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Syrien

KIRCHE IN NOT hat Hilfen für die von der Covid-19-Pandemie und deren Folgen betroffenen Menschen und Pfarren in Indien bewilligt. Es werden mehr als 140 der knapp 170 Diözesen in dem asiatischen Land unterstützt.

Die Hilfe kommt vor allem besonders bedürftigen Familien und Gemeinden zugute, die sich Schutzmaterialien gegen eine Corona-Infektion nicht leisten können.

Gemeindemitglieder betrauern einen Priester, der an Covid-19 gestorben ist.

Hygienische Schutzausrüstungen sollen angeschafft werden

Aufgrund verordneter Einschränkungen und Schließungen von Einrichtungen und Schulen haben viele Menschen keine Arbeit und zahlreiche Gemeinden keine Einnahmen mehr, sodass sie auf Hilfe angewiesen sind. Mit der Unterstützung durch KIRCHE IN NOT können hygienische Schutzausrüstungen wie Masken, Desinfektionsgel und Handschuhe, aber auch technische Geräte wie Luftfilter oder Sauerstoffgeräte für die Notfallversorgung angeschafft werden.

Gemeinden, die nicht über ein Hilfsnetz aus dem Ausland verfügen, fehlt darüber hinaus auch das Geld, Lebensmittel zu besorgen. Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie werden mit dem neuen Hilfspaket von KIRCHE IN NOT rund 200 Projekte in Indien gefördert.

Lebensmittelverteilung in Indien.

Hilfe für die Seelsorger, die sich um die Ärmsten kümmern

Die Hilfe richtet sich insbesondere an Priester, Ordensschwestern und Katecheten, die sich um bedürftige Menschen in den Pfarrgemeinden kümmern und dadurch besonders einer Infektion ausgesetzt seien.

Das Programm für die Diözesen in Indien umfasst auch die medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen für bereits an Covid-19 erkrankte Priester und Schwestern sowie Soforthilfen für besonders bedürftige Familie durch die Pfarrgemeinden.

Eine Diözese, die unterstützt wird, ist die Diözese Guntur im Südosten des Subkontinents. Bischof Bhagyaiah Chinnabathini beschreibt die Lage gegenüber KIRCHE IN NOT: „Kirchen, Schulen und alle unsere Ausbildungs- und Pastoralzentren sind geschlossen.

Neben der Unterstützung für die Anschaffung von Hygieneartikeln unterstützen wir die Priester mit Messstipendien.

„Ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist”

Wir haben 171 Priester, die in der Diözese tätig sind, und 590 Katecheten, die uns im aktiven Dienst unterstützen. Alle sind von der Pandemie betroffen. Leider haben wir fünf Priester und viele unserer Katecheten aufgrund von Covid-19 verloren, andere sind erkrankt. Wie können die Arztrechnungen für sie nicht bezahlen.“

Heilige Messen seien nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit möglich und Gemeindemitglieder könnten die Priester nicht mehr unterstützen, so der Bischof weiter. Daher brauche das Bistum besonders Messstipendien für Priester, Existenzhilfen für Ordensgemeinschaften und Unterstützung bei der Deckung der medizinischen Kosten. „Es ist ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist, um uns in dieser schrecklichen und dramatischen Situation mit dieser Nothilfe zu unterstützen“, dankt Bischof Chinnabathini.

Um die Arbeit der Kirche in Indien und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten in den Gemeinden zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Indien

Erzbischof Paulos Faradsch Rahho wurde am 29. Februar 2008 von einer Gruppe unbekannter Angreifer nach der heiligen Messe entführt. Seine Peiniger töteten seinen Fahrer und zwei seiner Leibwächter. Er wurde später, am 13. März desselben Jahres, tot in der Nähe von Mossul aufgefunden.

Bis heute hat keiner die Verantwortung für seinen Tod übernommen. Deshalb lässt sich nur vermuten, dass eine radikale sunnitische Gruppe, die El Kaida nahesteht, für diese Gräueltat verantwortlich ist.

Nachdem der sogenannte „Islamische Staat“ in der christlich geprägten Ninive-Ebene im Norden Iraks besiegt werden konnte, hilft KIRCHE IN NOT, zerstörte Kirchen und andere religiöse Gebäude wiederaufzubauen, einem Gebiet, in dem noch heute die Mehrzahl der Christen leben. 2018 half KIRCHE IN NOT beim Wiederaufbau von 28 Kirchen, elf Pfarrhäusern, zehn Klöstern und Noviziaten, einem Priesterseminar und 24 pastoralen Zentren für die Christen im Nahen Osten.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Christenverfolgung

Die Schwestern vom Allerheiligsten Sakrament freuen sich: Dank der Hilfe unserer Wohltäter konnten sie einen neuen Minibus für ihre Arbeit anschaffen. Fast 28.000 Euro kamen dafür zusammen.

Schwester Maguy schreibt uns: „Im Namen aller Schwestern unserer Kongregation möchte ich KIRCHE IN NOT für die Hilfe danken. Vor allem aber danke ich im Namen der Menschen, denen wir dienen. Wir besuchen Pfarren, um Katechese zu erteilen, Besinnungstage abzuhalten und andere Seelsorgearbeit zu verrichten. Wir betreuen alte Menschen, beraten die Menschen und helfen ihnen. Ihre Hilfe ist eine große Unterstützung für unsere Arbeit. Vielen Dank!“

Die Hilfe der Schwestern wird mehr benötigt denn je, denn in den letzten Jahren hat sich die Lage im Libanon dramatisch verschlechtert.

Ihre Kongregation wurde 1966 gegründet – ursprünglich, um jungen Mädchen zu helfen, eine Ausbildung im Schneidern zu erwerben, und um Notleidenden medizinische Hilfe zu leisten. Im Laufe der Zeit kamen viele weitere Aufgaben dazu. Die acht Klöster der Schwestern vom Allerheiligsten Sakrament befinden sich in ländlichen Gebieten des Libanon, wo die Armut besonders groß ist. Das Auto brauchen die Schwestern, um auch die weiter abgelegenen besonders armen Dörfer zu besuchen und Trost und Hilfe dorthin zu bringen.

Die Hilfe der Schwestern wird mehr benötigt denn je, denn in den letzten Jahren hat sich die Lage im Libanon dramatisch verschlechtert. Der Krieg im Nachbarland Syrien hat 1,5 Millionen Flüchtlinge in das Land strömen lassen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch.  Dazu kommt die schwere wirtschaftliche und politische Krise, die 2019 begann. Die libanesische Währung hat in weniger als einem Jahr mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren, und die Preise für Grundnahrungsmittel sind bis auf das Vierfache gestiegen. Viele Familien kämpfen ums Überleben, Verzweiflung macht sich breit. Dank Ihrer Hilfe können die Ordensfrauen nun Trost auch dorthin bringen, wo die Menschen bislang auf sich gestellt waren. Herzlichen Dank!

Beirut am Dienstag, 4. August 2020, um 18:07 Uhr: Eine gigantische Explosion erschüttert die libanesische Hauptstadt. 2750 Tonnen Ammoniumnitrat, die in einem großen Silo im Hafen gelagert haben, geraten in Brand und fliegen in die Luft. Die Druckwelle zerstört große Teile der Stadt, insbesondere die Viertel, in denen viele Christen leben.

Mehr als 200 Menschen kommen ums Leben, 6500 Menschen werden verletzt. Tausende sind von jetzt auf gleich obdachlos: Fenster und Türen sind geborsten, Fassaden und ganze Häuser eingestürzt, Trümmer liegen überall in den Straßen.

KIRCHE IN NOT hatte damals schnell geholfen. Schon wenige Tage nach der Explosion konnte in Zusammenarbeit mit Projektpartnern vor Ort eine Lebensmittelhilfe für Tausende betroffene Familien auf die Beine gestellt werden, die ihr Hab und Gut so plötzlich verloren hatten.

Am 4. August ist diese Katastrophe nun ein Jahr her. Der libanesische Ministerrat hat für den 4. August einen Staatstrauertag ausgerufen. Behörden und öffentliche Einrichtungen bleiben an diesem Tag geschlossen. Die Menschen werden sich im Hafen von Beirut zu einer Gedenkveranstaltung versammeln, die vom maronitischen Patriarchen Bechara Kardinal Rai geleitet wird.

Rauchsäule über Beirut am 4. August 2020 (Foto: Samer Nassif).

Wut und Enttäuschung über Regierung

Doch es ist nicht nur Trauer, die an diesem Mittwoch im Mittelpunkt steht, sondern auch die Wut und Enttäuschung der Bevölkerung: Der Libanon leidet seit Herbst 2019 unter einer großen Wirtschaftskrise. Ein Licht am Ende des Tunnels ist derzeit nicht zu sehen: ausufernde Korruption, eine verfallende öffentliche Infrastruktur und Krankenhäuser, die durch die Pflege vieler Covid-19-Fälle vor dem Zusammenbruch stehen.

Aufgrund der Zukunftslosigkeit haben bereits viele Pflegekräfte und Ärzte das Land verlassen oder planen es zumindest. Auch Lehrer an den katholischen Schulen kündigen, um auszuwandern, denn ihr Gehalt reicht nicht aus, um ihre Familien zu ernähren.

Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Zwischenzeit unterhalb der Armutsgrenze. Am „Collège de la Sainte Famille Française“, einer weiterführenden Schule im gut 20 Kilometer von Beirut entfernten Jounieh, berichtet die Verwaltungsleiterin gegenüber Vertretern von KIRCHE IN NOT, dass sie allein im Juni und Juli dieses Jahres etwa 20 Lehrer verloren habe. Sie wollen das Land verlassen, weil sie einfach nicht mehr über die Runden kommen. Der Grund: Die Kaufkraft ist drastisch gesunken.

Schwester Eva Abou Nassar vom „Collège de la Sainte Famille Française“ (Foto: Jacques Berset/KIRCHE IN NOT)

Libanesische Währung hat massiv an Wert verloren

„Während vor der Krise ein Anfangsgehalt von 1525 Millionen Libanesischen Pfund ungefähr 1000 US-Dollar entsprach, sind es nach dem Einbruch des Libanesischen Pfunds heute nur noch 75 bis 80 US-Dollar“, erklärt Schwester Eva Abou Nassar. „Ein erfahrener Lehrer verdient das Doppelte, aber das ist viel zu wenig. Vor der Krise entsprach ein US-Dollar 1500 Libanesischen Pfund, heute bekommt man dafür auf dem Schwarzmarkt 18.900 Pfund.“

Selbst Dinge des täglichen Bedarfs sind unerschwinglich geworden. Einige Beispiele: Eine Packung Kindermilch kostet 250.000 Libanesische Pfund. Die Miete für einen Stromgenerator beläuft sich auf 600.000 Pfund, und das bei einem monatlichen Mindestlohn von 675.000 Pfund. Das öffentliche Stromnetz wird nur zwei bis vier Stunden am Tag betrieben. Ersatzteile fürs Auto kosten zwei bis vier Monatsgehälter. Schwester Eva berichtet, dass Familien frühmorgens im Schutz der Dunkelheit in Mülltonnen nach Essen suchten, um nicht gesehen zu werden.

Verteilung von Lebensmitteln in Beirut wenige Tage nach der Explosion vom 4. August 2020.

Strom gibt es nur für zwei bis vier Stunden am Tag

Auf der Mauer an der Straße, die entlang des Hafens von Beirut verläuft, stehen die Namen der „Märtyrer“, die bei der Explosion am 4. August 2020 ums Leben gekommen sind. Auch einige bereits verblasste Fotos von Kindern sind dort zusehen.

„Die Menschen sind es satt, dass das politische Establishment den Kuchen unter sich aufteilt und sich nicht um die Bedürfnisse der Bevölkerung kümmert“, sagt der Anwalt Wajih Raad. Auch ein Jahr nach der Katastrophe wirken die Stadtviertel wie tot: An zahlreichen Geschäften sind Eisengitter heruntergelassen, fast alle Restaurants, die die hier die Straßen säumten, sind geschlossen.

„Es wird lange dauern, aber wir werden es schaffen“

Auch wenn die Stimmung bedrückend sei und viele Libanesen das Land verlassen wollen, so blickt Wajih Raad hoffnungsvoll in die Zukunft. „Es wird einige Jahre dauern, aber wir werden es schaffen“, ist er sich sicher.

Auch Pater Raymond Abdo, Provinzial der Unbeschuhten Karmeliten im Libanon, denkt positiv. „Papst Franziskus gibt uns die Hoffnung, dass wir dieser Krise trotzen können. Er ruft die Weltkirche auf, uns nicht fallen zu lassen. Der Papst wird die Kirche im Libanon nicht aufgeben. Warum sollten wir uns vor anderen fürchten, wenn wir an Jesus Christus glauben?“

KIRCHE IN NOT stellte im vergangenen Jahr rund 2,7 Millionen Euro für den Wiederaufbau von kirchlichen Gebäuden zur Verfügung. Die ersten Kirchen konnten bereits wieder renoviert werden und für Gottesdienste öffnen.

Mehr als 2,2 Millionen Euro wurden an Nothilfe, die Beschaffung von Transportmitteln sowie die Unterstützung zum Lebensunterhalt und von Ordensleuten zur Verfügung gestellt. Insgesamt investierte KIRCHE IN NOT 5,4 Millionen Euro für Hilfsprojekte im Libanon.

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon

Pater Cosmas Omboto Ondari, ein 30 Jahre alter kenianischer Missionar der St.-Josef-Missionare von Mill Hill, wurde am 21. November 2018 in Kembong im Südwesten Kameruns ermordet. Er wurde von einer Patrouille der kamerunischen Sicherheitskräfte gegen die separatistischen Milizen erschossen, als er vor der Tür seiner Kirche St. Martin von Tours, deren Pfarrer er war, stand.

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.

Diesen Fall und andere Beispiele von Märtyrern unserer Zeit finden Sie in unserem Buch „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können. KIRCHE IN NOT möchte damit Männer und Frauen würdigen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung gelitten haben und leiden.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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„Ich bin Katechet der Pfarre St. Benedikt aus Palma“, so stellte sich Paulo Agostinho Matica vor, als er dem Apostolischen Administrator von Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse, die Kirchenbücher der Pfarre im äußersten Nordosten von Mosambik überreichte. Paulo Agostinho hatte die Unterlagen wie einen Schatz versteckt, als die Stadt am 24. März 2021 von Terroristen angegriffen wurde.

„Ich war im Pfarrhaus bei der Arbeit, als der Terrorangriff begann“, erinnert sich Paulo.  Während die ersten Schüsse und Bombendetonationen zu hören waren, beschloss der Katechet, die Pfarrbücher zu retten, in denen die Eheschließungen und Taufen der katholischen Gemeinde St. Benedikt in Palma aufgezeichnet sind – eine Art „historisches Gedächtnis“ der Pfarre.

Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen. Von dort aus floh er erst in ein Dorf am Stadtrand von Palma und schließlich nach Senga. Die Kirchenbücher, die er als den „Schatz“ der Gemeinde betrachtete, hatte er immer bei sich.

Der Katechet Paulo Agostinho Matica.

Dschihadistische Angriffe im Norden Mosambiks

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht; sie treffen die gesamte Bevölkerung, Muslime wie Christen. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei über 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen.

Ende März verübten die Terroristen eine ihrer bis dahin schlimmsten Attacken in der Provinz Cabo Delgado. Es kursierten Nachrichten, dass in Palma Menschen enthauptet wurden; Hunderte von Menschen waren auf der Flucht – unter ihnen auch Paulo Agostinho Matica.

Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Paulo Agostinho Matica (rechts) übergibt die geretteten Kirchenbücher an den Apostolischen Administrator der Diözese Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse.

Auch auf der Flucht den Dienst als Katechet nicht vergessen

Als der Katechet am Vorabend des Palmsonntags in Senga ankam, fand er eine kleine christliche Gemeinde vor. „Sie sagten zu mir: ‚Wir wollen beten’. Also ging ich in die Kirche, und wir begannen zu beten.“ Wenn kein Priester verfügbar ist, wird in der Gegend von Cabo Delgado üblicherweise ein Wortgottesdienst vom Katecheten gefeiert. So begingen die Christen von Senga den Palmsonntag.

Um die Pfarrbücher nicht zu verlieren, musste Paulo einen Ort finden, der sicher war. Also ging er in das Dorf Mwagaza, wo er Verwandte hat, und blieb dort bis Mitte April. Als er hörte, dass der Eroberungszug der Terroristen vorbei war, beschloss Paulo, trotz aller Gefahren nach Palma zurückzukehren.

Seit einigen Jahren werden die Menschen im Nordosten Mosambiks von dschihadistischen Kämpfern bedroht und vertrieben. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Die Kirche kümmert sich um die Verteilung von Hilfsgütern (Foto: Johan Viljoen).

Tiefe Erschütterung bei Rückkehr in seine Heimat

Was er vorfand, erschütterte ihn zutiefst: Die Kirche war geplündert worden. Die Milizen hatten viele Gegenstände in Brand gesetzt, zum Beispiel Heiligenbilder und Kirchenbänke. Auch die Lautsprecher und einige Kirchenfenster hatten sie zerstört. Alles war verwüstet.

Paulo Agostinho Matica hatte im Pfarrhaus etwa 30 000 Meticals [etwa 400 Euro] für die Ausgaben der Gemeinde aufbewahrt. Alles war weg, erzählt er: „Sie nahmen das Geld, einen Fernseher und das Motorrad.“

Hunderttausende Menschen in Mosambik von dschihadistischem Terror bedroht

Gut zwei Monate nach dem Terroranschlag in Palma fuhr der Katechet in die Provinzhauptstadt Pemba, um die Pfarrbücher in einer kurzen Zeremonie zu übergeben, die KIRCHE IN NOT per Video mitverfolgen konnte.

„Inmitten des Leids ein Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes“

Weihbischof Juliasse, der Apostolische Administrator der Diözese, lobte Paulos Mut und seine Entschlossenheit: „Ich bewundere sehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Pfarrbücher zu retten. Inmitten des Leids gibt er dieses Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes.“

Paulo Agostinho Matica ist es zu verdanken, dass die Pfarrbücher der Gemeinde St. Benedikt in Palma gerettet werden konnten. Wäre der Mut dieses Mannes nicht gewesen, hätten die Pfarrbücher dazu gedient, das Feuer zu schüren, das die Terroristen auf dem Boden der Kirche entfacht hatten. Nun sind sie Teil des historischen Erbes der Diözese.

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