Aktuelles Archive - Seite 31 von 51 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Charkiw im Osten der Ukraine gehört zu den Städten, die aktuell am meisten unter Beschuss stehen. Am Dienstag wurde das Haus des dortigen römisch-katholischen Bischofs Pawlo Honczaruk von einem Bombenprojektil getroffen. Es riss ein Loch in das Dach; niemand wurde verletzt.

Küche im Bischofshaus versorgt Menschen in den U-Bahn-Schächten

„Nun haben wir also auch noch so ein ,Geschenk’ erhalten“, erklärt der Bischof in einem kurzen Videoclip, den er dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) übermittelt hat.

Die Arbeit im Haus geht unvermindert weiter: Frauen bereiten in der Küche warme Mahlzeiten zu, diese werden in zwei naheliegende U-Bahn-Stationen gebracht, in denen sich hunderte Menschen aufhalten.

Bischof Pavlo Honczaruk vor dem beschädigten Dach des Bischofshauses in Charkiw © Kirche in Not

Katholischer und orthodoxer Bischof besuchen Verletzte

Im einem Schutzkeller hat Bischof Honczaruk nach Mitteilung der Diözese Charkiw-Saporischschja mit etwa 40 Personen Schutz vor den zunehmenden Angriffen gefunden; auch Bischof Mytrofan von der orthodoxen Kirche der Ukraine ist dort untergekommen. Die beiden Bischöfe besuchen Verletzte im Krankenhaus und packen bei der Verteilung von Lebensmitteln mit an. Der Krieg hat auch diese ökumenische Zusammenarbeit möglich gemacht.

Bischof Honczaruk berichtet von großen Schäden und zahlreichen Toten in anderen Stadtvierteln Charkiws. Die Bilder vom Bombeneinschlag auf dem zentralen Freiheitsplatz in Charkiw gingen um die Welt. Dort wurde ein Verwaltungsgebäude zerstört; es sollen nach ukrainischen Angaben mindestens 20 Personen getötet worden sein.

Bischof Honczaruk und der orthodoxe Bischof Mytrofan besuchen einen Verletzten. © Kirche in Not

Auch Wohngebäude schwer getroffen

Das russische Militär hat mehrfach betont, in der Ukraine würden keine Zivilobjekte angegriffen. Doch ein zweiter an KIRCHE IN NOT übermittelten Videoclip zeigt schwer beschädigte Wohnblöcke, die laut dem Bischof gegenüber einer zerstörten Fabrik liegen. „Das waren Wohnungen. Alle Fenster sind zerborsten. Viele Menschen wurden getötet. Auch die Oberleitungen einer Buslinie sind zerstört“, stellt er betroffen fest.

„Hier ist überall Blut“

Der Clip zeigt mehrere ausgebrannte Privatautos; es sind Explosionstrichter zu sehen. Nur ein einzelner älterer Mann, den der Bischof zur Vorsicht mahnt, schleppt sich auf der Straße entlang. Es ist auch zu sehen, wie Bischof Honczaruk in einen Pkw blickt: „Hier wurde geschossen, da ist überall Blut.“

Bischof Pavlo Honczaruk mit Menschen in einem Luftschutzkeller.

Nothilfe auch für die Ostukraine

Die Lage in Charkiw und andernorts spitzt sich derweil weiter zu. „Kirche in Not“ hat nach Kriegsausbruch ein Nothilfe-Paket in Höhe von einer Million Euro auf den Weg gebracht. Das Geld kommt Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten. Darüber hinaus leistet das Hilfswerk Nothilfe für die vier griechisch-katholischen Exarchate und die beiden lateinischen Diözesen in der Ostukraine, die Charkiw, Donezk, Saporischschja, Odessa und die Krim abdecken.

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BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Die katholische Kirche in der Ukraine setzt ihre Seelsorge auch unter Beschuss fort. Das berichtet die Projektreferentin für die Ukraine des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“, Magda Kaczmarek, die im ständigen Kontakt mit der Kirche vor Ort steht. Am Samstagmorgen seien die Priesterseminaristen aus Worsel am Stadtrand von Kiew evakuiert und in eine andere Diözese verlegt worden. „In diesem Teil von Kiew wird gekämpft, wir haben Bilder bekommen, die zeigen, wie die Mauern des Priesterseminars durch Artilleriegeschütze und Granaten beschädigt wurden“, sagt Kaczmarek.
Magda Kaczmarek, Projektreferentin für die Ukraine bei KIRCHE IN NOT.

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Situation ist dramatisch

Dramatisch sei ihren Angaben zufolge auch die Situation in Charkiw, wo die Straßen menschenleer seien und sich die Einwohner alle in Kellern und Bunkern versteckt hielten. Der römisch-katholische Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pawlo Honczaruk, harre seit ein paar Tagen mit mehreren Familien in einem Bunker aus. Dort habe auch der orthodoxe Bischof der Region Zuflucht gesucht.

Inmitten des unaufhörlichen Bombardements sandte Bischof Honczaruk eine Dankesbotschaft an „Kirche in Not“: „Wir sind wirklich überrascht und sehr ermutigt, dass so viele Menschen für uns aktiv werden. Ich danke allen aufrichtig, dem gesamten Team von ‚Kirche in Not‘, allen Mitarbeitern, Freiwilligen und Wohltätern. Ich wünsche mir, dass dieser entfesselte Krieg so schnell wie möglich endet.“ Die kurze Nachricht endet mit den Worten: „Meine Botschaft ist kurz und ich muss Schluss machen, weil ständig Bomben fallen. Gott segne Sie!“

In der strategisch wichtigen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer kam es am Wochenende wiederholt zu Raketen- und Bombenangriffen aus der Luft und von Kriegsschiffen. In den ersten beiden Kriegstagen gab es in der ganzen Stadt lange Schlangen und der Mangel an Grundnahrungsmitteln wie Brot und Treibstoff war enorm. Der römisch-katholische Bischof von Odessa, Stanislaw Schyrokoradjuk, bestätigt, dass jetzt Hilfe aus den Nachbarländern eingetroffen sei, „aber wir leben von Tag zu Tag, die Situation ist kritisch. Wir bleiben hier und bitten um Ihr Gebet!“

Ein Priester und Bischof Hontscharuk besuchen einen verletzten Mann (re: Bischof Pawlo Hontscharuk, Bischof von Charkiw-Saporischschja).

- Pater Justyn, Albertiner aus der ukrainischen Stadt Kamjanez-Podilskyj

Ankunft Tausender Flüchtlinge in der Westukraine

In Lwiw (Lemberg), nahe der Grenze zu Polen und außerhalb der Kampfzone, setzt die Ortskirche ihre Arbeit zur Unterstützung der Bevölkerung angesichts der Ankunft Tausender Flüchtlinge in der Westukraine fort. Schwester Natalia, eine Ordensfrau der griechisch-katholischen Kongregation der Heiligen Familie schrieb „Kirche in Not“: „Wir helfen Flüchtlingen, rüsten Luftschutzbunker aus, empfangen die Menschen, ganz besonders Frauen und Kinder. Die meisten gehen ins Ausland weiter, aber sie haben die Möglichkeit, sich bei uns auszuruhen. Und wir beten gemeinsam. Danke für alles!“

Pater Justyn, ein Pauliner-Pater aus Kamjanez-Podilskyj (nahe der Grenze zu Rumänien und Moldau), berichtet über seine Reise durch das Land: „Für eine Strecke von 150 Kilometern habe ich acht Stunden gebraucht. Die Straßen waren voll, die Menschen flüchteten in Richtung Westen. Es gab Staus und Warteschlangen vor Geschäften, Apotheken und an Tankstellen. Die Menschen haben Angst, weil sie nicht wissen, was als Nächstes passieren wird. Das Gebet ist dringend notwendig.“

Warteschlange für warmes Essen in Saporischschja.

Ein berührendes Foto, das „Kirche in Not“ erreicht hat, zeigt einen jungen Mann in der Kathedrale von Charkiw. Er ließ sich dort kurz vor seiner Einberufung in die Armee taufen und empfing seine Erstkommunion. Die Einberufung aller Männer zwischen 18 und 60 Jahren ist für viele Familien traumatisierend. Die Projektleiterin einer der Eparchien, die sich mit „Kirche in Not“ in Verbindung gesetzt hat, um Nothilfe zu erbitten, beendete ihre E-Mail mit den Worten: „Mein Mann und meine beiden Söhne, beides Familienväter, wurden einberufen. Das ist jetzt unser Leben. Vielen Dank für Ihre Gebete und Ihre Unterstützung.“

Ein junger Mann aus Charkiw lässt sich taufen.

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

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Nach Kriegsbeginn herrscht in der Ukraine eine Mischung aus Ungewissheit und Angst, berichtet Magda Kaczmarek, Projektreferentin für die Ukraine bei KIRCHE IN NOT. Sie steht in ständigem Kontakt mit den Projektpartnern vor Ort, die der katholischen Kirche angehören.

„Die führenden Bischöfe des Landes haben dazu aufgerufen, das Land nicht zu verlassen. Das ist eine schwierige Entscheidung, vor allem für die Priester der griechisch-katholischen Kirche, die verheiratet sind und Kinder haben. Sie fürchten weniger um ihr eigenes Leben als um die Sicherheit ihrer Kinder und Familien“, erklärte Kaczmarek.

Aus der Hauptstadt Kiew und vielen anderen ukrainischen Städten berichteten Projektpartner von Beschuss und Detonationen. Die Nacht hätten viele Menschen in Pfarren und Schutzbunkern verbracht, sagt Kaczmarek. Unklar sei, welche Ziele als nächste attackiert würden.

Magda Kaczmarek, Projektreferentin für die Ukraine bei KIRCHE IN NOT.

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 „Wir haben keine Zeit, Angst zu haben“

Der Paulinerpater Roman Laba aus Browary, einem Vorort der Hauptstadt Kiew, sagte in einer Videobotschaft gegenüber KIRCHE IN NOT, dass am Donnerstag beim ersten Raketenangriff auf die Stadt um 5 Uhr morgens sieben Menschen gestorben und etwa 17 verletzt worden seien. Sieben Raketenangriffe hätten sie insgesamt erlebt. Daraufhin hätten viele Menschen die Stadt verlassen und seien in den Westen des Landes geflohen.

„Die erste Panik ist vorerst vorbei. Viele Menschen kamen auf der Suche nach Hilfe und Obdach in unsere Pfarre, also haben wir Notunterkünfte im Keller unseres Klosters und in der unfertigen Klosterkirche eingerichtet. Im Moment haben wir etwa 80 Menschen bei uns, darunter Gemeindemitglieder und Menschen aus umliegenden Gebäuden“, erzählt Pater Roman. „Bitte beten Sie für die Ukraine“, endet die Botschaft.

Aus dem Südosten der Ukraine teilte Bruder Vasyl aus einem Dorf in der Nähe von Mariupol mit: „Wir haben keine Zeit, Angst zu haben. Wir bleiben und helfen den Menschen, diese Situation zu überstehen.“ Mariupol, eine wichtige Hafenstadt, liegt nur 60 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und sehr nah an den Gebieten unter Kontrolle der Separatisten, und ist damit auch heftig unter Beschuss.

Mitglieder der Gemeinde aus Browary haben im Keller des Hauses der Paulinerpatres Unterschlupf gesucht.

„Die Kinder sind alle traumatisiert”

Die Bedrohung und die Angst vor einer weiteren Eskalation erhöhten sich von Stunde zu Stunde. Das schlage sich auch in der Haltung der Menschen nieder, berichtet Bruder Vasyl: „Einige Menschen sind zu uns gekommen, um zum ersten Mal in ihrem Leben zu beichten. Ältere und kranke Menschen rufen uns zu sich zur Beichte. So wollen sie auf den Tod vorbereitet sein, wenn es denn so weit kommen sollte.“

Neben der geistlichen Begleitung ist er mit der Unterstützung von Laien aktuell damit beschäftigt, Kinder aus mittellosen Familien zu evakuieren und auf dem Land in der Zentralukraine in Sicherheit zu bringen. „Die Kinder sind alle traumatisiert, weil es hier in der Gegend bereits Beschuss gegeben hat, und wir beruhigen sie und sagen ihnen, dass sie Erholung brauchen“, berichtet Bruder Vasyl.

KIRCHE IN NOT steht auch in Kontakt mit Weihbischof Jan Sobilo aus dem Bistum Charkiw-Saporischschja, das ebenfalls in der Ostukraine liegt. Er stammt aus Polen, aber es komme für ihn nicht infrage, sich jetzt in Sicherheit zu bringen: „Ich bin hierhergekommen, um den Menschen zu dienen. Diese schlimme Kriegszeit muss sich auch wieder in Segen verwandeln, damit die Güte und die Liebe gewinnen“, gibt er seiner Hoffnung Ausdruck.

Dennoch schließt er ein Bombardement seiner Stadt nicht aus. Er hofft weiterhin auf die Hilfe von KIRCHE IN NOT: „Das Hilfswerk stand uns immer zur Seite. Wenn es zum Schlimmsten kommen sollte: Bitte helfen Sie uns weiterhin!“

Als Reaktion auf den Kriegsausbruch in der Ukraine hat KIRCHE IN NOT ein Nothilfe-Paket in Höhe von einer Million Euro auf den Weg gebracht. Das Geld komme nach Aussage des Geschäftsführenden Präsidenten, Dr. Thomas Heine-Geldern, Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarren, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten.

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Russland führt weiterhin Krieg gegen die Ukraine. Gerade im Winter wird die Infrastruktur immer wieder gezielt von Russland angegriffen, wodurch die Zivilbevölkerung leiden muss.

Die Kirche bleibt bei den Menschen und leistet handfeste Hilfe in dieser lebensgefährlichen Lage zum Beispiel in Suppenküchen, Waisenhäusern, kirchlichen Kindergärten und Flüchtlingsunterkünften.

„KIRCHE IN NOT wird die Ukraine in dieser sehr kritischen und schwierigen Zeit nicht im Stich lassen“, versicherte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Thomas Heine-Geldern. „Wir müssen jetzt den Priestern und Ordensschwestern in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in den Waisenhäusern und Altenheimen beistehen.“ In einem ersten Nothilfe-Paket wird KIRCHE IN NOT insgesamt weit über 6000 Priester und Ordensleute mit einer Million Euro unterstützen.

Eine Ordensfrau verteilt Lebensmittel an bedürftige Menschen in der Ukraine.

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„KIRCHE IN NOT wird die Ukraine nicht im Stich lassen”

Der römisch-katholische Erzbischof und Metropolit von Lemberg, Mieczeslaw Mokrzycki, betonte im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Wir sind bereit, die Menschen in den Kirchen willkommen zu heißen, ihnen Lebensmittel und Wasser zur Verfügung zu stellen. Wir haben Erste-Hilfe-Kurse für Priester, Ordensleute und Laien organisiert, um notfalls verletzte Menschen pflegen zu können.“

Auch das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, erklärte: „Wir stehen vor einer schweren humanitären Krise, und die Hilfe wird immer schwieriger. Die Priester sind die einzigen Vermittler, weil sie reisen und Hilfsgüter mitnehmen können. Sie sind die Helden unserer Zeit. Sie werden nicht weglaufen. Wir werden bei unseren Leuten bleiben.“

Die Kirche bleibt bei den Menschen und nimmt die Flüchtlinge auf, KIRCHE IN NOT hilft den Helfern.

Warteschlange vor einer Essensausgabe des Albertinerordens in der ukrainischen Stadt Saporischschja.

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Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

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Die katholische Kirche in der Ukraine setze ihre Hoffnung im gegenwärtigen Konflikt weiterhin auf Friedensgespräche und diplomatische Lösungen. Das sagte der römisch-katholische Erzbischof von Lemberg und Metropolit, Mieczyslaw Mokrzycki, während eines Besuchs in der internationalen Zentrale des weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN), am Montag, 21. Februar.

Die Kirche bereite sich im ganzen Land auf eine mögliche Flüchtlingswelle vor, erklärte Mokrzycki. „Wir sind bereit, die Menschen in den Kirchen willkommen zu heißen, ihnen Nahrung und Wasser zur Verfügung zu stellen. Wir haben Erste-Hilfe-Kurse für Priester, Ordensleute und Laien organisiert, um notfalls Verletzte pflegen zu können.“ Der Erzbischof berichtete, dass ukrainische Binnenflüchtlinge bereits im Westen des Landes angekommen seien. Man habe leerstehende Häuser gemietet, die nun als Flüchtlingsunterkünfte dienen.“

Der römisch-katholische Erzbischof von Lemberg und Metropolit, Mieczyslaw Mokrzycki.

Aus seiner Sicht gebe es immer noch Hoffnung auf einen Kompromiss. „So lange noch geredet wird, gibt es etwas Hoffnung. Krieg bringt keine Erlösung, nur Zerstörung, Schmerz und Unfrieden“, betonte Mokrzycki.

Von der internationalen Solidarität mit der Ukraine zeigte sich Erzbischof Mokrzycki tief bewegt. „Wir sind der ganzen Weltkirche und besonders Papst Franziskus sehr dankbar, der zum Gebet für die Ukraine weltweit aufgerufen hat“, sagte er.

„Ich möchte diese Bitte erneuern: Setzt dieses Gebet fort. Betet weiter, bis der endgültige Frieden kommt!“ rief Mokrzycki auf.

Die Ukraine ist eines der Hauptförderländer von KIRCHE IN NOT. Im vergangenen Jahr hat unser Hilfswerk in dem osteuropäischen zahlreiche Projekte mit insgesamt rund 4,8 Millionen Euro unterstützt.

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Die Kongregation der „Dienerinnen Mariens“ wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Madrid gegründet, um Kranke in den Krankenhäusern und im häuslichen Umfeld unentgeltlich und mit besonderer Liebe und Fürsorge zu pflegen. In jedem Kranken erkennen sie Christus selbst.

Bereits seit 1875 ist die Gemeinschaft auch auf der Karibikinsel Kuba vertreten. Heute sind in der Hauptstadt Havanna Schwestern aus verschiedenen Ländern tätig. Sie stammen aus Spanien, Puerto Rico, der Dominikanischen Republik und aus Kuba selbst.

Nachts halten sie Nachtwachen in den Krankenhäusern oder bei Patienten, die sie daheim pflegen. Tagsüber waschen sie die Kranken und bereiten ihnen Essen zu.

Nachts halten sie Nachtwachen in den Krankenhäusern oder bei Patienten, die sie daheim pflegen. Tagsüber waschen sie die Kranken und bereiten ihnen Essen zu. Die Pandemie hat diesen Dienst sehr erschwert.

Zudem kommen täglich hilfesuchende Menschen an die Pforte des Klosters. Mehr als dreißig Arme, Alkoholabhängige und psychisch Kranke klopfen an die Tür der Schwestern. Auch sie finden Hilfe, Trost und Fürsorge.

„Sie können sich nicht vorstellen, wie prekär die Lage in den kubanischen Familien ist. Die meisten können sich das, was für ein würdiges Leben notwendig ist, nicht leisten“, berichtet Schwester Maria Isabel. Da die Schwestern ihren Dienst aus Liebe und für Gottes Lohn verrichten, sind sie selbst materiell arm. Sie sind daher dankbar für die 7.000 Euro, die unsere Wohltäter als Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt gespendet haben. Schwester Maria Isabel schreibt: „Noch einmal möchten wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, in der auch die Dankbarkeit so vieler Menschen widerhallt, die von unserer Gegenwart, unserem Dienst inmitten dieses Volkes profitieren. Wir bitten Gott den Vater, dass Er Sie in Seiner Vorsehung weiterhin segne und in vielen Herzen die Großzügigkeit erwecke, um mit den Benachteiligten zu teilen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt jedes Jahr Tausende Ordensschwestern in aller Welt. 2020 waren es über 18.000.

Aus Indien werden derzeit wieder rasant steigende Zahlen von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Laut einer aktuellen Statistik sterben vor allem in den Metropolen Delhi und Mumbai aktuell viele Einwohner an Covid-19.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen in fünf Bundesstaaten sind viele Menschen in Sorge, dass sich beispielsweise bei großen Wahlkampfveranstaltungen das Virus weiterverbreiten könnte. Einer der Bundesstaaten, in dem gewählt wird, ist Uttar Pradesh im Norden. Er ist der bevölkerungsreichste des Landes; hier leben 200 Millionen Menschen.

Die neuartige Omikron-Variante von SARS-CoV-2 breitet sich zwar derzeit im Land aus. Doch ein großer Teil der Bevölkerung ist doppelt geimpft, sodass es voraussichtlich nicht zu großen Wellen von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen kommen wird wie im vergangenen Jahr, als die Impfquote noch niedrig war und ein Notstand in Krankenhäusern herrschte.

Im Juli 2021 hatte KIRCHE IN NOT auf Hilferufe von mehreren Bischöfen aus Indien reagiert und ein großes Hilfspaket verabschiedet. Weil Kirchen geschlossen waren, konnten Gottesdienste gar nicht oder nur online stattfinden. Kollekten, die für Priester und Schwestern sowie deren Arbeit in den Pfarren überlebenswichtig sind, fielen weg. KIRCHE IN NOT hatte daraufhin rund 200 Projekte in mehr als 140 Diözesen gefördert.

Gemeindemitglieder betrauern einen Priester, der an Covid-19 gestorben ist.

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Nothilfe für mehr als 140 indische Diözesen

Das Programm umfasste medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen für an Covid-19 erkrankte Priester und Schwestern sowie Soforthilfen für die bedürftigsten Familien durch die ärmsten Pfarren in den Diözesen. Teil des Programms waren auch die Anschaffung von Luftfiltern und Sauerstoffgeräten für die Notfallversorgung. Nach Quellen des Vatikans sind mindestens 400 Priester und Ordensschwestern in Indien an Covid-19 gestorben.

„Es ist ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist, um uns in dieser schrecklichen und dramatischen Situation mit dieser Nothilfe zu unterstützen“, schrieb Bischof Bhagyaiah Chinnabathini von Guntur, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gebiete im Bundesstaat Andhra Pradesh im Südosten Indiens.

Indische Schwestern danken den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für Ihre Unterstützung von Kursen, um sich über Covid-19 weiterzubilden.

Die Armut ist noch größer geworden

Eine besonders arme und häufig vernachlässigte Region Indiens ist der Nordosten des Landes. Dort fördern wir derzeit in der Erzbdiözese Shillong eine Gemeinde in einer abgelegenen Gegend. Im Dorf Sohphoh leben 115 katholische Familien vom Stamm der Khasi, um die sich Franziskanermissionsbrüder kümmern. Die meisten Familien im Dorf haben sechs bis acht Kindern, aber die meisten können nicht zur Schule gehen.

Während der Covid-19-Pandemie sind viele Einwohner gestorben, sodass die Armut noch größer geworden ist. Die Lebensumstände in dieser Region sind herausfordernd: Die extreme Sommerhitze und die bitterkalten Winter machen das Leben schwer, Krankheiten wie Malaria sind weitverbreitet.

Die Ordensmänner haben noch keine geeignete Unterkunft. Um ihren Dienst jedoch angemessen verrichten zu können, benötigen sie geeigneten Wohnraum. Die Gemeindemitglieder bitten die Wohltäter von KIRCHE IN NOT um Hilfe, da sie die Ordensmänner kaum unterstützen kann. Bitte helfen Sie mit Ihre Spende.

Einer der Franziskanermissionsbrüder aus Sohphoh (Indien) besucht eine Familie.
Um die Arbeit der Kirche in Indien und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten in den Gemeinden zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden  – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Tyros und Sidon: Bibellesern kommen diese Städtenamen bekannt vor – oft als Ort kriegerischer Auseinandersetzungen oder Prophezeiungen im Alten Testament. Im ohnehin wirtschaftlich wie politisch schwer gebeutelten Libanon von heute gehört das Gebiet um die beiden Mittelmeermetropolen zu den ärmsten Regionen des Landes.

Zwischen Tyros und Sidon liegt das Dorf Aaddousiyyeh. Dort wohnt Nohada, 73 Jahre und Witwe. Ihr einziger Sohn ist schon vor Jahren ausgewandert, so wie es in der aktuellen Krise immer mehr junge Libanesen tun. Sie hat nur eine kleine Rente, ist chronisch krank und läuft an Krücken.

Sie ist vollkommen auf die Hilfe ihrer Nachbarin Mariam angewiesen. Mariam ist die einzige Muslima im Dorf. Aaddousiyyeh wird mehrheitlich von maronitisch-katholischen Christen bewohnt.

Die 73-jährige Nohada erhält ein Lebensmittelpaket von KIRCHE IN NOT.

Die Menschen im Libanon brauchen Ihre Hilfe. Ihre Spende wirkt!

Die Lage wird immer schlechter

Zuständig für sie ist Pfarrer Geryes, 29 Jahre alt und erst im vergangenen Jahr zum Priester geweiht. Er steht als Seelsorger des Dorfes in einer Familientradition: Schon sein Urgroßvater – die maronitische Kirche erlaubt Priestern die Ehe – war Pfarrer in Aaddousiyyeh.

Die Lage ist seither immer schlechter geworden, erzählt Geryes KIRCHE IN NOT: „Vor der Krise waren etwa 20 Prozent unserer Gemeindemitglieder arm, heute sind es 80 Prozent.“ Und arm meint im Libanon: Oft mit weniger als umgerechnet einem Euro am Tag überleben.

Pfarrer Geryes‘ Gemeinde gehört zur maronitischen Erzeparchie (Erzdiözese) Tyros. Heute leben auf dem Gebiet nur noch gut 50 000 Christen. Der Bürgerkrieg bis 1990, die Krieg zwischen der Hisbollah und Israel 2006 und die jüngste Krise mit Politchaos, Inflation und Nahrungsmittelknappheit hat im ganzen Land viele Christen aus dem Land getrieben.

Insgesamt werden 1500 Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen in der Erzeparchie Tyros verteilt, wie zum Beispiel im Dorf Aaddousiyyeh.

- Maronitisch-katholischer Erzbischof Charbel Abdallah (Tyros/Libanon)

Wer von den Gemeindemitgliedern geblieben ist, dem fehlt oft schlicht das Geld zum Auswandern. Die meisten Christen seiner Diözese sind kleine Bauern oder Arbeiter, die nahe der israelischen Grenze leben, erklärt Erzbischof Charbel Abdallah: „Die Menschen sind verzweifelt, es fehlt an allem: Lebensmittel, Strom, Medikamente, Milch. Auf allen Ebenen brauchen sie Hilfe, um überleben zu können.“

Zu den jüngsten Gemeindemitgliedern in Aaddousiyyeh gehören Fadi und Rana, Eltern von zwei kleinen Kindern. Sie sind deshalb noch da, weil Fadi im Gegensatz zu vielen Altersgenossen einen relativ sicheren Job beim Militär hat. Doch gut ein Viertel seines Lohns geht für die Hypothek auf das Haus drauf, erzählt er. Fleisch oder Fisch kann sich die junge Familie nicht mehr leisten.

Pfarrer Geryes (links) ist der zuständige Seelsorger in Aaddousiyyeh und kümmert sich um die Verteilng der Lebensmittelpakete.

„Es fehlt an allem”

Erzbischof Abdallah und Pfarrer Geryes versuchen so gut wie möglich für die ihnen anvertrauten Menschen da zu sein – geistlich wie materiell. „Weil ich nicht mehr weiter wusste, habe ich an KIRCHE IN NOT geschrieben, ob sie uns helfen können“, erzählt der Erzbischof.

„Die Antwort kam schnell und so können wir in mehreren Etappen 1500 Lebensmittelpakte an besonders arme Familien und Alleinstehende in meiner ganzen Diözese verteilen.“ Jedes Paket erhält Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis oder Mehl, Speiseöl und andere lebensnotwenige Dinge. Die Finanzierung ist erst einmal bis Juli gesichert.

„Diese Hilfe bedeutet uns sehr viel. Die Menschen im Libanon freuen sich, dass sie solche Solidarität erfahren“, betont der Erzbischof. „Wir danken allen Wohltätern von ,Kirche in Not`von ganzem Herzen. Die Lebensmittelpakte helfen unseren Leuten, ihren Alltag zu meistern.“

Der maronitsich-katholische Erzbischof Charbel Abdallah im Verteilzentrum der Lebensmittelpakete.
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Verwendungszweck: Libanon

KIRCHE IN NOT (ACN) hat eine Dokumentation veröffentlicht, die sich der zunehmenden Gewalt gegen christliche Frauen in zahlreichen Ländern der Welt widmet. Sie trägt den Titel „Hört ihre Schreie. Entführung, Zwangskonversion und sexuelle Ausbeutung christlicher Frauen und Mädchen“.

Christinnen aus Ägypten, Syrien, Irak, Pakistan und Nigeria schildern darin ihre Schicksale. „Kirche in Not“ stellt fest, dass Entführungen, Zwangsverheiratungen und   -konversionen zunehmen. Zu den Co-Autorinnen der Fallstudie gehört die US-amerikanische Menschen- und Frauenrechtsexpertin Michele Clark. Sie hat sich vorrangig mit der Situation koptischer Christinnen in Ägypten beschäftigt. Clark lehrt an der „Elliot School of International Affairs“ in Washington.

Michele Clark, Co-Autorin des Berichts „Hört ihre Schreie“ von KIRCHE IN NOT (Foto: Weenson Oo/picture-u.net).

KIRCHE IN NOT: Ist die Gewalt gegen christliche Frauen ein verhältnismäßig neues Phänomen oder hat es die Öffentlichkeit bislang zu wenig beachtet?

Michele Clark: Das ist leider kein neues Phänomen. Aber die Attacken auf Christinnen haben zugenommen – und ja, es hat mit Religion zu tun. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Übergriffe sehr genau geplant werden. Sie haben Methode. Es werden mehr Fälle registriert. Aber es gibt auch eine hohe Dunkelziffer. Der Bericht von KIRCHE IN NOT dokumentiert einige dieser bekannten Fälle stellvertretend für viele andere.

Die Mehrheit der Täter sind radikale Islamisten. Ist die Gewalt an Christinnen eine Strategie, um ihre Familien zu zerreißen?

Es zerreißt nicht nur Familien. Gewalt gegen Christinnen ist eine Waffe im Zermürbungskrieg gegen religiöse Minderheiten. Das hat auch mit der Struktur des islamischen Rechts zu tun. Wenn eine christliche Frau zur Konversion gezwungen wird oder mit einem Muslim verheiratet wird, ist es für sie unmöglich, wieder ihren christlichen Glauben anzunehmen – selbst wenn sie sich befreien kann oder aus der Ehe entlassen wird. Wenn die Frau Kinder hat, werden die Kinder für immer Muslime bleiben. Eine wachsende Zielgruppe, die wir dokumentieren konnten, sind Mütter mit ihren Kindern. Man nimmt nicht nur eine Person aus der christlichen Volksgruppe heraus, sondern eine Mutter und mit ihr die Nachkommen.

Titelbild des Berichts „Hört ihre Schreie“.

Wie kam es zu Ihrer Mitwirkung der Dokumentation „Hört ihre Schreie“ von KIRCHE IN NOT?

Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn auf internationale Menschenrechte und Frauenrechte konzentriert. Ich habe besonders mit jungen Mädchen gearbeitet, die durch politische, religiöse oder andere Umstände traumatisiert wurden. Ein Kollege bat mich um Unterstützung, um mehr über das Schicksal koptischer Christinnen in Ägypten zu erfahren. Ich habe dort Frauen getroffen, die entführt, zwangsverheiratet und zur Konversion gezwungen worden waren. Bislang gab es darüber nur einzelne Erzählungen, aber keine wissenschaftliche Aufarbeitung. Meine Begegnungen sind dann in zwei Berichte eingeflossen, die auch in Ausschüssen des US-Kongresses aufgegriffen wurden. Das hat der Situation der Christinnen in Ägypten mehr Sichtbarkeit gegeben.

Können Sie uns einige spezifische Fälle nennen, mit denen sie zu tun hatten?

Was mich bei meinen Recherchen sehr berührt hat, war der Einsatz der Väter für ihre verschleppten Töchter. Ein Mann erzählte mir, er haben eines Tages einen anonymen Anruf erhalten: „Pass auf deine Tochter auf, wir beobachten euch!“ Der Mann wusste, dass das nicht nur eine leere Drohung ist. Er hat daraufhin seine Tochter sogar aus der Schule genommen und sie nicht mehr allein aus dem Haus gelassen. Zwei oder drei Wochen nach dem Anruf bat die Tochter ihre Mutter, sie doch zum Markt gehen zu lassen. Der war nur ein paar hundert Meter von ihrem Haus entfernt. Seitdem wurde die Tochter nicht mehr gesehen. Der Familienvater hat mehrfach Anrufe von den Entführern erhalten. Er hat Mitschnitte gemacht und ist zur Polizei gegangen. Aber nichts ist passiert. Er hat keinerlei Unterstützung erhalten.

Verstümmelte Frauen.
Verstümmelte Frauen in Kamerun.

Aber sie haben nicht nur Fälle aufgedeckt, in denen Mädchen verschleppt wurden. Manchmal wurde diese auch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Hände der Täter getrieben.

Es gibt verschiedene Fälle von jungen Christinnen, die aus zerrütteten Familien kommen. Das Mädchen hat eine Freundin aus der muslimischen Nachbarschaft, die sagt zu ihr: „Mein Bruder mag dich, er würde dich gern öfter treffen.“ Darauf beginnt das Mädchen eine Beziehung. Doch manchmal führt sie auch in eine Falle: Der Mann lädt das Mädchen zu sich nach Hause ein. Dort wird sie missbraucht. Dieser Missbrauch katapultiert den Fall auf eine ganz andere Ebene: Wenn die junge Frau aus einem konservativen Elternhaus kommt, gilt sie als unehrenhaft und kann nicht mehr nach Hause zurückkehren. Oder die Frau wird missbraucht und zu einer Eheschließung und dem damit verbundenen Glaubenswechsel gezwungen. Was für sie mit einer schönen Beziehung begonnen hat, wird zum Albtraum. Dieses „Loverboy-Phänomen“ ist gut untersucht und dokumentiert.

Der Bericht „Hört ihre Schreie“ von KIRCHE IN NOT stellt fest, dass über verschleppte und zwangsverheiratete Frauen zu wenig berichtet wird. Das ist überraschend angesichts der Sensibilität für Geschlechter-Fragen. Woher kommt diese Zurückhaltung?

Ich denke, ein Grund dafür ist, dass es um Religion geht. Zudem sind beim westlichen Feminismus Religion und Emanzipation nicht immer die harmonischsten und verständnisvollsten Partner. Auch gibt es eine Neigung, sich mit Urteilen gegenüber anderen Religionen und Kulturen zurückzuhalten. Da ist die Ablehnung sehr schnell, und es ist schwierig, dem mit Beweisen beizukommen.

Die Fallstudie richtet sich besonders an Politiker. Was können sie tun?

Die Politiker sollten sicherstellen, dass für diejenigen, die religiöse Gewalt erlebt haben, ein sicherer Raum geschaffen wird. Das betrifft auch die Asylbestimmungen. Es gab eine Zeit, da wurde zum Beispiel bei der Gewalt gegen koptische Christinnen in Ägypten von „mutmaßlichen Fällen“ gesprochen. Doch diese Fälle sind belegbar. Je mehr Politik und Medien erkennen, dass wir von tatsächlichen Fällen und von berechtigten Interessen sprechen, desto mehr Gewicht hat die Berichterstattung. Es wird zunehmend evident, dass es sich um eine reale Bedrohung handelt. Grund genug für einen öffentlichen Aufschrei.

Die Pfarre von Lumbila feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Sie ist die älteste Pfarrgemeinde der Diözese Njombe im Süden von Tansania und liegt am Malawisee.

Die acht Außenstationen der Pfarre sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Straßen gibt es nicht. Bislang mieteten sich die Priester Boote von Gemeindemitgliedern, aber das wurde immer schwieriger, denn die wachsende Zahl an Gläubigen machte immer häufigere und längere Besuche in den Außenstationen erforderlich, und damit stiegen auch die Kosten.

Ein Boot für die Seelsorge in Tansania
Mit dem neuen Boot für die Gemeinde Lumbila in Tansania können die Priester die Außenstationen der Pfarrei, die nur über den Wasserweg erreichbar sind, nun häufiger besuchen.

Wohltäter von KIRCHE IN NOT haben mit 10.800 Euro geholfen, damit Pfarrer Florius Mpete ein Motorboot anschaffen und die Gläubigen in den Außenstationen häufiger besuchen kann. Das Boot ist bereits eingetroffen, und der Pfarrer und seine Gläubigen sind überglücklich darüber.

Pfarrer Mpete schreibt uns: „Die Christen aus Lumbila senden ganz herzlichen Dank für Ihre große finanzielle Unterstützung. Vielen Dank an die Wohltäter, die einen Teil ihres Geldes für die Verkündigung des Evangeliums gespendet haben. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen im Übermaß. Möge Gott Sie körperlich und geistlich stark halten für seinen Dienst!“

Die mosambikanischen Bischöfe haben ihre Besorgnis über die Auswirkungen des Tropensturms Ana geäußert. Der Zyklon traf am 24. Jänner auf das Festland und hat viele Schäden verursacht und Menschenleben gekostet. Besonders der Norden des Landes ist von den Auswirkungen des Sturms betroffen, ebenso wie Teile das Nachbarlands Malawi.

Bischof Alberto Vera aus Nacala an der Küste des Indischen Ozeans erklärte gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Wir beten alle, dass Gott uns eine weitere große Katastrophe erspart, bei der es immer die armen Menschen sind, die am meisten leiden.“ In den Provinzen Cabo Delgado, Niassa, Nampula, Zambézia und Sofala leben derzeit mehr als 830 000 Binnenvertriebene. Sie sind vor allem in den vergangenen vier Jahren zur Flucht gezwungen worden, da es im Norden Mosambiks zu dschihadistischen Aufständen und Konflikten mit dem Militär gekommen ist. Tausende Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

Überflutete Ortschaft im Norden Mosambiks. © KIRCHE IN NOT

Hunderttausende Menschen von Fluten betroffen

Mosambik ist in den vergangenen Jahren mehrmals von schweren Wirbelstürmen heimgesucht worden. Im Januar 2021 tötete der Zyklon Eloise zwölf Menschen. Etwa 300 000 Menschen waren von seinen Auswirkungen betroffen. 2018 und 2019 töteten die Zyklone Idai und Kenneth Hunderte Menschen und hinterließen eine Spur der Verwüstung.

Der Bischof von Quelimane, Hilário Massinga, berichtete, dass der Sturm zwar am 24. Jänner auf das Festland getroffen sei, dass ihm aber bereits zwei Tage mit heftigen Regenfällen vorausgegangen waren. „Die Flüsse traten über die Ufer und rissen alles mit sich, auch Menschen, Häuser und andere Gegenstände.“ Die Kommunikation mit den am stärksten betroffenen Gebieten sei schwierig, und viele Bezirke seien völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Deshalb sei das aktuelle Ausmaß der Schäden noch nicht abzusehen sei.

„Die Straßen sind überflutet, Bäume sind auf die Straßen oder auf Häuser gestürzt; viele Häuser liegen in Trümmern. Eigentlich sollten unsere Priesteramtskandidaten in diesen Tagen ins Seminar zurückkehren, aber mindestens sechs von ihnen sind isoliert und nicht in der Lage auf sicherem Weg in die Hauptstadt Maputo zu gelangen“, erklärte Bischof Massinga.

Bischof Alberto Vera, Bischof von Nacala in Mosambik © KIRCHE IN NOT

„Viele Häuser liegen in Trümmern“

Auch die Provinz Nampula wurde schwer getroffen. Der örtliche Erzbischof, Inácio Saure, berichtet von anhaltendem Regen und einem besonders besorgniserregenden Szenario entlang der Küste. In der Region Nampula sind Hunderte von Häusern zerstört worden, und auch Schulen, Gesundheitszentren und Stromnetze müssen instandgesetzt werden, so der Erzbischof gegenüber „Kirche in Not“.

Wirbelsturm Ana fegte zuvor über Madagaskar hinweg und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Er zog nach dem Auftreten aufs afrikanische Festland weiter nach Malawi, wo besonders der Süden von starken Regenfällen und Überflutungen betroffen ist. Von hier werden Schäden an Häusern und Infrastruktur berichtet. Laut dem britischen Fernsehsender BBC sind Notlager für tausende betroffene und verletzte Menschen errichtet worden.

„Kirche in Not“ unterstützt in Mosambik mehrere Projekte für Binnenvertriebe. In Cabo Delgado fördert das päpstliche Hilfswerk Initiativen zur sozialen Integration und geistlichen Beistand sowie psychosozialen Betreuung für die vertriebenen Menschen. In der Diözese Quelimane ermöglicht die Hilfe von „Kirche in Not“ den Mitarbeitern der Diözese die Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Saatgut und kleinen Werkzeugen für die Bestellung der Felder an 500 vertriebene Familien. Ein ähnliches Projekt wurde für die Diözese Lichinga finanziert, die kürzlich von brutalen dschihadistischen Angriffen betroffen war.

Unterstützen Sie die Hilfe für die Menschen in Mosambik und den Einsatz der Kirche für Flüchtlinge mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Mosambik

Mit einer Fläche von zehn Millionen Quadratkilometern ist die Diözese St. Josef mit Sitz in Irkutsk größer als die USA. Sie grenzt an China, den Pazifischen Ozean und Alaska und erstreckt sich über sieben Zeitzonen. Über dieses riesige Gebiet verstreut leben rund 52 000 Katholiken, die von 43 Priestern betreut werden, die vor riesigen Herausforderungen stehen.

Die klimatischen Bedingungen sind extrem: Temperaturen von 50 Grad unter null sind keine Seltenheit, und mancherorts wird es sogar noch kälter. So gilt die Stadt Jakutsk mit Polartemperaturen von bis zu minus 70 Grad als kälteste Großstadt der Welt. Der Winter, in dem es auch tagsüber kaum hell wird, dauert hier fast neun Monate. In dem Gebiet leben indigene Volksstämme. Manche praktizieren noch Schamanismus, die meisten sind heute aber Christen. In Jakutsk und der 500 km entfernt gelegenen Stadt Aldan sind Salesianerpatres tätig. Rings um Aldan besuchen die Patres jede Woche mehrere Dörfer, in denen Katholiken vom Volk der Jakuten leben. In andere Orte, die viele hundert Kilometer weit entfernt gelegen sind, kommen sie nur einmal im Jahr.

Die Priester verrichten ihren Dienst unter schwierigsten Bedingungen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Kollekten und Messstipendien angewiesen.

Auch die anderen Priester der Diözese St. Josef müssen weite Wege zurücklegen, um die weit verstreuten Gläubigen zu besuchen und ihnen die Sakramente zu bringen. Sie verrichten ihren Dienst unter schwierigsten Bedingungen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Kollekten und Messstipendien angewiesen, die Gläubigen vor Ort haben aber selbst nur wenig und können ihre Priester nur in geringem Maße unterstützen.  Daher sind Messstipendien aus dem Ausland eine große Hilfe. Im vergangenen Jahr haben wir die 43 Priester dank Eurer Hilfe insgesamt mit Messstipendien in Höhe von 24.000 Euro unterstützen können.

Pater Włodzimierz Siek, der Generalvikar der Diözese, bedankt sich im Namen seiner Mitbrüder für die empfangene Hilfe: „Es wird einem bewusst, dass unsere Wohltäter unmittelbaren Anteil an unserem Apostolat haben. Es wird einem gleich warm ums Herz, wenn man daran denkt, dass man als Priester in diesen unendlichen Weiten Sibiriens nicht allein ist. Die bittere Kälte draußen und der tiefe Schnee sind dann nicht mehr so furchtbar. Ich danke allen herzlich, die sich unserem Apostolat anschließen und an unserem Dienst teilnehmen, indem sie uns unterstützen. Wir und unsere Gläubigen beten für Euch. Möge Euch Gott Eure Großherzigkeit vergelten!“

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